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Dienstag, 02 Juni 2015 10:53

Hörerpostsendung am 31. Mai 2015

Hörerpostsendung am 31. Mai 2015
Bismillaher rahmaner rahim   -    Wir freuen uns, dass die Zeit für die nette Runde im Hörerfreundekreis gekommen ist und besonders auch, dass wir wieder Post aus Gladbeck bekommen haben. Es ist lange her, dass Frank-Luqman Bresonik uns die Ehre gegeben hat, ihn in unseren Reihen zu begrüßen, deshalb tun wir es heute umso herzlicher.

Aber unser Willkommensgruß gilt natürlich nicht nur ihm, sondern allen anderen lieben Hörerfreundinnen und Hörerfreunden die heute dabei sind. Herzlich willkommen also Ihnen allen, mit denen wir die Ehre haben den Mai zu beschließen, wir hoffen es war ein guter Monat für Sie.

Jetzt aber zur schon angekündigten Post aus Gladbeck, bzw. deren Vorgeschichte. Am 12. April hatten wir in unsrer Hörerpostsendung auch erwähnt, dass Frank-Luqman Bresonik aufgrund eines bedauerlichen Mißverständnisses denken mußte, dass wir ihn vergessen haben, denn unsere Post traf nicht bei ihm ein. Unser Musikstück am 12. April, eigens Herrn Bresonik gewidmet, hat ihn aber wieder versöhnlich gestimmt, und er hat sich deshalb gleich am nächsten Tag hingesetzt und einen langen Brief geschrieben, den wir heute nun nach einer kurzen Musik zuerst vorlesen möchten.

Herr Bresonik beginnt seinen Brief am 13. April als Muslim mit arabischen Worten zum Lobpreis Gottes:

Bismillahir rahmanir rahim !!! alhamdulillahilladhi at'amana wa saqana wa ja'alana muslimin

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!

Alles Lob gehört Allah, der uns Speise und Trank gibt und uns zu Muslimen machte!

"Liebe Brüder und liebe Schwestern der deutschsprachigen Redaktion des Auslandsrundfunks der Stimme der Islamischen Republik Iran, in diesem Brief, der mein erstes Lebenszeichen aus Gladbeck in diesem Jahr ist, möchte ich zum Ausdruck bringen, wie wertvoll mir die langjährige Freundschaft zu Euch und meinem Lieblingsradiosender in Teheran ist, und Euch gedanklich die Hand reichen in der Hoffnung, dass Ihr mein langes Schweigen im Rahmen unserer Korrespndenz entschuldigt.

Nun möchte ich die Wunde, die durch die Euch bekannten Gründe entstanden ist, nicht wieder aufreißen, aber es hat mich schon sehr gekränkt, dass ich die Zeitung mit meinem Konvertierungsbericht leider bis zum heutigen Tag nicht erhalten habe. Dass ist sehr sehr schade, da sie nicht nur eine Bestätigung meiner schriftlichen Niederlegung, sondern auch eine bleibende Erinnerung für mich gewesen wäre. Leider kann ich mich nicht für etwas bedanken, dass ich nicht bekommen habe, doch die musikalische Grußbotschaft in der gestrigen Hörerpostsendung (12.April) ist bei mir angekommen, und ließ die Sehnsucht nach IRIB bei mir so gross werden, daß vor lauter Freude ein paar Tränen aus meinen Augen kamen. Dankeschön für dieses sehr schöne Musikstück!

Sicherlich denkt Ihr, dass ich in meinen Formulierungen übertreibe, aber es entspricht alles der Wahrheit, was ich Euch mitteile. Die Wahrheit kann allerdings auch sehr schmerzlich sein. Und solche Erfahrungen machte ich im Dezember 2014, als mein Vater den 4. Schlaganfall erlitt und immer mehr dement wurde, oder aber beim kürzlichen Anruf nach Tunesien, als der älteste Sohn meines besten Freundes Fathi Abichou mir mit gedämpfter Stimme mitteilte, dass sein Vater vor zwei Monaten verstorben ist.

