Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Dienstag, 12 Januar 2016 19:35

Volkstümliche Erzählungen aus dem Iran (91)

Volkstümliche Erzählungen aus dem Iran (91)
Sie erfahren in diesem Teil wie die Geschichte von Malek-Mohammad und dem einbeinigen Div weitergeht. Doch zunächst wie  immer erst etwas Theorie über die volkstümlichen Erzählungen.   

      

Sie haben bereits über die Verkörperung des Bösen in den iranischen Volksmärchen durch den Div erfahren. Einige dieser Dämone behaupten sogar eine Gottheit zu sein.  Solche Divs tauchen zum Beispiel in dem Darab-Nama von Tarsusi (12. Jahrhundert nach Christus) auf. In diesem Buch heißt: „Eskandar (Alexander)  hatte davon gehört, dass in der Nähe jeder Stadt ein Dämon ist, der das Gebiet an sich gerissen hat und  behauptet : `Ich bin euer Gott`.“

Einige Divs sind Teufelsanbeter, wie im Eskandar-Nama Naqali  von Manutschehr Chan Hakim  der  Hezardastan –Div (Tausend Hände-Dämon) .

                                    

 

Wir sagten, dass die Divs sich vor den Menschen verbergen. Einige leben in den Bergen. Oftmals lebt ein  Div in dem legendären weit entfernten Berg Qaf, Zum Beispiel der Hezardastan-Div im Eskandar Nama des Manuthscher Chan Hakim .

In der Mythologie galten Berge als  heiliger Ort an dem die Götter leben. Manchmal leben diese Dämonen in einer Höhle, wie der  Div – Haft-Sar , der siebenköpfige Dämon Der Artschang-Div im Eskandar-Nama von Manutschehr Chan Hakim wohnt in einer Höhle in der nordiranischen Provinz Mazanderan. Aber  der Zarin-Tan-Div (der Dämon mit dem goldenden Leib) lebt auf der Insel Faiz-Bachsch.

 

Ein Div wechselt wie wir schon sagten schnell seine Gestalt. Im Eskandar-Namah Manutschehr Chan Hakims  verwandelt sich der Hezardastan-Div in den Helden Saadan Pahlawan.

                             

 

Allgemein gilt die Überzeugung, dass das Böse niemals siegt . Die meisten Dämone haben eine Lebensflasche und in dieser steckt der Rest des Lebens eines Dämons und daher wird diese Lebensflasche vom Dämonen sorgfältig bewacht. Wenn sie nämlich zerbricht, wird der Div zu Rauch oder Asche.  In vielen iranischen Märchen geht es im Kern darum, dass der Held der Geschichte versucht an die Lebensflasche des Dämons zu gelangen, sie zu zerbrechen und nach dem Tod des Divs, das Mädchen, das er gefangen genommen hat, zu befreien.

Aber der Dämon versteckt in seiner Unterkunft auch Gold und Juwellen.  Die Divs  sind nämlich in der Lage wertlose Metallen in Gold und Edelsteine  zu verwandeln.  Wer die  Lebensflasche des Divs zerbricht, kann diese Schätze erobern.

          

Und nun folgt der nächste Teil der Geschichte „Malek Mohammad und der einbeinige Div“. Sie steht in dem Buch Afsanehaye Irani (Iranische Märchen).   

 

             

Es war einmal ein König, so erzählten wir, der sieben Söhne hatte. Sechs waren leibliche Brüder und der siebte war von einer zweiten Frau und  hieß Malek Mohammad. Der König hatte versprochen, wer den Papagei im goldenen Käfig für ihn bringt, werde sein Nachfolger werden. Nachdem die sechs leiblichen Brüder ihn nicht herbeibringen konnten, machte sich Malek Mohammad mit Erlaubnis des Vaters auf der Weg. Aber die Brüder holten ihn in der Wüste ein , verprügelten ihn und ließen ihn halbtot liegen. Doch Malek Mohammad  sah im Traum Imam Ali (a). Er wurde gerettet und abends kam er in der Stadt bei einer alten Frau unter. Die erzählte ihm von dem Div, der laufend die Stadt bedrohte und  an dem Abend  die Tochter des Königs herausverlangt hatte. Malek Mohammad machte sich auf den Weg um mit dem Dämon zu kämpfen. Vor der Stadt saß die Tochter des Königs unter einem Gewölbe und wartete ängstlich auf den Div. Als dieser kam,  schlug Malek Mohamamd ihm mit seinem Säbel einen Fuß ab. 

