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Dienstag, 10 März 2015 09:07

Hörerpostsendung am 8. März 2015

Hörerpostsendung am 8. März 2015
Bismillaher rahmaner rahim  -       Herzlich Willkommen an die Hörerfreunde in der Runde, auch an diesem zweiten Sonntag im ersten meteorologischen Frühlingsmonat März. Es ist toll, wie unsere Hörerfreunde trotz beruflicher, familiärer, gesundheitlicher und anderer Belastungen oder vielzähliger Aufgaben immer wieder die Zeit finden - zum einen unseren Sendungen zuzuhören, und zum anderen  - zu den verschiedensten Themen ihre Ansichten und Meinungen zum Ausdruck zu bringen. Dafür gleich zu Beginn der Sendung heute einen lieben Dank in die Runde.

 

Vorab an alle Hörerfreunde auch schon mal der Hinweis, dass Sie sich Samstag den 9. Mai frei halten sollten für das Ottenauer DX-er Treffen. Demnächst dann noch mehr darüber, es sind ja noch zwei Monate bis dahin.

"Hass, Rache und Terror müssen überwunden werden, wenn es Fortschritte geben soll in den internationalen Beziehungen."

Das ist die Meinung eines unserer langjährigen Hörerfreunde, der Sie sich sicher gerne, so wie auch wir, anschließen liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Der Brief, in der dieser Satz steht, stammt von Ende Januar und wegen der wichtigen darin enthaltenen Standpunkte wollen wir diesen gerne vorlesen. Denn die Ereignisse, auf die Herr Schafheitle in Singen eingeht, werfen ihre Schatten noch bis in diese Tage:

"Sehr geehrtes Redaktionsteam, die Terroranschläge in Paris und anderswo sind scharf zu mißbilligen. So lösen wir die anstehenden Probleme in der zeitgenössischen Welt nicht. Hass, Rache und Terror müssen überwunden werden, wenn es Fortschritte geben soll in den internationalen Beziehungen.

Andererseits endet die Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit dort, wo andere Religionen und Weltanschauungen öffentlich verspottet werden. Auch Würdenträger der christlichen Kirchen sind klar gegen solche schmähenden Darstellungen wie in einer französischen Satirezeitschrift. Auch bei uns kann man verstehen, dass das eine berechtigte Wut erzeugt in vielen islamisch geprägten Ländern.

Ich verstehe auch nicht, dass es eine träge Masse gibt am unteren Level, welche diese Skandal-Ausgabe der fraglichen Zeitschrift haben will. Es ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.

Alle einsichtigen Leute, auch aus den christlichen Kirchen, distanzieren sich davon. Das sollten Sie bitte auch zur Kenntnis nehmen.

Selbst werde ich nun oft von verschiedenen Schmerzzuständen begleitet, und deshalb macht mir auch das Versenden von KW-Reports einige Mühe. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Viele Grüße H. Schafheitle"

Herzlichen Dank Herr Schafheitle, auch für die Empfangsberichte vom 17. und 18. Januar, die die SINPO-Werte von 4-4-4-3-4 auf der Morgenfrequenz 15250 khz zeigen. Wir wissen Ihre Berichte um so mehr zu schätzen, als dass Sie sie unter den erwähnten Umständen angefertigt haben.

Sie schrieben auch, dass die Frequenz 15250 kHz ab ca. 8:10 bis 8:15 Uhr stark durch Fremdsender gestört war, und die 17860 kHz ab 8:00 von Radio Romania (RRI) benutzt wurde.

Bisher hat uns noch niemand über derartige Störungen durch RRI berichtet.

"Liebes IRIB-Team,

vor mir liegt unbeantwortete Post aus Teheran, für die ich mich ganz herzlich bedanke" – so beginnt der nächste Brief, den wir heute vorlesen wollen. Er kommt aus Meckenheim, einem Ort im Süden von Nordrhein-Westfalen.  Die Umgebung der Stadt soll von Baumschulen, Rosenfeldern und weitläufigen Obstplantagen geprägt sein, so kann man im Internet erfahren. Wie unser Hörerfreund Fritz Andorf von dort berichtete, sind die Temperaturen vor rund 14 Tagen noch gar nicht frühlingshaft gewesen, da wird das Blühen um die Stadt herum noch auf sich warten lassen. Hat ja auch noch Zeit, den der astronomische Frühling beginnt erst in 14 Tagen, wenn hier bei uns in Iran das neue Jahr beginnt.