Über 24 Jahre lang war ich mit Fathi und seiner Familie befreundet. Das der Vater nun nicht mehr unter uns weilt, war und ist eine sehr trautige Nachricht für mich, die ich immer noch verarbeiten muß um sie zu verstehen. In diesem Jahr wollte ich die Familie Abichou besuchen, doch ich wäre während eines dortigen Aufenthalts durchgehend traurig, da über dieser Familie und über meinem geliebten tunesischen Urlaubsort in meinen Gedanken eine dunkle Wolke des Schmerzes hängt. So werde ich Inshaallah meine Reise woanders hin planen, eventuell erstmals nach Marokko und wenn Allah möchte, hole ich den Besuch in naher Zukunft in Tunesien nach und besuche dann das Grab meines Freundes, den ich nie in meinem Leben vergessen werde.

Bis dahin so hoffe ich, spreche ich auch ein besseres Arabisch. Ihr solltet wissen, dass ich seit einigen Monaten in der Moschee wöchentlich sechs Stunden Arabisch lerne und diese Sprache gefällt mir sehr gut.

Die ganze Zeit frage ich mich, wie es meinem Freund Fazel Mondani jetzt geht. So lange habe ich nichts mehr von ihm gehört, und ich finde das so schade, denn das Leben ist einfach zu kurz, um sich für immer in's Schweigen zu hüllen.

Ich freue mich schon sehr auf den heiligen Fastenmonat Ramadan, den ich Inshaallah wie alle Muslime erleben werde. Möge Allah Euch reichlich segnen! Euer Bruder im Islam Luqman.

P.S. Die Abendfrequenz 7200 khz ist wunderbar von Euch ausgewählt worden. Sie bietet stets einen fast störungsfreien Empfang, aber auf der Frequenz 9900 höre ich Euch ebenfalls recht gut.

In den Morgenstungen ist IRIB hierzulande auf den Frequenzen 15500 und 17570 khz nicht zufriedenstellend zu empfangen."

Wir freuen uns lieber Frank-Luqman über alle Ihre Zeilen und danken auch für den Empfangsbericht und die Beurteilung der Frequenzen und wir danken an dieser Stelle auch ganz besonders Heinz-Günter Hessenbruch für die Vermittlungsbemühungen, die durch ihn über die schnelle elektronische Post abgewickelt wurden, zu der Herr Bresonik keinen Zugang hat. Mit Hilfe von Herrn Hessenbruch konnten wir Frank-Luqman mitteilen, dass es eine falsche Adresse war, die zu dem großen Mißverständnis geführt hat. Wir hoffen, dass inzwischen auch unsre Schneckenpost mit der IRIB-Zeitschrift bei Frank-Luqman angekommen ist, denn IRIB hat in einer hausinternen Zeitschrift den in die Farsi-Sprache übersetzten Bericht, in dem Herr Bresonik seinen Lebensweg und seine Konvertierung zum Islam beschreibt, veröffentlicht.

Unser Hörerfreund in Gladbeck hat ja in seinem Brief unsere Abendfrequenzen gelobt, und besonders auch die 7200 kHz. Und damit steht er nicht alleine, denn die meisten unsrer Hörerfreunde haben mit dieser Frequenz einen guten Empfang. Leider ist diese Frequenz aber sehr umstritten, was viele Mails in unsrer Mailbox bezeugen. Die uns am feindlichsten gesinnte kam letzte Woche und lautete:

"Sie stören das 40-Meter-Amateurfunkband. Verschwinden sie dort, sonst werden ihre Antennen ein Stück kürzer...

Wenn sie Radio machen, sollten sie wissen wo man Senden darf und wo nicht.

 Also, abschalten. Ihren Quak will eh keiner hören."

