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Dienstag, 12 Januar 2016 07:30

Hörerpostsendung am 10.01.2016

Hörerpostsendung am 10.01.2016
Bismillaher rahmaner rahim   -   Das neue Jahr bringt neuen Schwung in die Hörerpostmappe. Vielen Dank für die regen Aktivitäten liebe Hörerfreunde, und damit herzlich Willkommen zu unserer heutigen Ausgabe der Hörerpostsendung, bei der wir "ausnahmsweise" auch heute noch einmal die Sendezeit überziehen.

 

Am 6. Januar kam die erste Bestätigung des Eingangs unserer Weihnachtspost und zwar "aus dem hohen Norden", leider war der Inhalt angesichts der internationalen Krisenlage sehr pessimistisch. Hören Sie nun selbst, was Hörerfreund Hardy Micheel aus Norwegen geschrieben hat:

"Liebe Freunde.

Ich darf mich bei Ihnen für Ihre Post bedanken, die gestern bei mir eingetroffen ist. Insbesondere hat mich Ihre beigelegte Definition des Wortes Frieden sehr beeindruckt und angesprochen. Nur, werden Taten folgen?

Gerade in den Zeiten die wir momentan durchlaufen wäre es gut, wenn wir weniger in persönliche Befindlichkeiten und mehr in Richtung „Gemeinwohl“ denken könnten. Leider ist es jedoch wohl so, dass wir aufgrund von Ideologien, Macht- und Einfluss – Gelüsten, sowie Interessengruppen, die uns bewusst oder indirekt „steuern“, dorthin geführt werden wo man uns gerne platziert sieht. Wie soll es da Frieden geben, der allen gerecht wird? Es ist der Mensch selbst, jedes einzelne Individuum, das mit seinen „typischen negativen menschlichen Eigenschaften“ keinen Raum für Respekt und humane Gedanken und Handlungen zulässt. Das Misstrauen, der Neid und die „beschränkte“ Denkweise der meisten Menschen in „nur schwarz“ oder „nur weiß“ verhindert jede sachliche und objektive Analyse dessen was geschieht."

Herr Micheel schreibt weiter:

"Es ist so einfach zu sagen „die waren es“, nicht wahr? Hinzu kommt, was mich persönlich am stärksten erschüttert, dass der moderne Mensch offensichtlich erschreckend gleichgültiger ist und sich leichter lenken lässt, als das es sich noch unsere Vorfahren hätten bieten lassen.

Vielleicht ist es noch nicht einmal Dummheit, vielleicht ist es das Ausmaß an Reizüberflutungen, vielleicht ist es die Lethargie und das Desinteresse vor allem der Menschen in den wohlhabenden Ländern, die oftmals wohlhabend und satt andere, oft materielle Interessen verfolgen. Es ist doch viel angenehmer sich über den geplanten Sommerurlaub 2016, oder das neue Mobiltelefon, mit all den tollen Zusatzfunktionen zu unterhalten, als über den eigenen Tellerrand zu sehen und zu begreifen, dass es so nicht weitergehen kann.

Was schon nicht im kleinsten Familienkreis funktioniert, wie soll dann das große, das „Ganze“ funktionieren. Ich bin skeptisch, sehr skeptisch! Nichtsdestotrotz war das beigefügte Blatt eine gute Inspiration, die vielleicht eine weite Verbreitung finden sollte. Ihnen allen in diesen unruhigen Zeiten alles, alles Gute! Wollen wir hoffen, dass wir den Kontakt halten können – und das die Vernunft siegt ….

Ihr Hörer aus dem hohen Norden Hardy Micheel"

 

Vielen Dank lieber Herr Micheel, dass Sie uns und unseren Hörern Ihre wertvollen Gedanken mitgeteilt haben. Ja, mit dem Frieden ist das so eine Sache, wie schrieb vor einigen Jahren unser langjähriger Hörerfreund Ulrich Peschken aus Krefeld zu Beginn seines Gedichtes zum Jahreswechsel 2007/2008:
"Das Jahr geht um, man merkt es kaum,
das Leben ist wohl nur ein Traum!

Ein Traum vom Frieden auf der Erde,
dass er doch endlich Wahrheit werde."

Wahrscheinlich müssen wir Herrn Peschken recht geben, dass Frieden nur ein Traum ist. Denn anstatt, dass sich die internationalen Entwicklungen in Richtung Frieden bewegen, machen uns die aktuellen Ereignisse in unserer Region gleich zu Jahresbeginn schon wieder neue Sorgen.

"Hallo nach Teheran.

Meine Gedanken zur momentanen Situation im Orient:

War 2015 das Jahr, das zu Optimismus Anlass gab, so beginnt 2016 mit einem kleinen Rückschritt der aber nur dem Westen klar machen muss, das die Zeit des Hauses Al-Saud zu Ende ist. Hier wurde ein eklatanter Verstoss gegen die von der Welt propagierten Werte wie: Humanität, Toleranz, Freiheit und Akzeptanz begangen. Ein Zeichen, dass das Haus Al-Saud nur noch mit brutaler Gewalt seine Position halten will, aber nicht kann. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Iran ist nur ein Zeichen, das man keine Kritik hören will. Jetzt ist es ganz dringend angesagt, dass der Westen seine Beziehungen überprüft und der Politik Saudi-Arabiens eine klare Absage erteilt. Wer Kritiker, die die menschlichen Grundrechte auf friedliche Art einfordern, ermordet, ist untragbar in der Weltgemeinschaft und die Forderungen werden in Europa lauter.

Aber nicht nur hier, sondern auch in Saudi-Arabien formieren sich Proteste gegen das Haus Al-Saud, sollte das nicht uns allen zu denken geben???  In den USA gibt es immer noch Gruppen (Corley group etc.) die alles schön reden wollen, weil sie nicht eingestehen können, seit Jahren auf das falsche Pferd in der Region gesetzt zu haben. Nicht Saudi-Arabien sondern Iran ist der Partner, der für Stabilität im Nahen und Mittleren Osten sorgen kann.

Die Worte des Imam Ayatollah Khamenei waren klar und deutlich, jetzt liegt es an der Weltgemeinschaft rasch zu reagieren, im Jemen, Syrien, Irak und Palästina, und zukunftsorientierte Politik zum Wohle aller Menschen zu betreiben, denn das ist der Schlüssel für ein friedlicheres Jahr 2016. Zu einem "Miteinander" und nicht "Gegeneinander". Ich hoffe die Politiker hier sind bereit aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und 2016 neu zu beginnen. In der Bevölkerung hier wächst die Kritik und sie sollte nicht überhört werden.

Mit freundlichem Gruss Michael von der Heyde"

Vielen Dank Herr von der Heyde für Ihren wertvollen Standpunkt zur aktuellen Lage. Die pessimistische Stimmung wegen der derzeitigen Entwicklungen hat sich auch in der ersten Mail des neuen Jahres von unserem Hörer Lutz Winkler breit gemacht.

"Schmitten, 03.01.2016

Liebe Mitglieder der deutschen Redaktion in Teheran, die Feiertage sind vorbei und so langsam orientiere ich mich auf den Alltag, der mir auch im neuen Jahr sicher mit viel Arbeit und Ereignissen begegnen wird. Eine lieb gewonnene Angewohnheit möchte ich aber auch in diesem Jahr beibehalten - nämlich Ihrer Station nach Teheran regelmäßig Empfangsberichte und kleine Hörerbriefe zu senden.

Nach einem viel zu warmen Weihnachtsfest ist jetzt Schmuddelwetter angesagt mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und Regen und Schnee. Hoffen wir auf die Gesundheit - das ist wohl auch 2016 das Wichtigste. Ich wünsche Ihnen und ihren Angehörigen ein gesundes und frohes Neues Jahr. Mögen sich Ihre Wünsche und Hoffnungen erfüllen. Ich freue mich, dass ich auch im Jahr 2016 die Sendungen von IRIB auf der Kurzwelle verfolgen kann.

Nun aber erst einmal herzlichen Dank für die Zusendung der letzten QSL-Karte und einer weiteren kleinen Kachel. Ich habe nun schon zwei und habe sie an meinem Heizkörper an der Radioecke festgemacht. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Ob sich alles zum Guten wendet in diesem Jahr? Die ersten Nachrichten von 2016 lassen es nicht vermuten - immer wieder Anschläge, der Terror geht weiter, Hinrichtungen von Andersdenkenden - ich habe da nicht viel Hoffnung. Mein Gefühl ist: es wird das Jahr der Diktatoren und der Intoleranz gegenüber Andersdenkenden.

Mir gefallen besonders die Sendereihen, in denen Sie über die Traditionen aus dem Iran berichten. Hier ist besonders die Sendereihe über die iranischen Dörfer zu nennen, vielleicht könnten Sie aber auch mal berichten, wie die Menschen nun nach der Lockerung der Sanktionen leben. Spüren Sie diese Aufhebung der Sanktionen schon im Alltag? Für heute möchte ich schließen und verbleibe mit freundlichen Grüßen, Ihr Hörer Lutz Winkler."

Vielen Dank für Ihre guten Vorsätze Herr Winkler, dann können wir also auf Sie zählen in der Hörerpostecke. Danke auch für das Bild eines verschneiten Taunustals, sozusagen als Beweis für den Wintereinbruch.

Eine ganze Serie von Winterbildern hat uns auch Dietmar Wolf geschickt, damit wir sehen können, wie schön es in Hammelburg geschneit hat. Vielen Dank. Wir haben Ihre Bilder auf unserer Internetseite in der Rubrik "Aus der Hörerpost" veröffentlicht.

In die Reihe der besorgten Hörerfreunde hat sich auch Alfred Albrecht eingereiht und geschrieben:

"Liebe Redaktion, 

das neue Jahr hat begonnen. Was wird es uns bringen? Werden die Konflikte in der Welt weniger? Kann insbesondere der Syrienkonflikt endlich beendet werden? Das sind doch Fragen, die sich sicherlich viele Menschen stellen. Und schon gibt es den nächsten Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, welcher gerade noch gefehlt hat und die Diplomatie der Weltgemeinschaft noch mehr auf Touren bringen wird. Aber die Hoffnung auf Ruhe und Frieden stirbt zuletzt.
Zwischen Weihnachten 2015 und Neujahr 2016 war unsere Familie bei uns zusammen. Besonders unsere Enkelkinder nahmen uns voll in Beschlag. Deshalb war es mir nicht möglich, verschiedene Rundfunkstationen zu hören. 


Liebe Frau Sheikholeslami, ich bedanke mich sehr herzlich für Ihre Email mit der Beantwortung meiner Fragen bezüglich des grossen Dichters Hafis und der Teerosen. Ich habe mich sehr gefreut. Ebenso möchte ich mich für die guten Wünsche zum Jahr 2016 vielmals bedanken. Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion wünsche ich für das Jahr 2016 viel Glück, Gesundheit und viele weitere interessante Sendungen für uns Kurzwellenhörer, sowie stets eine sehr gute Verbindung zwischen Ihnen und uns. 

