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Mittwoch, 01 Oktober 2014 02:31

Bücher über die Heilige Verteidigung (2)

Bücher  über die Heilige Verteidigung (2)
Die  attraktivsten und beliebtesten Bücher über die Jahre der Verteidigung sind Erlebnisberichte.
In den vergangenen Jahren sind zahlreiche dieser Bücher wiederholt aufgelegt worden. Eines der bekanntesten ist das Buch „Daa“ von Frau Sayyedeh Adham Husseini, welches die Erinnerung von Sayyedeh  Zahra Husseini enthält.

„Daa“ ist ein kurdisches Wort und bedeutet „Mutter“ . Mit diesem Titel und ihrem Buch wollte die Autorin auf die Standhaftigkeit   der iranischen Mütter während des Krieges, den Saddam dem Iran auferlegt hatte, aufmerksam machen. Für einige ist dieses Buch das beeindruckendste unter den Büchern mit Erlebnisschilderungen über diesen Krieg. Das Buch kam  inzwischen fast 140 Mal erneut aus dem Druck und gilt seit mehreren Jahren als Bestseller des Jahres. Frau Husseini ist der Ansicht, dass dies darauf zurückgeht, dass eine Frau den 8-jährigen Krieg beschrieben hat und daher die Schilderungen von denen der männlichen Erzähler sehr verschieden sind.

Bei Kriegsbeginn war Zahra Husseini, aus deren Leben das Buch „Daa“ berichtet, 17 Jahre alt. Sie eignet sich rasch Kenntnisse als Sanitäterin an,  macht sich  beim Rettungsdienst und dem Verletztentransport, der  Reparatur und Vorbereitung von Waffen, beim Kochen usw. nützlich.  Ihr Vater und ihr Bruder sind im Krieg in Khorramschahr zu Märtyrern geworden und sie selber erleidet während der Verteidigung dieser Stadt eine Verletzung.  Aber dadurch lässt sie sich nicht abschrecken sondern sie dient jahrelang an der Front und hilft den vom Krieg betroffenen Bürgern. Ihr Bericht vom Krieg ähnelt  keinem der anderen Bücher, die im In- oder Ausland über diesen Krieg verfasst  wurden. Zahra Husseini gibt  realistisch  den  Angriff des Feindes auf die normalen Bürger und deren Wehrlosigkeit wieder. Zugleich beschreibt sie den Heldenmut der Zivilisten und veranschaulicht  ihre  Opferbereitschaft und ihren Glauben.

Der amerikanische Universitätsdozent Paul Sprachman hat das Buch „Daa“ ins Englische übertragen. Für ihn ist dieses Buch für den Kulturaufbau nützlich. Er vergleicht die Literatur über die Weltkriege mit der über die Heilige Verteidigung der iranischen Bevölkerung und sieht den entscheidenden  Unterschied darin, dass Wörter wie Ithar (Selbstaufopferung) und Dschanbas (Kampfversehrter) und Dschebhe Ma`nawie Dschang – die spirituelle Front – sich mit dem Vokabular der Weltliteratur   nicht erklären lassen, während diese Wörter jedoch laufend in dem Buch „Daa“ und in den anderen Büchern über den auferlegten Krieg vorkommen. Sprachman sagt dazu weiter, dass diese Wörter für den Leser, wenn sie entsprechend erklärt werden, eine große Hilfe sind und das Kulturverständnis fördern.

Einige Autoren haben Jugendliche und Erwachsene auf die Geschichte der Heiligen Verteidigung aufmerksam gemacht und für dieses Thema gewonnen, indem sie das Thema humorvoll bearbeiteten. Es haben sich innerhalb dieser acht Jahre mitten in den traurigen Ereignissen, ja auch öfters witzige Dinge ereignet.  Durch den Einbau solcher lustigen Episoden in ein insgesamt dramatisches Geschehen ist es  einigen Schriftstellern gelungen, die Schilderung der Geschichte des Krieges für bestimmte Lesergruppen interessant und attraktiv zu machen. Als eines von mehreren Beispielen kann das Buch „Farzandan-e Iranim“ (Wir sind die Kinder Irans) von Dawud Amiriyan  betrachtet werden. In diesem Buch werden die Ereignissen während der Ausbildung vor Entsendung zur Front humorvoll beschrieben. „Wir sind die Kinder Irans“ ist ein erfolgreiches Jugendbuch geworden. Es vereint in 60 Abschnitten lustige Episoden aus dem Krieg und von der Front.