 

Weniger aggressiv waren die schon zuvor  eingetroffenen Mails:

"Ich höre Sie heute in meinem Radio-Empfänger mit Ihrem Träger auf 7200 kHz, wobei das untere Seitenband in das Amateurfunkband eindringt, und mit Spratzen bis hinab zu 7190 kHz. Ich finde Ihren Sendeinhalt interessant, aber bitte gehen Sie höher in der Frequenz. Das lizensierte Amateurfunkband geht von 7000 kHz bis 7200 kHz. Besten Gruß Hermann Pratsch"

"Sehr geehrte Damen und Herren, wie ich höre senden Sie in Deutsch auf 7200 kHz in AM. Dieser Frequenzbereich ist dem internationalen Amateurfunk exklusiv zugeordnet. Ihre Aussendung verstößt damit gegen deutsche und internationale Gesetze! Ich bitte um Ihre Stellungnahme. 

"Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie senden auf dem 41m Band 7200 khz, dort dürfen Sie nicht senden, da der Amateurfunkdienst seine Frequenz bis 7200 khz dort hat. Weitere Auskunft erteilt Ihnen die Bundesnetzagentur (http://www.bundesnetzagentur.de )
Eine Störmeldung an die Bundesnetzagentur wird folgen.
Mit freundlichen Grüßen
M.Nagel"

"Sehr geehrte Damen und Herren,

ich protestiere gegen die Belegung der Frequenz 7200 kHz für Ihre Sendungen in deutscher Sprache.

Die Seitenbänder Ihrer AM-Aussendung reichen weit in das benachbarte 40m Band hinein, das weltweit exklusiv den Funkamateuren zugewiesen ist. Hier werden extreme Störungen der Funkverbindungen verursacht.

Ich fordere Sie auf, sich an die einschlägigen Bandpläne zu halten und die Aussendungen auf 7200 kHz einzustellen!

Bert Braun, DD5XL"

 

Unser Hörerfreund Werner Schubert hatte es ja schon vorausgesehen, als er gleich zu Beginn der neuen Sendeperiode schrieb:

"Mit der 7200 kHz dürfte es etwas Ärger geben, denn eigentlich sollte diese Frequenz an der Grenze zum 40-Meter-Amateurfunkband nicht von einem Rundfunksender belegt sein. Da wird sich der iranische Rundfunk wohl noch Proteste einhandeln, ob berechtigt oder nicht.

Werner Schubert"

 

Ja, die Proteste haben wir bekommen, ob sie berechtigt sind können wir  nicht so einfach beantworten, denn die Zuständigen von IRIB haben einen mehrseitigen Bericht vorgelegt, in dem Dokumente aufgezeigt werden, die IRIB die Berechtigung für die Nutzung dieser Frequenz zugestehen. Man hat hier keinerlei Sorgen vor rechtlichen Konsequenzen bei der Nutzung der 7200 kHz. Wo hier nun die Ursache für dieses Problem wirklich liegt, können wir in der Hörerpostecke also so gar nicht klären, da beide Seiten sich im Recht sehen.

Wie unsere langjährigen Hörerfreunde die Störungen auf dieser umstrittenen Abendfrequenz erleben, dokumentieren wir Ihnen nun durch die folgenden Zuschriften:

"Sehr geehrte Damen und Herren!
Leider ist der Empfang der Abendsendung zur Zeit nicht gut. Nach ein paar Minuten der Sendung hatte ich Störungen durch Amateurfunker. In diesem Zusammenhang fiel auch der Name von Ihrer Radiostation. Vielleicht war das auch nur ein Zufall. An anderen Tagen hörte ich zu dieser Zeit nur Ihre Stimme.
Ich hoffe, dass der Empfang weiterhin hörenswert ist und bleibt.
Mit den besten Grüßen verbleibe ich  
Dieter Feltes, Pyrbaum"

 

"In Ihrer Sendung "Wir und unsere Hörer" mußte ich dauernd Hintergrundgespräche in deutscher Sprache vernehmen. (ca. 7300 KHz, am 10.05.2015). Dies geschah bei mir in Mannheim vor einigen Tagen schon mal, ohne, dass ich dies notierte, weil ich damals dachte dies wäre nur eine Ausnahme. Gestern wurde es allerdings wieder sehr anormal. Ich konnte da was von "München" und etwas von "schönem Wetter" hören. Ein Hörer wies schon mal darauf hin, dass dies Privatfunker wären. Wie wäre es denn, wenn sich die Funker vielleicht einen anderen Wellenbereich suchen würden?

Andreas Pawelczyk, Mannheim"

"Liebe Redaktion in Teheran,

die Abendsendung auf den Frequenzen 9900 kHz und 7200 kHz sind hier gut bis sehr gut zu empfangen. Auf der besagten 7200 kHz hört man allerdings auch mal die Amateurfunker sprechen.

Martina Pohl, Überlingen"

 

"Vielleicht etwas für Ihre Techniker:

Gestern (Montag 04-05-2015) waren bei der Abendsendung auf 7200 kHz im Hintergrund deutschsprachige Amateurfunker zu hörern (!) Einer meinte sogar, dass er durch IRIB gestört würde... Nach meinem Radiowissen gehört aber 7200 kHz noch zum Rundfunkbereich :-)

Der ganze Spuk war nach ca. 30 Min vorbei und ich konnte die Sendung wieder störungsfrei empfangen.

Es gibt schon seltsame Dinge im Radio...

Vielleicht haben es andere Hörer ebenfalls mitbekommen.

 Bis dahin,

Ihr Radiofreund
Antonio Mateo, Grevenbroich"

Unser Hörerfreund Lutz Winkler, der auch bei den Amateurfunkern ist, hat uns die Situation aus seiner Warte noch mal genauer erklärt und Aufzeichnungen gemacht. Vielen herzlichen Dank dafür Herr Winkler. Hier ist seine Mail:

"Ich beobachte Ihre Ausstrahlung mit Sorgen und auch mit Unverständnis. Zur Veranschaulichung habe ich mal einen Screenshot von der Frequenzlage gemacht. (Siehe Anhang) Darauf sehen Sie das Signal von IRIB genau auf der Frequenz 7200 kHz. Als Signal im AM Modus belegen Sie jeweils 6 kHz im unteren Seitenband, also von 7194 bis 7200 kHz (rot dargestellt) und von 7200 bis 7206 kHz im oberen Seitenband (grün dargestellt).
Laut IARU (Internationale Amateur Radio Union) - Bandplan der Zone 1, zu der auch der Iran gehört, geht das 40mAmateurfunkband bis zur Frequenz 7200 kHz.
Sie streuen also mit den unteren 6 kHz der Aussendung in das Amateurfunkband hinein, welches zum Ärger der Amateurfunker auch kräftig jeden Abend bestätigt wird. Zumal Sie auch so stark senden, dass kein Amateurfunker "dagegen" halten kann.
Ich finde diese Frequenzwahl sehr unglücklich - zumal es im 41m Band durch die Abschaltung vieler Sender genug Freiraum gibt.
Ich hoffe, dass ich Ihnen die Problematik etwas näher bringen und verständlicher machen konnte. Bei Fragen melden Sie sich bitte noch einmal.
Viele Grüße nach Teheran,
Lutz Winkler"

Der Bericht von Lutz Winkler und einigen Amateurfunkern, und der Bericht von IRIB stehen sich also konträr gegenüber, ob man nun von Amateurfunkerseite aus noch juristische Schritte unternehmen wird, müssen wir abwarten. Von IRIB-Seite sieht man sich mit den vorhandenen Unterlagen allen juristischen Konsequenzen gegenüber gut gewappnet.

Hören Sie jetzt erst einmal unser heutiges Musikstück, mit dem wir allen  Ärger mit der umstrittenen Frequenz nun vergessen wollen.

Das beste was man vom Reisen mit nach Hause bringen kann ist eine heile Haut – so sagt ein altes persisches Sprichwort.

Dieses Sprichwort trifft sicher auch auf unseren Hörerfreund Volker Willschrey zu, denn er hat sich in seinem letzten Urlaub auf die Spuren von Graf Dracula begeben.

