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Donnerstag, 17 September 2015 06:23

In Erinnerung an den zeitgenössischen Dichter Schahryar

In Erinnerung an den  zeitgenössischen Dichter Schahryar
Am 27. Schahriwar wird jedes Jahr im September in Tabris und an Akademien im Lande  eines bedeutenden zeitgenössischen Dichters gedacht. Es ist Seyyed Mohammad Hossein Behjat-Tabrisi besser bekannt unter dem Autorennamen „Schahryar“.

 

 

Schahryar wurde 1906 in Tabris (Nordwestiran) geboren und verstarb am 18. September 1988 in Teheran.  Sein Vater war einer der bekannten  Rechtsanwälte und ein Freund der Dichtung.  Auch seine Mutter war, wie er in einem ihr gewidmeten  Gedicht schrieb, mit der Dichtung vertraut.  Er schreibt, dass sie es war, die ihm als erster mit ihren schönen  selbstgedichteten Liedern und  ihren  Märchen die Liebe zur Poesie ins Herz pflanzte. 

In der Kindheit von Schahryar herrschten  Unruhen und Aufruhr in Tabris und seine Eltern zog in ein nahegelegenes Dorf. Schahryar schloss in der Dorfschule im Unterricht seines Vaters mit dem Werk Golestan (Rosengarten) von Saadi und weiteren Literaturwerken wie dem Diwan-e Hafiz Bekanntschaft. Später wurde er auch mit der arabischen Dichtung vertraut. Mit der Zeit begeisterte er sich besonders für die Dichtung von Hafiz.

 1921 setzte Schahryar  seine Schulbildung im Teheraner Daral Fonun fort und begann  1924 ein Medizinstudium. Aber nach 5 Jahren Studium, kurz vor seinem Doktorabschluss, verließ er die Medizinische Fakultät.

Ab 1931 arbeitete er als Beamter  im nordöstlichen Chorassan und in Teheran.

Schahryar hatte in Teheran einen Freundeskreis aber dennoch liebte er auch  die Einsamkeit und war sie gewöhnt. Nach seiner Ansicht braucht der Dichter  die Zurückgezogenheit.  Als seine Mutter gestorben  war,  kehrte er nach Tabris zurück.

                              

Schahryar begann schon als Kind zu dichten.

Sein erstes poetisches Werk hieß: „Ruh-e Parwaneh“ – Geist des Schmetterlings. Einen Teil seiner Gedichte, die er dem Dichter Mirza Ahmad Chan Aschtari überreicht hatte,  wurden mit einem Vorwort von den bekannten Poeten Malek osh-Schu'arā Bahār und Said Nafisi im Jahre 1931 herausgegeben.   Später kam sein vollständiger Diwan  zunächst in 4 Bänden in Teheran und dann in zwei Bänden in Tabris heraus. Schahryar hat sowohl auf aserbaidschanisch also auch auf Farsi gedichtet.

Schahryar sagt über die Kunst der Poesie: „Der Hefeteig der Poesie ist jene  feine Wirkung und Schwingung, welche unweigerlich  das Gemüt des Menschen berührt. Das Gemüt des Dichters hat sie aus  der Natur oder aus dem Leben entnommen und in Form des Gedichtes  vorgelegt.“ 

                              

Schahryar hat alle Formen der Persischen Dichtung erprobt. Seine Dichtung gibt tiefe und feine Gefühle wieder und seine Sprache ist ungekünstelt.  Aus seinem Gedichtswerk ist der Einfluss der Großen der Persischen Dichtung leicht heraus zu spüren, nämlich der epische Geist von Ferdowsi, die anmutige  Schlichtheit der Gedichte von Saadi,  die Schönheit der Ghaselen von Hafiz, der mystische Blick von Molavi (Rumi)  und der religiöse und politische Ruf von Nasser Chosro.

Der Schmerz des Menschen ist für Scharyar Kern der Dichtung. Er ist davon überzeugt, dass ein wahres Gedicht aus zwei Quellen gespeist werden  muss, nämlich der Liebe und der Mystik.

Seine edlen und mystischen Gefühle werden in allen seinen Gedichten spürbar, besonders in seiner Ghaselendichtung.

 Schahryar hat wie jeder andere große Poet verschiedene Phasen in seiner Dichtung durchschritten.

Sie kamen in seinen  verschiedenen Lebensabschnitten vom jungen Menschen bis ins Alter zustande und wurden von den Veränderungen in seinem Leben beeinflusst. Es waren Veränderungen, die auch mit den  geschichtlichen Ereignissen zu tun hatten.

