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Montag, 08 Oktober 2012 08:29

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 75)

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 75)
  In diesem Teil unseres Beitrages über die Islamische Zivilisation möchten wir einen weiteren  Faktor für die Unterbrechung der Islamischen Zivilisation besprechen und zwar den Mongoleneinfall
und seine Folgen. Der Mongoleneinfall ist einer der schlimmsten Ereignissen in der Menschheitsgeschichte gewesen. Millionen von Menschen verloren dabei ihr Leben und jahrelang wurde der islamische Zivilisationsprozess unterbrochen. Dschingis Khan vereinte 500 Jahre nach der Hidschra, gegen Ende des 12. Jahrhunderts nach Christus und Beginn des 13. Jahrhunderts die Mongolenstämme.  Mit Hilfe einiger Türkenstämme stellte er eine große Streitmacht auf und besetzte verschiedene Teile in Asien. Seine Krieger verheerten weite Gebiete und vernichteten ihre Einwohner. Mit ihren Säbeln errichteten sie ein großes Imperium zu dem ganz Asien und  ein Teil  Europas bis zu den Grenzen Deutschlands und zur Adria gehörten.

 

 

Einige Mongolenstämme wuren besonders bekannt und waren in der Politik aber auch in der Kultur von Bedeutung wie die Uiguren, Naimanen, Kirgisen und die Tataren. Temüdschin (Dschingis) stammte aus dem Unterklan der  Quijat, der zum Stamm der Monghhol gehörte. Er befehligte das Mongolenheer  und schon bald   führte er dieses geschlossene Heer aus vielen verstreuten Steppenvölkern  über die Grenzen der Mongolei hinaus und sie begannen kultivierte Gebiete im Osten und Westen ihres Landes zu unterwerfen.

Der Mongolenangriff richtete sich als erstes gegen China. China war zu der Zeit gespalten. Außerdem lag es in der Nähe der Mongolei. Die Mongolen unter Dschingis  konnten sogar die chinesische Mauer überwinden, denn vorher hatten sie durch List und Trug einige Stämme im Grenzgebiet für sich gewinnen können. Während des Mongoleneinfalls in China wurde dieses reiche Land verheert.

Nun erregte Iran die Aufmerksamkeit Dschingis.

 

Bedeutende Städe des damaligen Irans wie Buchara und Sarmakhand erlebten verheerende Angriffe. Buchara, das schon lange ein wichtiges politisches und kulturelles Zentrum war und in dem wie in Bagdad viele Gelehrte lebten und wirkten, wurde von den Mongolen erobert. Dabei töteten die Angreifer die Bevölkerung auf brutalste Weise. Sie zerfetzten die Koranexemplare und brannten die ganze Stadt und die Bibliotheken ab. Nur die Freitagsmoschee ließen sie stehen, Kinder und Frauen wurden gefangen genommen.

 

 

Die Mongolen verheerten auch Samarkhand , welches  für seine vielen Gärten berühmt war und  wo es in jedem Haus fließendes Wasser gab. Samarkhand besaß acht Stadttore und gepflasterte Bazaare. Diese Stadt  galt als großer Handelshafen in Transoxanien. Die Zerstörung ereignete sich 618 nach der Hidschra, 1221 nach Christus. Nach Samarkhand griffen die Mongolen  Choresm an. Choresm war das größte Zentrum für Handel , Kultur und Zivilisation. Die  Einwohner leisteten 7 Monate lang Widerstand gegen die Mongolen. Aber mit Hilfe seines Sohnes konnte Dschingis  schließlich doch Choresm besetzen.

 

Raschid ad Din Faslallahi, der iranische Historiker und Arzt (1247-1318) hat in seinem Buch Dschame` al Tawarich geschrieben: "Die Mongolen setzten die Statviertel in Brand. Sie führten einen harten Krieg und nahmen Viertel für Viertel, Haus für Haus ein. Sie verbrannten und zerstörten alles auf ihrem Weg, schickten hunderttausende in die östlichen Gebiete und nahmen die jungen Frauen und Kinder als Kriegsgefangene...."