Neben seiner kurzen Bemerkung zum Wetter hat Herr Andorf seinen beiden Empfangsberichten vom 22. und 23. Februar aber noch viele andere Anmerkungen und Standpunkte hinzugefügt, sodass Frau Hosseini und ich alle seine Zeilen gerne vorlesen möchten. Also weiter heißt es bei Herrn Andorf:

"Auch für die Bestätigung aller meiner Empfangsberichte bis zum 72. Bericht, auf einer schönen Klappkarte mit der Ansicht des prächtigen Mausoleums in Khorassan, vielen Dank. Besonders gefreut habe ich mich über die beigefügte Münze mit dem Wert 1.000. Vor einigen Jahren habe ich bei einem Urlaub in Syrien die Bedeutung der arabischen Ziffern kennengelernt, weil die dortigen Autokennzeichen jeweils auch die Umschrift in unseren Ziffern anzeigen. Also bei einer Münze mit dem Wert 1.000 muss es doch viele Millionäre im Iran geben, oder? Die Rückseite der Münze zeigt sicherlich eine bedeutende Moschee. Leider kann ich die Inschrift nicht lesen.

Danke auch für die hübsche Weihnachts- und Neujahrskarte mit den guten Wünschen sowie für die beigefügten guten Gedanken zu Weihnachten 2014 mit der Hoffnung auf Frieden."

"Der Empfang Ihrer Sendungen ist hier im Rheinland nach wie vor gut. Das gilt auch für die etwas schwächer hereinkommende Morgensendung, die ich allerdings seltener einschalte, weil ich als Pensionär nicht so früh aus den Federn komme. Die Frequenz 6205 khz wurde im Übrigen heute Abend schon vor Beginn der Nachrichten-Schlagzeilen abgeschaltet, während 7425 khz weiterlief.

Beim Hören der heutigen Sendung fiel mir einmal mehr auf, dass in den Nachrichten und Berichten der IRIB die Ereignisse im Nahen und Mittleren Osten doch etwas anders beleuchtet werden als in unseren Medien. Das macht das Einschalten der IRIB eigentlich immer lohnenswert. So hat mich auch die Behauptung des Interviewpartners überrascht, die USA hätten die Terrorgruppe IS unterstützt. Darüber lohnt es sich nachzudenken."

"Interessant wie immer waren die Stellungnahmen der Hörer im Hörerbriefkasten zum aktuellen Geschehen, auch wenn ich zu einigen Meinungen eine andere Auffassung vertrete. Besonders interessiert hat mich die Schilderung der Geschichte der Krimtataren von Martina Pohl, weil ich vor ein paar Jahren einen Wanderurlaub auf der Krim unternommen und dabei auch das Gebiet der Krimtataren besucht habe. Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass sich die Krimtataren von der Ukraine benachteiligt fühlen, im Gegenteil, ich glaube eher, dass sie sich vor einer erneuten Unterdrückung durch Russland fürchten. Wie dem auch sei, in jedem Fall ist die völkerrechtswidrige Annexion der Halbinsel durch Russland himmelschreiendes Unrecht."

"Die Frühsendung ist zwar im Prinzip eine Wiederholung der Abendsendung. Dennoch freue ich mich immer darüber, wie aktuell die IRIB ist, denn auch die heutigen Frühnachrichten waren aktualisiert, und der Nachrichtenbericht über die Situation in der Ukraine war auf dem allerneuesten Stand, so aktuell waren nicht einmal unsere Frühnachrichten.

In den heutigen Nachrichten war ich ein wenig darüber verwundert, dass sich das iranische Parlament so vorbehaltlos auf die Seite Syriens stellt, das doch die eigene Bevölkerung bombardiert hat, und für den Tod vieler Menschen und die Zerstörung von vielen Wohngebieten im eigenen Lande verantwortlich ist. Der Iran sollte eigentlich viel mehr auf den Machthaber Assad einwirken, dass er mit solchen Untaten aufhört.

