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Mittwoch, 21 November 2012 14:49

So wird gesagt Teil 148

So wird gesagt Teil 148
Sie erinnern sich: König Hilar hatte einen schlechten Traum.

Die Brahmanen, die ihm übel gesinnt waren, deuteten diesen Traum absichtlich so, dass der König in großen Schrecken versetzt wurde. Aber seine Gemahlin Irandocht sagte, er solle den Traum auch von dem großen Weisen deuten lassen.  Dieser  deutete den Traum ganz anders und kündigte dem König an, dass Delegierte aus anderen Ländern kommen und ihm Geschenke überreichen würden. Und so kam es dann auch wirklich.                                   

Der König war hocherfreut. Er  suchte unter den Geschenken den weißen Elefanten für sich aus und gab zwei Pferde seinem Sohn und seinem Großwezir den langen Säbel. Unter den Geschenken war auch ein goldenes Brokatkleid  und eine goldene Krone. Der König bat seine Gemahlin eines von beiden auszusuchen. Irandocht wollte erst das Gewand wählen, aber weil auch der Wezir auf das Gewand gezeigt hatte, nahm sie die Krone, damit der König nichts Falsches über sie und den Wezir  denkt. Das Gewand gab der König einer seiner anderen Ehefrauen.

Als der König nun ein paar Tage später neben seiner Gemahlin mit der schönen Krone auf dem Haupt saß,  und sich unterhielt trat auch die andere Ehefrau des Königs in dem Brokatkleid ein, das er dieser geschenkt hatte.  Da sagte der König zu Irandocht: "Es war dumm von dir, dass du nicht dieses schöne Kleid gewählt hast, sondern die Krone." Da rief Irandocht verärgert:  "Wegen eines Kleides nennst du mich dumm?  Bin ich jemals dumm gewesen?" Aufgebracht stand sie auf, griff nach dem kupfernen Tablett mit Obst und schlug damit dem König auf den Kopf. Da musste der König an eines seiner Traumbilder denken.

Der König hatte geträumt, dass  ein Vogel seinen Kopf und sein Gesicht mit  der Schnabelspitze traktiert. Es war die einzige Stelle im Traum gewesen, die der Große Weise ihm nicht gedeutet hatte.  Jedenfalls war der König sehr erzürnt und befahl Irandocht sei abzuführen und er ordnete ihre sofortige Hinrichtung an.

Der Wezir brachte Irandocht hinaus. Aber er wusste, dass der König eine übereilte Entscheidung getroffen hatte und diese bald bereuen würde. Daher tötete er Irandocht nicht sondern versteckte sie in seinem Haus und wies zwei seiner zuverlässigen Diener an, sich um sie zu kümmern.

Dann kehrte er in den Palast zurück und erklärte, er habe den Befehl des Königs durchgeführt.                    

Der König wurde zutiefst betrübt, als er das hörte. Er versuchte seinen Kummer zu verheimlichen. Was für eine große Dummheit er begangen hatte! Er bereute seinen Befehl. Der Wezir fragte: "Ihr scheint bekümmert. Aber was nützt das! Vorbei ist vorbei!"

Der König sagte: "Es passt nicht zu meinem klugen Wezir, dass er aufgrund eines Befehls, den ich aus Wut erteilte, Irandocht getötet haben soll. Ich bereue meinen Befehl!"

Der Wezir sagte: "Es gibt zwei Leute, die  es verdient haben, sich zu grämen. Einmal jemand, der Gutes mit Schlechten vergilt und zum anderen jemand, der  eine schwerwiegende Entscheidung trifft, ohne vorher nachzudenken!"

Der Könige sagte: "Ich wünschte, ich könnte Irandocht noch einmal sehen. Keine meiner Ehefrauen ist  so klug wie sie gewesen!"

Nun war sich der Wezir sicher, dass ihm der König seinen Ungehorsam verzeiht und da  gestand er:  "Ich habe euren Befehl hinausgeschoben, denn ich wusste, dass ihr ihn aus Zorn  erteilt habt und es bereuen werdet."

Da sprang der König  auf: "Was?! Irandocht lebt noch?!"

Die Freude war groß. Als der Wezir Irandocht zum König zurückbrachte, baten sie einander um Verzeihung und der König beschenkte beide: seinen Wezir und seine Gemahlin.

Auch den Großen Weisen beschenkte er. Aber die Brahmanen, welche ihn feindselig behandelt hatten, erwartete eine strenge Strafe.

