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Freitag, 24 Februar 2012 07:05

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 44)

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 44)
In diesem Beitrag setzen wir unsere Ausführungen über die Dichtung und Literatur der Islamischen Zivilisation fort.Mahyar Deylami ist ein Dichter aus der Abbasidenzeit. Man weiß, dass er 428 n. der Hidschra verstorben ist, d.h. um 1036 n. Christus. Er war ursprünglich Zarathustrier, ist aber ungefähr 35 Jahre vor seinem Tod durch Scharif Rasi Muslim geworden.
Seine religiöse Dichtung folgte dem Stil von Scharif Rasi. Mahyar Deylami war ein großer Freund und Verteidiger des Prophetenhauses. Er lobte Imam Ali wegen der geistigen Veränderung, die er bei den Iranern hervorgerufen hat. Mahyar Deylami ist als größter Dichter seiner Zeit bezeichnet worden und dafür bekannt, dass er die arabische Redekunst und das literarische Persisch miteinander vereinte und einige stufen seine Dichtung sogar noch höher als die seines Meisters Scharif Rasi ein. Mahyar hat zahlreiche Hymnen auf das Prophetenhaus und Trauerelegien für Imam Hussein verfasst. Zu seiner Dichtung gehören vier Bände. Der bekannte Rechtsgelehrte Ibn Tawus Heli verfasste einen Kommentar namens „Al Azhar“ zum „Qasida lamiah“ dieses Dichters.Natürlich handelte die arabische Dichtung der Islamischen Zivilisationsära nicht immer von Religion, sondern es gab auch Lobdichtung auf die Herrscher.

Dennoch haben viele Lyriker einen Teil ihrer Dichtung dem Lob des Propheten und den Imamen aus seinem Hause gewidmet. Hierzu ist Busiri zu erwähnen, der Anfang des 6. Jahrhunderts nach der Hidschra geboren wurde und von 1211 bis 1294 nach Christus lebte. Er war Hadithgelehrter, Schreiber, Rechtsgelehrter und Koranrezitator. In der Dichtung dieses muslimischen Poeten aus Ägypten steht oftmals der Prophet im Mittelpunkt. Berühmt wurde sein Qasida al Burda (Das Gedicht über den Mantel). Es ist ein langes Gedicht zur Preisung des Propheten, das bald sehr beliebt war. Es gaben eigens für den Vertrag dieses Gedichtes Versammlungen und man glaubte sogar, dass dieses Gedicht ein besonderen Segen bringt. Busiri hat die anderen mit dem Leben und dem Charakter des Propheten vertraut gemacht und das Gedicht ist in verschiedene Sprachen übersetzt worden, in Deutsch von C.A. Ralfs (Wien, 1860). “Burda” hat sich erheblich auf die Nachfolgedichtung ausgewirkt.

Im südspanischen Andalusien, welches zum Westen der Islamischen Welt gehörte, hat es ebenso namhafte Dichter gegeben, wie Ibn Hani. Er wurde im 4. Jahrhundert nach der Hidschra geboren, 936 n. Christus. Ibn Hani wurde wie viele andere Dichter von den Versen des Heiligen Korans beeinflusst und hat sie in seine Dichtung eingewoben und ebenso an die Rechtmäßigkeit der Imame aus dem Hause des Propheten erinnert und ihre Unterdrückung beklagt. Sein „Diwan“ (Gedichtssammlung) ist vor allen Dingen ein Lob auf die Großen des Islams. Er verbildlicht in seiner liebe- und klangvollen zeitlosen Dichtung die Tugenden des Propheten und seiner Edlen Nachkommen.

Auch die Prosa erfuhr wie die Poesie eine besondere Entfaltung während der Islamischen Zivilisation. Zu den großen Autoren der Araber ist Abdullah Ibn Muqaffa zu zählen. Er kam 142 nach der Hidschra auf die Welt (756 n. Christus) und stammte aus Firusabad in der iranischen Provinz Fars ab. Er wurde unter dem Namen Ruzbeh bekannt und ist ein berühmter iranischer Denker. Ruzbeh, ursprünglich ein Zarathustrier, übersetzte aus der Pahlavie-Sprache ins Arabische. Besonders bekannt wurde sein Risala Al Adab Al Kabir . Es lässt sich kaum ein Dichter oder Autor in der Islamischen Ära finden, der nicht aus den Inhalten dieses Werkes entnommen hätte.

Ibn Muqaffa oder eben Ruzbeh hat verschiedene Bücher ins Arabische übersetzt wie die Fabelsammlung Kalileh wa Demneh oder den Chodanameh. In dem Werk Chodanameh welches er aus dem Mittelpersischen (Pahlavie) ins Arabische übertrug, wird die Geschichte des antiken Irans beschrieben. Es lieferte die Grundlage für das spätere weltbekannte Schahnameh (Buch der Könige) von Ferdowsi. Kalileh wa Demneh ist eine Fabelsammlung aus Indien, welche zur Zeit des Sassaniden Anuschirwan ins Pahlavie übertragen wurde. Muqaffa übertrug es vom Pahlavie in ein klares schönes Arabisch.


