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Samstag, 19 November 2011 05:39

Die iranische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (29)

Wir hatten Ihnen die Philosophen Farabi und Ibn Sina vorgestellt und heute möchten wir über zwei weitere Philosophen der Islamischen Zivilisation sprechen.   Das vierte Jahrhundert nach der Hidschra – 10. Jahrhundert nach Christus  wies besondere Merkmale hinsichtlich Kultur, Politik ,Gesellschaft und Wissenschaft auf. Einerseits  war es politisch und gesellschaftlich eine bewegte Zeit und auf der anderen Seite auch eine Epoche des Wachstums in der Scholastik , dem rationalen Denken und der Theosophie und Politikwissenschaften. In diesem Jahrhundert

dehnten sich die wissenschaftlichen Beziehungen in der Islamischen Welt aus und die Theorien und das Denken erfuhren einen starken Wandel. Einer der Gelehrten und Philosophen der Muslimen, der in dieser Atmosphäre wissenschaftliche Fortschritte machte, war  Abu al-Hassan Muhammad ibn Yusuf al-Amiri gestorben 992 (im Alter von 80) , bekannt als Abu-l Hassan Ameri. Er lebte nach Farabi  und vor Avicenna.  Ameri kam in Neyschabur in Ostiran zur Welt und studierte in dieser Stadt Religionswissenschaften. Doch suchte er auch andere Städte und Teile des Islamischen Reiches auf und erwarb weiteres Wissen bei großen Gelehrten.  Die Philosophie studierte Ameri bei Abu Zaid Balchi. Nach dessen Tod ging ihr vorübergehend nach Bagdad und kehrte dann jedoch wieder  in den Iran zurück. Eine Zeitlang hat er in der Stadt Rey (bei Teheran)  am Hofe der Buyiden gelebt und hat  so große Philosophen wie Ibn Moskawiy unterstützt. 

Abu-l Hassan Ameri hinterließ der Nachwelt wichtige philosophische Theorien.. Er war sehr bestrebt zu beweisen, dass die Philosophie für die verschiedenen Wissenschaften und für die Theologie nützlich ist und Islam und Philosophie bei dem Versuch an die Wahrheit zu gelangen,  miteinander harmonieren.  Er hat viele Bücher über Philosophie geschrieben und über  Ethik und Religion ebenso. Eine bekannte Ansicht von Ameri,  die sich mit dem Thema Vernunft und Offenbarung auseinandersetzt, steht in seinem berühmten Buch  al-I'lam bi manaqib al-Islam (eine Erklärung zu den Verdiensten des Islams).  In diesem Werk spricht Ameri über die Position des Islams und seine Vorzüge. Viele Philosophen seiner Zeit haben dieses Buch wegen seinem Stil als einmalig bezeichnet.

 

Insgesamt hat Ameri in diesem Buch  unterstrichen, dass die Religionswissenschaften über die nicht-religiösen Wissenschaften stehen und im Anhang des Buches  vergleicht er den Islam mit den anderen Religionen und versucht so nachzuweisen, dass der Islam erfolgreicher bei der Erreichung seiner Ziele war.  Seiner Meinung nach stehen die Propheten über den Weisen und die Vernunft bestätigt den Wert des Offenbarungswissens.

 

In seinem Buch al Amad 'ala l-abad verweist er auf das Leben des Menschen nach dem Tod und stellt die Offenbarungen des Korans über Paradies und Verdammnis als erforderliche Ergänzung für die philosophische Analyse vor.  Ameri hat viel über die Eigenschaften eines Philosophen und den Willen des Menschen geschrieben. Aus seiner Sicht ist jemand am vollkommnesten der hinsichtlich der Erkenntnis der Wahrheit weiter als die anderen ist und mehr als alle anderen vermag entsprechend der Wahrheit zu handeln. Er bezeichnet es als besondere Fähigkeit des Menschen, die Wahrheit zu erkennen und gemäß ihr zu handeln.

 

Die Erkenntnis von dem Wesen und den Eigenschaften des Menschen sind die elementaren Fragen der Denker. Der Mensch spielt ja auch  bei der Entwicklung von Theorien eine zentrale Rolle.

