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Dienstag, 20 Januar 2015 20:21

Hörerpostsendung am 18. Januar 2015

Hörerpostsendung am 18. Januar 2015
Bismillaher rahmaner rahim  -   Herzlich willkommen zum 3. Hörertreffen im neuen Jahr. Leider müssen wir uns heute auch wieder den weniger erfreulichen Ereignissen in der Welt widmen, denn sie spiegeln sich in den Zuschriften von Ihnen liebe Hörerfreunde wider.

Aber wir werden auch auf eine Hörerfrage eingehen und feststellen, dass sich bei ihrer Beantwortung eine Verbindung herstellen lässt zu den aktuellen Geschehnissen. Auch die Übermittlung von Grüßen wurde uns aufgetragen, und wir hoffen, dass die Zeit es uns erlaubt, diese auszurichten.

Beginnen wir nach einer kurzen Musik mit Ihren Zuschriften zu den terroristischen Anschlägen in Frankreich und anderswo in der Welt.

Frau Martina Pohl aus Überlingen schrieb uns:

"Liebe Redaktion von IRIB,

wozu Menschen fähig sind, haben wir erneut an der schrecklichen Terrorwelle, die sich in Frankreich ereignet hat, gesehen. Entsetzen und Betroffenheit machen sich breit, angesichts der Brutalität, mit der diese Täter vorgegangen sind.

Meinungsfreiheit und Demokratie müssen verteidigt werden. Die große Anteilnahme und Solidarität der Bevölkerung zeigen, dass Widersachern dieser Staatsform kein Raum gegeben werden darf. Viele muslimische Verbände setzten ein Zeichen als Verachtung solcher Taten. Meldungen erreichen uns fast täglich, bei denen Menschen bei Anschlägen verletzt oder getötet werden. Erst am Wochenende wurden erneut im Nordosten von Nigeria 23 Personen bei Anschlägen getötet. Eine Attentäterin von

gerade einmal 10 Jahren trug einen Sprengsatz bei sich. Die Polizei vermutet, dass sie es wohl gar nicht wirklich gewusst habe. Der Sprengsatz ihrer Komplizin wurde über Fernzündung zur Explosion gebracht. Auch sie war nicht älter als 15 Jahre.

„Terror ist ein gewalttätiges, rücksichtsloses Vorgehen mit dessen Hilfe bestimmte Ziele erreicht werden sollen“, heißt es im Duden. Eine gewaltfreie und ohne Terror bestehende Welt werden wir wohl niemals erreichen. Er zieht sich wie ein roter Faden von Kontinent zu Kontinent. Bedrohlich und voller Sorge auf das, was Morgen schon wieder sein kann. Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass viele dieser Fäden, wo immer sie auch zusammenlaufen, zu durchtrennen sind, damit terroristisches Gedankengut keinen Nährboden mehr finden kann.

Viele Grüße von Martina"

Auch Michael Lindner in Gera ging in seiner Mail auf die Solidarität der Menschen bei einer Gedenkfeier in Berlin ein, wir zitieren einige Abschnitte:

"Es war ergreifend, dass sich Muslime, Christen und Juden vereint gegen Terrorismus aussprachen. Der Plan der Terroristen ist nicht aufgegangen, im Gegenteil, die Menschen haben sich solidarisiert, weltweit, und haben damit ein klares Zeichen gesetzt: "Nein zum Terrorismus"!

Bleibt nur zu hoffen,dass diese internationale Solidarität wie eine zarte Blume gehütet wird, damit der nächste "Sturm" gar nicht erst Unheil anrichten kann.

Islam und Terrorismus, dass sind zwei vollkommen verschiedene Dinge, die niemals miteinander in Verbindung gebracht werden dürfen. Terrorismus bedeutet Mißachtung der Menschen und Vernichtung. Islam dagegen steht für eine absolut friedliche Religion."

 

Hans- Joachim Pellin aus Lübz äußerte sich in seiner Mail ähnlich:

"Ich möchte mich kurz zum Attentat in Paris äußern, ich finde es unmenschlich im Namen einer Religion Menschen zu töten. Ich glaube nicht, dass der Islam an sich zum Töten aufruft, es gibt Millionen von Moslems, denen wird nicht im Traum einfallen, Menschen zu töten. Solche Taten sind einfach verabscheuungswürdig. Aber der Islam ist nicht an sich böse, dies ist meiner Ansicht nach eine böse Unterstellung."

