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Samstag, 18 Februar 2012 14:40

So wird gesagt Teil 110

So wird gesagt Teil 110
Sie erinnern sich: Zwei Freunde namens Karim und Qanbar hatten sich in der Ferne Geld verdient.

Auf dem Rückweg in ihre Heimatstadt entdeckte Karim in einer Ortschaft einen Beutel mit Geldmünzen. So nahm sich jeder ein paar Münzen heraus und sie vergruben den Rest unter einem großen Baum für später. Aber Qanbar kehrte heimlich zurück und nahm auch das restliche Geld an sich.

Einige Tage später ging Qanbar zu Karim und sagte: „

Wir sollten uns den Rest der Münzen holen. Karim war einverstanden. So gingen sie gemeinsam zu der Stelle, wo sie den Geldbeutel vergraben hatten. Karim begann die Erde beiseite zu schaffen. Aber von dem Geldbeutel war keine Spur. Da schaute er Qanbar enttäuscht an. Qanbar spielte den Erstaunten. Dann sagte er: Niemand außer dir und mir weiß von diesem Geldbeutel. Du hast mein Vertrauen missbraucht und die Münzen alle an dich gerissen.

Karim fiel aus allen Wolken: „Ich würde so etwas nie tun. Vielleicht hat uns damals jemand beobachtet, als wir das Säckchen vergruben!"

Qanbar sagte: „Aber du hast doch damals die Umgebung abgesucht um festzustellen, dass uns niemand sieht. Erst stiehlst du das Geld und dann schiebst du auch noch die  Schuld einem anderen in die Schuhe. Ich werde es dir zeigen. Ich werde dich vor den Richter bringen!"

Karim war sehr enttäuscht, weil Qanbar ihm nicht glaubte und ihn verklagen wollte.  Tatsächlich ging Qanbar zum Richter. Dieser war ein erfahrener Mann. Qanbar trug ihm seine Geschichte hervor . Der Richter hörte ihm zu und warf auch einen Blick auf Karim. Schließlich sagte er zu Qanbar: Nun gut? Die Münzen sind also verschwunden und du glaubst, dein Freund hat sie gestohlen! Hast du einen Zeugen?"

„Ja", sagte Qanbar voreilig: „Der Baum, unter dem wir die Münzen vergraben haben, ist mein Zeuge."

Kaum hatte Qanbar das gesagt, als er es schon wieder bereute.

Der Richter aber lächelte: „Ein sprechender Baum? Na so etwas! Ist in Ordnung! Morgen gehen wir zu diesem Baum und werden ihn fragen, wie der Dieb heißt!"

Qanbar konnte nicht schlafen! Was hatte er da nur gesagt: Wie kann ein Baum ein Zeugnis ablegen! Da hatte er plötzlich eine Idee. Er stand auf und ging zu seinem Vater, der sich schon müde von der Arbeit, hingelegt hatte: „Vater, Vater! Wach auf!"

Sein Vater wunderte sich: Was ist denn los? Es ist schon Mitternacht!"

„Ach Vater, es ist wichtig. Ich will dir ein Geheimnis anvertrauen."

Der alte Mann wurde neugierig. Es musste etwas wichtiges sein, weshalb sein Sohn ihn mitten in der Nacht aufgeweckt hatte.

Da begann Qanbar alles zu erzählen: Von dem Geldsäckchen, und wie sie es versteckt hatten und er sich alle Münzen genommen hatte, vom Richter und von seinem Zeugen und dem Baum.

Der alte Mann sagte beschämt: Da hast du erst etwas gestohlen und dann auch noch gelogen.

Qanbar beugte sich vor und sagte: "Vater, du musst mir helfen. Der Baum, unter dem das Säckchen mit den Münzen vergraben lag, hat einen sehr großen Stamm. Du kannst dich in dem Spalt in diesem Baumstamm verstecken und wenn der Richter morgen fragt, wer der Dieb gewesen ist dann sagst du einfach: Das war Karim."

