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Montag, 14 Mai 2012 05:03

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 54)

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 54)
Wir wollen diesmal Hadithkenner der Schiiten und ihre Bücher vorstellen.Zu Lebenszeit der Propheten hatte einige aus seiner Umgebung und Familie Worte von ihm aufgezeichnet und stützten sich auf sie. Die schiitischen Überlieferungen wurden von Beginn an , zurzeit des Propheten (s) und nach ihm zur Zeit der makellosen Imame a.s. sofort von den Überlieferern schriftlich festgehalten.
Die Überlieferer haben sich von den Imamen bestätigen lassen, was sie aufgeschrieben hatten. An den zuverlässigen geschichtlichen Quellen lässt sich sehr gut sehen, dass im ersten Jahrhundert nach der Hidschra (7. Jahrhundert nach Christus) eine Gruppe von Anhängern und Freunden des Prophetenhauses eifrig danach bestrebt waren, die Worte des Propheten und der Imame festzuhalten. Es lässt sich sagen, dass das erste schiitische Hadithwerk von Imam Ali, a.s. dem Schwiegersohn und Nachfolger des Propheten s. stammt. Es ist als Dschameeh oder Sahifeh Ali bekannt. Einige der Prophetengefährten und der schiitischen Imame haben dieses Sahif Ali gesehen. Abul Abass Nadschaschi berichtet, dass er zusammen mit Hakam Ibn Atebah bei Imam Baqir a.s. waren. Hakam richtete einige Fragen an Imam Baqir. In einer Angelegenheit waren sie sich uneins. Da bat Imam Baqir seinen Sohn: „Geh und hol das Buch von Ali (a.s.)!“ Da brachte sein Sohn ein großes Buch, das wie eine Schriftrolle aussah. Der Imam öffnete es und fand die Antwort auf diese Frage darin. Dann sagte er: „Dies ist die Schrift von Imam Ali und was drin steht, hat der Prophet Gottes gesagt (s.)“

 

Viele Schiiten , also Freunde des Prophetenhauses, haben zur Zeit de Propheten und nach ihm Hadith gesammelt. Einer war Abu Rafi`. Er war ein Sklave, den der Prophet freigekauft hatte. Auch er schrieb die Worte des Propheten auf. Er gilt als einer der Helfer Imam Alis (a.s.) Das Buch von Abu Rafi`ist das erste Hadithwerk, welches über die Tradition des Propheten, die Gebote und die Ereignisse im Leben des Propheten geschrieben wurde. Ein anderes Werk von Abu Rafi` ist das Buch Salim. Auch dieses diente den Schiiten als Quelle. Schiitische Gelehrten wie Nadschaschi, haben das Daral Fehrest von Abu Rafi`und sein Mos haf als das zweite schiitische Buch nach dem von Imam Ali bezeichnet.

Salman Farsi ist ein weiterer Hadithkundiger und Prophetengefährten gewesen, der Hadith schriftlich festhielt. Er ist einer der bekannten Prophetengefährten und eine große Persönlichkeit des Irans. Gemäß einer bekannten Überlieferung hat der Prophet Salman zu seinem Prophetenhaus gezählt. Salman besaß so viele tiefgehenden Kenntnisse, dass Imam Sadiq a.s. gesagt hat: „Der Prophet Gottes (s) und Ali (as) haben Salman verborgene Dinge, die andere nicht ertragen konnten, gesagt und erachteten ihn als würdig für die Behütung von verwahrtem Wissen und Geheimnissen.“ 49 minus

Deshalb lautet einer der Beinamen Salmans auch Muhaddath nämlich Überlieferer von Hadith. Zu den Büchern von Salman Farsi gehört das Kitab Dschathaliq, welches die Hadith des Römers Dschathaliq beschreibt und kommentiert. Dschathaliq war nach dem Tod des Propheten nach Medina gekommen, um über ihn nachzuforschen.

Salman starb 35 oder 36 nach der Hidschra (um 657) in Ma`idan bei Bagdad.

 

Für die Schiiten gelten bestimmte Kriterien und Grundregeln für die Zuverlässigkeit von Überlieferern. Die wichtigsten Bücher, welche diese Kriterien wiedergeben sind unter der Bezeichnung Usul Arbaa`i Ridschali bekannt. Eines dieser vier Bücher ist das marfat-ul Ridschal oder Ridschal Kaschschi. Dieses verfasste Mohammad Ibn Umar al Kaschschi. Er hat in seinem Werk jeden oder jede islamische Glaubensgruppe, welche schiitische Überlieferungen brachte, genannt und geschrieben, was die Imame über diese Personen gesagt haben. Die Überarbeitung von Scheych Tussi nannte dieser Ichtiyar Marfat ul Ridschal.

Das zweite schiitische Werk über die Überlieferer ist das Ridschal Al- Nadschaschi. Es wurde von Abu Al Abbas Ahmad Ibn Ali Nadschaschi verfasst und gilt auch als Verzeichnis für schiitische Autoren. Alle schiitiischen Hadithologen haben Nadschaschi als zuverlässig bestätigt und seine Genauigkeit gelobt.

