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Mittwoch, 21 November 2012 14:54

So wird gesagt Teil 152

So wird gesagt Teil 152
Ein Mann hatte eine Katze . Die bekam wenig zu fressen, weil der Mann arm war.

Schließlich wurde das Tier krank. Schon seit langem hauste dort auch eine Maus. Die hatte sich einen Speicher mit Nahrungsresten angelegt, denn sie konnte nun geruhsam im Haus stehlen.  Sie wusste, dass es damit aus und vorbei sein wird, sobald der Kater wieder bei Kräften ist.  So dachte sie bei sich: Jetzt wo der Kater  so schwach ist, sollte ich ihm in klein wenig von meinen Vorräten geben und mich mit ihm  anfreunden. Vielleicht wird unsere Feindschaft eine Ende nehmen und ich werde für immer vor seinem Angriff sicher sein. Wenn ich den Kater beschenke, wird er mein Freund werden. Ich werde ihn bitten, dass er mir schwört, mir nicht mehr nachzustellen."

Die Maus nahm sich ein wenig von den Dingen, die Katzen lieben, aus der Vorratskammer . Dann ging er zum Kater  und sagte: "Ich bin heute zu dir gekommen, weil ich dich schon so lange kenne, und weiss, dass du ein edles Tier bist und gute Eigenschaften besitzt. Ich bedauere es sehr, dass du krank geworden bist. Das liegt daran, dass du nichts Richtiges zu essen bekommst. Ich habe dir etwas zum Fressen mitgebracht. Ich werde dir ab heute laufend etwas bringen, damit du bald wieder gesund bist."

Der Kater bedankte  sich bei der Maus! Da sagte die Maus: „Lieber Kater! Ich bin sicher, dass du ein reines Herz hast. Aber es wäre schön, wenn du mir schwörst , dass du mich nicht mehr jagst, wenn es dir wieder gut geht."

Der Kater versprach dies hoch und heilig. Er sagte : "Ich schwöre bei Gott, der das dunkle Innere des Menschen mit dem Glauben erhellte und der zwischen Maus und Katze die Liebe zwischen Mutter und Kind hervorrief  und Wolf und Schaf wie Geschwister miteinander verbündete. Ich schwöre , ab nun Feindschaft und Boshaftigkeit aus meinem Herzen zu beseitigen  und niemals unser Freundschaftsbündnis aufzulösen. Wir wollen in Freud und Leid zusammenhalten. Wer gegen dieses Bündnis verstößt, der hat mit dem Glauben gebrochen und hat sich gegen den Willen Gottes gestellt."

Maus und Kater hatten also ein Bündnis geschlossen. Der Kater, den ein großer Hunger quälte, dachte freudig an das Essen, das im die Maus geben wollte, und sagte: Weil du den Vorschlag zu diesem Freundschaftsbund gemacht hast und mir aus der Not geholfen hast, verspreche ich dir, unserem Bündnis treu zu bleiben."              

Die Maus überreichte dem Kater das Essen und kehrte in ihr Mauseloch zurück. Ab da brachte sie jeden Tag dem Kater   einen guten Bissen. Schließlich war das Katzentier wieder völlig gesund und richtig  kräftig geworden.

Wie diese Geschichte in Anlehnung an die alte iranische Geschichtensammlung Marzban-Nameh weitergeht, erfahren Sie im nächsten Beitrag.

Unser heutiges Sprichwort latuet: Tafraqeh biandaz wa hokumat kon.

Ein Mann hatte einen Garten mit zahlreichen fruchtbaren Obstbäumen. Er pflegte ihn, so gut er konnte. Doch manchmal war die Ernte nur gering, mal wegen einer Kältewelle mal wegen Dieben. Gegen die Kälte konnte er nichts unternehmen, außer dass er Gott bat, dass er sie verhütet. Aber was Diebstähle betraf, vermochte er selber etwas zu tun. Daher gab er gut Acht, dass sich kein Dieb in seinen Garten schleicht.

