Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Dienstag, 12 August 2014 01:41

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (94)

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (94)
Auch in Indien sind die Kolonialmächte wie Britannien, Frankeich, Holland und Portugal unter dem Deckmantel der Handelsbeziehungen vorgedrungen, in Indien allen voran Britannien.

Das englische Königshaus konnte durch die Britische Ostindien Kompanie

die anderen Fremdmächte verdrängen. Die Muslime haben, als die Kolonialisten in Indien eindrangen, unterschiedlich reagiert. Die meisten von ihnen haben angesichts des Verlustes ihrer politischen Souveränität , die britische Kolonialherrschaft nicht akzeptiert und verschiedene Wege gesucht, um sie zu bekämpfen. Die Kämpfe der Muslime und Hindus führten schließlich zum Abzug der Kolonialisten aus Indien im Jahre 1947 und der Teilung dieses Landes in Indien und Pakistan. Wir möchte nun den Prozess Islamischen Ewachens auf dem Subkontinent Indien schildern.

Die Bewegungen der Muslime auf dem Indischen Subkoninent können drei Zeiträumen zugeordnet werden und zwar der Zeit vor 1857, nach 1857 bis 1947 und von 1947 bis heute. Vor 1857 herrschten die Mogulen, die jeder immer mehr an Macht verloren, während die englischen Kolonialisten immer mehr ihren Einfluss steigerten. Die Muslime zeigten zwei verschiedene Reaktionen. Auf der einen Seite waren die muslimischen Herrscher bemüht, gegenüber dem zunehmenden Einfluss der britischen Kolonialmacht standzuhalten und sich zu widersetzen und auf der anderen Seite setzten sich die religiösen Bewegungen, die geistig vor allen Dingen von Schah Waliullah Dehlawi, einem wichtigen muslimischen Reformer auf dem Indischen Subkontiennt beeinflusst waren, dafür ein, durch eine Veränderung im Denken der Muslime und sogar durch militärische Maßnahmen, erneut die ehemalige Bedeutung des Islams in Indien wieder herzustellen.

 

Was die antikolonialistischen Maßnahmen der herrschenden Schicht der Muslime in Indien betrifft, sind besonders Saraj ad Daula, Hyder Ali und Tipu Sultan zu nennen. Zwar scheiterten ihre Bewegungen gegen den britischen Kolonialismus letztendlich, doch zeigten sie, dass die Muslime in Indien sich nicht darin fügten, Untertanen der Kolonialherren zu werden. Die religiösen Bewegungen der Muslime in Indien gegen die britische Kolonialmacht waren um die Wiederbelebung der Religion bemüht. Diese Bewegungen begannen bei Schah Waliullah Dehlawi . Dieser Denker hat in der Zeit, in der das Mogulenreich seinem Untergang zustrebte mit seinen Reformbemühungen begonnen. Seine Bewegung wurde von seinen Söhnen und Anhängern fortgeführt , insbesondere von Schah Abdulaziz, Syed Ahmad Barelvi und Schah Isma`el. In Bengalen gründeten Hadschi Schariatullah und Titumir Bewegungen, die bedeutende Kämpfe geführt haben. Jede von diesen Persönlichkeiten hatte sich nicht nur zum Kampf gegen die Kolonialisten erhoben, sondern auch für die Praktizierung der islamischen Grundsätze eingesetzt. Zum Beispiel hat Schah Abdul aziz (1746-1824), einer der Söhne von Walliullah scharf auf die Maßnahmen der Engländer reagiert und gegen deren offene Einmischung in das Religionsrecht des Islams und seine Gesetze protestiert. Bei seinem Vorgehen gegen diese Einmischungen der Engländer hat er in einem Fitwa die Nordgebiete von Indien, wo die Briten herrschten, als Dar al Harb erklärt, d.h. als Gebiet des Krieges, und den Dschihad gegen die englischen Kolonialisten als die einzige Antwort der Muslime auf sie bezeichnet. Schah Abdulaziz wollte den Muslimen den Standpunkt des Religionsrechtes gegenüber Kolonialisten klarmachen und ihr Leben auf den Grundsätzen der Religion aufbauen.

Syed Ahmad Barelvi (1786 bis 1831) , bekannt als Syed Ahmad Schahid, ist ein Schüler von Schah Abdulaziz gewesen. Er gründete 1827 in der Nähe von Pischawar eine Art islamisches Regierungssystem gegenüber den Sikh-Herrschern . Er war bestrebt, in den Gebieten, die seiner Aufsicht unterlagen, die Gebote der islamischen Scharia durchzuführen, aber aus verschiedenen Gründen unter anderem den Konflikten mit den Sikhs und weil ihn die Einheimischen in dieser Gegend nicht anerkannten, scheiterten seine Bemühungen. Syed Ahmad wollte die Islamische Gesellschaft von nichtislamischem Denken und Handeln befreien. Er strebte die Umkehr zu dem Religionsrecht des frühen Islams auf der Basis des Korans und Sunna an. Einige Autoren sind der Ansicht, dass sein Endziel die Bekämpfung der englischen Kolonialherren in Indien war.

Schah Isma`il war der Enkel von Schah Waliullah und ein enger Gefährte von Syed Ahmad . Er zählte zu den Anführern der geistig-politischen Bewegungen der Muslime in Indien. Schah Isma`el hat große Anstrengungen unternommen, um die Muslime in einer indischen Modschahiddin- Bewegung zu organisieren. Mit dem Ziel die muslimische Gesellschaft zu verbessern, hat er zahlreiche Werke in Urdu, Persisch und Arabisch verfasst. Das wichtigste davon ist Taqwiat al Iman . Gegenstand dieses Buches ist Towhid: der Glaube an die Einheit Gottes. 

Wie gesagt, entstanden auch im Nordosten Indiens, in Bengalen, verschiedene Bewegungen. Sie wurden von Haji Schariat-ullah und Titumir angeführt. Diese Bewegungen nehmen in der Geschichte des Kampfes der indischen Muslime eine besondere Bedeutung ein. Haji Schariat-ullah ist Begründer der Faraizi-Bewegung in Bengalen. Diese Bewegung hatte zum Ziel, die Ansichten der Muslime richtig zu stellen, reuevolle Umkehr zu bewirken und die Durchführung der religiösen Pflichten wiederzubeleben. Sie wurde 1818 gegründet. Die Botschaft dieser Bewegung war, dass die Muslime unter Heranziehung des Korans und der Sunna (Verfahrensweise) des Propheten (s.) und aufgrund des Glaubens an die Einheit Gottes (Towhid) ihren religiösen Pflichten nachkommen müssen. Haji Schariatullah wollte den Islam aufgrund des hanafitischen Rechts wieder beleben. Er stellte sich dabei gegen Mystik und Schiitischen Glauben, kämpfte gegen die biritischen Kolonialisten und sah in den Gebieten, die ihnen unterworfen, war ein Dar al Harb. (Haus des Krieges) Aber auch seine Bewegung scheiterte schließlich.

Die Bewegung Tariqah-e Muhammadiya beruhte auf der Initative von Seyyed Mir Nithar Ali, der als Titumir berühmt wurde, und einer der bekannten Reformer Westbengalens war. Er war der Überzeugung, dass die islamischen Glaubensgrundsätze auf eine Weise wiederbelebt werden müssen, dass sie von der lokalen Kultur insbesondere der hinduistischen unbeeinflusst bleibt. Er bekämpfte auch die Feudalherren und versuchte die Bevölkerung von ihrem Joch zu befreien. Im Jahre 1831 wurden seine Anhänger bei einer Auseinandersetzung mt den Feudalherren und den staatlichen Kräften der britischen Kolonialmacht niedergeschlagen. Titumir wurde zusammen mit 50 seiner Anhänger getötet. Auch wenn die Muslime bei den genannten Bewegungen keinen nennenswerten Sieg erzielten, so konnten sie jedoch in Indien ihre religiöse Identität bewahren.

Im nächsten Teil werden wir die Muslimbewegungen nach dem Jahr 1857 beschreiben.

Medien

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren