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Mittwoch, 21 November 2012 14:50

So wird gesagt Teil 149

So wird gesagt Teil 149
Liebe Hörerfreunde! Unsere heutige Erzählung handelt von einem Schakal.

 

Neben einem Garten lebte ein Schakal. Jeden Tag kroch er durch ein Loch in der Mauer in den Garten hinein,stahl  Früchte und richtete Schäden an. Der Gärtner aber lauerte ihm auf. Als der Schakal wieder in den Garten gekrochen war, verschloss er schnell das Loch in der Mauer. Dann traktierte er den Dieb gehörig mit seinem Knüppel. Der Schakal fürchtete um sein Leben. Daher stellte er sich tot, damit der Gärtner von ihm ablässt. Der Gärtner schleppte den Schakal vor das Gartentor und ließ ihn dort liegen.

Es dauerte eine Weile, bis der Schakal sich etwas erholt hatte. Aus Angst vor dem Gärtner entschloss er sich, eine andere Behausung zu suchen und humpelte davon. Ihm fiel der Wolf im Wald ein. Er war ein alter Bekannter von ihm.  Als der Wolf den Schakal erblickte, fragte er ihn sofort, warum er so elend aussehe. Der Schakal antwortete: "O das ist eine lange traurige Geschichte. Ich will dich damit nicht bekümmern.  Das wichtigste war mir, dich nach langer Zeit wieder zu sehen!"

Der Wolf rief: "Ich habe vor drei Tagen Beute gemacht , aber davon ist nichts mehr übrig. Ausgerechnet heute, wo du, mein lieber Gast, gekommen bist, habe ich nichts zu essen im Haus. So muss ich dich eine Weile alleine lassen und auf die Jagd gehen. Es ist nicht recht, dass ich satt bin und mein Gast hungrig!"

Der Schakal sagte:"Ganz in der Nähe kenne ich einen Esel. Ich werde ihn herbeilocken. Wenn du ihn erlegen kannst, dann haben wir für mehrere Tage etwas auf Vorrat."

"Mach das, wenn es dir nicht schwerfällt," erwiderte der Wolf.

Der Schakal kehrte zum Dorf zurück. Vor der Mühle am Dorfrand stand ein Esel. Man hatte ihm gerade die schwere Last abgenommen und darüber war er sichtlich erleichtert.

Der Schakal trat vor.

Zuerste grüßte der Schakal ganz freundlich den Esel und sagte dann: "Wie lange noch willst du Sklave der Menschen sein?!"

Der Esel: "Es bleibt mir doch nichts anderes übrig, als alles zu ertragen."

"Hör, sagte der Schakal, "Ich lebe ganz in der Nähe auf einer schönen Wiese. Möchtest du nicht mitkommen? Es wird dir dort gefallen."

Der Esel wollte diese schöne Wiese gerne sehen. Also  schloss er sich dem Schakal an.

Der Schakal sagte: "Ich bin sehr müde. Kannst du mich tragen?"

Der Esel hatte nichts dagegen. Langsam näherten sich die beiden dem Waldrand.                                   

 Der Esel  hatte von weitem schon den Wolf zwischen den Bäumen entdeckt. Da machte er sich Vorwürfe, dass er so unklug gewesen war und überlegte, was er jetzt machen sollte.

Er blieb stehen und sagte zum Schakal auf seinem Rücken: "Du hast recht! Es ist hier sehr schön. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich darauf vorbereitet, hier zu bleiben. Aber ich muss  umkehren und mir meine Sachen holen. Morgen komm ich wieder!" 

"Vielleicht kannst du morgen nicht mehr kommen," meinte der Schakal. Der  Esel antwortete: "Das stimmt, aber  weißt du , mein Vater hat mir ein Buch mit guten Ratschlägen  hinterlassen. Wenn das nicht abends unter meinem Kopfkissen liegt, träume ich in der Nacht schlecht."

Der Schakal dachte, wenn er den Esel alleine gehen lässt, wird er nicht mehr wiederkommen. Also entschloss er sich, ihn zu begleiten.

Er sagte also: "Es ist richtig, was du vorhast. Ich komme mit.  Kannst du die Ratschläge auswendig und mir darüber berichten?"

Da sagte der Esel: "Es gibt 4 wichtige Ratschläge:

Der erste lautet,  dass ich das Buch mit Ratschlägen immer dabei haben soll. Aber die drei anderen Ratschläge habe ich mir nicht gemerkt. Wenn wir zurück sind, werde ich sie dir vorlesen."

Der Esel begann zu laufen, bis sie nah beim Dorf waren. Da sagte er zum Schakal: "Du! Die anderen drei Ratschläge sind mir eingefallen. Willst du sie wissen?"