Wieder einmal hatte sich der Gärtner auf dem Weg zu seinem Garten gemacht. Da sah er, wie drei Männer gerade von seinen Bäumen pflückten. Sie hatten jeder einen Beutel dabei und füllten diesen mit dem Obst. Da holte sich der Gärtner einen Knüppel, um die Diebe anzugreifen und aus dem Garten zu vertreiben. Doch dann besann er sich:

Das wird nicht gehen! Sie sind zu dritt und ich bin alleine!Wenn sie zusammen über mich herfallen, wird es mir schlecht ergehen. Dann  werden sie alles  Obst einstecken und ich nur Prügel abbekommen. Ich sollte mich davonschleichen und Hilfe herbeiholen.

Der Gärtner entfernte sich heimlich wieder vom Ort. Aber dann dachte er: Ach das geht ja auch nicht! Bis ich Hilfe geholt haben, haben sie die Bäume leergepflückt und sind auf und davon!

Da hatte er eine Idee.

 Der Gärtner  ging zu den Dieben , grüßte freundlich und sagte: "Gott gebe euch Kraft! Was macht ihr denn?!"

Die Diebe begriffen, dass es der Besitzer des Gartens sein muss. Aber sie stellten sich dumm und grüßten freundlich zurück. Der eine sagte: „Ich bin arm und pflücke ein wenig Obst für meine Frau und die Kinder. Die sind hungrig. Natürlich mit eurer Erlaubnis!"

Der Gärtner: „Ach bitte. Das macht doch nichts!"

Da wurde auch der zweite mutig  und sagte: "Ich bin ein Derwisch und wandere von einem Ort zum anderen. Ich verdiene mir ein wenig Geld durch kleine Lobgedichte für die Heiligen. Als ich hier vorbeikam, wollte ich mich nur ein wenig für meine Arbeit stärken."

Der Gärtner:  "Lass dir das Obst schmecken!"

Der dritte  wusste erst nicht,  was er sagen sollte und meinte schließlich: "Ich bin der Steuerbeamte und bin gekommen, die Steuern einzutreiben."

Da  sagte der Gärtner zu dem Dieb, der sich als Steuerbeamte ausgegeben hatte:

"Ach, warum macht ihr euch so viel Arbeit!  Lass diese beiden armen Wichte doch Obst pflücken und mitnehmen. Kommt  bitte mit, damit ich euch von dem guten Obst nebenan geben.  Aber vergesst nicht, für mich bei eurem Vorgesetzten ein gutes Wort einzulegen."

Der Dieb, der sich als Steuerbeamte ausgegeben hatte, dachte, der Gärtner habe sicher noch besseres Obst auf Lager. Also ging er mit. Der Gärtner bat ihn höflich, er solle vorangehen und als sie sich etwas von der Stelle entfernt hatten, wo die anderen beiden Diebe waren,  holte er seinen Knüppel hervor und schlug auf den Dieb ein. Schließlich band er den angeblichen Steuerbeamten an einem Baum fest. Dann machte er sich auf den Weg zu dessen Komplizen.

Als er bei den anderen Dieben angelangt war, sagte er: „Der Steuerbeamte trinkt gerade ein Glas Tee. Nun, wo mein Tee gut gezogen hat, möchte ich auch dir, lieber Derwisch, eine Tasse anbieten. Sprich du dann ein Gebet für mich. Komm eine Tasse Tee trinken und dann geh wieder an die Arbeit zurück!"

Der angebliche Derwisch hatte nichts gegen eine Tasse Tee. Also  folgte er dem Gärtner. Als sie weit genug von dem anderen Dieb entfernt waren, begann der Gärtner mit dem Knüppel auf ihn einzuschlagen. Er rief erbost: "Du Schurke. Seit wann gehen Derwische in fremden Gärten stehlen?" Schließlich fesselte er dem Dieb Hände und Füße und band ihn ebenso an einen Baum fest.

Nun war es nicht mehr schwierig auch den dritten Dieb zu überwältigen. Nach einer tüchtigen Prügel band er auch ihn an den Baum fest und ging dann seine Freunde holen, um die drei Diebe beim Kadi abzuliefern.

Nach getanem Werk fragte jemand den Gärtner: "Wie bist du ganz alleine gegen diese dreisten Diebe angekommen?" Da sagte er: "Ganz einfach. Ich haben sie voneinander getrennt.  Kennst du nicht das Sprichwort: Tafraqeh biandaz wa hokumat kon -

Spalte und herrsche!?"

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