In seinem Werk Al Saada wa alsaada fi Sirat –ul insaniyah  über das Glück des Menschen setzt er sich mit dem Ziel der Erschaffung, den Tugenden, dem Streben nach Vollkommenheit und dem Wohl des Menschen auseinander. Nach seiner Meinung kann  nur jemand Statthalter Gottes auf Erden sein , in dem die elementarsten geistigen Werte und die besten körperlichen Eigenschaften vereint sind. 

Ein weiterer berühmter Philosoph der Islamischen Zivilisationsära ist  Ahmad Ibn Mohammad Ibn Yaqub – bekannt unter dem Namen Ibn Moskawiy.  (932-1030) Er kam aus Rey und aus einer zaroastrischen Herrscherfamilie, die entweder schon zur Zeit seines Vaters oder zu seiner Zeit Muslim wurde. Moskawiy hat sich mehr als jeder anderer islamische Denker mit der Ethik beschäftigt und folgte in seiner Ethiklehre vor allen Dingen Aristoteles.. Aber er war von der Rechtslehre des Islams beeinflusst.

 

Zu den sehr wertvollen Werken dieses Philosophen gehört sein Buch über die Läuterung der Seele - Tahzib ul Achlaq.  300 Jahre später hat Chadscheh Nasir eddin Tussi,  im ersten Kapitel seines Werkes  namens Achlaq Naseri  viele Stellen aus diesem Buch übernommen. Moskawiy schrieb auch das Buch „dschawidan Cherad“ , welches die Gedanken von iranischen, indischen, arabischen und griechischen Weisen enthielt, wenn es auch weniger philosophisch war.

In seinem Buch Tahzib-ul Achlaq hat Moskawiy im ersten Teil über die Seele des Menschen geschrieben, und begründet diesen Schritt damit, dass die Ethik  eine Vollendung und den  Einsatz der  seelischen Kräfte des Menschen bedeute.

Wie Platon  sieht er im Menschen die drei Seelenteile – den vernünftigen , den muthaften und den begehrenden Seelenteil und ist der Ansicht, dass diese drei Teile manchmal nicht miteinander übereinstimmen und sogar miteinander um den Sieg ringen. Er sieht das Glück des Menschen darin, diese drei Seelenteile in Einklang zu bringen und sein Unglück in der Nichtübereinstimmung von ihnen. Eine Übereinstimmung kommt nach seiner Meinung zustande ,wenn jeder Seelenteil seine Funktion erfüllt und nicht seine Grenzen überschreitet.

 

Er sieht den Wert des Menschen in seinem vernünftigen Seelenteil und schreibt, dass der Mensch sich durch die Kraft des Denkens und der Fähigkeit zu differenzieren,  von den Tieren unterscheidet und sagt: „Deshalb steht jeder, dessen Unterscheidung und Denken korrekter ist und dessen Wahl würdiger ausfällt auf einer höheren Stufe menschlicher Vollkommenheit.“

Dieser Philosoph hat nach eigenen Aussagen selber viele unerwünschte Angewohnten ablegen können.

In einem anderen Teil seines Buches über die Läuterung der Moral spricht Moskawiy über das Wohl des Menschen und schreibt: „Das wahre Glück des Menschen liegt darin, dass er die Besonderheit seines Wesens einsetzt und sie vervollkommnet  und diese Besonderheit seines Wesens ist die menschliche Vernunft und deren Vervollkommnung.“ Moskawiy sagt weiter, dass das Glück daher darin besteht, dass der Mensch die höchsten Tugenden erwirbt.

Dieser iranische Denker hat dann in seinem Buch über die Ethik die Handlungsmotive des Menschen unterschieden nach Nachahmung, Gewohnheit , Angst und Tugend.  In einem fünften Abschnitt des Buches spricht er über die Freundschaft und Liebe und führt die Freundschaft auf das Gute und die Eignung zurück.

Darauf hin setzt er sich mit den Erkrankungen der Seele ein und diskutiert über die Verhütung von schlechten Eigenschaften. In einem siebten Kapitel in Tahzib ul Achlaq behandelt er die Heilung von Erkrankungen der Seele und die Beseitigung von falscher Moral.

Im Jahre 1030 verstarb Moskawiy nach langen Jahren wissenschaftlicher und philosophischer Arbeit in Isfahan.    

 

 

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