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Freitag, 20 Juli 2007 13:47

Attar, ein persischer Dichter (Teil 8)

K- Als die Vögel die Geschichte von Schaikh Ssan`aan und dem Mädchen, die der Wiedehopf ihnen erzählt hatte, gehört hatten, fassten sie Mut und waren bereit, die Reise zu ihrem König, ihrem Herrn, dem „Ssimorq", anzutreten. Alle Mühen wollten sie in Kauf zu nehmen, um ihn zu erreichen.

W- Sie machten sich bereit für die weite und beschwerliche Reise, die vor ihnen lag und berieten, wer ihr Wegführer, der sie leiten konnte, sein konnte. War es der Wiedehopf, der sich dazu bereit erklärt hatte?
Sie waren sich nicht sicher und beschlossen, das Los sprechen zu lassen.
Und das Los traf den Wiedehopf, den „Hod-Hod".

K- Der Wiedehopf war nun ihr Reiseführer. Die Vögel umringten ihn und setzten ihm, zum Zeichen seines hohen Amtes, ein Krönchen auf den Kopf.

K- Die Reise begann. Doch noch hatten sie die erste Etappe nicht zurückgelegt, als sie zu stöhnen begannen. Schier endlos schien der Weg zu sein. Ihr Klagen und Seufzen stieg hoch empor. Empor bis zum Mond...

K- Es war ein Weg ohne Ende, in einer unübersehbaren Weite. In einer Weite, in der nichts war. Keine Bewegung, nichts regte sich, nichts geschah. Nur Stille war und trübe Leere. Weiter nichts...
Einer der Vögel fragte den Wiedehopf:
Warum diese Leere und Stille?
Worauf der Wiedehopf ihm erklärte:
„Wegen eures Klagens ist der Weg so still und leer..."

Die Vögel, verstört, verängstigt, erregt mit ihren Flügeln schlagend, sahen nichts als Endlosigkeit vor sich und um sich herum. In dieser Weite, in der sich nicht einmal die Sonne zeigte, sahen sie ungeahnte Schwierigkeiten auf sich zukommen...

K- Sie drängten sich um den Wiedehopf und fragten ihn:

W- Du, der du unser Wegführer bist, wie nur kann man ohne Kenntnis hingelangen zum Ssimorq? Wie nur?
Du, der du Bote des Salomon warst,
zu ihm und seinem Reich gehörtest,
sag, hast du diesen Weg, den wir nun ziehn, je gesehen?

K- Und sie forderten ihn auf:
„Komm und erkläre uns den Weg erst einmal, damit wir ihn beruhigt ziehen können. Mit unruhigem und besorgtem Herzen kann man keine so weite Reise antreten...

K- Die Vögel umringten, in zahllosen langen Reihen, den Wiedehopf, der sie ansah und sie ihn...
Es waren die Nachtigal und Turteltaube, die hervortraten und den Namen Gottes erklingen ließen. Weithin vernehmbar...

W- Ihr Gesang war volltönend und schön, erfüllte den Raum, drang in alle Welt hinein. Ein Gesang war es, den bis dahin niemand vernommen hatte und so wohklingend, dass jeder, der ihn hörte, alles um sich herum vergaß.

K- Auch die Vögel, auch sie waren wie berauscht von dem Gesang und vergaßen sich selbst...
Danach begann der Wiedehopf, sie über einige Wahrheiten aufzuklären.

K- Als der Wiedehopf seine Rede beendet hatte, fragte einer der Vögel ihn:

W- „Was tatest du, dass du uns auf dem Weg zur Wahrheit voraus bist? Wir und auch du sehnen uns nach ihr, doch du bist ihr näher gekommen als wir.
Du bist rein und wissend und verstehst, dieweil wir uns gewiss mit Frevel besudelten und folglich trüben Blickes sind. Ist es so?"

K- Worauf der Wiedehopf erklärte, dass der Blick Salomons auf ihm geruht habe, er an seiner Seite viel gelernt und erfahren habe...
Und er fügte hinzu:
„Nicht Gold und Silber gab ich dafür hin, und auch ist dieses Glück nicht allein durch Anbetung zu erreichen. Denn auch Satan betete Gott einst an, verwirkte sich dieses Glück jedoch für alle Zeit.

K- Soweit für heute.
Nächstes Mal erzählen wir ihnen die Geschichte von den Vögeln, die zu ihrem Herrn, dem Ssimorq wollten, weiter...

K- Bis dann also...

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