Der alte Mann  wusste, dass es nicht rechtens ist, Qanbar zu helfen, aber er wollte seinen Sohn auch nicht im Stich lassen. So willigte er ein und ließ sich von Qanbar im Dunkel der Nacht zu dem Baum bringen. Er versteckte sich in dem Baumspalt. Als es Morgen wurde, erschienen der Richter und Karim.

Der Richter fragte Qanbar: „Ist das dieser Baum?"

„Ja", sagte Qanbar: „Er kann zeugen!"

Da sagte der Richter: „O großer Baum. Kannst du mir sagen, wer den Beutel mit den Goldmünzen gestohlen hat?"

Bald darauf war eine eigenartige Stimme vom Baum her zu hören: „Ja! O Richter. Der Dieb ist Karim."

Aber Karim beteuerte: „Herr Richter! Bei Gott. Dieser Baum lügt."

Da beruhigte ihn der Richter: „Ich weiß. Aber geh nun und bring etwas Reisig."

Karim ging und kam nach einer Weile mit einem Bündel Reisig zurück. Zusammen mit Karim streute der Richter Reisig um den Baum und setzte die Zweige in Brand. Der Qualm drang in die Baumspalte ein und der alte Vater von Qanbar war gezwungen ihn zu verlassen. Ein heftiger Husten schüttelte ihn und er sank neben dem Baum zu Boden. Qanbar eilte entsetzt herbei.

Da sagte der Richter: „Blamage ist der Lohn für Verrat und Lüge." Du hast dich selber und deinen alten Vater bloßgestellt."

Dies war eine Geschichte aus Kalileh wa Demneh und nun unsere sprichwörtliche Redewendung, nämlich:

ba bozorgan peywand kardeh ast

An einem Flussufer lebte eine Maus für sich alleine . Sie hatte aber gehört, dass es auf der anderen Seite viele andere Mäuse gab und sie wollte gerne bei den anderen Mäusen leben. Aber es gab keine Brücke über den Fluss und sie hatte Angst, auf das andere Ufer rüberzuschwimmen und unterwegs zu ertrinken."

So verging eine ganze Zeit. Als sie eines Tages wieder am Flussufer saß, kam ein Kamel herbei. Das Kamel wollte den Fluss durchqueren. Da kam die Maus herbeigelaufen: „Grüß dich, o edles Kamel." Das Kamel grüßte zurück und sagte: „Ja! Was ist denn?"

Die Maus erzählte, dass sie schon lange auf die andere Seite des Flusses will, aber fürchtet zu ertrinken. Dann bat sie:

„Wenn es geht, dann nimm mich mit auf die andere Seite."

Das Kamel lachte und sagte: „Komm! Du kannst auf meinen Rücken klettern. Ich  bring dich rüber."

Die Maus bedankte sich und  kletterte am Bein des Kamels hoch, um dessen Rücken zu erreichen. Das Kamel dachte, dass die Maus ihm bereits auf dem Rücken sitzt, wusste aber nicht, dass sie noch auf halben Weg war. So betrat es den Fluss. Das Wasser reichte ihm bis unter den Bauch. Aus Angst zu ertrinken krabbelte die Maus zum Schwanz des Kamels weiter und hielt sich an diesem fest. Langsam durchschritt das Kamel den Fluss während die Maus sich am Schwanz festhielt. Auch als das Kamel am anderen Ufer sich schüttelte, ließ sie den Schwanz nicht los.  Da lachte das Kamel: „Freund. Die Reise ist zu Ende, nun kannst du das Schiff verlassen!" 

Die Maus verstand nicht was das Kamel meinte: „Habe ich denn ein Schiff bestiegen?"  Verängstigt hielt sie sich noch fester am Schwanz des Kamels fest. Die Mäuse die an diesem Ufer lebten sahen die Szene und lachten: „Wo gibt es so was! Eine Maus die einem Kamel am Schwanz festklebt?"

Eine andere Maus rief: „Diese Maus ist anders als wir: Seht ihr nicht: Ba Bozorgan peywand kardeh hast.  Sie hat sich großen Leuten angehängt.

Dieses Sprichwort benutzt man für jemanden, der  unbedeutend ist,  aber mit wichtigen Leuten verkehrt, um selber etwas darzustellen, nämlich:  Er hat sich großen Leuten angehängt.

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