 

Der französische Philosoph und Schriftsteller Paul Ricœur ist der Ansicht, dass die erzählerische Wiedergabe über die reine Geschichtsbeschreibung zu stehen kommt, weil der Erzähler eine bessere sprachliche Verbindung zum Leser herstellt. Er erklärt: „Die Geschichtsbeschreibung ist nur der Kommentar zu einem Geschehen aber der erzählerische Bericht verknüpft dieses Geschehen mit der Sprache und geht in Wahrheit mit der Urteilsbildung des Lesers einher.“

 

Der iranische Prosa-Schriftsteller Ahmad Dehqan sieht dementsprechend in der Literatur über den auferlegten Krieg eine Art Schriftsteller-Mission und sagt: „Nach Abschluss der militärischen Auseinandersetzungen ist die Präsenz der Kämpfer auf dem Kampfschauplatz zu Ende, während nun die Schriftsteller an der Reihe sind,  über dieses Ereignis zu schreiben und seine Wahrheiten zu verewigen.“ Dehqan  betrachtet die Prosa über den auferlegten Krieg als wahre Geschichte, die sich mit menschlichen Wertmaßstäben vermischt.  Er teilt mit den  meisten Autoren, die über historische Ereignisse Prosa verfassen, die Ansicht, dass geschichtliche  Berichte mit Sicherheit nach einiger Zeit nicht mehr die Erinnerung wachhalten können, und  die Mittel der Kunst eingesetzt werden müssen, um  die Geschichte wieder vom Staub der Vergesslichkeit zu befreien.

Die Kriege und großen Revolutionen auf der Welt blieben durch die  Feder großer  Autoren in Erinnerung. Ein eindeutiges Beispiel für diese Macht der Feder liefert der Roman „Krieg und Frieden“ von Tolstoi .

Romane, Kurzgeschichten, Gedichte, Regiebücher und Theaterstücke über den Krieg, den Saddam dem Iran aufzwang, sind künstlerische Werke über die einzelnen Aspekte dieses Ereignisses. In ihnen werden die verschiedenen Gesichtspunkte dieses Krieges und seine Wirkungen auf Gesellschaft und das Leben der Bevölkerung betrachtet.

Es sind zahlreiche Romane erschienen, in denen der Autor zwar seine Phantasie spielen ließ, dabei jedoch nicht den Kern der Ereignisse  vernachlässigt hat. Ein gutes Beispiel liefert der Roman „ Safar be Geraje 270 daridscheh“ – Reise zum 270- Grad.  Geschrieben wurde er von Ahmad Dehqan, und von Paul Sprachman von der Rutgers-Universität ins Englische übertragen.

Dieser Roman handelt von Nasser, einem jungen Kämpfer, der die Schule verlässt  und mit seinem Freund ins Kriegsgebiet zieht. Dort trifft er frühere Freunde. Viele von ihnen finden bei dieser Operation den Tod oder werden verletzt. Wegen einer leichten Verletzung wird Nasser hinter die Front gebracht  und einige Tage später kehrt er wieder in seine Heimatstadt zurück. Aber bald darauf erhält er von einem befreundeten Mitkämpfer ein Telegramm und  bereitet sich auf die Rückkehr an die Front vor...

Nicht nur Dehqan sondern auch andere Autoren wie Habib Ahmadsadeh und Resa Amir Chani  haben erfolgreiche Literaturwerke über die Heilige Verteidigung vorgelegt.

Außerdem sind auch poetische Werke während der Heiligen Verteidigung und auch in den darauffolgenden Jahren über dieses Geschehen entstanden. In diesen haben die  Sprachkünstler versucht , ihre Gefühle über das Geschehen und die Heldentaten zum Ausdruck zu bringen. 

 

Die meisten Gedichtssammlungen haben junge Dichtertalente verfasst, aber auch bekannte Dichter wie Mohammad Resa Aqasi, Ali Resa Qazveh, Parwiz Beigi Habib Abadi, Salman Herati, Qeysar Aminpur und Sayyid Hasan Hassani haben Poesie zu dem Thema geschaffen.  In solchen Gedichten werden die tapferen Kämpfer besungen und werden die anderen angespornt, sich der Verteidigung anzuschließen. Die Dichter erklären dem Feind ihre Ablehnung oder sie betrauern die Märtyrer oder huldigen den Kämpfern für ihre Siege.

 

Wir schließen nun mit einem Gedicht des verstorbenen Poeten Qeysar Aminpour.  Er hat vor vielen Jahren die tapferen Kämpfer Irans wie folgt besungen:

 

Für  die Nacht, in der ihr vorbeizieht, sind keine Kometen nötig! Wenn ihr da seid, braucht die Sonne nicht zu leuchten!

Auf dieser Wiese  voller auserlesener Blumen

 braucht der Pflücker keine Auslese zu treffen.

 Wo bist du denn? frage ich die Sonne.

 Doch keine Antwort ist auf meine klare Frage nötig. 

Bleib nicht hinter dem Fensterrahmen stehen, steh auf, damit wir auf die Straße gehen.

Um Bilder zu  sehen, ist kein Rahmen nötig.

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