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Mittwoch, 21 November 2012 14:53

So wird gesagt Teil 151

So wird gesagt Teil 151
Sie erinnern sich. Wir brachten letztes Mal den ersten Teil einer Geschichte  aus dem Marzban-Nameh.

 

Und zwar hatte ein Händler seinem Sklaven versprochen, ihn nach der nächsten Handelsreise mit dem Schiff freizulassen und gut zu versorgen.  Ihr Schiff versank jedoch bei einem Sturm. Doch konnte sich der Sklave an das Ufer einer Insel retten. Auf seiner Suche nach einer menschlichen Ansiedlung, fand er eine prächtige Stadt. Zu seiner Verwunderung wurde er von den Einwohnern zum König bestimmt. Doch er ahnte, dass dies nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Nachdem er den Thron bestiegen hatte, zog er seinen engsten Vertrauensmann beiseite und fragte nach dem Grund für seine Ernennung zum König. Der verriet ihm, dass jedes Jahr ein Person zum König gewählt würde und nach einem Jahr gefesselt und an einen abgelegenen See außerhalb der Stadt abgeführt würde. Da begriff der ehemalige Sklave, dass er sich einen rettenden Ausweg überlegen musste.

Der ehemalige Sklave, der nun zum König auserkoren worden war, weihte seinen engsten Vertrauten in seinen Plan ein und bat um seine Unterstützung. Der erklärte seine Bereitschaft.

Der Sklave: "Hör zu!  Du solltest nichts versäumen oder verzögern, um meinen Befehl durchzuführen und immer die Belohnung vor Augen haben, die ich dir am Ende geben werde.

Du musst wissen, dass es nicht einfach sein wird, meinen Plan durchzuführen. Aber wichtige Pläne gehen immer mit Mühe einher. Als erstes solltest du neben diesem See, von dem die Rede ist, viele Schiffe bauen lassen und aus dieser Stadt und andern Städte erfahrene Baumeister herbeiholen, damit sie dort eine Stadt errichten. Dann werde ich dort meine Residenz haben. Außerdem halte nach geeigneten Ackerboden Ausschau aus und nimm einige Landwirte und die notwendigen Werkzeuge mit.  Wegen Geld mache dir keine Sorgen. Ich lasse dir alles aus der Schatzkammer zahlen."

Der Vertrauensmann machte sich ans Werk. Er brachte Baumeister an den entlegenen See, damit sie eine schöne Stadt errichten und ließ von den Bauern, die er mitnahm, Felder und Obstplantagen in Umgebung der Stadt anlegen.  Dann ließ er die besten Teppiche und Gegenstände zum Leben, Nahrungsmittel und Kleider und Vieh in die neue Stadt bringen. Schließlich war alles für den Tag, an dem der König an den See gebracht werden sollte, bereit.

Ein Jahr war vergangen, seitdem der Sklave zum König gekrönt worden war. Die Bewohner der Stadt kamen, um ihn zu entmachten und aus der Stadt zu verbannen.  Es fiel dem Sklaven schwer, die Stadt zu verlassen, denn er hatte sich dort eingewöhnt. Er wurde festgenommen und auf ein Schiff gebracht und das Schiff steuerte am Ufer entlang bis zu der Stelle, wo der See lag.  Dort warteten schon alle Diener , die er vorausgeschickt hatte, auf den Verwalter ihrer neuen schönen Stadt.                          

Nach dieser Geschichte von dem klugen Sklaven ist nun unser Sprichwort an der Reihe. Es lautet: Kah bedeh Kala bedeh, Jek Ghas wa nim Bala bedeh.

Ein Händler war im Im- und Export tätig. Er kaufte im Iran Ware ein und brachte sie ins Ausland um sie dort zu verkaufen. Dann kaufte er im Ausland Ware ,und brachte sie zum Verkauf in den Iran. Es war ein einträgliches Geschäft.

Einmal als er wieder viel Waren gekauft hatte und sie über die Grenze Irans bringen wollte, hatte er eine Idee. Er sagte sich:

Warum soll ich soviel Zoll und Ausfuhrgebühren bezahlen? Ich sollte mich mit dem Zollbeamten anfreunden und ihn für mich gewinnen. Dann kann ich meine Waren exportieren, ohne Zollgebühren zu bezahlen, und einen größeren Gewinn einstreichen. Mit diesen Gedanken im Kopf gelangte er an der Grenze an.

Der Händler schaute sich die Zollbeamten an und versuchte unter ihnen einen herauszufinden, den er bestechen könnt.  Er führte also die Pferde und Maultiere, die er mit seine Ware beladen hatte zu diesem Zollbamten.  Bei ihm angelangt, grüßte er und fragte nach seinem Wohlbefinden. Er sah ein  Pferd in der Nähe stehen und fragte: "Ist das euer Pferd?" Der Zollbeamte nickte. Da sagte der Händler: "Ich glaube, es ist hungrig!" Unverzögert rief er einem seiner Gesellen zu: "Du! Beeil dich und gibt dem Pferd von diesem Herrn etwas Stroh!"

Der Zollbeamte durchschaute die Absicht des Händlers. Doch er schwieg. Der Geselle des Händlers hatte bereits eine große Menge Stroh vor sein Pferd gestreut. Der Geschäftsmann lächelte dem Zollbeamten wieder freundlich zu  und versuchte sich weiter einzuschmeicheln. Der Zollbeamte fragte: "Was hast du an Ware dabei? Was willst du exportieren? "Ach, sagte der Händler, nichts besonderes, etwas Tabak für Freunde und Bekannte als Reisemitbringsel." Und dann überreichte er schnell dem Zollbeamten etwas Tabak und sagte: "Hier ist ein Kostprobe davon. Für Sie! Damit könnt ihr euch eine Zigarette drehen und rauchen. Ihr gehört doch zu meinen Freunden. Bitteschön! Es ist nicht der Rede wert!"

Der Zollbeamte nahm den Tabak entgegen roch daran und sagte: "Das ist wirklich guter Tabak." "Ja," sagte der Händler: "Wenn Sie wollen kann ich ihnen noch mehr davon geben."

Der Zollbeamte aber sagte: "Ich bin aber Nichtraucher. Der Geschäftsmann: "Das macht doch nichts. Geben sie den Tabak an Freunde, die rauchen."

Der Zollbeamte sagte noch: "Meine Freunde sind auch Nichtraucher!" Dann ging dann auf die beladenen Lasttiere zu um festzustellen, wieviel Zollgebühren der Händler zahlen muss.

Der Zollbeamte sah, dass es sich um eine große Ladung Tabak handelte . "Ich glaub es ist eine Tonne," sagte er zum Händler. Und der meinte: "Ja, es ist alles Tabak, aber ich habe doch gesagt, das meiste davon will ich meinen Freunden schenken."

Der Zollbeamte sagte:"Das ist ja interessant! So viel  Tabak willst du verschenken! Du hast wirklich viele Freunde im Ausland!"

Der Händler hatte begriffen, dass er sich umsonst angestrengt hatte. Daher schwieg er. Da sagte der Zollhändler: "Ihr müsst  den Zoll bezahlen und außerdem eine Strafe!"

Der Händler: "Was, warum ein Strafe?" 

"Wegen Bestechung," erklärte der Zöllner

Seitdem sagt  jemand, der, weil er eine rechtmäßige Zahlung umgehen wollte, Geld ausgibt und dann, weil er nicht an sein Ziel gelangt, auch  noch draufzahlen musste:            

Kah bedeh Kala bedeh, Jek Ghas o nim Bala bedeh.

Gib Stroh gib Ware, und noch anderthalb Gänse dazu.

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