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Donnerstag, 07 Mai 2015 10:12

Hörerpostsendung am 3. Mai 2015

Hörerpostsendung am 3. Mai 2015
     -   Bismillaher rahmaner rahim      Wieder einmal sagen wir Herzlich willkommen zur Hörerpostsendung und hoffen in der heutigen Runde sind alle wohlauf. Wir könnten heute zwar auch vom Reisen, vom Wetter und von schönen Dingen reden, denn davon ist immer etwas in der Hörerpost dabei. Aber heute haben wir einmal die Post zu ernsteren Themen aus der Hörerpostmappe genommen, denn diese vorzulesen gehört ja ebenso dazu in der Hörerrunde. Denn würden diese Themen unsere Hörerschaft nicht bewegen, so würden sie darüber sicher kein Wort verlieren.

 

Wenn auch manche Nachricht nach kürzerer oder längerer Zeit wieder aus den Schlagzeilen verschwindet, und neue in den Vordergrund rücken, so heißt das nicht, dass die betreffenden Probleme aus der Welt sind. Sie rücken nur aus unserem Blickfeld. Sicher wird deshalb der ein oder andere Brief heute bei Vielen von Ihnen nun wieder Ereignisse ins Gedächtnis rufen, die schon durch andere Schlagzeilen verdrängt worden sind.

Zunächst aber zwei Zuschriften, die die Berichterstattung der Medien betreffen.

Lutz Winkler schrieb am 11.4.2015:

"Wir wissen ja, dass die Berichterstattung in Deutschland nicht immer objektiv und teilweise sehr tendenziös ist. Einige Medienkonzerne und die öffentlich rechtlichen Sender buhlen um die Meinungshoheit. Gibt es im Iran eigentlich auch privat finanzierte Medienunternehmen - dass heißt Unternehmen, die keine Gelder vom Staat bekommen, wie z.B. IRIB?

Ja, diese gibt es auch hier in Iran. Die privaten Medien müssen sich aber auch an die Verfassung halten und dürfen die islamischen Regeln nicht verletzen und die Sicherheit des Landes nicht gefährden.

 

Im Westen sieht man dies als Einschränkung der Meinungsfreiheit an und ist der Ansicht, dass im eigenen Kulturkreis die absolute Meinungsfreiheit herrscht.  Dies ist ein weites Themenfeld, mit dem wir in der Hörerpostsendung überfordert wären. Wir wollen hier in der Runde Ihre Stimmen und Ansichten vortragen.

Im nächsten Schreiben geht es wie gesagt auch um dieses Thema. Die Zeilen sind aus einer Mail von Helmut Matt:
"Sehr hörenswert waren auch Ihre analytischen Beiträge zum Zeitgeschehen in der Region des Nahen Ostens im zurück liegenden Sonnenjahr. Ihre Einschätzungen halte ich für sehr wichtig, weil vieles in unseren westlichen Medien übersehen und in leider oft uniformierter, einseitiger Weise dargestellt wird. Wenn man sich einmal die sogenannte Pluralität unserer Medienlandschaft kritisch ansieht, dann kann man feststellen, dass sich hinter der scheinbar unüberschaubaren Anzahl an Publikationen doch nur eine recht kleine Zahl von Konzernen verbirgt. Die möglichen Gründe dafür, dass sich trotz der großen Auswahl an Zeitungen, Zeitschriften und Radioprogrammen nur eine eher bescheidene Meinungsvielfalt bildet, müsste man wirklich einmal analysieren. Ich begnüge mich damit, mich zu freuen, dass es eben auch Informationsquellen wie z.B. IRIB gibt, die mir helfen, das Blickfeld zu öffnen für eine kontroverse und differenziertere Sichtweise."
An dieser Stelle zitieren wir gerne noch einmal die Worte des weltbekannten, inzwischen aber verstorbenen Journalisten und Publizisten  Peter Scholl-Latour, er sagte:

"Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung. Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil sprechen, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt."

Wenn Herr Scholl-Latour sich an dieser Stelle auf die Ukraine bezieht, so kann man seine Worte aber ebenso auch auf andere Themen beziehen.


Bedenkliche Entwicklungen, aber auf einem anderen Gebiet, machte unser Hörerfreund Andreas Pawelczyk in Mannheim aus und brachte dies in einer Mail an uns folgendermaßen zum Ausdruck:
"Guten Tag liebe Freunde in der Briefkastenredaktion,

Äußerst bedenkliche Entwicklungen laufen zur Zeit im Militärsektor ab, wobei ich verstärkt die USA meine. Es geht um die Automatisierung des Militärsektors.

In den USA gehörten schon 2013 über 8000 unbemannte Luftfahrzeuge und 12.000 ebensolche Landsysteme zum Arsenal. Die amerkikanischen Streitkräfte verfügen heute über 100 Typen unbemannter Luftfahrzeuge. Von 2011 bis 2015 waren im amerikanischen Militärhaushalt jährlich Mittel von 6,2 Milliarden Dollar für Forschung, Entwicklung und Beschaffung vorgesehen. Hinzu kam noch eine Milliarde Euro für unbemannte Land- und Wasserfahrzeuge.

Es gibt hier Warner die meinen: "Die Eigendynamik der technologischen Entwicklung birgt die Gefahr, das der Mensch als moralischer Akteur abdankt, wenn über den Einsatz von Gewalt zu entscheiden ist."

Zwangsläufig endet alles im Einsatz tödlicher Mittel.

Was bekommt hier die Welt und der Iran von den USA aufgezwungen. Immer mehr Geld für so etwas und weniger Geld für die Bevölkerung in anderen Bereichen? Und  die Friedliebigkeit der Menschen, die nach dem Koran und der Bibel leben wird hier mit Füssen getreten!

Mit freundlichen Grüssen nach Teheran von

Andreas Pawelczyk, Mannheim"

 

Auch die Worte der nächsten Mail sind kritisch, sowohl gegenüber den USA, als auch den westlichen Medien. Michael von der Heyde hat diese verfaßt und ist ein Kenner der Materie, was das Militär anbetrifft:

 

"Guten Morgen nach Teheran.

Ich habe heute einen recht dummen Artikel in der Bild - Zeitung gelesen und zwar eine Kritik von US - General Petraeus an dem iranischen General Soleimani.

Gut, jeder Mensch, der seinen Verstand benutzt, weiß was er von der Bild - Zeitung zu halten hat, aber es ärgert mich trotzdem, wenn Redakteure ohne Kenntnisse andere Menschen herabstufen.

General Soleimani als "Gefährlichsten Mann der Welt" zu bezeichnen ist absurd und unverschämt. Ich kenne General Soleimani zwar nicht persönlich, verlasse mich da aber auf mein Bauchgefühl, das mir sagt, er ist sympathisch. Ich kenne auch nicht die Strukturen des iranischen Militärs, war aber in Deutschland Soldat und wurde auch in den USA ausgebildet und kenne somit ein wenig diese Strukturen und die sind alles andere als optimal. Natürlich kann der Iran ein stabiles Gegengewicht gegen Israel und ISIS sein, er hat den Vorteil, dass er die Mentalität der Bevölkerungen kennt, sich darauf einstellen kann und viel, viel besser die Reaktionen verstehen kann, als es ein Amerikaner oder Europäer je könnte.

Warum kooperiert man nicht mit dem iranischen Militär ????? Es wäre eine schnelle und auch kostengünstige Möglichkeit die Konflikte zu beenden und zu zeigen, das wir (Europäer und Amerikaner) wirklich an einer schnellen humanen und für alle Seiten guten Lösung interessiert sind. Artikel wie dieser in der Bild - Zeitung schaden nur unermesslich diesen Bemühungen und verärgern zu Recht, da sie jeder Grundlage entbehren und meiner Meinung nach nur auf Vermutungen basieren. Die USA wollen nicht verstehen, das ihre Zeit als Nr. 1 in der Welt bröckelt, da sie nur ihre Meinung durchsetzen wollen und nicht wahrhaben wollen das viele viele Menschen anders denken und sich nicht länger bevormunden lassen wollen. Ich würde gerne mehr über General Soleimani erfahren, da ich mir ein Bild von ihm machen möchte, könnt Ihr mir dabei helfen??

 

Mit freundlichem Gruss

Michael von der Heyde"

 

Der Artikel der Bild-Zeitung, den Herr von der Heyde hier kritisiert, bezieht sich auf General Qassem Soleimani, den Kommander der al-Quds-Einheit des Pasdaran-Heeres, auch Sepah oder Wächter der Islamischen Revolution genannt. Er ist der Kommandeur für Spezialeinsätze.

 

Die nächste Mail greift ein ebenso aktuelles Thema unserer Zeit auf, nämlich das Thema Flüchtlinge und Asyl.


"Liebe Freunde,
als Anlage sende ich Ihnen den Newsletter 2/2015 der ESI – der Europäischen Stabilitätsinitiativevom 10.03.2015 zur Asylproblematik in der EU. Was mir bei den Statistiken ab Seite 11 auffällt, ist die Zahl von Asylsuchenden aus der Islamischen Republik Iran, die im Jahr
2014 genau 10.145 Personen betrug. Mit diesem Wert liegt der Iran in der Liste der "Top 30" auf dem 18. Platz.
Verglichen mit den Flüchtlingszahlen aus Syrien und der neuen Welle von (Wirtschafts-) Flüchtlingen aus den Balkanstaaten (vor allem Kosovo und Albanien) zu Beginn dieses Jahres, sind die absoluten Zahlen für die Islamische Republik Iran natürlich eher gering. Dennoch würde mich Ihre Analyse und Sicht der Dinge sehr interessieren, da Sie vor Ort die (ökonomischen?) Verhältnisse besser beurteilen können, die möglicherweise für die Emigration aus dem Iran (nebst entsprechender Asylanträge in der EU) verantwortlich sind. Dass die Islamische Republik Iran unter den ungerechten Sanktionen des Westens wirtschaftlich leidet, ist in diesem Kontext sicher völlig unstrittig.

Einstweilen herzliche Grüße an das gesamte Team in Teheran!

Ihr Hörer Stephan Lipsius"

Lieber Herr Lipsius, wir können Ihnen von unsrer Position aus leider keine Analyse über die Gründe für die Auswanderung von Iranern aus der Islamischen Republik vorlegen. Es ist schwierig solche Analysen aufzustellen. Sicherlich spielen verschiedene Gründe eine Rolle, darunter ideologische und ökonomische.

Ein Großteil der Menschen, die heute in der Welt auf der Flucht sind, sind Muslime und dadurch rückt auch das Problem der Muslime vor allem in den europäischen Ländern stärker in den Fokus.

Unser Hörerfreund Ralf Urbanczyk in Eisleben hat deshalb in Zusammenhang mit unserem IRIB-Programm seine Meinung zum Ausdruck gebracht:

"Interessant waren die Ausführungen von Dr. Yavuz Özoguz im zweiteiligen Interview zur Aussage, dass der Islam zu Deutschland gehört. Ja, natürlich gehört er zu Deutschland, 5 Prozent der Deutschen sind Muslime.
Das ist zwar eine Minderheit gegenüber den 60 Prozent Christen und 30 Prozent Atheisten, doch gross genug um wahrgenommen zu werden und erst recht, um Gleichberechtigung mit anderen religiösen Gemeinschaften zu erwarten. Ich bin kein Muslim, doch ich finde es geradezu bedrückend, dass diese Minderheit von manchen Leuten sogar als Gefahr wahrgenommen wird, siehe diese Pegida-Demonstrationen in diversen deutschen Städten. Die Frage dürfte gar nicht mehr sein, ob der Islam zu Deutschland gehört, sondern wie die Minderheit der Muslime Gleichberechtigung erhält und, siehe Pegida, nicht als Projektionsfläche für alles Schlechte dieser Welt missbraucht wird.

Das von Dr. Özoguz als Beispiel erwähnte geringe Angebote an Halal-Fleisch hat meiner Meinung damit aber nichts zu tun, denn der Handel blockiert das doch nicht, weil es vornehmlich von Muslimen gekauft wird, sondern weil es zu wenig nachgefragt wird, und damit nicht profitabel ist.
Genau wie alle anderen Sachen, die zwar preiswert erzeugt, aber wegen der geringen Nachfrage kaum gehandelt werden.
Mit besten Grüßen, Ihr Hörer Ralf Urbanczyk"

Zu den ernsteren Themen gehören auch die Inhalte unserer beiden nächsten Mails für heute. Die erste ist von Uwe Riemschneider und er schrieb: 

"Der Flugzeugabsturz war hier ein beherrschendes Thema für die ganze Woche, ist aber alles sehr mysteriös mit vielen Fragen. Interessanterweise wurde aber im Windschatten der Ereignisse von der Regierung die sehr unpopuläre PKW-Maut beschlossen und im Jemen eine Militäraktion gestartet.

Sicher ist es tragisch, wenn 150 Menschen verunglücken. Das sind ziemlich genau so viele wie jeden Monat auf unseren Autobahnen sterben. Nur ist das Interesse dort eher gering. Tempolimit, um den Verkehr sicherer zu machen und Benzin zu sparen? -"Nein Danke, es besteht kein Bedarf!"- Dabei fände ich eine monatliche Gala-Veranstaltung für die  Auto-Opfer gut, um an die Vernunft zu erinnern. Schließlich ist das eine Eigenschaft, die uns mitgegeben wurde, um überhaupt eine funktionierende Gemeinschaft bilden zu können.

Gerade bei Reisen in den ärmeren Ländern, die von uns abwertend als 3.Welt oder Entwicklungsländer bezeichnet werden, fällt uns das immer wieder auf.

Viele Grüße Uwe Riemschneider"

Auch unser Hörerfreund Wilfried Hofmann aus Rechtsupweg bezieht sich auf dieses Thema und hat dazu seine ganz eigenen Ansichten:

"Mein liebes IRIB Team.
Massenmörder werden immer öfter zuschlagen, an diese Realität werden wir uns alle in der Zukunft zu gewöhnen haben. Erst Anders Behring Breivik und jetzt der Pilot Andreas Lubitz.

Aber was hat der Verhaltensforscher Zoologe und Nobelpreisträger Konrad Lorenz mit Massenmördern zu tun?  Konrad Lorenz hat in einem seiner letzten Interviews vor seinem Tode 1989 unter der Studie 'Die acht Todsünden der Menschheit' genau diese Idioten angesprochen. Ich zitiere jetzt aus meinem Gedächnis seine so wichtigen Aussagen:
'Ich befürchte das unsere zivilisierte Menschheit von analogen Prozessen des genetischen Verfalls betroffen sein könnte'

Und eine zweite Aussage hat die gleiche Thematik: 'Die heutige Menschheit wird in der nahen Zukunft immer öfter von geistestgestörten Induividien besiedelt sein, der Grad der fatalen Fehlhandlungen und Geistesstörungen wird zu dieser Zeit dann aber recht hoch sein.'

Der Unterschied von Breivik zu Lubitz ist aber stark vom Motiv geprägt, Brevik hat 77 Jugendliche einzeln erschossen und starke Lust und Befriedigung dabei gespürt, während Lubitz 149 Passagiere des Flugzeuges mit 800 KMH gegen einen Berg gesteuert hat, dabei hat er entgegen Breivik keine Befriedigung erlebt, sondern hat sich seiner physischen Probleme entledigt. Beide Idioten haben wahrscheinlich wie Lorenz schon postulierte 'genetische Schäden seit ihrer Zeugung in sich getragen'.
Diese Schäden können während ihres Lebens ausbrechen oder auch nicht, das regelt der reine Zufall! Die heutige Menschheit wird die nächsten Jahrzehnte von diesen fehlgeleiteten Kranken weiterhin abgeschlachtet werden, ein Selektieren dieser Individuen ist wahrscheinlich nicht möglich, denn das würde zur totalen Überwachung führen und das wollen wir ja alle aus guten Gründen nicht.
Allah möge euch Allzeit beschützen und den Erdkreis segnen, damit ihr in dieser aus den Fugen geratenen Welt gut bestehen könnt.
Wilfried Hofmann
Rechtsupweg, Autonome Republik Ostfriesland."

Wenn es heute in der Hörerpost auch keine besonders angenehmen Themen gab, so wollen wir doch zum Abschluß nicht versäumen unserem geehrten "5000-er" – Hörerfreund Heinz-Günter Hessenbruch zu seinem Geburtstag in der kommenden Woche zu gratulieren.

Ihm und Ihnen allen wünschen wir Gesundheit und Wohlergehen und Choda hafez – Gott schütze Sie!

 

 

 

 

 

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