Auch unser Hörerfreund Wilfried Hofmann konnte nicht still sitzen und die Ereignisse einfach Revue passieren lassen. Er schrieb uns am 12. und 13. Januar eine Mail. In der ersten heißt es:

"Die Gewalt der islamistischen Sekte Boko Haram kennt keine Grenzen. Längst terrorisiert die brutale Miliz nicht mehr nur Nigeria, sondern greift auch auf die Nachbarländer Kamerun und den Tschad über. Trotz aller Beteuerungen zeigen sich die betroffenen Staaten unfähig,
den Kampf gegen die Bewegung zu koordinieren. Das schadet ihnen selbst – und nützt den Terroristen. Sollte die Miliz nun tatsächlich ein Dutzend Dörfer niedergebrannt und Hunderte Menschen getötet haben, beweist dies einmal mehr die unvorstellbare Brutalität ihrer Schergen.
Vor nichts machen sie halt in ihrem Wahn, einen islamistischen Gottesstatt zu errichten. Zugleich erinnern die Verbrechen daran unter welcher Dimension des Terrors die Menschen dort leiden. Hunderttausende sind auf der Flucht, unter anderem in den Niger, eines der ärmsten Länder der Welt.
Boko Haram treibt die ganze Region an den Rand des Abgrunds. Mag Nigerias Präsident Goodluck Jonathan sich auch noch so kampfeslustig geben. In der Vergangenheit hat die Regierung in dem Bemühen versagt das Erstarken der Terroristen zu bremsen. Derzeit ist Jonathan ohnehin vor allem darauf bedacht, Mitte Februar als Staatschef wieder gewählt zu werden. Seinem Land stehen harte Zeiten bevor, nicht nur wegen Boko Haram. Der Preisverfall beim Öl bringt den ölreichen Staat an den Rand des Bankrotts. Das bringt unabsehbares Konfliktpotenzial.
Herzliche Grüsse Wilfried Hofmann"

 

Nun die zweite Mail von Herrn Hofmann:

"Hallo mein liebes Redaktionsteam.
Der Islam, sein Prophet und die Dämonen, die Mohammeds Islam zerstören sollen.
Seit Mohammeds Geburt 570 n. Chr. haben die Zerstörer dieser Weltreligion nichts ausgelassen, um unter den Muslimen Zank und Streit zu pflanzen. Eine Blutspur führt von der Gründung des Islam bis zum heutigen Tag durch diese Weltreligion. Die Mörder und Verbrecher, welche angetreten sind um Unfriede zu säen haben natürlich heute die besten Möglichkeiten weltweit den Terror auf unserem Planeten zu installieren. Eine ihrer Großtaten ist am 20. November 1979 in Mekka ausgeführt worden, in der großen Moschee hatten sich mehrere hundert Attentäter mit Waffen und hunderten Geiseln zurückgezogen und haben zwei Wochen dort in ihrem Wahn gewütet und hunderte Geiseln erschossen, bis sie von der saudischen Armee getötet wurden. Diese Geiselnahme war die Geburtsstunde des modernen Dschihad, der vor allem auf Gewalt setzt um seine verwirrten Ziele durchzusetzen.
Von dem Terrorakt in Saudi –Arabien führt eine direkte Linie bis zum Angriff auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo. Mir persönlich hat dieses Magazin niemals eine positive Beurteilung entlockt, aber deswegen 17 Menschen zu ermorden ist nun genug und die Auftraggeber dieser Untat haben nicht mit dem französischen Volk gerechnet. Die Terrororganisation IS hat nun schlafende Hunde geweckt, möglicherweise ist das ihr Untergang, denn die Franzosen werden in den nächsten Jahren bestimmt einiges unternehmen um diese Verbrecherorganisation zu zerstören. Ich möchte hier nur an die algerische Terrororganisation OAS erinnern, die in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts versucht hat in Frankreich Mord und Terror zu installieren, bis zum bewaffneten Anschlag auf Präsident Charles de Gaulle. Die OAS wurde nicht nur in Frankreich völlig zerstört, sondern auch in Algerien.
Es hat damals Tausende von Toten unter den Terroristen gegeben, bis die Franzosen dort abgezogen sind war die OAS völlig eliminiert. Deshalb habe ich oben angeführt, dass hier schlafende Hunde geweckt worden sind, und diese Hunde werden nicht bellen, sondern sofort richtig zubeißen.
Meiner Meinung nach ist es jetzt so weit, dass die Muslime weltweit gegen diese Verbrecher-organisation intervenieren, und nicht nur verbale Statements abgeben, sondern mit vereinten Kräften richtig draufschlagen sollten, so dass die Fetzen nur so fliegen, es ist jetzt soweit, denn der Kessel mit heißem Wasser ist jetzt übergelaufen und geplatzt!!

