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Dienstag, 24 Februar 2015 13:03

Hörerpostsendung am 22.Februar 2015

Hörerpostsendung am 22.Februar 2015
Bismillaher rahmaner rahim   -    Die Ängste und Sorgen über die Ereignisse in der Welt, die sicher unser aller Leben mehr oder weniger begleiten, spiegeln sich natürlich auch in der Hörerpost wieder. Damit unsere Hörerfreunde voneinander und auch von dem, was die eine oder den anderen bewegt, erfahren, gibt es ja zum Glück in jeder Woche die Hörerpostsendung "Wir und unsere Hörer".

Hörerfreund Werner Schubert hat den Titel unserer Sendung mal abgekürzt, und da kam "WuuH" heraus. Na ja, da muss man auch erstmal drauf kommen. Unser guter Herr Schubert ist halt immer wieder zu einem Späßchen aufgelegt.

Kommen wir aber wieder zurück zu den Sorgen und Ängsten, die wir in der Hörerpost finden und beginnen heute mit den Zeilen, die unser "5000er" Heinz-Günther Hessenbruch seinen Januar-Berichten beigefügt hat:

"Werte Damen und Herren vom Sender.
Die ganze Menschheit ist in Bewegung, überall Hass, Krieg, Not - und Flüchtlinge...
In den letzten Tagen wurden Remscheid wieder mehr als 500 Flüchtlinge zugewiesen. Sie wurden gut und freundlich aufgenommen und sollen schnell mit in den Alltag eingeführt werden. Es gibt viele Hilfsangebote und Ehrenämter. Dennoch stößt man schnell an Grenzen, es wird zuviel, die Gemeinden sind überlastet und überfordert.
Und wenn es nicht so funktioniert, wie erwartet wird, werden kritische Stimmen laut - ebenso dann auch, wenn es zuviel Hilfsangebote gibt, dann fühlen sich die Menschen ungerecht behandelt, die schon lange hier leben - und denen diese Hilfsbereitschaft nie zu teil wurde.
Was tun? Es gibt sicherlich kein Patentrezept.
Ihnen eine schöne Zeit - und bleiben Sie gesund.
Heinz Günter Hessenbruch"

Hörerfreund Reinhard Westphal hat seine Ansicht über eine Folge der von Herrn Hessenbruch beschriebenen Probleme wie folgt mitgeteilt:

"Die Entstehung der Pegida-Bewegung in Deutschland sollte eigentlich die verantwortlichen Politiker und alle Menschen mehr als wachrütteln, weist sie doch auf Schlafmützigkeit, Gleichgültigkeit und Arroganz der Regierenden hin. Man muss den sogenannten Anfängen wehren, nur ist das nicht allen Menschen bewusst. Man merkt es gerade bei vielen Leuten auf der Straße, wenn sie sich unterhalten und man feststellt, dass sie noch in einer längst vergangenen kürzeren oder längeren Zeitphase leben. Das größte Problem besteht nicht darin, dass die Schule an sich ohnmächtig ist, Kindern und Jugendlichen ein gewisses Demokratieverständnis zu vermitteln, sondern dass die Masse der Menschen wenig interessiert ist an Neuem, Unbekanntem, mit angeblichen Vorurteilen Belastetem.

Auch sind gerade die Väter und Mütter der Familien sehr gefragt, Kindern ein hohes Maß an Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit, Toleranz und Güte, Verständnis, vielen wertvollen Haltungen und Charakter-eigenschaften anzueignen. Und da hapert es am allermeisten, weil häufig Kinder aus vielen Familien mit gefestigten fragwürdigen Haltungen, Einsichten, Fehlurteilen ja schon in die Schule kommen. Für mich werden immer Eltern die Priorität bei der Erziehung und Bildung ihrer eigenen Kinder haben.

Pegida und weitere Ableger in anderen deutschen Bundesländern verstehe ich auch als Sammelbecken für u.a. rechtsgerichtete Menschen, die eine neue Plattform für sich entdecken. Eins der gravierenden Probleme besteht aus meiner Sicht für Pegida in Dresden auch darin, dass gerade die Menschen aus der ehemaligen DDR, auch 25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung, ein Idendifikationsproblem haben und ihr schönes Leben aus der DDR-Zeit vermissen, nicht gelernt haben und nicht lernen wollen, was  Demokratie an sich ausmacht und wie man Demokratie leben sollte.  Gerade die ewigen Meckerer sollten sich mal für ein demokratisches Amt bewerben.

Es hilft einem letztendlich nicht, sich verlogenen, geistig nicht fundierten Anschauungen und Erkenntnissen als auch Halbwahrheiten hinzugeben. Wer unzufrieden ist, sollte auf demokratischem Wege Veränderungen anstreben und sich nicht politisch haltlosen Platitüden hingeben. Das ist meine Meinung."

Auch Wilfried Hofmann aus dem "hohen Norden" kann nicht still sitzen und möchte gerne mitdiskutieren wenn es um die aktuellen Probleme unserer Zeit geht. Am 17. Februar verfasste er die folgende Mail:

"Mein liebes IRIB Team!
Die Ereignisse von Paris bei Charlie Hebdo bedürfen meines Erachtens einer weit tieferen Analyse und Hintergrundnachfrage wie bisher. Festzustellen ist, dass Frankreich und auch der größte Teil Westeuropas unterhalb der politischen Oberfläche zutiefst verfault ist. Der besseren Gesellschaft ist der Islam nicht suspekt sondern insgeheim nach-vollziehbar, weil sie sich längst vor sich selbst ekelt. Sie verachtet ihre eigenen christlichen Traditionen, das Verhältnis der Geschlechter ist in den Stürmen der sexuellen Revolution verwüstet worden, die allgemeine Käuflichkeit hat alle Werte vernichtet.

Da auch die Kirchen und die Konservativen längst mit dem Strom schwimmen, gibt es in der Eiseskälte des Konsumismus für die frierenden nur noch eine Wärmequelle, das religiöse System der Muslime. Es hat immerhin Würde und bietet Solidarität, wenn auch nur für die Rechtgläubigen. Die Islamisierung in Europa ist kein gewaltsamer Prozess von außen, sondern ein Resultat der inneren Verrottung des Kontinents Westeuropa.

Die Medien verhöhnen die christlichen Werte und Sitten unserer Eltern. Die Umherzieher machen unsere Kinder kirre mit Conchita Wurst und Gender-Mainstream. Die Großkonzerne impfen uns ein, wir bräuchten immer mehr Ausländer, um uns kulturell zu bereichern, dabei gieren sie nur nach billigen Arbeitskräften. Nicht die Muslime sind unser Haupt-problem, sondern die von unseren Eliten betriebene Globalisierung. Wie lange werden wir das noch hinnehmen?

Um noch einmal zu der Satirezeitschrift Charlie Hebdo zu kommen, auch dort gab es harte Zensur, nur ein Beispiel, im Jahre 2008 feuerte diese Zeitschrift einen Karikaturisten, der einen Witz über eine jüdische Verbindung zum Sohn des Präsidenten Sarkozy gemacht hatte. Wo ist denn da die sogenannte Meinungsfreiheit frage ich mich, die gilt nur, solange bis die jüdische Zensur eingreift! Diese Doppelmoral ist für mich sehr beunruhigend um es gelinde auszudrücken.
Lassen sie es uns präzise sagen: Es sind Kriminelle, die den Islam ausnutzen. Die große Mehrheit der Opfer sind eigentlich Muslime.
In der Zukunft wird die gesamte Menschheit zusammenrücken müssen um diese Geißel der Völker endgültig zu besiegen und wenn es nicht anders geht, auch mit Gewalt, denn sonst wird die Gewalt zu uns sehr bald selber kommen.

Ich wünsche uns allen für das Jahr 2015 den Frieden und Allahs Segen und Huld.
Wilfried Hofmann, Autonome Republik Ostfriesland"

 

Aus der Schweiz kam die Bitte von Emil Rahm den folgenden Text zu veröffentlichen und wir wollen ihn deshalb heute in unsrer "Hörerdiskussion", in der es ja auch überwiegend um die Muslime geht, vorlesen:

"Gespräche würden Radikalisierung vorbeugen!

In der letzten Arena-Sendung (Die Arena ist eine politische Diskussionssendung vom Schweizer Radio und Fernsehen zu aktuellen Themen) wurde von der Vertreterin eines modernen Islam kritisiert, dass der Koran in grossen Mengen gratis verteilt wurde.

