Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Donnerstag, 10 September 2015 22:20

Hörerpostsendung am 06. September 2015

Hörerpostsendung am 06. September 2015
Bismillaher rahmaner rahim   -   Der Sommer geht zu Ende und damit auch die Sommerferien. In den meisten Bundesländern in Deutschland hat die Schule schon wieder begonnen. Nur in Bayern und Baden-Württemberg sind noch eine Woche Ferien. Aber auch in unserem Sendegebiet Österreich sind in manchen Bundesländern noch Schulferien, während die Ferien in der Schweiz schon in allen Kantonen im August zu Ende gegangen sind.

 

Schulanfang – das betrifft ja die meisten von Ihnen, liebe Hörerfreunde nicht, aber trotzdem wird es auch bei dem einen oder anderen von Ihnen Thema sein, wegen der Kinder und Enkelkinder vielleicht. Aber was hat unsere Hörerpostrunde mit dem Schulanfang zu tun? Das erklären wir Ihnen näher nach ein wenig Musik. 

Es ist ein Zeitungsausschnitt, der schon längere Zeit in der Hörerpost-mappe sein Dasein fristet, bis der Zeitpunkt seiner Wertschätzung gekommen ist. Ja, und heute ist es nun soweit und wir danken an dieser Stelle unserem lieben Hörerfreund Paul Gager im österreichischen Deutschkreutz, dass er uns diesen interessanten kurzen Ausschnitt aus der Rubrik 'Hast Du gewußt....' in seiner Zeitung, zugeschickt hat. Darin heißt es:

Hast Du gewusst, dass die Erfindung der Schultüte auf einen muslimischen Lehrer zurückgeht? Er hat vor mehr als 1400 Jahren kleine Beutel aus Leinen, Hanf und Palmfasern mit einfachen Leckereien, Kuchen und Datteln sowie ein paar nützlichen Kleinigkeiten wie Schreibzeug und kleinen Steinen gefüllt, um den ersten Schultag für seine Kinder zu einem ganz besonderen Ereignis zu machen.

Daraus entwickelte sich über viele Jahrhunderte die Tradition, Taferlklassler mit einer Schultüte zu überraschen.

Wer von Ihnen nicht weiß, was ein Taferlklassler ist, dem sei gesagt, dass es ein Schulanfänger ist. Die Bezeichnung kommt daher, dass die Kinder früher in der ersten Klasse noch mit Griffeln auf Schiefertafeln geschrieben haben. - So ändern sich die Zeiten. Trotz aller Modernisierung sind die Schul- oder Zuckertüten aber weiterhin beliebt.

Herrn Gager danken wir für die sehr interessante Information, die sicher die meisten von Ihnen noch nie gehört haben. Uns ging es auch so. Bei Wikipaedia steht zu diesem Thema: "Die Schultüten (in weiten Teilen Deutschlands auch Zuckertüten genannt) sind ein Brauch, der seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland zur Einschulung gepflegt wird."

Hier bei uns in Iran gibt es zwar keine Zuckertüten in dem Ihnen gewohnten Sinne, aber der Schulbeginn wird auch hier den Kindern auf alle möglichen Arten versüßt und schmackhaft gemacht. Noch haben unsere Kinder knapp drei Wochen Ferien, dann erst ist der 3 Monate lange Sommerferien-Marathon vorbei.

 

Zum Thema Schule und Schulwege hat unser Hörerfreund Volker Willschrey eine Bilddatei geschickt, in der die beeindruckenden Bilder von lebensgefährlichen Schulwegen zeugen, die so manche Kinder in China, Indien, Indonesien, Sri Lanka, auf den Philippinen, in Myanmar, in Kolumbien oder im Himalaya bewältigen müssen.

Die Bilder zeigen wie die Schulkinder auf stellweise nur fünfzig Zenti-meter breiten Pfaden an steilen Berghängen oder über am Steilhang befestigte Leitern, auf schnee- und eisbedeckten Wegen, auf Büffelrücken, über verfallene Hängebrücken, per Kabelbahnen, oder mit Autoreifen, per Kanu, auf dem Dach eines Bootes, oder auf einem Bambusfloß, Flüsse überqueren und täglich einen äußerst riskanten Schulweg hinter sich bringen müssen.

Der Kommentar zu  dieser Bilddatei, der in Niederländisch verfaßt wurde, lautet: Faszinierend an diesen Bildern ist vor allem der Mut der Kinder, die ihr Leben riskieren um zur Schule zu gehen und ihren Wissensdurst zu stillen.

Bei uns im Westen ist es oft zu viel für manche Eltern, wenn die Kinder 100 Meter zu Fuß in die Schule laufen müssen.

Von so manchen Beschwernissen berichtet auch der Brief, der per Schneckenpost bei uns in Teheran eingetroffen ist. Es ist ein lieber langer Brief aus Gladbeck und darin steht viel Lesenswertes und wir danken unserem Bruder Frank Luqman Bresonik für die Zeit die er sich genommen hat, um einen weiteren Meilenstein in unserer langjährigen Hörer-Sender-Freundschaft zu setzen.

"Gladbeck, den 23. Juni 2015

Bismillahir-rahmanir-rahim !!

As-salamualeikum wa rahmatullahi wa barakatuh !

Liebe Brüder und Schwestern der Stimme der Islamischen Republik Iran!

Wir schreiben den 6. Tag des Ramadans, ich befinde mich vor meinem Schreibtisch mit leerem Magen, doch mit einem Kopf der voller Gedanken ist und die möchte ich in diesem Moment gerne mit Euch und Euren Hörern teilen.

Zunächst hoffe ich, dass Euch mein Brief mit den Segenswünschen für den Heiligen Fastenmonat Ramadan an alle Muslime inzwischen erreicht hat. Meinerseits kann ich seit heute Morgen, nachdem ich die Post aus meinem Briefkasten holte behaupten, dass Eure von mir langersehnte Briefsendung, nämlich die IRIB-Rundfunkzeitung "Feedback", die von einer hübschen Glückwunschkarte zum Jahreswechsel und einem netten Brief begleitet wurde, endlich den Weg zu mir nach Gladbeck gefunden hat. Recht herzlichen Dank für dieses wertvolle Geschenk!

Nun, ich konnte mich in der Lektüre "Feedback" nicht nur schriftlich sondern auch optisch wiederfinden, allerdings erkannte ich leider nicht, auf welcher Seite mein Beitrag beginnt bzw. endet, da ich ja nicht der persischen Sprache mächtig bin.

Ist diese Publikation eigentlich nur für einen bestimmten Personenkreis gedacht und in welchen Abständen erscheint sie?"

 

Bevor es weiter geht mit dem Brief, beantworten wir Herrn Bresonik kurz seine Fragen. Also das Magazin 'Feedback' von IRIB erscheint monatlich und wird IRIB-intern verteilt. Bezüglich Ihrer Frage über den Beginn Ihres Beitrages in diesem Magazin können wir sagen, dass iranische Bücher, Zeitschriften oder Zeitungen von rechts nach links gelesen werden und auch die Schrift von rechts nach links verläuft. Damit sollte es Ihnen hoffentlich möglich sein, den Beginn Ihres Artikels, der ja auch mit Ihrem Bild versehen ist, zu finden.

Nun aber weiter mit den Zeilen von Frank Luqman, die er im Juni geschrieben hat:

"Vor knapp zwei Wochen verlor ich auf dem Busbahnhof in Gladbeck das Gleichgewicht und schmetterte mit voller Wucht zu Boden.

Linksseitig im Bereich meines Brustkorbes machten sich so starke Schmerzen bemerkbar, dass es mir leider nicht sofort gelang aufzustehen. Gut eine Viertelstunge lang wurde ich von Taxifahrern und anderen Leuten die auf ihre Busse warteten, beobachtet, doch keiner von ihnen kam mir zu Hilfe.

Dieses unmenschliche Verhalten erinnerte mich an meine Kindheitstage. Damals stürzte ich mit meinem Fahrrad auf den Bürgersteig und brach mir das Bein. Damit ich mich bemerkbar machen konnte, rutschte ich auf dem Boden von der in einer Nebenstraße gelegenen Unfallstelle, bis zur nächsten Ampel einer Hauptstrasse.
Dort machte ich auf mich aufmerksam, gab den vorbeifahrenden oder an der roten Ampel haltenden Autofahrern Handzeichen, doch die Hilfe blieb eine halbe Stunde lang aus.

Danach blinkte ein Auto und parkte auf dem Bürgersteig. Ein Mann mittleren Alters stieg aus diesem Fahrzeug aus und sah nach mir. Anschließend fuhr er mich zu meinen Eltern, die in der Nähe wohnten, da es ja zur Verständigung damals noch keine Handys gab. Nach einer Weile kam dann mein Vater und brachte mich mit seinem Auto ins Krankenhaus, in dem ich dann später operiert wurde.

So kann es einem ergehen, in einem Land in dem die Kälte oftmals nicht nur klimatisch zu spüren ist.

Wie gerne hätte ich Euch mitgeteilt, dass es meinem Vater gesundheitlich besser geht, doch stattdessen verschlechtert sich sein Gesundheitszustand schleichend. Die halbseitige Lähmung seines Körpers durch die Schlaganfälle ist geblieben und die Demenz schreitet voran.

Ich verarbeite diese schwierige Situation durch Depressionen, die mich zusätzlich im Rahmen meiner Erkrankungen belasten, doch Allah schenkt mir nach wie vor die Kraft die ich benötige, um das Beste aus allem für mich und meinen Vater zu machen. An manchen Sonntagen höre ich mir mit ihm gemeinsam Eure Hörerpostsendung im Seniorenheim an. Mein Vater ist zwar nicht mehr fähig den Inhalten dieses Programms Folge zu leisten, aber er mag die iranische Musik sehr und vielleicht könntet Ihr ihm einmal eine Freude mit dem von einem Mann gesungenen Lied über den Iran machen. Dankeschön!"

Da wollen wir doch gleich einmal den Musikwunsch von Herrn Bresonik für seinen Vater erfüllen. Wir hoffen wir haben das richtige Lied getroffen. Es heißt Iran, Iran und wird von dem bekannten und inzwischen schon verstorbenen Sänger Mohammad Nouri vorgetragen. Ihnen allen liebe Hörerfreunde, und vor allem auch den Bresoniks wünschen wir beste Unterhaltung dabei.

 

Nach dieser schönen Verschnaufpause geht es nun weiter mit Frank Luqmans Brief:

"Ansonsten möchte ich Euch in diesem Anschreiben wissen lassen, dass mir schon als junger Mann der Weltfrieden sehr am Herzen lag und ich damals sehr oft für dieses Ziel, dass bis heute leider nicht erreicht wurde, im Rahmen von stillen Protesten als Mitläufer auf verschiedenen Plätzen dabei war.

Der Islam ist eine friedliche Religion, die weltweit den größten Zulauf verzeichnen kann. Umso schlimmer finde ich das Verhalten von Leuten, die diese wunderbare und wahre Religion für ihre eigenen Zwecke mißbrauchen und unschuldige Menschen töten. Doch auch die Glaubenskriege zwischen Katholiken und Evangelikalen im Norden Irlands verurteile ich. Leider sind mir hinsichtlich dieser immer schlimmer werdenden Weltlage die Hände gebunden, aber es ist beruhigend zu wissen, dass wir hierzulande noch unsere Meinung äußern dürfen, und die Hoffnung lebt weiter, dass irgendwann unser kranker Globus etwas oder sogar ganz gesund wird und auch die klimatischen Verhältnisse, die stets durcheinander geraten, sich so ordnen wie sie einst waren, damit die kommenden Generationen eine Zukunft haben.

Was die derzeitigen Flüchtlingsströme betrifft, die sich in Richtung Europa aufmachen, ganz besonders in Richtung Deutschland, so bin ich der Meinung, dass die EU mit einem anderen Hilfsprojekt punkten könnte, als mit dem das auf der Tagesordnung steht.

Ich würde es begrüßen, wenn Europa für die Menschen, die flüchten möchten, einen internationalen Hilfsfond einrichtet, aus dem sich dann ärmere Länder finanziell aufbereiten können, um letztendlich eine Hilfe zur Selbsthilfe für die Bedürftigen anbieten zu können. Eine Flüchtlingswelle nach dem derzeitigen Stand, wie auch die dazugehörige Kulturentfremdung, würde es aus meiner Sicht dann nicht mehr geben. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung, ist aber durch die Politik einer solchen Bundesregierung wohl leider nicht umsetzbar.

Möge Allah Euch reichlich segnen!

