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Montag, 20 Februar 2012 04:55

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (43)

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (43)
Ab diesem Beitrag möchten wir uns der Entfaltung der Literatur und Lyrik der Islamischen Zivilisation zuwenden.Schon vor dem Islam war die Poesie für die Araber von großer Bedeutung und mit Beginn des Islams hat sie weiter Aufmerksamkeit erfahren.Hissan Ibn Thabet ist einer der Dichter, der 10 Jahre lang Werke über den Propheten und die Prophetengefährten schuf. In seiner Dichtung kommen viele Begriffe aus dem Koran vor.
Ibn Thabet, der schon vor dem Islam als Dichter tätig gewesen war, verteidigte in seiner islamischen Dichtung den Propheten Gottes s.a. und die Muslime und antwortet dichterisch den Islamfeinden. Der bekannte iranische Gelehrte Alameh Amini schreibt, dass alle Araber Hissan als den besten unter den in einer Stadt ansässigen Dichtern betrachteten. Der Prophet hat zu Hissan Ibn Thabet gesagt: „Hissan! Solange du uns verteidigst, wirst du vom Heiligen Geist (gemeint ist der Offenbarungsengel Gabriel) bestätigt werden.“

Es wird berichtet das Hissan vor einer Menschenmenge von 100 Tausend, unter denen sich bekannte Redner und Dichter befanden, eine Hymne zur Würdigung des Ghadir-Festes – dichtete: Diese umfasste inhaltlich folgendes:

Der geehrte Prophet hat am Ghadir-Tag die Muslime gerufen und gefragt: „Wer ist euer Prophet und Schutzfreund?“ Und alle haben sofort unverkennbar geantwortet: „Gott ist unser Herr und du bist unser Prophet und du wirst uns in dieser Angelegenheit niemals ungehorsam erleben!“ Da sprach der geehrte Prophet zu Ali: „Steh auf, denn du bist nach mir der Führer dieses Volkes. Jeder, dem ich Fürsorger und Freund bin, dem ist auch Ali Fürsorger und Freund. Ihr sollt ihm aufrichtig folgen! O Gott! Sei denen Freund, die seine Freunde sind und denen Feind die seine Feind sind.“

 

Von den Islamischen in Prosa geschriebenen Werken, folgen gleich nach dem Heiligen Koran die Überlieferungen des Propheten und auch diese sind in einer flüssigen klaren und schönen Prosa geschrieben. Auch die Predigten im ersten Jahrhundert nach der Hidschra (7. Jahrhundert n. Christus) – von der Ansprache der letzten Hadschreise des Propheten s.a. bis zu den Ansprachen Imam Alis a.s. weisen alle einen wohlklingenden melodischen mit Sadsch`- also Reimprosa verziertem Stil auf. Schreiben und Verträge waren religiös geprägt und besaßen zugleich politischen und gesellschaftlichen Inhalt.

 

In dieser Zeit fand auch die religiös-politische Poesie Verbreitung. Die Dichtung war von der Begeisterung der Muslime geprägt und sie war mit vielen Wörtern aus dem Koran und besonderen Begriffen des jungen Islams geschmückt.

Zu den ersten religiös-politischen Gedichten gehören Werke von Abu al Aswad Duwali. Abu-l Aswad al Duwali schrieb feurige Gedichte, nachdem Imam Ali a.s. und danach Imam Hussein a.s. zum Märtyrer geworden waren. In ihnen erschallt große Empörung über dieses Unrecht und der Ruf nach Vergeltung.

In einer Trauerelegie für Imam Ali schreibt er:

 

„He, Auge! Wehe dir! Du musst mir helfen! Hör! Beweine den Fürsten der Gläubigen (Imam Ali)! Ihr habt jemanden getötet, in dessen Wesen alle guten Eigenschaften vereint waren, jemanden, den der Prophet des Herrn der Welten so sehr liebte… Ali hat das Wissen, das er bei sich trug, nicht verborgen, und er war nicht so erschaffen, dass er sich zu den Hochmütigen gesellte…“