Viele Schulen verbieten der Organisation „Gideon“, Neue Testamente der Bibel auf Pausenplätzen an Schüler kostenlos zu verteilen und lehnen das Angebot ab, dass die Verteilung im Klassenzimmer mit Diskussionsmöglichkeit erfolgt.

Verschiedene Gespräche mit jungen Musliminnen zeigen mir, dass die junge Generation auf der Suche ist, einen ihrem Empfinden entsprechenden Islam zu leben. Zum Beispiel wird die Möglichkeit der Polygamie oder einer Zwangsheirat sowie eine Beschneidung abgelehnt. Eine Unterordnung unter die geltenden Gesetze unseres Landes gilt als selbstverständlich.

Die Schulen hätten Gelegenheit, Gemeinsames und Verschiedenes im Koran und in der Bibel aufzuzeigen und Verständnis zu schaffen. Die in der Geschichte begründete Aufforderung im Koran, Ungläubige zu töten, sollte heute ebenso der Vergangenheit angehören wie alttestamentliche Strafaktionen gegen degenerierte Völker. Auch Rache-Psalmen sind durch das Evangelium von Jesus Christus abgelöst worden, der ja auch von Muslimen verehrt wird und schon manchen Muslimen im Traum erschienen sei. Auch die Kirchen sollten zu religionsvergleichenden Veranstaltungen einladen, wie auch aufgeschlossene Katholiken und Protestanten über Gemeinsamkeiten und Unterschiede sprechen. Gespräche beugen Radikalisierungen vor.

Ist es aber sinnvoll, eine Minderheit von Jugendlichen durch ein Verbot des Kopftuchs, das früher auch bei uns getragen wurde, oder durch einen Zwang zu erst seit wenigen Jahren eingeführtem gleich-geschlechtlichem Schwimmunterricht kopfscheu zu machen, statt sie auf wesentliche Gegebenheiten unseres Rechtsstaates hinzuweisen? 
Emil Rahm

Hallau (Schweiz)"

Nach all der vielen Problematik spielen wir nun erst einmal unser heutiges Musikstück für Sie. 

Einen weiteren Brennpunkt unserer Zeit hat Hörerfreundin Martina Pohl in ihrer Mail vom 31. Januar angesprochen und gibt uns gleichzeitig einen kurzen Einblick in die Geschichte und Geschicke eines eher kleinen und nicht sehr bekannten Volkes:

"Liebe Redaktion von IRIB,

die Sanktionen haben die russische Wirtschaft hart getroffen. Auch die Europäer bezahlen einen hohen Preis dafür. In den Balkanregionen entstehen Unruhen. Man verhängte gegenüber Russland Sanktionen, als im vergangenen Jahr Putin die Schwarzmeer-Halbinsel Krim wider-rechtlich in seinen Besitz zurückholte. Für Putin steht fest, die Halbinsel wurde sowieso vor 50 Jahren unrechtmäßig der Ukraine zuerkannt. Die bewegte Vergangenheit der Krim mit ihrer wechselvollen Geschichte wirkt bis heute nach. Auf der Krim lebten schon immer Bewohner verschiedener Nationalitäten. Über die Landenge und das Meer siedelten sich die Menschen auf der Halbinsel an und gründeten Hafenstädte. Die Mongolen eroberten im 13. Jahrhundert die russischen Teilfürstentümer. Als sich das mongolische Reich auflöste, gründete sich Mitte des 15. Jahrhunderts auf der Halbinsel das Krim-Khanat. Die Osmanen eroberten zahlreiche Küstenstädte der Krim. 1735 versuchten russische Truppen die Krim unter ihre Kontrolle zu bringen. Siebenundzwanzig Jahre später wurde Katharina zur Zarin ernannt. Sie zerschlug das Krim-Khanat, wodurch die Südukraine an Russland fiel. Die Krim wurde Streitobjekt zwischen dem Osmanischen Reich und der Zarin, aber auch zu einem ursprünglich slawischen Territorium. 1783 beschlagnahmte die Zarin die Krim. Diese wiederum wurde mit den angrenzenden Land-strichen der Ukraine in Taurien umbezeichnet. Der Verwaltungsapparat wurde an russisches Niveau angepasst. Die Krim-Tataren waren nun Anfeindungen ausgesetzt. Es kam zu Enteignungen. Tatarische Landbesitzer konnten ihr Eigentum nach russischem Recht nicht immer ordnungsgemäß nachweisen.