Euer Bruder Frank Luqman"

Wir danken Herrn Bresonik an dieser Stelle noch einmal für alles was er berichtet hat, denn Vieles aus seinem Brief ist für uns alle sicher sehr aufschlußreich und auch zum Nachdenken anregend gewesen.

Das von ihm zuletzt erwähnte Thema 'Flüchtlingskrise' wird auch in der Mail von Ende Juli, die uns Herr Stephan Lipsius aus Kassel geschrieben hat, aufgegriffen. Da heißt es:

 

"In der Ortschaft Calden, nördlich von Kassel, haben wir inzwischen auch eine Zeltstadt mit über 1.200 Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak und es werden täglich immer mehr.... Bis zum Winter müssen für die Flüchtlinge feste Unterkünfte gefunden werden, was gerade für die Familien mit Kindern (eine erste Geburt gab es auch schon) von dringender Notwendigkeit ist. Der Westen hat im sogenannten Nahen und Mittleren Osten politisch viel falsch gemacht und auf die falschen Akteure gesetzt. Leider wird das in der hiesigen Berichterstattung als ein Grund für die Flüchtlingsströme praktisch kaum thematisiert. 

 Herzliche Grüße und alle guten Wünsche, Ihr Stephan Lipsius"

 

Im letzten Abschnitt unserer heutigen Sendung haben wir noch ein kleines Sammelsurium an Meldungen.  Zunächst möchten wir Ihnen einen neuen Hörer vorstellen, sein Empfangsbericht erreichte uns am 2. September per Mail:  

 

"Guten Tag,
beim Stöbern auf Kurzwelle bin ich auf Ihre Station auf der Frequenz
7200 kHz gestoßen und höre gerade Ihre Nachrichten und Kommentare. Das Signal ist sehr stark. Für den Empfang verwende ich einen Yaesu FT 897 und eine kurze Dipolantenne.
Ebenfalls sind Ihre Beiträge sehr interessant. So werfen die Beiträge
auf die Ereignisse ein ganz anderes Licht. Auch die Sendung 'Islamischer
Lebensstil' finde ich interessant.
Könnten Sie mir bitte eine QSL-Karte senden?
Vielen Dank und freundliche Grüße
Peter Hennicke, Rheinstetten."

Wir danken Herrn Hennicke und hoffen, dass er, nachdem er uns nun auf der Kurzwelle gefunden hat, nicht so schnell wieder den Laufpaß gibt ! Seinen Wunsch nach einer QSL-Karte werden wir natürlich gerne erfüllen.

Rheinstetten liegt im Landkreis Karlsruhe und ist schon ganz weit im Süden Deutschlands. Wenn wir noch ein bischen weiter südlich gehen, dann treffen wir auf die Absenderin einer in Teheran eingetroffenen Urlaubskarte, nämlich auf Martina Pohl in Überlingen am Bodensee. Ihre Urlaubspost kam aber von weit im Norden, nämlich aus Husum:

"Liebe Redaktion von IRIB,

herzliche Urlaubsgrüße aus Husum senden Martina und Bernd.

Heute haben wir einen Ausflug nach Schloß Glücksburg, nahe der Flensburger Förde, unternommen. Neben dem üblichen Inventar gab es wunderschöne Gobelins zu bestaunen."

Noch viel weiter in den Norden Europas hat es Herrn Lipsius aus Kassel gezogen. Leider haben wir aber seine Urlaubskarte aus Nord-Finnland – wie er in seiner Mail fragend zu hoffen wünschte - noch nicht bekommen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir haben hier schon die ungewöhnlichsten Postlaufzeiten erlebt.

Auf jeden Fall schönen Dank Ihnen beiden, dass Sie in Ihrem Urlaub wieder an uns gedacht haben.

Mit der Grußbotschaft von unserem lieben OM Bernd Seiser möchten wir unser heutiges Programm abschließen:

"Falls möglich, möchte ich gerne in einer Ausgabe von 'Wir und unsere Hörer auch gerne unsere Hörerklubmitglieder Dietmar Wolf und Heinz Günter Hessenbruch, sowie auch Martina Pohl freundlich grüßen und einen guten IRIB-Empfang wünschen."

Wir schließen uns diesen Wünschen an, und zwar für alle Hörerfreunde und freuen uns, wenn wir Sie alle schon recht bald gesund und munter wiedertreffen können.

Aufwiederhören und Choda hafez – Gott schütze Sie!

 

Medien

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren