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Samstag, 01 Juni 2013 07:54

Der iranische Mystiker und Dichter (Mulavi)

Der iranische Mystiker und Dichter    (Mulavi)
Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur UNESCO hat 2007 zum Jahr von Dschalaleddin Mohammad Molawi benannt. Der Grund dafür ist das 800. Jahr der Geburt dieses namhaften iranischen Dichters.
Im Einklang damit werden schon jetzt besondere Zeremonien und Feierlichkeiten zur Würdigung dieser großen globalen Persönlichkeit in verschiedenen Ländern der Welt abgehalten. Übersetzung der Werke, Abhaltung diverser Konferenzen, Produktion von Filmen über das Leben Molawis, die Komposition von Musikstücken nach Molawis Ghaselen und Dutzende verschiedene Veranstaltungen und Konferenzen in Iran, Frankreich, der Türkei, Deutschland, der USA, England, dem indischen Subkontinent und in anderen Ländern zeugen von der Bedeutsamkeit dieses Ereignisses. Die Zeitung Guardian schrieb vor einiger Zeit in einem Artikel: „Dies ist fast unglaublich, dass auf der Welt anlässlich des Ereignisses vom 11.September, Bin Ladens und dem Aufprall der Zivilisationen die meistverkauften Gedichte in den USA keinem der amerikanischen Literaturriesen wie Robert Frost, Robert Soul bzw. Silvia Blatt, ja sogar nicht Shakespeare, Homer, Dante und keinem der europäischen Dichter angehörten, sondern die meistverkauften Gedichte in den USA auf eine erstaunliche Art klassische Gedichte des muslimischen Geistlichen Molawi waren, der vor Jahrhunderten die Gesetze der islamischen Scharia lehrte. In der Bekanntmachung der UNESCO anlässlich der Benennung von 2007 zum Jahr von Molawi heißt es unter anderem: „Die UNESCO ist der Auffassung, dass die hervorragenden kulturellen, wissenschaftlichen und literarischen Persönlichkeiten der Welt nicht einem besonderen Volk, einer besonderen Kultur bzw. einer besonderen Nation, sondern der menschlichen Gemeinschaft gehören. Das Ziel dieses Programms besteht in der Vorstellung und Würdigung von Persönlichkeiten, die eine essentielle Rolle in der Schaffung und Bereicherung der Weltkultur und Zivilisation gespielt haben, sowie in dem Appell an alle Ländern der Welt zur Zusammenarbeit, Beteiligung und zum Dialog zwecks Herstellung von kultureller Verständigung und Verbreitung des Friedens." Heute blickt die Welt auf Molawi und seine Gedichte. Warum? Dies ist eine Frage, die jeden Hörer beschäftigt. Wer ist Molawi? Was sind die Besonderheiten seiner Gedichte, die im Verlauf der Jahrhunderte an Publikum nicht eingebüßt haben, sondern deren Liebhaber von Tag zu Tag zugenommen haben? Laut Bericht der Zeitung Guardian sind bereits eine halbe Million Bände der Übersetzung der Werke Molawis von Coleman Barks verkauft und in wichtige Sprachen übersetzt worden, während in manchen dieser Länder die Auflage von Büchern 10 tausend Bände nicht überschreitet.

 

Dschalaleddin Mohammad Balchi, bekannt als Molawi ist der iranische Mystiker und Dichter im 7.Jahrhundert nach der Hidschra nach dem Mondkalender. Er war der Sohn von Baha Walad, dem großen Redner, Theologen und Mystiker von Balch. Molawi wurde von Baha Walad, seinem Vater und Meister erzogen. Nachdem die Angriffe des mongolischen Heeres auf die iranischen Grenzen, die Zerstörung der Städte, Massakrierung der Bevölkerung und die Tyrannei durch die Herrschaft von Sultan Mohammad Charasmschah verschärft worden waren, mussten viele iranische Gelehrte auswandern. Auch Molawis Vater Baha Walad gehörte zu diesen Auswanderern. Er begab sich zwecks Pilgerfahrt nach Mekka mit seiner Familie und 300 seiner Anhänger nach Scham und Hidschas. Die Familie Molawi wanderte nach einem Aufenthalt in Neyschabur, Bagdad, Scham und Hidschas in die zentralasiatische Stadt Larande und von dort nach Konia. Sie ließen sich bis zum Ende ihres Lebens dort nieder. Molawi, der sich bei seinem Vater, seinen hervorragenden Schülern sowie bei namhaften Meistern jener Zeit mit den Wissenschaften seiner Zeit vertraut gemacht hatte, wurde nach dem Tode des Vaters sein Nachfolger. Die Lehrveranstaltungen und Reden Molawis waren aufgrund seines Wissens, seiner Erzählkunst und dichterischen Begabung einzigartig. Deshalb wurden sie von vielen Schülern besucht. Die Bücher „Madschles Sab-e und Fih ma Fih stellen die Ergebnisse der Predigten und des Unterrichts von Molawi dar.Der Masnavi von Molawi und der Divan von Schams sind seine dichterischen Werke. Molawi starb am 5.Dschmadi-as-Sani des Jahres 672 nach dem Mondkalender im Alter von 68 Jahren in Konia. Wir haben anlässlich des Molawijahres und um ihn der Welt bekannt zu machen eine Beitragsfolge für Sie angefertigt, die die Vorstellung dieses namhaften iranischen Dichters, die Betrachtung seiner Werke sowie die kritische Betrachtung und Analyse seiner Gedanken umfasst. Zudem werden wir Sie in jeder Folge über die neusten Nachrichten des Molawijahres und die weltweiten Aktivitäten zu seiner Würdigung informieren. Man kennt Molawi wegen seines bedeutenden Werkes Masnawi Maanawi als Erzählungsdichter. Er hat in vielen dieser Erzählungen seine Gedanken, Überzeugungen und Lehren dargelegt. Die Erzählungen von Masnawi beinhalten die feinsten mystischen Begriffe. Molawi hat sie den Liebhabern der Mystik und Wahrheit geschenkt. Augrund der Bedeutsamkeit der Werke von Molawi und seiner religiösen und mystischen Lehren, machen wir Sie in jeder Sendung mit der Welt seiner Erzählungen vertraut. So bringen wir Ihnen jedes Mal eine Erzählung von ihm und eine Analyse dazu. Meister Abdolhossein Sarrinkub schreibt in seinem Buch „Pelle Pelle ta molaghate Choda" (Stufe für Stufe bis zum Treffen mit Gott), in dem er sich mit der Lebensgeschichte Molawis befasst: „In Wahrheit war auch das Leben Molawis, das durch seinen fortwährenden geistlichen Charakter geprägt war und in seinem Kindesalter begann, gegenüber seinern geheimnisvollen Lehren, die er im Masnavi und seinen Ghaselen in Form einer Poesie gedichtet hat auch eine Poesie, die er nicht dichtete, sondern lebte. Ich bin der Auffassung, dass ohne diese nicht gedichtete Poesie (das Leben von Molawi) zu begreifen und ohne sich mit den Motivationen dieses Lebens zu befassen, die Molawi im Verlauf seiner Lebensjahre seinem geistlichen Ziel und spirituellen Betragen näherte, das Begreifen der bewundernswerten Harmonie zwischen seinem Leben und seiner Dichtung unmöglich wäre ."

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