Auch vom Jemen hört man, dass der Iran die Aufständischen unterstützt. Wird damit nicht ein weiteres „Schlachtfeld“ eröffnet?"

"Aber es gibt auch erfreuliche Meldungen aus dem Iran. So gibt es in allen umliegenden Ländern leider Christenverfolgungen, die viele Christen zur Ausreise veranlassen. Im Königreich der Wahabiten ist an Gottesdienste oder Christbäume allenfalls im Inneren westlicher Botschaften zu denken. Dagegen bleiben, nach einer Zeitungsnotiz, in der Islamischen Republik Iran die etwa 100.000 Armenier und Assyro-Chaldäer unbehelligt. Ihnen stehen sogar drei Abgeordnete im Parlament zu. Und die Notiz endet mit dem Satz: „Das Requiem für die Orient-Christen wird noch nicht überall gespielt.“ Da kann man nur hoffen, dass sich das noch ändert.

Doch soweit für heute. Für eine Bestätigung wäre ich wieder dankbar.

Herzliche Grüße aus dem noch gar nicht frühlingshaften Rheinland

Von Ihrem Fritz Andorf "

Herr Andorf hat viele Krisenherde angesprochen in seinem Schreiben. Schön wäre es, wenn wir eine Lösung für die Befriedung dieser Länder hätten.

Hören Sie nun erst einmal unser heutiges Musikstück.

Einer der Krisenherde, die Herr Andorf angesprochen hat, ist die Ukraine und dadurch ist das Nachbarland Russland auch ganz stark in den Focus der Medien gerückt. Deshalb lesen wir die Mail von Herrn Pawelczyk aus Mannheim dazu vor und wünschen diesem Hörerfreund nebenbei noch gute Besserung, denn er schrieb:

"Bin leider einige Tage schwer grippekrank und leider ans Bett gefesselt gewesen. Habe die Zeit genutzt, um mir so einige Meinungsumfragen anzusehen, um die Sendung "Wir und unsere Hörer" zu ergänzen. Ich denke doch, dass sie zitierfähig sind und ein differenzierteres Bild abgeben. Die Umfrage wurde Ende Januar 2015 in Russland gemacht.

ca. 65 % der Russen äußerten, dass die Sanktionen keine ernsthaften Probleme bereiten.

Zu der Frage: "Unterstützen Sie den Beitritt der Krim zu Russland?",  sagten ca. 50 % "auf jeden Fall", ca. 35 % "eher ja". Weniger als 5 % sagten "auf keinen Fall".
Zu der Frage: "Welche der folgenden Varianten der Zukunft der Ostukraine würden Sie vorziehen?", erhielt man folgende Antworten:
ca. 20 % sagten: "Hätte gerne, dass die Ostukraine Teil Russlands wird",
ca. 43 % : Hätte gerne, dass die Ostukraine ein unabhängiger Staat wird", weniger als 5 % sagten: "Hätte gerne, dass die Ostukraine zu den gleichen Bedingungen wie vor der Krise Teil der Ukraine bleibt."
Putin hat also keine Mehrheit für einen Beitritt der Ostukraine zu Russland. Wir müssen also nicht so tun, als ob es nur den Westen mit seiner Meinung gibt.
Setzt man Russen als Atommacht unter Druck passiert folgendes: Man muß sich anhören, welche fünf Atomwaffenbereiche der Westen fürchten muß und, dass Gesamtdeutschland noch keine Reparationen für den 2. Weltkrieg gezahlt hat. Die müßten in Höhe von 1-2 Wirtschaftleistungen eines Jahres gezahlt werden. Schließlich habe Deutschland in der Nazizeit Zivilisten getötet und 30.000 Dörfer zerstört.
Wir müssen auch nicht so tun, als wären wir in der Handlung eines französischen Bestsellers, in der Waffen-SS Leute im 2. Weltkrieg in deutsch-besetzten Teilen der Sowjetunion regelmäßig von oben herab über Kalmüken und andere Volksgruppen herumfantasieren.
Deshalb ist Völkerverständigung mit Russland um des Friedens Willen angebracht.
Mit lieben Grüssen nach Teheran von
Andreas Pawelczyk"