Nach dieser Geschichte aus Kalileh wa Demneh nun zu unserem Sprichwort: Pas bekub bekub, keh haman ast keh didehi

In einer Stadt gab es einen Mann, der Stoffe mit goldenen Belegen verzierte. Den ganzen Tag erschallte sein Klopfen aus dem Laden. Eines Nachts träumte er, ein Wasserschlauch schwebe über seinem Kopf. Da fragte er im Traum: "Was macht dieser Wasserschlauch über meinem Kopf und wozu sind die kleinen Löchern da, aus denen Wasser kommt." Da wurde ihm gesagt: "Die kleinen Löchern sind der Unterhalt der anderen." "Und wo sind die Löcher für meinen Unterhalt?" fragte er.

Da hieß es: "Die ganz  kleinen Löcher sind die für deinen Unterhalt."

Da beschwerte sich der Mann: "Ach, das ist doch zu wenig. Die Löcher für meinen Unterhalt müssen größer sein."

Als er nun nach dem Wasserschlauch greifen wollte, um die Löcher zu vergrößern, da wachte er aus dem Schlaf auf.

Der Schlaf beschäftigte ihn und er begann  beim Inkrustieren  der Stoffe mit Gold folgenden Spruch zu wiederholen: "bekub bekub, haman ast keh didehi – Klopfe, klopfe, es ist das, was du gesehen hast. Mit anderen Worten: Dein Unterhalt ist das, was für dich bestimmt wurde. Du musst dir Mühe geben. Aber es tritt das ein, was für dich gut ist. Also verlang nicht mehr."

Der König war wieder einmal abends  als einfacher Bürger durch die Stadt gestreift. Er  kam  an dem Laden des Blattgoldschmieds vorbei und hörte sein Klopfen und seine Worte: Klopfe, Klopfe, es ist das was du gesehen hast.

Neugierig ging er in den Laden um zu erfahren, was es mit diesem Spruch  auf sich hat.

Der Blattgoldschmied erzählte ihm von seinem Schlaf. Bald darauf verabschiedete sich der König und ging. Auf dem Heimweg dachte er bei sich: Ich werde diesem Mann ein besseres Leben bescheren, damit er nicht mehr soviel zu klopfen und hämmern braucht.

Am nächsten Morgen befahl er, man solle dem Blattgoldschmied 3 gekochte Hühner, deren Bauch mit Goldmünzen gefüllt waren, bringen.

Beim Anblick der drei Hühnerbraten freute sich der Mann. Aber dann dachte er: "Ich habe doch mein ganzes Leben lang keine solchen Dinge zu mir genommen. Also werde ich es auch heute nicht tun. Ich werde mir etwas Besseres  ausdenken!"

An dem Tag war ein Händler mit wunderschönen Stoffen in die Stadt gekommen.. Der Blattgoldschmied sandte ihm das leckere Essen , damit  der Händler ihm seine Stoffe für die Weiterverarbeitung anvertraut.

Der Stoffhändler entdeckte beim Essen  die vielen Münzen im Hühnerbraten. Er steckte sie ein und verließ schnurstracks die Stadt.

Es war wieder Abend und der König ging  erneut unerkannt durch die Straßen der Stadt. Verwundert hörte er den  Blattgoldschmied   klopfen und hämmern und stellte fest, dass dieser Mann immer noch der gleichen Arbeit nachging. Hatten die vielen Münzen nichts bewirkt? Also knüpfte er wieder ein Gespräch mit dem Handwerker an und fragte:  "Nun, wie ist es dir heute ergangen? Was hast du alles gemacht?"

Da sagte der Blattgoldschmied: "Heute war wie jeder andere Tag. Aber man hat mir drei Hühnerbraten gebracht. Ich weiß nicht wer es war!"

Der König:"Dann hast du heute etwas Gutes gegessen!"

- Der Mann: "Nein, das habe ich nicht!"

Der König fragte verwundert: "Warum denn nicht?"

Da sagte der andere: "Ich hab mich gefragt, was es mir nützt.  Ich kann ohnehin nicht immer  Hühnerbraten essen und da habe ich mir  gedacht, ich schicke den Braten jemanden, der mir etwas nützt!"

Da schüttelte der König den Kopf und sagte nur: Dann klopf und klopf. Denn der Anteil am Leben ist das, was du im Schlaf gesehen hast.

Pas bekub bekub, keh haman ast keh didehi  

Heute sagt man dies  zu jemandem, der im  Leben mehr haben will als ihm zusteht, und  dieses Ziel nicht erreicht.    

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