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Dienstag, 30 Oktober 2012 13:41

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 80)

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 80)
Das kapitalistische System im Westen erforderte Wachstum, und deshalb wurde die Kolonialisierung und Ausbeutung der Ressourcen anderer Länder vorangetrieben. Die Imperialisten drangen unter anderem  am Persischen
Golf und im Nahen Osten, in Afrika und Südost-Asien vor.

 

 

Den Imperialisten entging nicht, dass der  Persische Golf  ein wichtiger Teil der Islamischen Welt und eine  strategisch bedeutsame Region in Asien ist. Die strategisch und für den Handel wichtigen Lage von Maskat (der Hauptstadt von Oman), dem maritimen Reichtum der Insel Hormus, die Fischgründe von Bahrain und die verschiedenen Waren aus Iran und dem Zweistromland lösten ernsthafte Ambitionen unter den Imperialisten insbesondere den Portugiesen aus.

 

Der bekannte portugiesische Seefahrer Afonso de Albuquerque besetzte 1506 nach Christus wichtige Gebiete an der Straße von Oman und im Persischen Golf, darunter Maskat. Danach griff er die Insel Ormoz (heute Hormos) an und begann schwere Tribute zu fordern. 6 Jahre später eroberten die Portugiesen die heutige Hafenstadt Bandar Abbas, die damals der wichtigste Umschlagplatz Irans für Handelsware war. Aber im 7. Jahrhundert fügte der Safawidenkönig Abbas den portugiesischen Kräften schwere Schläge zu und zwang sie, ein Abkommen über die Unterlassung von Angriffen zu unterzeichnen.

 

1623 tauchten auch die Holländer im Rahmen der holländischen Ostindischen Handelsgesellschaft am Persischen Golf auf. Sie richteten in Bandar Abbas (Iran) ihr Hauptbüro für den Handel und  in Basreh (Irak) ein Zentrum für Außenhandel ein. Die Institutionen der Holländer hatten aber eher Handelscharakter. Ihr Einfluss ließ mit der Zeit und aufgrund der Aktivitäten der Engländer erheblich nach.  England hatte 1617 über die englische Ostindische Handelsgesellschaft einen Vertrag mit dem Safawidenkönig Schah Abbas abgeschlossen. Daraufhin eröffneten die Engländer zwei Jahre später am Persischen Golf im Hafen Jask (Iran)   ein Vertretungsbüro. Später wurde das Handelsmonopol für iranische Seide dem  englische Handelsunternehmen überlassen. Die Portugiesen wurden mit Hilfe der Engländer aus dem Persischen Golf vertrieben und die Engländer konnten trotz erheblichem Widerstand der Holländer ihre Tätigkeiten ausbauen.

 

England gelangte im 19. Jahrhundert an die Vorherrschaft über Kuwait, die Emirate, Oman und andere Länder an der Südseite des Persischen Golfes. Für die Engländer war der Persische Golf von großer geopolitischer Bedeutung. Sie stationierten unter dem Vorwand, Seepiraten zu bekämpfen und den Sklavenhandel zu verhindern, ihre Kriegsschiffe und Militärkräfte in diesen Gebieten. Doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts geriet die Alleinmacht Englands am Persischen Golf ins Schwanken. Auch andere Mächte wie Deutschland und die USA erschienen in der Region. Einer der Gründe dafür war das Erdöl. Nach dem Ersten Weltkrieg haben die US-Unternehmen die Kontrolle über die reichen Erdölressourcen in Bahrain und Saudi Arabien an sich gerissen und England herrschte über die Erdölressourcen im Iran, Irak, Katar, Kuwait und Oman.

 

Iran, das wichtigste Land am Persischen Golf, zog natürlich besondere Aufmerksamkeit seitens der imperialistischen Mächte auf sich. Ende des 19. Jahrhunderts verstärkten ausländische Unternehmen ihre Tätigkeiten im Land. Mit Hilfe von Konzessionen und großem Kapital betrieben sie Handel, Lagerstättenabbau, Straßenbau usw. Die Banken der Kolonialmächte zahlten der iranischen Zentralregierung Kredite und erhielten den Hauptanteil an Zoll-, Steuer- und weiteren Einkommen zurück. In Wahrheit gelangten durch  Kreditvergabe alle Einkommensressourcen Irans in die Hände der Engländer und Russen. Später kamen noch die Amerikaner dazu und wollten einen größeren Anteil am Erdöl der Region.  Ein großer Teil des Erdöleinkommens Irans wurde für Waffenkäufe und für die Einfuhr von Konsumartikeln ausgegeben. Daher nützte  das Erdöleinkommen nicht der Unabhängigkeit Irans und seiner Wirtschaftsentwicklung sondern verstärkte in Wahrheit die wirtschaftliche Abhängigkeit Irans.

 

Die Imperialisten haben in den anderen Nahostländern ähnliche Methoden eingesetzt. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts und Erstarkung von Ländern wie England, Frankreich und Russland,  beschleunigte sich der Zerfallsprozess des Osmanischen Reiches. Die Briten haben Mitte des 18. Jahrhunderts als Kolonialmacht ihre Hegemonie in Indien gefestigt. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Untergang des Osmanischen Reiches  nahmen England und Frankreich sich das Recht heraus, in Vertretung der Staatengemeinschaft die Gebiete, die sie dem Osmanischen Reich abgerungen hatten, zu verwalten.  England übernahm das Mandat , d.h. die Vormundschaft über Palästina , Jordanien und Irak und konnte seine Hegemonie in den Gebieten zwischen Mittelmeer und Persischem Golf ausdehnen. Die Franzosen besetzten Damaskus. Diese imperialistischen Mächte konnten die von ihnen gewünschten Grenzen im Mittleren Osten ziehen. Es waren Grenzlinien, die nichts mit Geografie, Ethnien und Kultur der Region zu tun hatten. Sondern diese Grenzfestlegung gehorchte den imperialistischen Interessen  westlicher Länder.  Die Folge waren ethnische, religiöse und politische Konflikte zwischen der Bevölkerung in diesen Gebieten. Während der britischen Vormundschaft über Palästina wurden die Juden in dieses Gebiet gebracht und zur Ansiedlung angespornt. Mit Erstarkung der Juden wurde das zionistische Besatzerregime im Jahre 1948 gegründet und es entstand das größte Problem für die Islamische Welt:  der noch immer nicht gelöste Palästina-Israel-Konflikt.

 

Andere Kolonien der europäischen Staaten lagen in Afrika. Die Portugiesen kamen als Erste. Sie plünderten die reichen Ressourcen in Afrika aus, unterstützten den Goldhandel auf diesem Kontinent, und richteten Militäranlagen ein. Nach Entdeckung von Amerika und der günstigen Bedingungen für den Anbau von Zuckerrohr und anderen Ackerfrüchten, wurde der beschämende Sklavenhandel noch bedeutender  als die Ausbeutung der afrikanischen Goldminen. Der Mensch wurde zum wertvollsten Exportgut Afrikas! Nach den Portugiesen beteiligten sich  auch die Franzosen, Engländer Holländer und Italiener am Sklavenhandel in Afrika. Mehrere Jahrhunderte über haben die Kolonialisten in Afrika geherrscht, seine Schätze fortgetragen und der Bevölkerung Armut und Elend hinterlassen.

 

Auch Südostasien blieb nicht verschont. Wieder waren die Portugiesen den anderen Europäern voraus. Ihnen folgten die Holländer. Diese wollten an die Gewürze in Ostindien gelangen. Holland hat 1602 die bereits erwähnte holländische Ostindische Handelsgesellschaft gegründet. Dieses Land konnte die  politische Kontrolle über Teile der wichtigen Insel Java in Indonesien gewinnen.

Ende des 18. Jahrhundert hat Britannien seine Macht auf der Halbinsel Malaya gefestigt und den Nordteil der Insel Kalimantan (früheres Borneo) besetzt. Ende dieses Jahrhunderts hat England  nach drei Kolonisationskriegen, Myanmar (früher Burma) unterworfen. Frankreich und die USA schlossen sich  den Kolonialherrschern an . Sie bürdeten diesem Land (Myanmar) imperialistisch geprägte  Verträge auf und beraubten es seiner Unabhängigkeit.

 

Die imperialistischen Mächte haben also viele muslimische Länder und östliche Gebiete lange Jahre auf der Suche nach Ressourcen, Lagerstätten, Erdöl und Agrarprodukten ausgebeutet. Die Schäden, die sie zufügten, waren so groß, dass diese Gebiete  teilweise selbst nach der politischen Unabhängigkeit nicht  auf  eigenen Beinen  stehen konnten und weiterhin abhängig waren. Die Ausbeutung der Ressourcen in diesen Ländern hat noch nicht aufgehört.  Auch heute noch sind muslimische Länder wie Irak, Afghanistan, Pakistan und Palästina nicht vor  Imperialisten wie die USA, England und Israel sicher. Viele Probleme dieser Gesellschaften wie die Zunahme des Terrorismus, sind das Resultat des doppelwertigen Vorgehens der westlichen darunter auch europäischer Länder.

 

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