Während eines Krieges mit dem Osmanischen Reich, wurden zahlreiche Tataren 1787 nach Zentralrussland deportiert. Man warf ihnen Illoyalität vor. Der Krimkrieg endete mit einer Niederlage Russlands. Viele Krim-Tataren wanderten in Richtung Osmanisches Reich. Man hatte Angst vor möglichen Deportationen. Dörfer blieben sich selbst überlassen. Hundert Jahre später waren die Tataren in der Minderheit. Ukrainer und Russen bildeten die Mehrheit. Bereits 1917 bestand die Bevölkerung der Krim nur noch zu einem Viertel aus Tataren.

Eine Gegenkraft bildete sich in der Krim-Tatarischen Bevölkerung. Bei dieser Reformbewegung spielte ein Lehrer eine wichtige Rolle. Er war Bildungsreformer, aber auch Politiker und gründete Schulen auf der Krim. Er brachte die erste Krim-Tatarische Zeitung heraus. Auch hatte er in Moskau, Istanbul und Paris studiert und setzte sich für einen aufgeklärten Islam ein. 1917 herrschten auf der Krim erbitterte Kämpfe. Es tobte ein Bürgerkrieg. Die Krim-Tatarische Bewegung kämpfte für die Unabhängigkeit der Halbinsel. 1921 wurde die autonome Sowjetrepublik Krim gegründet. In den Folgejahren begann die Repression gegen die Krim-Tataren. Tausende Menschen wurden erschossen oder starben in Lagern. 1944 traf die Deportation die Krim-Tataren hart. Stalin hatte sie angeordnet. 200.000 Menschen wurden in dieser Zeit verschleppt. Fast die Hälfte davon starb an Hunger, Durst und Krankheit. Die Krim sollte zu einem russischen Territorium werden.

Die Krim-Tataren fingen an, sich für ihre Rechte einzusetzen. 1967 erreichten sie einen Teilerfolg. Sie hatten eine Rehabilitierung erreicht. Aber das Recht, auf die Krim zurückzukehren, gewährte man ihnen nicht. Sie setzten sich gegen die Ungleichbehandlung zur Wehr. Ab 1989 kehrten die ersten wieder auf die Krim zurück. Als 1991 die Auflösung der Sowjetunion erfolgte, gab es die meisten Rückkehrer. Inzwischen gehörte die Krim nicht mehr zu Russland, sondern zur unabhängigen Ukraine. Die Rückkehrer waren nun Ausländer und hatten noch keinen ukrainischen Pass. Zur selben Zeit wurden aber die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften unter den Leuten, die vor Ort wohnten, aufgeteilt. Die Krim-Tataren, die auf ihre Insel zurückkamen, gingen leer aus. Die folgenden Generationen beherrschten die Muttersprache kaum noch. Die wiederkehrenden Siedler hatten Jahrzehnte im Exil verbracht und waren dort geboren. Es gab auch keine Krim-Tatarische Literatur mehr.

2014 erfolgte eine erneute umstrittene Annektion durch Russland. Einige Krim-Tataren haben mittlerweile die russische Staatsbürgerschaft angenommen.

Viele Grüße sendet Euch Martina"

Vielen Dank nochmal Frau Pohl für den Einblick den Sie uns in die Geschichte und Geschicke der Krim-Tataren gegeben haben.

Zum Abschluss für heute dürfen wir noch eine Gratulation aussprechen, denn in der kommenden Woche haben wir ein Geburtstagskind. Sicherlich schließen Sie sich unseren Glückwünschen für diesen langjährigen Hörerfreund, der aber nicht mehr so aktiv ist wie einst, gerne an. Unsere Glückwünsche gehen heute ins thüringsche Gebesee zu dem lieben Helmut Lesser. Gesundheit, Wohlergehen und noch viele schöne Jahre mit Mutter Lesser wünschen wir ihm! Für uns wünschen wir vielleicht mal ein Lebenszeichen für die Redaktion im Funkhaus am Fuße des Elbursgebirges, das wäre schön.

Ihnen allen wünschen wir, dass Sie nicht von der Grippewelle erfasst werden, bleiben Sie gesund, werden Sie gesund und alles Gute bis dann wenn wir in alter Freundschaft wieder zusammenkommen beim Hörer-Sender Treffen von IRIB in Teheran.

Choda hafez – Gott schütze Sie!

 

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