Ich schicke Ihnen Berichte unserer Badischen Zeitung zu. Mit der Hoffnung auf Beruhigung der Situation und Frieden in Ihrer Region verbleibe ich mit 
vielen Grüßen
Ihr Hörer Alfred Albrecht" 

Vielen Dank auch Ihnen Herr Albrecht, dass Sie Ihre Gedanken für uns in der Hörerrunde zum Ausdruck gebracht haben. Sie sprechen da sicher im Namen vieler der Hörerfreunde. Von den mitgeschickten Artikeln lesen wir aus Zeitgründen nur die Titel vor:

Atomabkommen: USA und Russland loben den Iran

Teheran/Riad (dpa) - Die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien hat die Spannungen zwischen Riad und Teheran massiv verschärft.

Saudische Verbündete kappen Beziehungen zum Iran

 

Bevor wir mit der nächsten Mail zum Thema Saudi-Arabien weitermachen, nun aber erst einmal unser heutiges Musikstück.

Nun wie schon gesagt eine weitere, und auch lange Mail, in der es ebenso um Saudi-Arabien geht. Aber der Absender hat noch viel mehr zu sagen. Bitteschön:

" Hallo ans IRIB Teheran-Team aus Deutschland, Wipperfürth

Und vorneweg erstmal ein frohes Neues Jahr zu Ihnen.

Möchte mich bei Ihnen für Ihr sehr gutes und wichtiges Programm in deutscher Sprache bedanken, welches ich fast täglich auf der Kurzwelle höre. Auf der gewählten Frequenz 5900 kHz hier mit störungsfreien Empfang. Macht Spaß.

Habe mir nun extra noch zusätzlich den wohl kleinsten SSB tauglichen Welt-Empfänger gekauft, den man wirklich immer bei sich haben kann, weil er sehr klein ist. Er passt in Hemd- oder Jackentasche und hat einen ganz Klasse Empfang auf allen Wellen inklusive SSB. Es ist der Tecsun PL 365, der unter 100 Euro kostet, und mit einem Satz Akkus über Wochen mir Ihren Sender auch in allen Situationen ans Ohr bringt. Ihr Sender ist deshalb so wichtig weil man mal "die andere Seite" hören kann, und nicht immer die doch sehr einseitige Berichterstattung der westlichen NATO Propaganda-Sendungen. Hier in Deutschland wird ja mittlerweile in jeder Sendung und auf jedem Sender nur über Russland, Iran, Assad und andere hergezogen. Es ist sicher nicht alles rosig in den aufgezählten Ländern, wo ist es das schon...? Wahrscheinlich nirgendwo.

Aber wir im Westen zeigen immer mit dem Finger auf diese Staaten, und benehmen uns selber viel schlimmer. Wie kann man Saudi-Arabien als engstem Verbündeten alles durchgehen lassen, ja sogar immer mehr Geschäfte machen, trotz der Hinrichtungen und Folterungen am Volk? Genauso mit der Türkei. Die EU wird von den USA gezwungen, Sanktionen gegen Russland zu machen, für Sachen die nicht mal per Schuldfrage geklärt sind ( Maidan, Abschuß Malaysien-Airline usw.). Die Amis dagegen machen hinter dem Rücken der EU weiter die großen Geschäfte mit Russland. So was ist schmutzig, und lässt erkennen, dass die USA kein Freund von Deutschland sind. Im Gegenteil!!

Deutschland und auch Russland sollen geschwächt werden mit allen Mitteln, sagte schon George Friedman, der Chef des US-Thinktank STRATFOR. Nur wir werden täglich in unseren Propaganda-Medien immer und immer wieder belogen. Gut, dass es mittlerweile alternative Medien im Internet gibt, wie KenFM oder Christoph Hörstel, den Ihr ja auch oft in den Telefon-Interviews habt. Höre ich sehr gerne zu.

Und tut mir einen Gefallen, bleibt auf der Kurzwelle mit den Sendungen, denn es wird sicher nicht mehr lange dauern dann fangen die Amis und der Westen an das Internet zu zensieren, dann ist die Kurzwelle ein Medium wo man alles noch empfangen kann.

Viele liebe Grüße. Jürgen Buchholz aus Wipperfürth"

Bei Herrn Buchholz bedanken wir uns ebenso ganz herzlich für sein Engagement und seine Meinungsäußerung, die wir hier mit seinem Einverständnis veröffentlichen konnten.

Herr Buchholz weißt in der Mail ja auch besonders auf die Bedeutung der Kurzwelle hin, deshalb möchten wir heute gerne für alle aus der "Radiogeschichte" unseres begeisterten DX-ers Michael Lindner vorlesen, die in der Dezemberausgabe des Radiokuriers erschienen ist.

Ein besonderer Gruß geht deshalb auch an Michael in Gera, der hoffentlich auch gut ins neue Jahr gekommen ist.

Hören Sie nun ein Stück von seiner Radiogeschichte:

"Bereits im frühen Jugendalter begann ich mich für das Medium Radio zu interessieren. Das einzige Radio in der elterlichen Wohnung war ein schon sehr betagtes Röhrenradio aus DDR Produktion, welches aber schon mit verschiedenen Wellenbereichen ausgestattet war, so auch mit Kurzwelle.

Gehört wurde standardmäßig eigentlich nur Radio DDR auf UKW. Sobald aber die Eltern die Wohnung verlassen hatten, kamen ganz andere Frequenzen zum Einsatz. So war es ein riesiges Erlebnis, den Soldatensender, den Freiheitssender 904 oder Radio Luxemburg auf Mittelwelle zu hören. Absoluter Spitzenreiter war allerdings der Rias Berlin, der über Deckadressen auch gut postalisch zu erreichen war. Da konnte man Grüße an die Freunde schicken oder sich heiße Rhytmen wünschen. Die westliche Musik war oftmals ein berauschender Ausstieg aus dem sozialistischen Alltag. Wortbeiträge dieser Sender waren im jugendlichen Alter von 15 Jahren so und so uninteressant, da die Beatles, die Stones oder die Hollies mit ihrer aufwühlenden Beatmusik das Rennen machten.

Aber von Radiofernempfang konnte noch keine Rede sein, da war ich noch weit entfernt davon.

Eines Tages aber kam durch Zufall die große Wende. Ich war wieder einmal alleine zu Hause und wollte Rias Berlin hören, als ich unbemerkt eine falsche Taste drückte, welche die Kurzwellenbänder aktivierte. Ich bemerkte das nicht gleich, obwohl arabische Musik gesendet wurde und die Empfangsqualität nicht so war wie immer. Ich war der Meinung, Rias Berlin bringt eine Reportage über den Nahen Osten und spielt eben mal ein arabisches Lied. Plötzlich jedoch hörte ich folgende Ansage in deutscher Sprache:"Hier ist Radio Bagdad, die Stimme der Republik Irak".

Mir blieb wortwörtlich die Spucke weg, das war wie Signale von einem anderen Stern. Im weiteren Verlauf der Ansage bat die Sprecherin die Hörer, eine Karte an Radio Bagdad zu schicken, mit dem Versprechen bestimmt zu antworten. Ich glaubte zu träumen, wie ist es möglich einen solchen Sender zu hören? Ohne es zu wissen, Radio Bagdad war meine erste Trophäe eines Radiofernempfanges. Natürlich schickte ich einen Kartengruß in die irakische Hauptstadt und nach einigen Wochen flatterte eine große gelbe Karte von Radio Bagdad bei mir ins Haus, mit vielen technischen Details zu den Sendungen der Station und frankiert mit schönen Briefmarken. Das war meine erste Bestätigungskarte (QSL).

Wenn Radio Bagdad in deutscher Sprache sendet, dann müssten doch auch noch andere Radiostationen in deutscher Sprache auf Kurzwelle zu hören sein. So begann ich systematisch die Kurzwellenbänder zu durchsuchen. Das Hobby Radiofernempfang (BC-DX) nahm seinen Lauf. ...

Nun brannte eine neue Leidenschaft in mir, die mir keine Ruhe mehr ließ. Tag für Tag, ja Nacht für Nacht saß ich unendliche Stunden vor meinem neuen tragbaren Radiogerät und suchte eifrig nach neuen Radiosendern aus aller Welt. Die Radiowellen brachten mir die große unbekannte Welt direkt ins Haus.

Wer hatte zu tiefen DDR-Zeiten schon detaillierte Informationen über das Leben, die Sitten und Gebräuche anderer Völker? So konnte ich bequem, aber heimlich, über den Tellerrand der sozialistischen DDR schauen. ...

Nach der politischen Wende in der ehemaligen DDR bekam mein Radiohobby eine ganz andere Bedeutung. Plötzlich gab es keine Einschränkungen mehr und die Angst, in die Mühlen der Stasi zu geraten, war vom Winde verweht. Jetzt konnte ich offiziell alle Radiostationen anschreiben und mich zu bestimmten Themen offen und ehrlich bekennen.

Dies waren also ein paar Ausschnitte aus dem spannenden Bericht von Michael Linder. Im Laufe der Jahre haben Sie ihn hier in der Hörerrunde durch seine unermüdlichen Aktivitäten für internationale Freundschaftsbande, die Verständigung der Menschen über alle Grenzen hinweg, und den Weltfrieden,  ja schon sehr gut kennenlernen können.

Sicher wäre es interessant auch mal von Ihnen, die Sie da am Empfänger sitzen, ihre Radiogeschichte zu hören! Bernd Seiser zum Beispiel hätte bestimmt auch viel zu berichten. Im Moment aber will er nur grüßen:

"Ich möchte mich bei Helmut Matt für sein Verständnis und seine Unterstützung für Hörer ohne Internetzugang bedanken. 
Ich versuche dann zum wiederholten Mal, unser Hörerklubmitglied Oskar Schmitt in Hamburg über die Frequenzen von IRIB freundlich zu grüßen, ebenso noch ein Gruss nach Hamburg an Horst und Monika Kuhn. Ich hoffe sehr, dass sowohl Oskar als auch Horst und Monika die langersehnten QSL-Karten bald bekommen können." 

Wie es aussieht, wollen die lieben Kuhns es in diesem Jahr doch nochmal mit uns versuchen, obwohl wir sie im letzten Jahr enttäuscht haben. Aber wie schon vor einer Woche beteuert, wir haben die QSL-Karten an sie abgeschickt.

Nun haben wir uns besonders über eine Mail vom 4. Januar mit einem Empfangsbericht der Kuhns vom Vortag gefreut. Darin heißt es:


"Eine schöne lange Hörerpostsendung zu Jahresanfang, gut so.

Bemerkungen: Viele Menschen und Länder bedrängen den Iran in ihrer Meinungsbildung bzw. Politik. Zu dem neuerlichen Konflikt mit Saudi-Arabien ist festzustellen: Gott ist mit euch, seid stark, ER wird euch schützen!

Betreff Hörerbriefkasten: Mit Freude konnten wir feststellen, dass Sie mit negativer Kritik fair umgehen. Auch das ist eine Form wahrer Größe. 
Mit der Bitte um eine QSL-Karte verbleiben wir mit freundlichen Grüßen. 
Die Kuhn's aus Hamburg"

Wir danken Ihnen liebe Kuhns und sind gespannt, und hoffen auf eine "Normalisierung unserer Beziehungen". Wenn unsere Weihnachtspost bei Ihnen ankommt, dann wird es sicher auch bei den QSL-Karten kein Problem mehr geben.

Ansonsten schließen wir uns den Wünschen und Grüßen von Bernd Seiser an und sagen ihm, Ihnen, Oskar Schmitt und allen anderen ein herzliches Aufwiederhören zur gleichen Zeit, an gleicher Stelle und auf gleicher Welle.

Khoda hafez – Gott schütze Sie. 

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