Die religiöse Dichtung wurde durch Kumait Ibn Zaid Asadi, einen mutigen muslimischen Dichter zu einer festen Schule. Der Dichter Kumait hat von 679 bis 743 n.Chr. gelebt. Er kam aus Kufa (Irak). Kumait Ibn Zaid Asadi zählt zu den besten Dichtern seiner Zeit und hat als erster in poetischer Form Beweisführungen vorgelegt. Einige Eigenschaften Kumait besaß kein zweiter Dichter: Er war Schreiber, Rechtsgelehrter, ein kühner Reiter und ein großzügiger Mensch. Kumait hat über 5000 Beyt (Vers aus zwei Halbversen) verfasst. Von ihm blieb ein Gedichtsband erhalten. Ein Qasida mit 578 Versen von ihm wurde als „Haschemiyat“ bekannt. Es berichtet über die Edlen Nachkommen aus dem Hause des Propheten (a.s.). Kumait verteidigt in seiner Dichtung die Nachkommen des Propheten. Er preist ihre Tugenden und verurteilt das Unrecht, dass die Feinde der Prophetenfamilie an ihnen begingen. Die Imame haben für Kumait gebetet. Er gilt als einer der größten Verfasser von Elegien für die Aschura-Trauern in Gedenken an Imam Hussein a.s. Imam Sadschad (a.s.) der Sohn Imam Husseins hat zu ihm gesagt: „Wir vermögen dich nicht für dein Werk und deine Gedichte zu belohnen. Gott möge dir deinen Lohn geben.“

Mit der Zeit haben die arabischen Lyriker immer mehr über die Islamische Kultur geschrieben und es gab kaum eine Ansprache oder einen Text, der nicht mit Gottpreisungen aus dem Koran und mit dem Lob für den Propheten begann. Anstelle der Begriffe aus der Zeit der Unwissenheit waren Wörter wie Tapferkeit, Dschihad, Treue, Aufrichtigkeit, Großzügigkeit und Geduld getreten. Zur Zeit der Abbasiden gab es mehrere große Dichter, wie zum Beispiel Abu Al Ala`Maarri ( 973 bis 1058 n. Chr). Er wurde in Maarri in Nordsyrien südlich von Halab (Allepo) geboren . Sein Vater weihte ihn in die Kunst der Dichtung ein. Nach einem längeren Aufenthalt in Halab kehrte er um 993 n. Chr. in seinen Heimatort zurück und lehrte dort arabische Dichtung, die antiken Bräuche , Sprachästhetik und Philosophie . Maarri, der über 80 Jahre alt wurde, war ein gottgläubiger Mensch, obwohl ihn einige Gegner als Skeptiker abstempelten, der sich von Gott abgewandt habe. Solche Vorwürfe gingen eher darauf zurück, dass er kein Blatt vor den Mund nahm und sich Feinde schuf, weil er die Ungerechtigkeit und abwegiges Verhalten von Kalifen und einiger Persönlichkeiten kritisierte. Jedenfalls gilt er als eine Größe der Arabischen Lyrik. Sein Schüler Chatib Tabrisi sagt: „Ich glaube nicht, dass die Araber ein Wort haben, dass Abu- al Ala nicht kennen würde.“

Eines der Werke von Maarri ist sein Risala al Ghufran, das der Göttliche Kommodie von Dante ähnelt.

Dieses Werk spiegelt sein religiöses Denken wieder. Zum Beispiel erwähnt Maarri in diesem Werk die Fürbitte der Nachkommen des Propheten, insbesondere der Prophetentochter Fatima Zahra (a.s.) hervor . Auch zeigt er in diesem Werk die Umfassendheit der göttlichen Barmherzigkeit, kritisiert aber auch einige Gelehrten hinsichtlich ihrer Einstellung zur Dichtung.

Ein anderer bekannter Dichter ist Seyyed Mohammad Hussein Musawi Bagdadi, bekannt als Scharif Rasi. Er lebte 969 - 1015 nach Christus (359 bis 406 n.d.H.). Sein Vater war ein Sohn von Imam Kasim und seine Mutter stammte von Imam Hussein ab. Zu seinen zahlreichen Werke gehören Bücher über den Koraninhalt. Er schrieb lange Gedichte über religiöses Wissens. Abdul Malik Thaalibi, ein Dichter, der zu seiner Zeit lebte bezeichnet ihn als den besten zeitgenössischen Poeten.

Seine Gedichte sind inhaltlich und von der Wortwahl sehr schön und sie fanden sofort Anklang und Verbreitung. Er dichtete nicht für Ruhm oder gegen Geld. Seine sehr feinfühlige Poesie behandelt kulturelle und politische, historische und kulturelle Themen.

 

Allerdings wurde Scharif Rasi, auch Seyyed Rasi, besonders durch das weltberühmten Werk Nahdschul-Balagha bekannt: die erste Zusammenstellung der Ansprachen, Schreiben und weisen Ratschläge Imam Alis a.s.

 

 

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