In Andalusien haben Autoren wie Ibn `Abd Rabbih sich einen Namen gemacht. Ahmad Ibn Muhammad Ibn `Abd Rabbih lebte im 3. bis 4. Jahrhundert nach der Hidschra – 860- 940 n.Christus - . Er kam in Cordoba zur Welt. Sehr bekannt wurde sein Werk Al `Iqd al Farid (das geschlossene Halsband), welches er offensichtlich in Anlehnung an das Werk `Uyun al Achbar“ (Die Quellen der Geschichten) von Ibn Qutaibah verfasste. Dieses Werk berichtet vornehmlich über die Geschichte des Ostens der Islamischen Welt, schildert aber auch die Entwicklungen in Andalusien. Al `Iqd al Farid wurde in mehrere Sprachen übersetzt und mehrmals erneut aufgelegt.

Bekannt ist auch Abdul Qahiri Dschurdschani geworden. Er kam Anfang des 4. Jahrhunderts nach der Hidschra auf die Welt und ist vermutlich 471 nach der Hidschra (1078 n. Christus) verstorben.

 

Abdul Qaheri Dschurdschani stammte gemäß zahlreichen Quellen aus der iranischen Gelehrtenfamilie Dschurdschani und ist in Nordost-Iran auf die Welt gekommen. Dschurdschani hat zahlreiche Bücher über Rhetorik und Literatur, darunter das bekannte Asrar al Balaghah (Die Geheimnisse der Rhetorik) verfasst. Darin behandelt er ausgiebig die metaphorische Darstellung von Themen, ein Bereich der arabischen Rhetorik, der später unter dem Begriff „`Ilm-e Bayan“ zusammengefasst wurde. Dschurdschani setzt sich in diesem Buch immer wieder mit dem sprachlichen Mittel der Allegorie auseinander und analysiert das Thema philosophisch. Dabei führt er zahlreiche verschiedene Beispiele aus der Literaturgeschichte an.

Ab Beginn des 13. Jahrhundert nach der Hidschra , circa ab zweiter Hälfte des 18. Jahrhundert nach Christus kam es allmählich zu Veränderungen in den arabischen Ländern. Es entstanden neue theologische Schulen in Ägypten, Syrien und Libanon und es wurden Zeitschriften herausgegeben und Wissenschaft und Literatur entfalteten sich. Dazu kam, dass die Orientalisten sich mit der Arabischen Sprache auseinandersetzten und immer mehr Autoren lösten sich von alt hergebrachten Schemen. Sie wandten sich nationalen und sozialen Themen zu, so dass ein Wandel in der arabischen Literatur eintrat.

Eines der berühmtesten Gesichter dieser Renaissancebewegung ist Georgie (Jurji) Zeydan gewesen. Er kam 1861 im libanesischen Beirut als Kind einer christlichen Familie zur Welt. Zeydan hatte eine Vorliebe für politische Artikel. 1892 brachte er die älteste Monatszeitschrift des Orients unter dem Titel „Al Hilal“ heraus, die später von seinen Kindern Schukri und Emil Zeydan weitergeführt wurde. Zeydan hat ein wichtiges Werk über die Islamische Geschichte in Erzählform verfasst, welches in die Persische Sprache übertragen wurde. Er sagt: „Ich habe die historischen Geschichten des Islams deshalb niedergeschrieben, damit ich die Leser auf das Studium einer wissenschaftlich-literarischen Ära vorbereite.“

 

Das Buch „Tarich al-Tamaddun al-Islam (Die Geschichte der Islamischen Zivilisation) von Jurji Zeydan ist aus einigen Gesichtswinkeln höher als andere Bücher zu diesem Thema einzustufen. Keiner hat wie Zeydan die Geschichte der Zivilisation des Islams hinsichtlich Wissenschaft, Literatur, Politik, Militärwesen, Vermögensgütern, Literatur und Bräuche kategorisiert. Außerdem beherrschte Zeydan natürlich die arabische Sprache, war in einer arabischen Umgebung aufgewachsen und hatte alle Themen aus Originalquellen entnehmen können. Zudem zeichnen sich alle seine Werke durch einen ausgezeichneten Stil aus.

 

Ein weiteres wichtiges Buch von Jurji Zeydan ist sein Kommentar zum Nahdsch-ul Balaghah. Das Nahdsch-ul Balaghah ist eine Sammlung der Ansprachen und Worte Imam Alis, a.s., welches Scharif Rasi zusammengestellt hat. Aus dem Kommentar von Zeydan zu diesem Werk ist herauszuspüren, wie sehr ihn die Persönlichkeit von Imam Ali a.s. beeindruckt hat. Die Zahl der Bücher, Abhandlungen und Artikel, die Jurji Zeydan über Geschichte, Wissenschaft und Literatur, den Islam und die Muslime auf Arabisch veröffentlichte, ist groß. Nach Ansicht vieler muslimischer Gelehrter hat er, obwohl er selber Christ war, in keiner Weise versäumt, die Vorzüge der Lehre des Islams zu beschreiben. Zeydani starb 1914 in Kairo.

 

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