 

Vor den erstaunten Augen der Prinzessin und  Malek Mohammad verwandelte sich der verängstigte Dämon in eine Wolke und verschwand in der Luft. Malek Mohammad und das Mädchen dankten Gott,  dass der Dämon geflohen war.  

 

        Als der Muezzin am Morgen auf das Dach der Moschee stieg, die gegenüber dem Gewölbebau stand, sah er etwas  Riesiges neben der Kuppel auf dem Boden  liegen. Seine Stimme begann bei dem Anblick  zu zittern und er versprach sich beim Gebetsruf. Der König, der aus Kummer um seine Tochter die ganze Nacht keine Auge zugemacht hatte, hörte den falschen Gebetsruf und ließ den Muezzin kommen.  Der König fragte den Muezzin: „Was ist passiert?“ Der Muezzin sagte:  „Ich weiß es nicht! Ich glaube der Div ist nicht satt geworden und schläft nun neben dem Gewölbe. Vielleicht hat er vor, in der Stadt zu bleiben.“

Der König ließ einen alten Mann kommen. Er gab ihm viel Geld, damit er zu dem Kuppelbau geht und nachsieht was los ist. Der alte Mann nahm das Geld und ging zitterned langsam in Richtung des Kuppelbaus.  Als er endlich ankam, war es hell geworden.  Da sah er, dass nicht der Div an dem Kuppelbau schläft sondern dort sein riesiger Fuß auf der Erde liegt.  Der alte Mann fasste er sich ein Herz und ging die Treppe zu dem Gewölbe hoch. Er erblickte  die Tochter des Königs  und einen schönen Jüngling, die  unter dem Gewölbe auf der Erde schliefen.

Schnell kehrte er zum König zurück und rief: „O Majestät. Der Dämon schläft nicht neben dem Kuppelbau! Es ist sein Fuß, der neben dem Gebäude liegt. Deine Tochter ist völlig gesund und ein schöner Jüngling ist auch dort.“

Der König war glücklich und rief: „Es war bestimmt dieser Jüngling, der dem Div den Fuß abgeschlagen hat . Bringt die beiden Schlafenden zu mir neben meinen Thron.“  

Doch der Wesir des Königs hatten einen Sohn, und der war  in die Prinzessin verliebt. Als der Wesir hörte, dass das Mädchen gesund ist, dachte er:  Es ist eine gute Gelegenheit den Wunsch meines Sohnes zu erfüllen. Er wandte sich an den König:

„O König ! Lass die beiden doch schlafen. Wenn sie wach geworden sind, lassen wir sie holen. Dann werden wir den jungen Mann etwas Schlimmes vorwerfen  und ihn töten und deine Tochter soll sich mit meinem Sohn vermählen!“

Da wurde der  König wütend und ließ den Wesir die Zunge abschneiden.

Danach befahl er, dass die beiden Schlafenden herbeigebracht werden.  Sie holten die Prinzessin und den Jüngling herbei und legten sie  neben den Thron des Königs.  Der König sagte: „O Jüngling. Wer du auch immer bist! Du hast das Leben meiner Tochter gerettet und hast das Übel des Divs  von mir und diesen Bürgern genommen.“

Kaum hatte der König dies gesagt, als seine Tochter aufwachte und alles erzählte, was sich in der Nacht zugetragen hatte.

Als der König erfuhr, wie mutig  Malek Mohammad gewesen war, sagte er zu ihm: „O Jüngling! Du musst meine Tochter zu deiner Frau nehmen. Ich vermähle sie mit dir.“

Malek Mohammad willigte ein und der König ließ die ganze Stadt schmücken. Es wurde  sieben Tage und Nächte lang gefeiert und am 7. Abend vermählte der König seine Tochter mit Malek Mohammad.

 

 Am Abend sagte  Malek Mohammad zu der Prinzessin: „Ich muss mich auf den Weg machen und es ist ein gefährlicher Weg. Wenn ich wieder zurückkomme, so bist du meine Frau und wenn nicht, dann heirate.“

Da lobte das Mädchen Malek Mohammad wegen seines Großmutes.

Am nächsten Morgen  sagte Malek Mohammad, der gehörte hatte, dass der Wesir in der Nähe eine eigene Stadt hat , zum König: „Heute möchte ich mir die Stadt des Wesirs anschauen.“

 Der König befahl, dass man die Stadt des Wesirs schön herrichtet und Malek Mohammad machte sich mit einem Gefolge  vom Königshof auf den Weg zur Stadt des Wesirs.

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren