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Freitag, 14 August 2015 11:47

Hörerpostsendung am 9. August 2015

Hörerpostsendung am 9. August 2015
Bismillaher rahmaner rahim   -    Sommerzeit ist Reise- und Urlaubszeit, das wirkt sich natürlich auch auf 'Uns und unsere Hörer' und vor allem auch die Hörerpostmappe und somit die Hörerpostsendung aus. Und die Auswirkungen sind verschiedenster Art, sowohl negativ als auch positiv, denn viele Hörerfreunde werden durchs Reisen und Urlauben davon abgehalten die interessanten Kurzwellensendungen ihrer Lieblingsauslands-stationen zu hören, oder wenn sie sie hören, werden sie davon abgehalten  entsprechende Empfangsberichte zu schreiben, und so weiter, und so weiter.

 

Aber natürlich hat das Reisen auch positive Seiten, denn man kann ja Reiseberichte schreiben oder vom Urlaub erzählen, was ganz bestimmt auch Interesse in der Hörerrunde findet. Deshalb üben wir uns in Geduld und sehen den Urlaubs- und Reiseberichten unserer lieben Hörerfreunde hoffnungsvoll entgegen, denn irgendwann werden sie schon eintreffen.

Einer von ihnen hat es uns schon versprochen, es ist Helmut Matt. Da seine Reiseberichte seit geraumer Zeit immer in Buchform erscheinen, braucht er natürlich auch mehr Zeit dafür. Derweil das Buch über die Usbekistan-Reise im Frühsommer im Entstehen begriffen ist, begibt sich Herr Matt mit seiner Frau Linda aber erst einmal auf Wanderschaft in seiner näheren Heimat, hören Sie selbst:

"Mit dem Buch muss ich noch um etwas Geduld bitten. Zurzeit habe ich Urlaub. Wir sind dieses Mal nicht verreist und sind täglich zwischen Schwarzwald und Vogesen unterwegs. Morgen wandern wir zwischen Lac Blanc und Lac Noir. Da liegt das Buch sozusagen auf Eis. Bald soll es aber weitergehen. So muss ich Ihre Vorfreude also noch ein wenig verlängern. 

Ich will mich aber bald wieder melden.

Ganz herzliche Grüße aus dem tropischen Breisgau 

Ihr Helmut Matt"

Wir haben es ja gesagt, wir müssen uns nur in Geduld üben. Die Zeit bis dahin verbringen wir damit, die Reisetipps anderer Hörerfreunde an die Runde weiter zu geben. In der Mail von Herrn Matt gab es ja gerade auch einen, nämlich Wandern zwischen Schwarzwald und Vogesen.

Aber auch unser lieber Waldmeister in Schneeberg hat dieses Jahr wieder keine Kosten und Mühen gescheut, uns das umfangreiche Magazin "Reisezeit im Erzgebirge" zuzuschicken. Also liebe Hörer-freunde, auch in der Heimat von Christoph Schmidt aus Schneeberg da gibt es eine Menge zu entdecken. Da können Sie bei Wanderungen, Museumsbesuchen, Camping, Sport und Wellness; in gemütlichen Gasthäusern, bei Volksfesten und Festspielen, bei romantischen Bahnfahrten, interessanten Schnitzkursen und vielen anderen Veranstaltungen mehr, ganz prima vom Alltag abschalten und entspannen und die wunderschöne Natur macht alle Unternehmungen noch zu einem größeren Erlebnis für Jung und Alt. Das Erzgebirge mit Schneeberg, Annaberg, Zwickau, Aue, Thalheim und vielen anderen Städten und Orten mehr, hat viel zu bieten, das verspricht uns das Magazin von Christoph Schmidt und er kann es ganz sicher bestätigen. Liebe Hörerfreunde, wer bisher noch ziellos war für seine Sommerferien oder den Sommerurlaub: Auf in den Schwarzwald oder ins Erzgebirge – "Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!?"

Ganz so nah liegt das Land des Reisetipps, den uns Paul Gager aus Deutschkreutz in seiner letzten Post im Juli nach Berlin beigelegt hat aber nicht, denn er führt, wie nicht anders zu erwarten bei diesem österreichischen Hörerfreund, in unser Land.

Reisetipp der Woche:  Iran – Kultur als Erlebnis

In dieser Werbung für unser Land heißt es dann folgendermaßen:

"Der Iran ist ein Land großer Kultur, lebendiger Gelehrsamkeit und aufgeschlossener, gast-freundlicher Menschen.

Mit Ornamenten verzierte Moscheen, prächtige Paläste und Mausoleen verehrter Heiliger, zeugen von einem goldenen Zeitalter in Isfahan und Schiraz. Die jüngste Vergangenheit ist in den Palästen der Pahlewis sichtbar und eine lebendige Gegenwart findet man in Teheran.

Zur Einstimmung: Stadtrundfahrt in Teheran, Streifzug durch das Archäologische Museum und Besuch des Sa'dabad-Palastes. In Schiraz stehen der Besuch der prachtvollen Karim-Khan-Burg, der Vakil-Moschee sowie des Imamzade Ali-ibn Hamzeh, der Nasir-al-Molk Moschee und des Bagh-e Jahan Nama, dem ältesten Garten der Stadt, auf dem Programm. Die Mausoleen der beiden Dichter Sa'di und Hafez sind noch heute Orte lebendiger Ehrerbietung.

Beim Abendessen kann man die Lebensweise der persischen Nomaden kennenlernen. Es folgt ein Ausflug nach Persepolis, auf Griechisch: Hauptstadt Persiens. Ein halber Tag ist zur Erkundung des mächtigen Ruinenkomplexes vorgesehen. Pasargade war die erste Residenz des Perserreiches unter den Achämeniden und beheimatet das Grab von Kyros dem Großen. Übernachtung in der historischen Zeinoddin-Karawanserei, von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

In Yazd, der ältesten Lehmziegelstadt der Welt, stehen ein Besuch des Feuertempels, der Überreste der Türme des Schweigens und der Amir-Chakhmaq-Moschee auf dem Programm. Auf dem Weg nach Isfahan Besichtigung des Wassermuseums, des Dolat-Abad-Gartens mit den Windtürmen und der bedeutenden Dschameh-Moschee.

 

Durch die Salzwüste Daschte Kavir geht es nach Nain, bekannt als Zisternenstadt. Es folgt Isfahan, die Stadt der tausend Kacheln. Eine Ganztagestour führt zum Imam-Platz, wo sich architektonische Juwelen wie die Scheikh Lotfollah-Moschee, die Imam-Moschee und verschiedene Paläste aneinanderreihen, umgeben von einem der schönsten alten orientalischen Basare des Iran. Besuch des armenisch-christlichen Viertels mit der Vank-Kathedrale und dem Museum. Nach dem Besuch der Sufi-Grabstädte Menar Jonban und der historischen Brücken Weiterfahrt nach Teheran. Von dort Rückflug nach Wien.

Vielen Dank Herr Gager für den "Reisetipp Iran". Nach der historischen "Atomeinigung" in Wien scheint unser Land ja doch langsam "salonfähiger" zu werden für die Reisebranche und es heißt nicht mehr, wie noch vor Kurzem: "Der Iran kommt einem bei der Urlaubsplanung nicht sofort in den Sinn."

Unserem Hörerfreund Ralf Urbanczyk ist der Iran aber schon länger als Reiseziel in den Sinn gekommen, dass hat er neulich mit folgenden Worten bestätigt: "Ich hoffe ja immer noch, dass ich irgendwann einmal eine Reise in den Iran realisieren kann."

Heute wollen wir aber nicht darauf eingehen, sondern auf eine Frage die uns dieser Hörerfreund vor einiger Zeit einmal gestellt hat. Zur Einstimmung auf das Thema zunächst nun unser Musikstück. 
Nun zu der Mail und der Frage von Ralf Urbanczyk:

Es war am 11. April, als Hörerfreund Ralf Urbanczyk in Eisleben unser Abendprogramm hörte und sich aus dem Gehörten, nämlich einem Teil unserer Sendereihe "Geschichten aus dem Schahname" für ihn eine Frage ergab. In seinem Kommentar zu dem besagten Empfangsbericht hieß es:

"Obwohl ich schon häufig einige im deutschen nacherzählte Geschichten aus dem Buch der Könige 'Schahname' gelesen habe und auch in Ihren Programmen immer wieder über Firdausis Werk zu hören ist, sind diese sagenhaften Legenden so tiefgründig und so vielfältig, dass sie immer noch spannend sind. Die Legende von Rostam steht für zeitlose, allgemeingültige Werte wie Gerechtigkeit, Achtung, Stolz und Mut. Fasziniert lauschte ich somit auch heute wieder Ihrem Programm "Geschichten aus dem Schahname".

Eine meiner ersten Begegnungen mit der Legende von Rostam war der sowjetische Film vom Regisseur Boris Kimjagarow aus den 1960er oder 1970er Jahren.

Wurden im Iran die Geschichten aus dem Königsbuch auch verfilmt und
eventuell in andere Sprachen wie deutsch oder englisch synchronisiert?"

Zu Beginn der Beantwortung dieser Frage wollen wir einen kurzen Überblick über das Thema geben, denn sicher sind nicht alle von Ihnen damit vertraut.

Also das Schahname ist die Geschichte des antiken Iran und Schahname bedeutet Königsbuch. Die Geschichte Irans bis zum Beginn der islamischen Epoche wurde vor rund 1000 Jahren von dem welt-bekannten persischen Dichter Abul Qasim Ferdowsi in Versform für die Nachwelt erhalten. Den historischen Berichten zufolge soll Ferdowsi 30 Jahre seines Lebens mit der Arbeit am Schahname vezugebracht haben.

Mit seinen über 50 000 Versen gehört das Schahname zu den größten Epen der Weltliteratur und ist eines der bekanntesten Werke in der persischsprachigen Welt.

Der größte Held in den Geschichten des Schahname ist Rostam und eine der international bekanntesten Geschichten ist die von Rostam und Sohrab. Sohrab ist der Sohn Rostams. Vater und Sohn kennen sich aber aufgrund ihrer Lebensumstände nicht und als der Sohn auszieht um seinen Vater zu suchen, kommt es durch List und Intrigen des Erzfeindes Iran, sowie durch schicksalshafte Mißverständnisse, zu einem tragischen Zweikampf zwischen Vater und Sohn, bei dem der Sohn vom eigenen Vater getötet wird.

Die Sage vom Zweikampf zwischen Vater und Sohn ist auch in der deutschen Literatur des 9. Jahrhunderts, im sogenannten Hildebrandslied, zu finden. Das Hildebrandslied ist eines der frühesten poetischen Textzeugnisse in deutscher Sprache aus dem 9. Jahrhundert. Es ist das einzig überlieferte Textzeugnis eines Heldenlieds germanischen Typs in der deutschen Literatur, und darüber hinaus, generell das älteste erhaltene germanische Heldenlied. Es ist aber nur bruchstückhaft erhalten. Der Text bricht ab, als sich Vater und Sohn im Zweikampf gegenüberstehen.

Da der Schluss der Handlung nicht überliefert ist, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden, ob das Ende tragisch gestaltet war. Man kann aber davon ausgehen, denn der Text baut in seiner dramaturgischen Komposition auf den Höhepunkt des Zweikampfes hin auf. 

Im Bericht über die 1000 Jahre Ferdowsi-Feier  im Jahre 1934 in Berlin heißt es diesbezüglich:

"Der persische Dichter Firdosi, zu dessen Gedenken wir uns hier heute versammelt haben, ist gerade für uns ein lebendiges Symbol der großen geschichtlichen Leistungen des persischen Volkes, dem wir uns in Freundschaft verbunden fühlen. Wissen wir doch, daß unsere Ahnen, die Germanen, mit den alten Persern stammesverwandt waren, und daß die beiden großen Völker zu ein und demselben Zweig der Urvölkerfamilie der Indogermanen gehören."

Nun aber zur eigentlichen Frage von Herrn Urbanczyk, nämlich:

"Wurden im Iran die Geschichten aus dem Königsbuch auch verfilmt und eventuell in andere Sprachen wie Deutsch oder Englisch synchronisiert?"

Lieber Herr Urbanczyk in unseren Quellen zur Beantwortung Ihrer Fragen hieß es unter anderem:

"Trotz großem Enthusiasmus von Filmemachern und Regisseuren vor der Islamischen Revolution, wie Abdulhossein Sepanta, Esmail Kuschan, Manutscher Zamani oder Siamak Yasemi, Motive aus der alten persischen Literatur, und insbesondere aus dem Schahname und der reichen persischen Poesie zu verfilmen, sind bedauerlicherweise keine Filme entstanden, die dem Wert und der Würde des Schahnames entsprächen. Begründet ist dies durch Schwächen und Mängel in der Strukturierung der Erzählung, bei der Regie, beim Kamerateam, sowie beim Kostümdesign und der –herstellung.

Wenn in der iranischen Kinogeschichte bisher auch noch kein Werk, dass dem Wert und der Bedeutung Ferdowsis und seinem Schahname gerecht wird, geschaffen wurde, so zeigen doch die verschiedenen Anstrengungen iranischer Filmemacher, dass man – unter Berücksichtigung der gegebenen Möglichkeiten und Bedingungen ihrer Tage - sich um die Verfilmung der Geschichten aus dem Schahname bemüht hat.

Einer der iranischen Filmproduzenten von vor der Islamischen Revolution ist Abdolhossein Sepanta (1907-1969), er gilt als Vater des iranischen Tonfilms. Im Laufe seines Lebens schrieb und übersetzte er auch 18 Bücher. 1934 führte er Regie bei dem anlässlich der Feiern zum 1000-jährigen Geburtstag Ferdowsis gedrehten biografischen Drama über das Leben von Abul Qasim Ferdowsi, mit Teilen aus dem Schahname.

Der 1957 von Mehdi Reisfirooz und Schahroch Rafi' produzierte Film 'Rostam und Sohrab' zeichnete ein falsches Bild von Ferdowsis Werk und hatte auch keinen kommerziellen Erfolg.

Ein Jahr später entstand im Filmstudio von Pars-Film der Fim "Bischan und Manische" auf der Grundlage des Schahname und der Geschichte von Rostam.

1967 wurde der Film "Siawasch in Takht-e Dschamschid" (das meint in Persepolis) von Fereydoun Rahnema (1930-1975) gedreht. Rahnema studierte in Paris und war vom modernen europäischen Kino beeinflußt. Somit entstand ein Film, der den Mythos der Figur des Siawasch aus dem Schahname in der heutigen Zeit und im Herzen der Ruinen von Persepolis zeigt.

Nach der Islamischen Revolution entstand 2007 eine vom Zweiten Iranischen Fernsehen in Auftrag gegebene Fernsehserie mit dem Titel "Vierzig Soldaten". In diesem Werk des iranischen Filmemachers Mohammad Nourizad, stehen die Helden aus dem Schahname, wie Rostam, Siawasch, Esfandiar, Sohrab, und andere, hinter den Persönlichkeiten der jungen Soldaten. Der Film versucht eine Brücke zwischen Mythologie und Geschichte, Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen.

2009 entstand der Film "Die Flaggen von Kavehs Burg" ebenfalls von Mohammad Nourizad, der aber aufgrund seiner Struktur einer Theateraufführung und mangelnder Zusammenhänge im Drehbuch stark kritisiert wurde und nach der Aufführung beim Fadschr-Filmfestival nicht in die Kinos kam.

Yasser Mowahedfard, der damalige Generalsekretär der Ferdowsi-Stiftung, einer Nichtregierungsorganisation, hat 2010 einen internationalen Film über das Schahname angekündigt. Damit soll das große iranische Heldenepos 'Schahname' international bekannter gemacht werden. Laut Mowahedfard haben die Studien zu dem Film mehr als 5 Jahre in Anspruch genommen. Wie es seinerzeit hieß, werde am Drehbuch geschrieben. In diesem Film soll die klassische persische Literatur in einer modernen Version gezeigt werden. Die Filmaufnahmen sollen in Iran und mehreren europäischen Ländern gedreht werden.

Lieber Herr Urbanczyk Sie und wir müssen uns also wohl noch länger gedulden, bis wir einen umfassenden iranischen Film über das Schahname bzw. seine Geschichten, der auch in andere Sprachen synchronisiert wird, sehen können.

Um zu erfahren, was sich sonst  noch in der Postmappe der deutschen Redaktion von IRIB in Teheran befindet, brauchen wir zum Glück nur eine Woche zu warten.

Bis dahin also – Choda hafez – Gott schütze Sie!

 

 

 

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