Dschingis besetzte auch Städte im (alten) Chorasan wie Merw, Balch, und Neyschabur. Chorasan, welches   das kultivierteste islamische Gebiet im Osten der islamischen Welt war, erlebte auf diese Weise ein schreckliches Blutbad und seine Städte wurden in Ruinen verwandelt.

 

 

Die Mongolen zogen in Richtung Bagdad weiter.  Dort zerstörten sie die Bibliotheken. Mehrere Hundertausend Bücher fielen Bränden zum Opfer. Der Sturz von Bagdad machte die Besatzung weiterer Städte einfach. Hulagu, ein Enkelsohn des Dschingis, machte sich nach Eroberung von Bagdad auf den Weg nach Aserbaidschan im Nordwesten Irans. Er ließ sich in Maragheh nieder und  wählte schließlich die Stadt Tabris zu seinem Hauptsitz.  Daraufhin richteten sich die Mongolenangriffe auf die verschiedenen Teile des damaligen  Syriens.  Jedoch Ägypten, welches  der Gefahr eines Angriffes der Mongolen ausgeliefert war, rüstete sich zu deren Bekämpfung. Die Ägypter bereiteten den Mongolen in Palästina eine schwere Niederlage. Damit wurde der Legende von der Unbesiegbarkeit der Mongolen ein Ende bereitet.

 

 

Die Ära der Besatzung und Herrschaft der Mongolen ist eine der unerfreulichsten Zeitabschnitte  in der Geschichte der Islamischen Gebiete gewesen. Es kam dabei zu verschiedenen Formen des Niedergangs.  Beim Angriff der Mongolen auf die Städte im östlichen Teil wurden wichtige wissenschaftliche Zentren der Islamischen Zivilisation darunter die Bibliotheken zerstört. Viele Gelehrte wurden ermordet oder gerieten in Gefangenschaft. Heilige Stätten des Islams wie Moscheen, sowie Theologieschulen und wissenschaftliche Lehrzentren und antike Bauwerke wurden in Schutt und Asche gelegt.  Wenn nicht der Islam bereits in den Völkern und den islamischen Gebiete fest verwurzelt gewesen wäre, wäre nichts mehr von dieser Religion und ihren Anhängern übrig geblieben außer ihrem Namen.

Aber es dauerte nicht lange und die Muslime haben aufgrund von Überlegung und festem Willen die Feinde von gestern zu ihren begeisterten Unterstützern gemacht und verursacht, dass der Islam die offizielle Staatsreligion wurde.  Die Mongolen, welche  in die Hoheitsgebiete der Muslime eingedrungen waren, bekannten sich zum Islam, wurden Gläubige und einige von ihnen haben sogar selber den Islam verbreitet.

 

 

Dabei ist nicht der Beitrag zu übersehen, den die Gelehrten der Religion und Wissenschaft dazu leisteten. Eine Reihe von muslimischen Gelehrten haben während des Mongoleneinfalls und der Besatzung der Gebiete die Menschen zum Widerstand aufgefordert. Eine andere Gruppe  von ihnen lenkte die Mongolen auf den richtigen Weg, verhinderte ihre Gewaltsamkeit in gewissem Umfange  und leistete im Laufe der Zeit wertvolle Dienste an der Islamischen Gesellschaft. In diesem Zusammenhang sind große Persönlichkeiten wie Mulana Dschalal eddin Balchi, Saadi Schirasi, Hafis, Ata Molk Dschuwaini, Chadsche Nasireddin Tusi und andere zu nennen. Ein jeder von ihnen hat sich für seinen Teil einen großen Verdienst an der Wiederbelebung der islamischen Kultur und Zivilisation gemacht.

Bei diesem unermüdlichen Kampf zwischen Feder und Säbelklingen siegte schließlich die Feder und der Sieger war das Religionsrecht des Islams und die islamische-iranische Kultur. Der Islam  konnte  die Herzen der Mongolen für sich erobern.

 

Beim nächsten Mal besprechen wir einen weiteren schweren Schlag für die  islamische Zivilisation, nämlich deren Untergang  in Andalusien.

 

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