Bei Herrn Pawelczyk war es die Grippe, bei Ralf Urbanczyk war es ein anderer Grund, der ihn vom Hobby abhielt. Aber am 24. Februar hats wieder mal geklappt, sowohl beim Empfang als auch mit der Zeit:

"Heute kommt auch mal wieder ein Empfangsbericht von mir. Es tut mir leid, dass ich in den letzten Wochen gar nicht mehr zum Schreiben gekommen bin. Irgendwie hat mich mein Job immer wieder stark im Griff, und die wenige Freizeit, die noch bleibt, beansprucht dann die Familie. Vielen Dank für Ihren letzten Brief mit den beigelegten iranischen Briefmarken. Ich habe mich sehr darüber gefreut, werten sie doch meine kleine Sammlung mit Marken aus Ihrem Land weiter auf.

Irgendwie tat es gut, in Ihrer heutigen Sendung von der wachsenden Kooperation zwischen Iran und Irak anlässlich des Besuchs des iranischen Aussenministers in Bagdad zu hören. In einer Welt, wo bewaffnete Auseinandersetzungen und Kriege immer größere Dimensionen erreichen, freuen mich diese immer besser werdenden Beziehungen zwischen diesen beiden Ländern, zwischen denen sich im Krieg vor 30 Jahren so schreckliche Szenen abspielten. Und irgendwie kommen da auch wieder Parallelen zur heutigen Zeit auf.

Ich erinnere mich immer noch, wie damals die Regierungen fast überall auf der Welt, sowohl die der westlichen Länder, als auch die der Sowjetunion und ihrer Verbündeten, nur aus politischem Kalkül den eindeutigen Aggressor Irak, seine Kriegsführung und seine Verbrechen an den iranischen Zivilisten und iranischen Kriegsgefangenen ignorierten. Und genauso ist es auch heute noch. Nicht die Kriegsverbrechen oder Menschenrechte stehen im Mittelpunkt der Politik, sondern nur die Frage, welche Seite den jeweiligen Interessen mehr nutzt und diese wird dann unterstützt.

Ein kluger Kopf hat einmal gesagt, man wird alt, wenn einem bewusst wird, dass sich Geschichte immer wieder wiederholt. Vielleicht werde ich wirklich alt.

Bitte bestätigen Sie den Bericht mit Ihrer QSL-Karte.

Mit besten Grüßen,
Ihr Hörer Ralf Urbanczyk
"

Das Sie älter werden lieber Herr Urbancyk ist nicht das Schlimmste bei der Sache, so denken wir. Wenn sich die Geschichte immer wieder wiederholt, dann ist das vielmehr ein Zeichen dafür, dass wir Menschen nichts lernen aus allen Gräueltaten, die sich im Laufe der Geschichte ereignet haben. Das ist viel schlimmer.

Eine solche Erkenntnis hatte auch schon Erich Kästner gemacht. Wir danken Herrn Pawelkzyk aus Mannheim, der uns das Gedicht von ihm zugeschickt hat. Damit wollen wir die heutige Sendung ausklingen lassen. Herr Pawelczyk schrieb uns:

"Zur derzeitigen Weltlage würde ich gerne Erich Kästner mit seinem Poem 'Alter Herr, anno 1970' zitieren wollen. Was Erich Kästner schrieb, sagt doch Einiges. Er schrieb im Jahre 1933 Folgendes:


Wir hofften. Doch die Hoffnung war vermessen.
Und die Vernunft blieb wie ein Stern entfernt.
Die nach uns kamen, hatten schnell vergessen.
Die nach uns kamen, hatten nichts gelernt.
Sie hatten Krieg. Sie sahen, wie er war.
Sie litten Not und sah'n, wie sie entstand.
Die großen Lügen wurden offenbar.
Die großen Lügen werden nie erkannt.

 

 

 

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