Der bei uns eingegangene Reisebericht zeigt aber, dass Volker und seine Frau Marise wieder heil aus Transsilvanien bzw. Siebenbürgen, im Herzen von Rumänien, zurückgekommen sind, und dass sich die Geschichten, die sich um diesen berühmt-berüchtigten Bösewicht ranken, nur auf sehr vage historische Dokumente stützen.

Hier aber zunächst die Mail von Herrn Willschrey:
"Liebe Frau Sheikholeslami,
Vielen Dank für Ihre Email. Ja, wir sind wieder aus Rumänien zurück. Wir haben eine wunderschöne Woche in Bukarest und Transsilvanien verbracht und waren dabei auch – wie Sie ja schon wissen, auf den Spuren von Dracula.
Mein Reisebericht ist mittlerweile auch fertig und ich sende gerne heute eine Kopie davon und hoffe, Sie können damit ein bisschen an unseren Eindrücken teilhaben.
Liebe Grüße nach Teheran, auch von meiner Familie
Ihr Hörerfreund Volker Willschrey"

Die 23 Seiten des sehr interessanten und reich bebilderten Urlaubsberichtes von Volker Willschrey in unserer Hörerpostsendung unterzubringen, ist unmöglich. Aus der Beschreibung so vieler Burgen, Wehrkirchen, Türme und historischer Städte, entnehmen wir nur einige Schilderungen, damit Sie in der Hörerrunde einen kleinen Eindruck von dieser bemerkenswerten Reise bekommen können.

Wie Herr Willschrey berichtet, kam die Entscheidung für diese Reise ganz spontan, angeregt durch ein Reiseprospekt in einem Supermarkt. Er schreibt:

"Ich selbst war schon zwei Mal in Rumänien: 1971 und 1972. Das lag natürlich eine Ewigkeit zurück und ich war gespannt, was sich in all den vielen Jahren dort geändert hat und natürlich auch Transsilvanien und die Karpaten kennenzulernen."

Bei seinen früheren Reisen war Herr Willschrey nämlich außer in der rumänischen Hauptstadt Bukarest jeweils nur in Badeorten am Schwarzen Meer, deshalb sollte es diesmal eine ganz andere Rumänien-reise werden, nämlich ins Landesinnere. Dort konnten die Willschreys unter anderem einige der vielen rumänischen Besonderheiten besichtigen, nämlich die Wehrkirchen. An dem Beispiel der Wehrkirche von Tartlau (heute Prejmer), die seit 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, berichtete der Reiseführer warum in Siebenbürgen Wehrkirchen errichtet wurden:

Die Zeiten waren damals sehr kriegerisch, es gab viele Überfälle und da die Menschen sehr gläubig waren, wollten sie das schützen, was ihnen am meisten bedeutete: ihre Kirche. So baute man rings um die Kirche Wehrmauern, die nicht nur dazu dienten, die Kirche vor den Feinden zu schützen, sondern die Kirchen waren auch Zufluchtsort vor den Feinden. Man hatte in den Wehrmauern rings um die Kirche nummerierte Speicherkammern errichtet, in denen die Einwohner alles unterbringen konnten, was ihnen lieb und teuer war: Nahrungsmittel für die Zeit der Belagerung, Tiere und so weiter. Von den Zinnen der Befestigungs-mauern konnte die Kirche zudem militärisch verteidigt werden.

In Rumänien gibt es noch viele solcher alten Wehrkirchen, aber die meisten sind verfallen.

Wer nach Transsilvanien oder Siebenbürgen reist, der kann sich natürlich dort nicht dem Mythos von Graf Dracula entziehen. Deshalb lassen wir unseren Hörerfreund nun berichten, was er auf den Spuren von Graf Dracula in Erfahrung bringen konnte:

"Nächstes Ziel unserer Besichtigungen an diesem Tag war Schloss Bran (Törzburg), auch als Burg von Vlat Dracul, Vlat Tepes oder Vlat der Pfähler berüchtigt. Dazu möchte ich auch auf die Geschichte von Vlat dem Pfähler eingehen, um dessen Grausamkeit sich viele Legenden ranken.