"Ja," sagte der Schakal.

Da sagte der Esel: "Der zweite Ratschlag lautet: Wenn etwas Schlimmes bevorsteht, dann fürchte dich davor, das noch etwas Schlimmeres folgt. Drittens: Ein kluger Feind ist besser als ein dummer Freund,  und viertens:

Sei niemals Nachbar des Wolfs und des Schakals."

Als der Schakal dies hörte, begriff er, dass es besser ist, das Weite zu suchen, denn der Esel hatte ihn durchschaut. Daher sprang der vom Rücken des Esels runter und wollte davonlaufen. Jedoch die Hunde im Dorf jagten ihm nach und töteten ihn.

Diese Geschichte wurde in Anlehnung an Marzban-Nameh aus der vorislamischen Zeit der Sassaniden  wiedergegeben.

Heute lautet unser Sprichwort: Man Nukar-e Sultanam na Nukar-e Bademdschan.

Es war einmal ein König, der aß besonders gerne Auberginen, und so war sein Koch darum bemüht,  jeder Speise auch etwas Auberginen beizufügen.  Der König belohnte ihn ab und zu dafür.  Solange sein Magen noch in Ordnung war, vertrug er die Auberginen gut. Aber mit zunehmenden Alter stellten sich allmählich Beschwerden ein. Der König konnte nicht mehr alles zu sich nehmen. Aber sein Appetit auf Auberginen hatte nicht nachgelassen.  Alle wussten, dass Auberginen schwer verdaulich sind und so versuchten sie unter allen möglichen Vorwänden, den König an andere Speisen zu gewöhnen.

Es  waren mehrere Monate vergangen, ohne dass der König seine geliebten Auberginen gegessen hätte. So ließ er seinen Koch und seine Hofleute kommen und sagte verärgert:"Ihr wollt mir etwas vormachen! Meint ihr etwa ich hätte nicht gemerkt, dass ihr mir seit längerer Zeit keine Auberginen mehr gibt?! Ich will heute nichts anderes als Auberginen haben, habt ihr verstanden?!"

Dann befahl er dem Koch, mehrere Speisen mit Auberginen zuzubereiten. Alles gute Zureden und die Vorträge über die Verdaulichkeit von Auberginen nützten nichts. Der Koch musste ab in die Küche und mehrere Speisen mit Auberginen zubereiten.

Es war Mittags und der Schah hatte lauter Auberginengerichte vor sich. Nachdem er so lange keine Auberginen mehr gegessen hatte, griff er hocherfreut kräftig zu. Zufrieden strich er sich nach dem Essen über den Bauch und sagte zu seinem Wezir: "Auberginen sind das beste, was es auf der Welt zu essen gibt!"

Der Wezir verbeugte sich und sagte: "Ihr habt Recht Majestät! Es gibt nichts auf der Welt, was besser schmeckt als Auberginen. Ihr solltet befehlen,  alle Köche, die neue Auberginengerichte kennen,  einzustellen."

Nach ein paar Stunden hatten die Auberginen ihre Wirkung getan. Dem König war schlecht.  Sein Bauch war mächtig aufgebläht und begann zu schmerzen. Da rief er den Wezir und sagte: "Die Auberginen haben mir schlimm zugesetzt. Auberginen sind kein gutes Essen!"

Der Wezir verbeugte sich und sagte: "Ihr habt Recht Majestät! Auberginen sind nicht gut. Sie sind schwer verdaulich und  verursachen Magenschmerzen. Ihr solltet den  Anbau von Auberginen verbieten, Majestät!"

Mit dieser Antwort hatte der König nicht gerechnet und er rief erzürnt:

"Schäm dich! Du hast doch vor ein paar Stunden gesagt, wie gut  Auberginen wären!"

Da antwortete der Wezir: "Ja, das habe ich. Aber ich bin ja nicht der Diener der Auberginen, so dass ich sie immer preise, ich bin euer Diener, Majestät! Was der König sagt, das bestätige ich. Wenn er sagt, dass Auberginen  schlecht sind, dann habe ich viele Beweise dafür zur Hand,  dass sie schlecht sind, und wenn er sagt, sie seien  gut, werde ich eine Stunde lang einen Vortrag darüber halten, wie gut Auberginen sind!"

Seitdem benutzt man das Sprichwort Man Nukar-e Sultanam na Nukar-e Bademdschan auf jemanden, der sich  bei einem  anderen einschmeicheln will, in dem er grundlos bestätigt was dieser sagt.

Das Sprichwort bedeutet wörtlich: Ich bin der Diener des Sultans und nicht der Diener der Auberginen. 

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