Eure Programme kommen bei mir zurzeit noch hörbar, aber recht schwach moduliert an, das liegt aber an dem sehr schlechten Wetter, das wir zurzeit in Ostfriesland haben.
Ansonsten ist Euer Gesamtprogramm wie immer erste Wahl und mit besten Hintergrund-Analysen versehen, bitte weiter so.
Recht herzliche Grüße aus der autonomen Republik Ostfriesland
Wilfried Hofmann"

Nach all den Mails mit unerfreulichem Inhalt jetzt erst einmal unser Musikstück.

In diesem Abschnitt unserer heutigen Sendung wollen wir auf die Beantwortung einer Hörerfrage eingehen, die auch mit dem Islam zu tun hat. Zunächst aber erst einmal zu der Mail, die Ausgang zu den weiteren Informationen war. Am 29. Dezember schrieb uns Herr Andreas Pawelczyk zu seinem Empfangs-bericht:
"Interessant war auch die Freitagsgebetansprache 33 in der gesagt wurde, dass Politiker ehrlich und rechtsschaffend sein sollen, wobei auch manchmal Lügen erlaubt seien. Das ist nun wahrlich keine große Errungenschaft bei westlichen Politikern. Weiter wurde gesagt, dass jede Heimtücke Sünde sei.
Die Sure Maryam brachte jeden interessierten Christen auf ein höheres geistiges Level, insbesondere Vers 16-17: Jesus, so wird behauptet, hat nie bei Gewalt geschwiegen und zur Korruption Stellung genommen. Ausserdem war er der Bortschafter der Gerechtigkeit. Ich frage mich wirklich, ob Christen zu solchen netten Aussagen über den Islam in der Lage sind? Wohl nicht.
Ausserdem habe ich Ihnen vier Anhänge mitgesandt. Es sind einige von 20, die ich zu Hause habe. Das war Informationsmaterial des Iran- Standes der Frankfurter Buchmesse. So wollte sich der Iran in Frankfurt vorstellen.
Es wäre nett, wenn Sie in einer der nächsten Hörersendungen einen dieser Schriftsteller uns Hörern und mir vorstellen könnten, da ich die Schrift nicht lesen kann. Ansonsten alles Beste nach Teheran aus Mannheim
Andreas Pawelczyk"

Die beigefügten Informationsblätter vom iranischen Stand bei der Frankfurter Buchmesse sind kurze Beschreibungen der iranischen Gelehrten  Zakariya al-Razi; Abu Dschafar al-Chwarizmi, Saadi Schirazi und Abul-Fazl Baihaqi.

Heute wollen wir der Bitte von Herrn Pawelczyk entsprechen und ein wenig näher auf Abul-Fazl Baihaqi eingehen, der nicht so bekannt ist wie die anderen genannten Gelehrten. In Teheran trägt ein großes Busterminal am "Argentinien-Platz" seinen Namen.

Abul-Fazl  Muhammad ibn Husain Baihaqi lebte nach christlicher Zeitrechnung etwa von 994 bis 1066, und stammte aus Baihaq, wie sein Name schon sagt. Baihaq ist der frühere Name der heutigen iranischen Stadt Sabzewar, in der nordostiranischen Provinz Chorassan-e Razawi.

Er war ein sehr bekannter sunnitischer Gelehrter und auf Überlieferungen spezialisiert, d.h. auf die in der ersten Zeit mündlichen und später schriftlichen Überlieferungen von und über den Propheten und/oder die Ahl-ul Bait, die Angehörigen seines Hauses.

Dieser Gelehrte hat mit 15 Jahren begonnen Überlieferungen zu lernen, wofür er u.a. nach Mekka, Kufa und Bagdad reiste. Später wurde er Sekretär der Ghaznawiden-Herrscher und wurde unter Abdur- Raschid (1049-1051 n.Chr.) zum Leiter der Staatskanzlei. Später wurde er von ihm unter einer Beschuldigung inhaftiert.

Während der Herrschaft von Farruchzad ben Masud (1052-1059 n. Chr.) wurde er wieder befreit und konnte seine Arbeit fortsetzen. Sein größtes Werk war das wohl ursprünglich 10-bändige 'Tarich-e Baihaqi', von dem aber nur noch drei Bände vollständig erhalten sind. In diesem Geschichtswerk beschreibt er die Herrschaft des Ghaznawiden Masud I., dem Sohn von Mahmud und die zurückliegende Zeit. Er hebt dessen Interesse an arabischen Werken und sein außerordentliches Talent für persische Schrift, Sprache und Rhetorik hervor.

Besagtes Werk von Baihaqi beinhaltet aber auch ärztlich-wissenschaftliche Beschreibungen, geographische Angaben und Legenden. Seine Beachtung einer wahrheitsgemäßen Darstellung der Ereignisse wird hervorgehoben und er soll ein bescheidenes Leben geführt haben. Wie es heißt, folgte er wohl der sunnitischen Rechtsschule der Schafiiten.

Wie schon zu Beginn gesagt, sind wir bei der Beantwortung der Frage von Herrn Pawelczyk auch auf eine Verbindung zu heute, und zu den Grausamkeiten des sogenannten Islamischen Staates und der Terroristen, die sich als Muslime ausgeben, gestoßen.

Der Gelehrte Baihaqi stammte ja aus Baihaq, dem heutigen Sabzewar im Nordosten Irans. Nach seiner Zeit, im 14. Jahrhundert eroberte der als brutal und skrupellos geltende Mongole Tamerlan oder Timur Lenk – der Gründer der Timuriden-Dynastie - diese Stadt und zerstörte sie vollständig. Den historischen Aufzeichnungen zufolge sollen rund 90.000 Bürger der Stadt ermordet worden sein. Allen ermordeten Männern wurden die Köpfe abgehackt und daraus wurden 3 Pyramiden errichtet. Dieses Vorgehen wiederholte er auch anderswo, z.B. in Isfahan. Anderswo ließ er 2000 Menschen lebendig einmauern.

Timur  - was so viel bedeutet wie "der Eiserne"  - erlangte zwischen 1364 und 1370 unter Ausschaltung des Thronfolgers und weiterer Rivalen die Herrschaft über Transoxanien. Er heiratete in das Haus Tschagatais, das heißt in die Familie Dschingis Khans ein und wollte dessen Reich unter dem Vorzeichen des Islam, so wie er ihn verstand, erneuern. Er eroberte Delhi, Damaskus und Bagdad und besiegte den Osmanenherrscher Bayezit I.. Auf einem Feldzug nach China verstarb er nach einem mehrtägigen Alkoholexzess in Kasachstan.

Um unser heutiges Beisammensein mit angenehmeren Gedanken zu beschließen, wollen wir nun die Grüße unseres Hörerfreundes Bernd Seiser übermitteln. Er schrieb unter anderem bezogen auf unsere "15 fleißigsten Hörerfreunde von 2014":

"Natürlich habe ich damit gerechnet, dass unter den 15 genannten

Hörern auch einige Mitglieder oder Freunde unseres RTI Hörerklubs

vertreten sein könnten, aber nicht damit, dass wir mit Heinz-Günter

Hessenbruch, Michael Lindner, Lutz Winkler, Paul Gager, Joachim Thiel,

Dieter Leupold, Werner Schubert, Volker Willschrey und mir gleich 9-fach dabei sind.

Diese sowie auch Martina Pohl, Andreas Pawelczyk, Eduard Alex und Helmut Dieterle, die ebenfalls mit unserem Hörerklub in Kontakt sind, möchte ich, falls möglich, freundlich grüßen, und mich in einer der nächsten Ausgaben von 'Wir und unsere Hörer" gerne bei unseren Hörerklubmitgliedern für ihr Interesse und ihre Aktivitäten bedanken.

Bestellen Sie auch Grüße an Hans Kopyciok, er ist Ehrenmitglied in unserem RTI Hörerklub Ottenau, und auch mit Guenter Jacob bin ich in Kontakt."

Damit bleibt uns nur noch ein herzliches  – Choda hafez – Gott schütze Sie!

 

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