 


Wie gesagt betrachten die Schiiten die Worte ihrer Imame auch als Tradition des Propheten (Sunna) . Sie haben zu deren Lebzeiten insbesondere zur Zeit von Imam Baqir (a.s.) und Imam Sadiq( a.s.) Begebenheiten aus ihrem Leben aufgeschrieben und Worte von ihnen gesammelt und thematisch geordnet. Jedes dieser Bücher wird „Asl“ (Original) genannt. Diese „Asl“ enthielten nur die Berichte und Zitate aus dem Leben der Imame und keinerlei Kommentare. Viele Forscher sagen, dass bis Imam Hassan Asgari (a.s.) 400 solcher „Asl“ zusammengestellt wurden. Einige davon bestanden ausschließlich aus Überlieferungen Imam Sadiqs (a.s.) . Diese „Asl“ und andere Werke bildeten den Ausgangspunkt von umfassenden schiitischen Hadithwerken. Nachdem die kleine Verborgenheit des Imam der Zeit (a.s.) im Jahre 260 nach der Hidschra (um 873 n. Chr.) begann, widmeten sich die schiitischen Gelehrten der Zusammenstellung dieser Usul (Mehrzahl von Asl) . Daraus entstanden die Kutub Arbaai Schi`a, bestehend aus 4 Hadithsammlungen.

 

Von diesen vier Büchern ist als erstes das Buch Kafi zu nennen, welches Mohammad Ibn Yaqub Kulayni (250 bis 329 n.d. H. (864-941 n.Chr.) verfasst. Kulayni kam aus dem nordiranischen Rey und seine Vorfahren waren schiitische Hadithkundige. Er hatte als Kind begonnen, Hadithe zu lernen. Nach Verfassung seines Kafi legte er sein Werk zur Beurteilung und Verwendung in Bagdad den Gelehrten vor. Er verstarb dort.

Der Vorzug seines Kafi im Vergleich zu den anderen 3 Büchern der Kutub Arbaai liegt darin, dass er nicht nur Überlieferungen, die mit dem Religionsrecht zu tun hatten, sondern auch solche, die sich auf die Moral und den Glauben bezogen, vorlegte. Vor jeder Überlieferung hat er auch die Überlieferungskette genannt. In diesem Buch sind ungefähr 15 339 Riwayat (Überlieferungen) enthalten. Es ist für die Schiiten das zuverlässigste Hadithbuch.

 

Ein weiterer bekannter Hadithkenner der Schiiten ist Mohammad Ibn Ali Ibn Musa Ibn Babawaih Qummi gewesen, der als Scheych Saduq berühmt ist. Sein Vater war einer der großen schiitischen Gelehrten. Saduq hat ungefähr 300 Bücher und Abhandlungen geschrieben. Zu seinen wichtigen Werken gehört die Hadithsammlung Man la yahduruh al-faqih . Dieses Werke umfasst 5920 Hadith. Im Anhang des Buches werden die Verbindungen des Verfassers zu dem Überlieferer aufgelistet. Scheych Saduq ist an verschiedene Orte gereist, um Überlieferungen zu erfahren. Als junger Mann begab er sich nach Bagdad. Große Gelehrte haben sein Wissen genutzt und ihn dafür gelobt. Um mit weiteren Überlieferern zusammen zu treffen begab sich Saduq auch nach Khorassan und suchte dort die Städte Neyschabur, Tuss, Sarachs, Merw, Buchara und andere auf. Scheych Saduq ist 381 nach der Hidschra 991 n.Chr. vestorben. Er liegt in der Nähe der Ruhstätte von Abdul Azim Hasani in der Stadt Rey, (dicht bei Teheran) an einem Ort, der heute nach ihm Ibn Babawaih genannt wird, begraben.

 

Ein weiteres Hadithwerk , dass zu den „Vier Büchern“ der Schiiten zählt, ist das Tahzib al Ahkam (Korrektur der Rechtsurteile) von Mohammad Ibn Hassan Tussi, der als Scheich Tussi bekannt wurde. Er wurde 385 nach der Hidschra geboren, um 995 nach Christus. Dieses Buch begann er als 25-jähriger zu Lebzeiten von Scheych Mofid zusammenzustellen. Scheych Tussi beherrschte die meisten Islamwissenschaften , wie Scholastik, Hadith, Rechtslehre, Koranexegese und weitere. Er eröffnete mit seinen ausführlichen Büchern ein neues Kapitel in der Rechtslehre. Sein Werk Tahzib al Ahkam enthält 13590 Überlieferungen. Ein weiteres Werk über Hadith von diesem Gelehrten, ist das Al istibsar. Es ist die thematische Zusammenstellung von verschiedenen Ahadith und zeigt deren Zusammenhang. Dieses Buch enthält 5511 Hadith.

Scheych Tussi verstarb 460 nach der Hidschra (ca, 1068 n. Chr.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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