Literaturforscher teilen seine Dichtung dementsprechend in drei große Abschnitte ein. Ein Teil seiner Dichtung entstammt seiner  Jugendzeit und umfasst viele seiner von Liebe geprägten  Ghaselen.

Ein anderer Teil bezieht sich auf seine Bekanntschaft mit dem Werk „Afasaneh“ von Nima Youschidsch. Seine besten und schönsten Gedichte fallen in diese Zeit und Schahryar hat diese Zeit  die Maktabe Schahryar genannt – die Schule von Schahryar.

Die dritte Schaffensphase   gehört  dem gealterten und erfahrenen  Schahryar. In ihr spiegeln sich seine mystischen Neigungen wider.

                              

Die beliebteste Art  iranischer Dichtung, die  auch außerhalb der Grenzen Irans den meisten Anklang fand,  ist die Dichtung  mit religiösem und mystischem Inhalt.

In der Tat ist auch ein großer Teil der Dichtung von Scharyar mystischer Natur,  insbesondere sind es die Gedichte, die  nach dem Sieg der Islamischen Revolution entstanden.  Schahryar ist der Überzeugung, dass ein Gedicht ohne religiöses Licht dunkel und vergänglich ist.

Die besten Reime aus der Dichtung  von Schahryar sind in der Tat diejenigen, die den engen Kreis persönlicher Probleme und irdischer vergänglicher Liebe verlassen und den Weg gen Himmel einschlagen. In ihnen ist die Wirkung des göttlichen Wortes zu verspüren. 

                                

Literaturforscher sind der Überzeugung, dass es unter anderem die Erkenntnis vom eigenen Zeitgeschehen ist, welche  eine Dichtung auch noch nach dem Tod ihres Verfassers  weiterleben und sich weiter verbreiten lässt. Ein Dichter, der über die Ereignisse um sich herum informiert ist, das Auf und Ab seiner Gesellschaft wahrnimmt  und in seiner Dichtung seine Umgebung verbildlicht, wird sich verewigen. Schahryar ist ein solcher Dichter. 

In seiner Poesie spiegeln sich seine politischen Standpunkte und seine Kritik an der üblen Lage zur Zeit des Schahregimes  wieder. Er gehört nicht zu den Dichtern, die sich von der Gesellschaft und dem was sich in ihr ereignet, abwenden. Schahryar ist ein aufmerksamer Beobachter seiner gesellschaftlichen Umgebung.  Seine kritische Einstellung zu den Problemen, von denen die Gesellschaft betroffen ist, kann einer der Gründe dafür sein, dass er die Islamische Revolution bis an sein Lebensende unterstützt hat.  Er schloss sich der revolutionären Bewegung des Volkes an und ermutigte  seine Landsleute  mit seiner Dichtung während der 8-jährigen Heiligen Verteidigung, der Wirtschaftssanktionen und der Spaltungsversuche der Feinde  und in vielen anderen schwierigen Situationen. Er ließ seine Landsleute  nicht im Stich.

Schahryar ist ein muslimischer Dichter. Ein Literaturforscher schreibt über seine Werke: „Der religiöse Glaube, welcher sich später immer mehr in ihm verfeinerte, wurde zur mystischen Liebe  und  letztendlich zu Liebeserklärungen an Gott. Der religiöse Glaube hat ihn von Kindeszeiten an begleitet.““

In seinem großen Gedichtswerk kommt zweifelsohne kein Name so oft vor, wie der Name Gottes.

In Engpässen bittet Schahryar  Gott  um Beistand  und in unbeschwerten Zeiten des Erfolges  dankt er Ihm. Schahryar ist ein religiöser Dichter. Die Religion ist für ihn der Weg, der in  Nähe Gottes führt.

Seine Anflehungen steigen aus tiefster Seele zum Himmel auf. Seine  Bitten an Gott gehen mit Gottesehrung und Gottesliebe einher. 

Mit Hilfe dieser Liebe lernt Schahryar  im Leben gegenüber seinen Leiden und Nöten standzuhalten und zu erkennen, dass irdische Liebe gering ist. Er wendet sich Gott zu:

کیستم؟ چیستم؟ بگو با من مگر از راز خود، …

„Wer bin ich, was bin ich?

Sprich zu mir nur von Deinem Geheimnis…“

                                   

Schahryar unterwirft sich dem Willen Gottes. Er  liebt den Islam und den Propheten. Der Islam ist für ihn die beste Schule. Diese Religion enthält für ihn die  Lehre der Gerechtigkeit und Gleichheit  vor Gott. Sie ist für ihn  eine Lehre,  die dem Menschen hilft, sich  geistig, seelisch und mystisch immer mehr dem   Ideal eines  vollkommenen Menschen zu nähern.

 

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