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Montag, 09 Januar 2012 05:38

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 38)

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 38)
Die Islamische Zivilisation und Kultur um Laufe der Geschichte Teil 38   Eines der Wissensbereiche der Menschheit, für die sich die Muslime eingesetzt haben, war die Geografie. Vor Beginn des Islams hat es geografisches Wissen unter den Arabern gegeben. Dieses bestand aus traditionellen Vorstellungen und der Kenntnis von Ortsnamen auf der Arabischen Halbinsel und in Nachbargebieten. Die vorislamischen Araber besaßen auch gute Kenntnisse über die Windverhältnisse
und nutzten sie bei ihren Handelsreisen auf dem Festland und zur See. Sie brauchten außerdem Kenntnisse über die Sterne und die Bewegung von Himmelskörpern für ihre Wanderungen durch Wüsten und eventuell auch bei Kriegen. Auch waren geografische und astronomische Kenntnisse für die Araber vor dem Islam für die Weidepfade ihrer Herden, welche das kostbarste Hab und Gut für die Beduinen war, von Bedeutung.

 

Nach Beginn der Islamischen Ära haben einige Faktoren die Weiterentwicklung und Vertiefung des geografischen Wissens durch die Muslime gefördert. Ignatji Kratschkowski , ein russischer Iranist schreibt dazu: „Wegen der Größe des Reiches muslimischer Kalifen und der Ausdehnung deren Einflusses im zweiten und dritten Jahrhundert nach der Hidschra entstanden zahlreiche neue Verwaltungsberufe , insbesondere im Zusammenhang mit Finanz- und Steuerfragen. Natürlich konnten die Muslime vorhandene Ordnungen nutzen und taten dies in der Praxis auch. Im Iran haben sie zum Beispiel die Listen aus der Epoche des Sassanidenherrschers Chosro Anuschirwan für die Abmessungen der Bodenflächen herangezogen. In Ägypten richteten sie sich nach der Verwaltungsordnung des Oströmischen Reiches. Dennoch erforderte die Situation, dass genaue und richtige Angaben über die Aufteilung von Verwaltungsbezirken zusammengestellt und die neuen Steuerabgaben in Sachgütern und in Bargeld festgelegt wurden. Es entstanden daher besondere Bücher, die sich Kitab-ul Al Kharadsch (Steuerbücher) nannten. Diese Bücher waren anfangs nur eine Anleitung für die Steuerbeamten, fanden aber später allgemeine Anwendung. Da sich die Verwaltungsinstitutionen für Politik und Leitung des Islamischen Reiches in Bagdad konzentrierten, war es notwendig, dass geeignete Verbindungswege von der Hauptstadt zu anderen Orten angelegt und genaue Angaben darüber festgehalten werden. So wurde automatisch das Wissen über die Wege für die Beamten des Verrechnungshofes erweitert. „

Das Interesse der Abbassidendynastie, welche einmal als größte Weltmacht galt, erforderte, dass sie sich nicht nur mit der Kunde der eigenen Gebiete begnügte, sondern genaue Informationen über andere Reiche einsammelte, insbesondere über die Nachbargebiete zum Islamischen Reich. Botschafter oder Kriegsgefangene, die in ihre Heimat zurückkehrten, waren die wichtigsten Quellen für diese Informationen.

 

Schon in den ersten Jahrzehnten nach Beginn des Islams fand das Reisen einen erheblichen Aufschwung. Dies lag daran, dass es eine Pflicht für alle Muslime war, zur Kaaba nach Mekka zu reisen. Außerdem haben Handelsleute über das Festland oder zur See insbesondere beim Handel mit Muslimen, die an entfernten Orten lebten, die Muslime zu einer Verbesserung ihrer geografischen Kenntnisse veranlasst. Der Handel ging daraufhin auch über die Grenzen der Islamischen Gebiete hinaus und bezog zentrale Gebiete in Afrika und Nordosteuropa und Südostasien mit ein. Parallel dazu fand auch der Islam durch den Handelskontakt an den Küsten des Indischen Ozeans Verbreitung.

Sicherlich hat auch die Empfehlung des Islams hinsichtlich der Aneignung von Wissen und dessen Weitergabe die geografischen Kenntnisse der Muslime gefördert. Der Prophet Gottes (s.a.a.s.) hat gesagt: „Eignet euch Wissen an und sei es durch eine Reise nach China.“

Besonders in den ersten 100 Jahren der islamischen Ära galt das Reisen zwecks Wissenserwerb als eine Notwendigkeit. Zum Beispiel ist Asad al Chair Ansari Andolisi bis nach China gereist und er wurde deshalb unter dem Beinamen „Sini“ (Chinese) bekannt.

 

Die Muslime waren in der Sternkunde und Mathematik bewandert. Dies verhalf ihnen zur Bestimmung des Beginns und Endes der Lunarmonate, insbesondere bei Festlegung des Fastenmonats und der täglichen Gebetszeiten. Es führte aber auch zur Verbesserung der astronomischen und mathematischen Kenntnisse für die Geografie. Auch war für die genaue Festlegung der Gebetsrichtung in den islamischen Gebieten und der entsprechende Bau von Moscheen die Kenntnis von der Lage zu Mekka als Richtwert unentbehrlich.


Weitere Faktoren, die die Muslime zur Erweiterung ihrer Geografiekenntnisse aufmunterten, war die Anregung des Heiligen Koran zu reisen.

Im Koran sind Äußerungen über Beziehungen zwischen Erde und Himmel und die geografische Gestalt der Erde enthalten.

Zweifelsohne haben die Muslime anfangs auch für die Geografie wie bei den anderen Wissenschaften, zum Beispiel Mathematik und Medizin, das Erbe

alter Zivilisationen herangezogen, insbesondere Wissen aus Griechenland, Iran und Indien. Durch Übersetzung und Studium der Schriften dieser Länder konnten sie weitere Tore zu diesem Wissen öffnen. Die Eroberung des Irans, Äyptens und Sinds (im damaligen Indien) bot den Muslimen eine Gelegenheit, über den wissenschaftlichen und kulturellen Stand der Völker in diesen drei Wiegen der Zivilisation authentische Informationen zu sammeln.

 

Zur Zeit des Abbassidenkalifens Mansur gelangte das geografische und astronomische Wissen der Inder durch die Übersetzung des Buches Sanskrit Surya Sidhantah ins Arabische zu den Muslimen. In diesem Werk sind auch Spuren des antiken Griechenlandes zu verspüren. Nach der Übersetzung ins Arabische wurde dieses Buch zur wichtigstes Wissensquelle der Muslime für die indische Sternkunde und Geografie und vielen ihrer Werke zugrunde gelegt.

 

Es gibt feste Beweise für den Einfluss der Iraner auf das geografische Wissen und die Kartenanfertigung von Muslimen. Kramers verweist darauf, dass im 3. Jahrhundert nach der Hidschra (9. Jahrhundert nach Christus ) die griechische Geografie das Geografiewissen der Muslime überwog, aber dass ab Ende dieses Jahrhunderts die östliche Geografie, insbesondere die Irans umfassender als die westliche Geografie war, und zwar weil die meisten muslimischen Geografen Iraner waren. Die Muslime übernahmen zum Beispiel das iranische Erdbild, bei dem die Erde aus 7 Ländern oder Reichen besteht, die als gleichgroße Kreise dargestellt wurden.

 

Die iranische Tradition hat auch einen wichtigen Einfluss auf arabische Werke über Seefahrt und Schiffsbau gehabt. Dies zeigt die Verwendung von persischen Wörtern und Begriffen der Seefahrt, wie bandar (Hafen), Naachoda – (Kapitän) oder Rahnamah – (Schiffsfahrtsanweisung) sowie Qutbnamah (Kompass) und weitere. Solche Wörter lassen darauf schließen, dass es im antiken Iran auch Karten für die Wegorientierung gegeb

 

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