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Montag, 13 Februar 2012 04:52

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 42)

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 42)
Beim letzten Mal haben wir Ihnen den bekannten muslimischen Geografen Abu Rihan Biruni vorgestellt. Heute möchten wir noch über weitere Geografen der Islamischen Zivilisationsära sprechen.Ein bekannter muslimischer Geograf des 11. Jahrhunderts nach Christus ist Naser Chosro Qubadiyani . Er wurde 1004 in Qubadiyan (im heutigen Tadschikistan) geboren und ist ein zeitgenössischer Geograf und Weltreisender Birunis. Chosro ist aber in der Hauptsache wegen seiner Werbung für die Ismaelitische Sekte,
seine philosophischen Werke und Gedichte bekannt. Dennoch hat er viele Reisen in verschiedene Teile der Welt unternommen, die er in seinem Reisebericht auf Persisch festgehalten hat. Dieser enthält wertvolle Informationen über Geografie, Völker und Archäologie. Seine Berichte über das Leben in Ägypten zur Zeit des Kalifen Mustansir aus der Dynastie der Fatimiden ist lesenswert. Er beschreibt seine siebenjährige 19 Tausend km lange Reise durch die Islamische Welt. Diese begann er im Jahre 1046 und beendete sie mit seiner Rückkehr nach Balch. Auf seiner Reise lernte er viel hinzu und hat uns wertvolle Notizen über seine täglichen Eindrücke hinterlassen. Er fasste seine genauen Beschreibungen über Städte und Kultur der Menschen in seinem „Safarnameh“ zusammen und machte uns mit der Islamischen Welt in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts nach der Hidschra (11. Jahrhundert n. Christus) vertraut.

Ab diesem Jahrhundert und insbesondere im 6. Jahrhundert nach der Hidschra (12. Jahrhundert nach Christus) kommen neue Quellen zu den bisherigen geografischen Werken hinzu. Es fanden geografische Nachschlagewerke und Werke Verbreitung, die als Weltgeografie betrachtet werden können. Die geografischen Nachschlagewerke, die unter den Mamluken in Ägypten verfasst wurden, nehmen einen besonderen Platz ein. Und so manches daraus wurde in allen anderen Nachfolgewerken übernommen. Aber der kritische und wissenschaftliche Geist und der hohe Grad an Zuverlässigkeit von Angaben, auf die vorherige Autoren in der Geografie viel Wert gelegt hatten, wich der Zusammenfassung oder Entnahme traditioneller Kenntnisse und Theorien aus früheren Quellen. Damit ging die Zeit der Innovation in der islamischen Literatur über Geografie zu Ende und man begnügte sich lange Zeit mit der Nachahmung früherer Exemplare oder nahm höchstens zeitgemäße Änderungen in den Werken der Vorgänger vor.

 

Der deutsche Islamkenner und Orientalist Franz Taeschner (1888-1967) bezeichnet den Zeitraum vom 6. bis zum 10. Jahrhundert nach der Hidschra (12. bis 16. Jahrhundert nach Christus) in Bezug auf die Geografie als Epoche der Zusammenstellungen. Die Werke aus dieser Zeit lassen sich in 8 Kategorien aufteilen: Beschreibung der Weltgeografie, Texte über Weltkunde, geografische Nachschlagewerke, Bücher über Pilgerreisen, Reiseberichte, Beschreibungen von Schifffahrten, astronomische Werke und schließlich lokale Geographie.

Unter den geografischen Nachschlagewerken ragt das Mu`dscham al Buldan von Yaqut Al Hemawi. (1179-1229 n. Christus) heraus. Es enthält weitgehende historische und gesellschaftliche Informationen und ist aufgrund der literarischen und wissenschaftlichen Traditionen der Vorepochen geschrieben worden. Auch ein anderes Buch von Hemawi nämlich al-Muschtarak wadh'ā wal-Muftaraq Sa'qā zählt zu den geografischen Nachschlagewerken aus dieser Zeit. Damals hatte die Ausbreitung des Islams insbesondere in Richtung Osten neue Gelegenheiten für Reisen und Handelsgeschäfte für die Muslime geschaffen.


Zu den berühmten Weltreisenden der Muslime zählt ebenso Ibn Batuta, eigentlich Abu Abdullah Muhammad Ibn Ibrahim Tandschi. Er wurde am 24. Februar 1304 nach christlicher Zeitrechnung in Tanger, Marokko geboren und studierte dort Theologie aufgrund der Rechtsschule der Malikiten. Auf seinen Reise hat er zum Teil das Amt des Richters ausgeübt und besaß anscheinend gute rechtswissenschaftliche Kenntnisse.

Im Jahre 1325 verließ Ibn Batuta seinen Geburtsort und kehrte erst fast 20 Jahre später von seiner langen Reise zurück. Diese führte ihn über Konstantinopel, durch Afrika, Indien und zu den chinesischen Hafenstädten. Aber auch nach 20 Jahren war er das Reisen nicht satt und machte sich bald nach seiner Rückkehr wieder auf den Weg. diesmal besuchte er nach Nigeria und Sudan.

Ibn Batuta, der 1377 verstarb, hat zahlreiche Reiseberichte zusammengestellt und sein Werk mit Tohfatuh Annazar betitelt. Es handelt sich um einen umfangreichen Bericht über zahlreiche Themen der Geografie, Menschenkunde und Natur, der Aufschluss über die damalige Islamische Welt gibt. Dies ist der wichtigste Reisebericht zurzeit des europäischen Mittelalters in arabischer Sprache, der Indien, Asien und nordafrikanische Länder beschreibt. Tohfatul Annazza ist unter Wissenschaftler häufig als Rihla (Reisebericht) des Ibn Batuta bekannt geworden. Er hat auf seiner Reise mehr als 112 Tausend Kilometer zurückgelegt und ist in dieser Hinsicht der größte muslimische Weltreisende gewesen.

 

Da aber Ibn Batuta kein Geograf war, widmet er sich in seinen Schilderungen weniger den geografischen Verhältnissen als der Beschreibung der Völker. Das besondere an seinem Reisebericht dürfte die Beschreibung des Lebens der Menschen und der Verhältnisse in der Islamischen Welt von damals sein.

Über die Meeresgegrafie der Muslime liegen nur wenige Reisebeschreibungen vor daher lässt sich der damalige Stand der Schifffahrt unter den Muslimen nicht so leicht beurteilen . Aber auf dem Indischen Ozean konnten die Muslime ihre Macht bewahren, bis die Portugiesen sich einen Weg in diese Region bahnten. Einer der bekannten Seefahrer der Muslime ist Schahabeddin Ahmad Ibn Madschid. Er wurde 1421 in Dschulfar geboren . 1498 hat er das Schiff Vasco du Gamas sicher von den Ostküsten Afrikas bis an die Westküste Indiens gelenkt und sich dabei des Kartenwerkes der Muslime bedient. In seinem Buch über die Regeln der Schifffahrt hat Ibn Madschid unter anderem auch über die Benutzung eines Kompasses geschrieben und viele Informationen über das Rote Meer und den Indischen Ozean vorgelegt. Die Werke dieses und anderer muslimischer Seefahrer lassen auf ein zünftiges Wissen der Muslime über die Meeresgeografie schließen.

 

 

 

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