Der irische Schriftsteller Bram Stroker wollte einen Roman über einen besonders blutrünstigen Menschen schreiben und suchte dazu in der Geschichte nach entsprechenden Beispielen. Gleichzeitig war zu seiner Lebenszeit bekannt geworden, dass es in Südamerika eine besondere Art von Fledermäusen gibt, die sich an dem Blut der von ihnen gebissenen Tiere „laben“ – die Vampire.

Auf der Suche nach einem „Monster“ aus der Geschichte, das für seinen Roman passend wäre, wurde er in der rumänischen Geschichte fündig: Vlad III., geboren um 1431 in Schässburg war ein Fürst in der Walachei. Sein Beiname Drăculea (deutsch „Der Sohn des Drachen“ von lateinisch draco – „Drache“) leitet sich vermutlich von der Mitgliedschaft seines Vaters Vlad II. Dracul im Drachenorden Kaiser Sigismunds ab. Es wird auch behauptet, dieser Beiname würde als „Sohn des Teufels“ verstanden, da das rumänische Wort „drac“ Teufel bedeutet. Bei seinem Kampf und Widerstand gegen die Osmanen war er sehr grausam. So soll er auch eine Vorliebe für Hinrichtungen durch Pfählung gehabt haben, wofür er den anderen Beinahmen „Tepeş“ – der Pfähler erhielt. Unzählige Menschen, die sich Vlat entgegenstellten, wurden auf diese Weise hingerichtet, und vor den Städten verwesten oft die toten Körper auf ihren Pfählen als Abschreckung. Man sagt Vlat nach, dass er diese Pfählung genossen hätte. Ja, er hätte sogar das Blut der frisch Gepfählten aufgefangen, sein Brot darin getunkt und es mit Genuss verspeist.

Mit Vlat Tepeş hatte Bram Stroker endlich den Protagonisten für seinen Roman gefunden, den er 1897 veröffentlichte; und der Name des Ungeheuers war auch schnell gefunden: Dracula. Viel ist zu spüren vom Mythos des Dracula in Transilvanien und noch heute ranken viele Legenden und Erzählungen über Vlat.

Bei der Besichtigung von "Schloss Dracula" konnten die Willschreys auch noch folgende Erkenntnisse gewinnen:

Die Inneneinrichtung stammt nicht aus den Gründerjahren, so dass sie mit Sicherheit nichts mit Vlat zu tun hat. Wohl aber gibt es einen Geheimgang vom 1. in das 3. Stockwerk, wobei das 2. Stockwerk „übersprungen“ wird – ob da wohl Dracula wieder haust… ?

In der Burg gibt es auch eine Folterkammer mit einem mit Nägeln gespickten Folterstuhl. Und erwähnenswert ist auch die Hexenwaage im Innenhof der Burg, auf der einst die Frauen gewogen wurden. Waren sie zu leicht, wurden sie zur Hexe erklärt und hingerichtet. Viele (etwas gewichtigere) Frauen ließen sich damit „präventiv“ wiegen, da sie dann ein Zertifikat erhielten, das sie als garantierte „Nicht-Hexe“ bestätigte…

Der Mythos Dracula zieht sehr viele Besucher aus aller Welt an und so kann man Menschen aus aller Herren Länder treffen, die auf den Spuren von Dracula sind. Uns ist er jedenfalls (Gott sei Dank) nicht begegnet."

Na, dann können wir uns ja heute in Ruhe von Ihnen verabschieden liebe Hörerfreunde und danken den Willschreys, dass sie sich die Mühe gemacht haben, uns in der Hörerpostrunde aufzuklären über eine Zeit, über die wir sicher alle froh sind, nicht in ihr gelebt zu haben.

Damit wünschen wir Ihnen noch einen angenehmen Abend, eine erfolgreiche Woche und Choda hafez –

Gott schütze Sie bis zu unserem Wiederhören in der nächsten Woche.

 

 

 

 

 

 

 

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