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Dienstag, 15 September 2015 17:30

Hörerpostsendung am 13. September 2015

Hörerpostsendung am 13. September 2015
Bismillaher rahmaner rahim  -  Die Flüchtlingskrise ist heutzutage in aller Munde, und auch unsere Hörerschaft hat zu diesem Thema etwas zu sagen. Deshalb wollen wir heute bei unserem Hörertreff die Zuschriften zu diesem Thema vorlesen. Und damit herzlich Willkommen!

 

Aber wir haben heute auch ein "Wunder von Dresden", eine ganz besondere Meldung, die sicher allen von Ihnen, die Sie schon lange Mitglied in der Hörergemeinschaft von IRIB sind, freuen wird.

Zunächst aber unser heutiges Hauptthema, zu dem die deutsche Bundeskanzlerin vor Kurzem in der Schweiz auch wichtige Worte fand und wir heute einige davon den Hörerbeiträgen vorausstellen wollen. Bundeslanzlerin Angela Merkel sagte zu den Ängsten einer Frau aus dem Publikum bezüglich einer möglichen Islamisierung aufgrund der zahlreichen Flüchtlinge, die aus muslimisch geprägten Ländern nach Deutschland kommen: "Angst war noch nie ein guter Ratgeber, weder im persönlichen noch im politischen Leben. Kulturen und Gesellschaften, die von Angst geprägt sind, werden mit Sicherheit die Zukunft nicht meistern.“

Sicher werden Sie liebe Hörerfreunde diesen wichtigen Worten von Frau Merkel zustimmen und auch alle anderen müssen ihr recht geben, ob sie nun ein Freund der Bundeskanzlerin sind oder nicht.

Und es geht noch weiter mit ihrer Antwort zum Problem mit den Muslimen. Sie sagte: ... "Dann haben wir doch auch den Mut zu sagen, dass wir Christen sind, haben wir Mut zu sagen, dass wir da in einen Dialog eintreten. Haben wir dann aber auch bitteschön die Tradition, mal wieder in den Gottesdienst zu gehen oder ein bisschen bibelfest zu sein oder vielleicht auch mal ein Bild in einer Kirche noch ein bisschen erklären zu können". Sie wirft einigen Bürgern vor, ihre eigene Religion kaum noch zu kennen.

Zum Schluss warnte die Kanzerlin noch vor Hochmut:

"Die europäische Geschichte ist so reich an so dramatischen und gruseligen Auseinandersetzungen, dass wir sehr vorsichtig sein sollten, uns sofort zu beklagen, wenn woanders was Schlimmes passiert. Wir müssen angehen dagegen, müssen versuchen, das zu bekämpfen, aber wir haben überhaupt keinen Grund zu größerem Hochmut muss ich sagen. Das sage ich jetzt als deutsche Bundeskanzlerin.“

Das zu den klaren Worten von Frau Merkel. Dabei hat sie noch nicht die Millionen Deutschen erwähnt, die im 17., 18. und 19. Jahrhundert vor Armut, Hunger und religiöser Verfolgung nach Amerika, Russland, Australien und anderswo geflohen sind.

Kommen wir aber nun zu den Hörerzuschriften zu diesem Thema, und da hat unser Hörerfreund Andreas Pawelczyk in Mannheim in seiner Mail vom 7. September einen noch ganz anderen Aspekt aufgeworfen und seine ersten Sätze mit großen Fragezeichen versehen:

"Guten Tag werte Redaktion von "Wir und unsere Hörer"
Zur derzeitigen Flüchlingsproblematik hätte ich folgenden Kommentar abzugeben:
Europa in der Opferrolle? Umgeben von Horden Afrikanern, Arabern und anderen, die uns Recht, Frieden und Wohlstand nehmen wollen?


Dieses Bild gehört auf die Füße gestellt. Zu erinnern ist an die koloniale Vergangenheit Europas. Europäische Konzerne haben mit der Ausplünderung Afrikas Höchstprofite erzielt und tun dies auch heute noch. EU-Flotten fischen die afrikanischen Küstengewässer leer, den dort heimischen Fischern wird die Lebensgrundlage entzogen und europäische Nahrungsmittelkonzerne runieren die Landwirtschaft in weiten Teilen Afrikas.
Für den Abbau von Rohstoffen für den europäischen Bedarf wurden die übelsten Warlords finanziell und militärisch unterstützt. Zurück bleiben eine zerstörte Umwelt, angezettelte Bürgerkriege und Menschen, die aus dieser Region fliehen.

Europa - besser gesagt , europäische Konzerne - sind die Aggressoren in einem Wirtschaftskrieg gegen die Bevölkerung Afrikas. Im Zweifelsfall werden die Interessen auch militärisch durchgesetzt, und das Jahrhunderte nach der blutigen Kolonialisierung durch die damaligen imperialistischen Mächte.

Soweit meine Bemerkungen zu dieser Problematik.Nun möchte ich schließen und wünsche alles Beste ihr
Andreas Pawelczyk, Mannheim"

Unsere Hörerfreundin Martina Pohl geht in ihrer Mail ebenso auf die aktuelle Situation der Flüchtlingskrise ein:

"Liebe Redaktion von IRIB,
'Niemand kann mehr glücklich sein in Syrien' lautet der Satz einer vierzehnjährigen Schülerin, die weinend und verzweifelt an einer Haltestelle auf einen Bus nach Aleppo wartet. Über 7 Millionen Menschen sind in Syrien selbst vertrieben worden. Millionen Syrer suchen Schutz in den Nachbarstaaten, nur der kleinste Teil kommt nach Europa. Die meisten syrischen Flüchtlinge sind Binnenflüchtlinge. Sie warten in der Küstenregion des Mittelmeeres zwischen der türkischen und der libanesischen Grenze.
Ein Ende des Bürgerkrieges ist nicht in Sicht. Die Lage ist ausweglos und katastrophal. Fast täglich erreichen uns Meldungen von Flüchtlingen auch anderer Nationalitäten, die auf völlig überfüllten Booten umkamen oder qualvoll ihren Tod in Lastwagen fanden. Wir bekämpfen die dreisten Schlepperbanden und zwingen Flüchtlinge gleichzeitig, sich den selben Schleppern auszuliefern. Doch das nehmen die Menschen in Kauf, weil das Leben in ihrer Heimat unmöglich und gefährlich geworden ist. Unter Einsatz ihres Lebens wollen sie einen sicheren Ort erreichen. Jugendliche und Kinder machen ein Drittel der Menschen aus, die bei uns Zuflucht suchen. Sie haben viele Monate hinter sich, in denen sie tausende Kilometer zurückgelegt haben. Infektionskrankheiten, enorme seelische und psychische Belastungen sind die Folge.

Wir müssen die Internationale Hilfe ausbauen. Das World Food Programm wurde entwickelt, um bei Krisen sofortige Hilfe leisten zu können. Ausgerechnet dieses Jahr hat man diese Hilfen z.B. für die Hungernden in der Sahelzone um 50 Prozent reduziert. Mit 45 Millionen Euro wäre es möglich, das World Food Programm bis zum Ende des Jahres weiterzuführen. Anscheinend belaufen sich die Kosten für den Grenzzaun bei Ungarn auf das doppelte. Wir geben lieber das Geld für Zäune aus, anstatt Menschenleben zu retten. Seit zwei Jahren baut Bulgarien einen Grenzzaun. Der bestgesicherte Grenzzaun befindet sich in der spanischen Exklave Melilla.

„Ich glaube, dass wir erkennen sollten, die Zahl der Zäune und der Grenzen, die undurchlässig sein sollen, sollten in Europa vorbei sein“, sagte dieser Tage der mittlerweile 88-jährige Hans-Dietrich Genscher. Mehr als 800.000 Flüchtlinge wird Deutschland aufnehmen. Dass dabei viele Kommunen an ihre Grenzen stoßen, ist angesichts des immensen Flüchtlingsstroms nicht anders zu erwarten. Dies wird auch in Zukunft eine große Herausforderung darstellen.

Momentan leben ungefähr 200 Flüchtlinge in Überlingen. Viele kommen aus Somalia, Eritrea, Pakistan, Gambia und Syrien. Viele Vereine stellten sich den Flüchtlingen vor, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, sich aktiv zu beteiligen und nicht ausgeschlossen zu sein. Allerdings wurde in einem „Offenen Brief“ an die Stadt die menschenunwürdige Unter-bringung der Flüchtlinge angeprangert.

Dieses Thema ist noch lange nicht abgeschlossen und wird uns noch eine Weile beschäftigen. Doch für heute beende ich meine Zeilen und verbleibe mit den besten Wünschen Eure Hörerin Martina."


Wir danken Herrn Pawelczyk und Frau Pohl für ihre wichtigen Meinungsäußerungen und Berichte.

Auch Helmut Schafheitle aus Singen berührt dieses Thema, deshalb fügte er seinem Empfangsbericht vom 6. September nach Berlin folgende Zeilen hinzu:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst darf ich mich bei Ihnen für die Zusendung der Broschüre von Mehdi Latif bedanken. Ich muss mich erst noch mit der Lektüre beschäftigen. Zu danken habe ich Ihnen auch für die schönen Bildpostkarten aus Ihrem großen Land. Ebenso für den Frequenz- und Programmplan.

Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die großen Nahostländer intensiver zusammenarbeiten könnten, z.B. Iran, Irak, Ägypten, Türkei, Syrien usw.. Was gegenwärtig geschieht in den großen Krisengebieten, ist nicht mehr nachvollziehbar. Die massenhaften Flüchtlingsbewegungen aus verschiedenen Ländern erreichen nun Europa.

Man wird jedoch auf Dauer nicht darum herumkommen nach Lösungs-wegen für die vorhandenen Aufgabenstellungen in den Herkunftsländern zu suchen. Daran führt kein Weg vorbei.

Auch gilt es die Mechanismen in den internationalen Handels-beziehungen (IWF/WTO) künftig so zu gestalten, dass damit die großen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten in der zeitgenössischen Welt verringert werden können, was dem Frieden dient.

Wir haben es jetzt auch mit dem gefährlichen globalen Klimawandel zu tun. Wenn da nicht bald umgesteuert wird, dann ist es schwierig den nachfolgenden Generationen gute Lebensmöglichkeiten anzubieten. Die natürlichen Ressourcen sind nicht unerschöpflich, so dass sich der Wachstumswahn verbietet. Wir haben zwar die Möglichkeiten, aber nicht das Recht dazu, die natürliche Schöpfung auszuplündern. Sonst hätten wir umsonst gelebt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und auch weiterhin viele interessante Sendungen.

Mit freundschaftlichen Grüssen Helmut Schafheitle"

Danke Herr Schafheitle für Ihre weisen Worte.

Einen weiteren Aspekt zum Thema wies Herr Dieter Feltes aus Pyrbaum in seiner Mail vom 7. September auf:


" Sehr geehrte Damen und Herren!
Heute hatte ich einen sehr guten Empfang Ihrer Sendung. Dies ist nicht immer so. Die Frühsendung ist meistens besser bei mir zu empfangen. 
Zu Ihrer Sendung in der es um die Bekämpfung von Armut und Hunger geht, habe ich zu sagen, das dies besonders in den Kriegsgebieten nicht so einfach ist. Aber die Armut ist auch bei uns nicht zu übersehen. Viele Menschen leben zum Beispiel in Nürnberg, 30 Km entfernt von mir, unter Brücken in Armut. Viele sind auf karitative Einrichtungen angewiesen. Was ich bei uns auch festgestellt habe ist, dass viele ihren Status nicht ändern wollen und lieber frei sind. Durch die vielen Flüchtlinge, die momentan nach Deutschland kommen, wird sich die Armut nocht steigern. Das zu ändern ist nicht so einfach.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viele Grüße aus dem schönen Bayern
Ihr Hörer Dieter Feltes"

Vielen Dank Herr Feltes für Ihren wichtigen Beitrag. Sicher werden wir über dieses Thema demnächst weiter in der Hörerrunde zu reden haben.

Kommen wir jetzt aber zu unserem heutigen Musikstück, dass von der Freundschaft handelt, denn wir wollen ja noch über das "Wunder von Dresden" berichten, und das hat ganz viel mit Freundschaft zu tun.

Jetzt wollen wir Sie also nicht mehr lange auf die Folter spannen und über das "Wunder von Dresden" berichten. Diese Sache steht in engem Zusammenhang mit unserem lieben Hörerfreund Michael Lindner aus Gera und einem anderen alt bekannten und liebgewonnenen Hörerfreund, der aber seit geraumer Zeit von den Kurzwellen verschwunden ist, da ihm das Schicksal nicht besonders wohlgesonnen war.

Aber eine Lektion, die das Leben uns lehrt ist die, dass man nie die Hoffnung aufgeben soll. Also beginnen wir mal mit dem für uns ersten Ereignis einer Kette von Ereignissen, die zum "Wunder von Dresden" führten.

Also vor einiger Zeit erreichte uns eine Botschaft auf unserer Internetseite in der Rubrik Kommentare:

"Sehr geehrte Damen und Herren, ich schreibe hier weniger einen Kommentar auf Ihre Sendung als eine Suchanzeige. Ich arbeite als Therapeutin in einem Seniorenheim in Dresden und dort lebt Karl-Heinz Probst. Er hat - bevor er pflegebedürftig wurde - häufig Ihren Sender gehört und darüber Kontakte zu anderen Menschen gehabt. Das fehlt ihm nun alles. Ich suche für ihn Herrn Michael Lindner, dessen Artikel ich schon fand. Können Sie bitte den Kontakt zu ihm für mich/für Herrn Probst herstellen? Herr Probst wäre überaus glücklich. Ein Radio mit Mittelwellenempfänger möchte ich ihm auch noch besorgen, damit er Sie wieder hören kann.

Mit freundlichen Grüßen an diesem heißen Sommertag 

Ulrike M."

Ja, das war der Beginn und dann konnten wir weiterhelfen, dass sich die beiden alten Freunde und Hobbykollegen  Michael Lindner und Karl-Heinz Probst wiederfinden und jetzt ist es zu einem Wiedersehen gekommen, an dem wir Dank des Berichtes von Herrn Lindner auch heute hier in der Hörerrunde teilnehmen können. Wir lesen daraus vor:

"Nun haben wir das "Wunder von Dresden" vollbracht. In einer Spontanaktion machten wir uns am Donnerstag auf, um unseren alten und wiedergefundenen DX-Freund Karl-Heinz Probst in seinem Seniorenpflegeheim in Dresden-Neustadt aufzusuchen. Natürlich meldeten wir uns zuvor noch telefonisch im Heim an, um nicht ungelegen zu erscheinen. Schließlich sind solche Besuche für einen alten Menschen immer sehr bewegend und aufregend, deswegen ist es besser, dass sie Bescheid wissen. So erwartete Karl-Heinz uns schon mit voller Ungeduld in seinem kleinen Zimmer in der obersten Etage des Hauses. Natürlich gab es einige herzliche Umarmungen und wir konnten beobachten, dass die Augen doch etwas feucht geworden sind. Es gab nach der langen Zeit des Schweigens eine herzliche und spannende Unterhaltung, schließlich war zwischenzeitlich sehr viel geschehen. Als Geschenk überreichten wir unserem lieben DX-Freund ein wunderschönes Bild aus dem Iran, damit er immer ein Andenken an uns und natürlich seinen Lieblings-sender IRIB hat. Dieses Bild erhielt ich als Geschenk vor vielen Jahren von IRIB. Trotzdem war es ein herzliches Bedürfnis für mich, dieses Bild einem Freund zu schenken, der ein schweres Schicksal hat.

Die Eingewöhnung fällt Karl-Heinz mehr als schwer. Er beklagt, dass er alles verloren hat, was sein Eigentum in seiner Wohnung war. Er berichtete uns, dass sämtliches Wohnungs-mobilar und auch alle anderen Dinge ausgeräumt und weggeschafft wurden, auch seine geliebte QSL-Sammlung und sogar seine Kurzwellenempfänger waren darunter. So hat er auch von IRIB keine Erinnerungen mehr.

Seine dringlichsten Wünsche momentan sind: Ein brauchbares Kurzwellengerät um IRIB zu hören und ein Blutdruckmess-gerät. Nun müssen wir sehen, ob wir diese Dinge kostenfrei irgendwo auftreiben können, um zu helfen. Er selber kann sich das nicht besorgen,da er Parkinson hat und im Rollstuhl sitzt und sein Radius damit total eingeschränkt ist. Schließlich ist er ja auch schon über die 84!"

 

Unser herzlicher Dank geht an die Mitarbeiterin im Pflegeheim in Dresden, dass sie sich für Herrn Probst eingesetzt hat, und ein besonderer Dank geht auch an Michael Lindner, der uns am Wiedersehen mit OM Probst teilhaben lies. Wir hoffen es ist der Anfang der Forsetzung einer alten Freundschaft.

An dieser Stelle möchten wir auch die Gelegenheit nutzen, unsere werte Hörerschaft aufzurufen, vielleicht bei der Suche nach einem Kurzwellenempfänger und einem Blutdruckmeßgerät für Herrn Probst behilflich zu sein. Wir vermitteln gerne über Herrn Lindner zu ihm. Vielen Dank.

Alles Gute bis zum nächsten Mal und eine erfolgreiche Woche wünscht Ihnen das Team von IRIB in Teheran.

Choda hafez – Gott schütze Sie!

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