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Dienstag, 18 November 2014 20:09

Hörerpostsendung am 16. November 2014

Hörerpostsendung am 16. November 2014
Bismillaher rahmaner rahim -  Willkommen allen Hörerfreunden zur heutigen Sendung. Das waren noch Zeiten, als Frau Zangeneh so manches Gedicht oder so manchen Beitrag in der Hörerpostsendung auf erzgebirgisch vorgetragen und der Waldmeister ganz hinten am Stammtisch gesessen hat um ihr zu lauschen.

 

Heute fehlt sie uns besonders, die einstige Postmeisterin der deutschen Redaktion, denn heute wäre ihr Einsatz mehr denn je gefragt hier in der Hörerrunde, dem ehemaligen Stammtisch der Funk in Deutsch-Hörerfreunde. Denn heute gedenken wir Herrn Christoph Schmidt, dem Waldmeister aus dem Erzgebirge,  anlässlich  seines morgigen Geburtstages. Er wird nämlich 80 Jahre alt. Diese beachtliche Zahl an Lebensjahren wurde nur wenigen geschenkt von der einstigen verschworenen erzgebirgischen Hörergemeinschaft.

Aber wir wollen den lieben Waldmeister nicht traurig stimmen am Vorabend seines Ehrentages, denn er weiß besser als so mancher von uns, wie das Leben so spielt. Ein einmaliges und erfahrungsreiches Leben, von dem die Leute in der Deutschen Redaktion hier im Funkhaus am Fuße des Elbursgebirges im Laufe der Jahre eine Menge erfahren durften und von denen es Frau Zangeneh war, die das besondere Band ins Erzgebirge hinein geknüpft hat, zu den Antennen auf der B-Station, den Vogelbeeren, den Räuchermännern, dem Weihnachtsberg mit der großen Pyramide, den Wellensittichen und so vielem mehr. Sie hat es all die Jahre bewerkstelligt, dass der Waldmeister keine Kosten und Mühen gescheut hat uns so mancherlei Information zu schicken um hier im fernen Teheran ein Bild von seiner Heimat zu vermitteln, in der er in Schneeberg nun schon seit über 50 Jahren die Beschallung des Weihnachtsmarktes ehrenamtlich übernimmt. Vor 4 Jahren wurde ihm für seine Verdienste das Silberne Herz der Bergstadt Schneeberg verliehen.

Das einst so feste Band ist mit dem Weggang von Frau Zangeneh doch sehr schwach geworden, aber das ist kein Grund für uns, nicht dieser besonderen Freundschaft zu gedenken, an so einem besonderen Tag.

Deshalb nun zuerst unser Musikstück, das wir im Namen der gesamten Redaktion und insbesondere auch im Namen von Frau Monika Sheikholeslami dem lieben Waldmeister widmen wollen, natürlich verbunden mit den besten Wünschen für Wohlergehen und Gesundheit im neuen Lebensjahr.

Ja liebe Hörerfreunde, die Zeit schreibt Geschichte, egal ob es eine kleine Geschichte ist, wie bei uns hier in der Hörerrunde, oder eine größere, wie in der Geschichte Ihres Landes. Unser letztes Treffen in der Hörerpostredaktion fiel ja auf den 25. Jahrestag des Mauerfalls und sicher haben Sie da vieles gehört – vorher und nacher – von den Schicksalen, die mit diesem Tag verbunden waren und es immer noch sind. Sicher ist  dieser Tag aus besagtem Anlass, auch denjenigen von Ihnen, deren eigenes Schicksal dadurch eine große Wende genommen hat, noch einmal bewußter geworden.

Einem von Ihnen ist das ganz sicher so gegangen, denn er hat schriftlich für uns dafür Zeugnis abgelegt. Den meisten von Ihnen ist er schon gut bekannt durch seine wertvollen Beiträge zu unseren Hörerpostsendungen, es ist Lutz Winkler in Schmitten im Taunus. Sein letzter Brief war für uns alle hier sehr interessant und für viele von Ihnen wird er das genau so sein, deshalb möchten wir ihn heute stellvertretend für das Schicksal sehr vieler Deutscher, die nach dem  Mauerfall den Mut hatten ihre Heimat zu verlassen und einen Neuanfang zu wagen, vortragen:

"Schmitten, den 08. November 2014

Der November ist dieses Mal ein besonderer Monat: 25 Jahre Mauerfall - da denke ich in diesen Tagen an die eigene Geschichte. Ich habe die Mauer als Wehrpflichtiger fallen sehen. Im Fernsehen. Ich wurde im Mai 1989 zur NVA (Nationale Volksarmee) eingezogen - nachdem meine Frau und ich ein Kind hatten. Da wurde keine Rücksicht genommen. Im Gegenteil: Familienväter sind vernünftiger bei  der Armee. Nach der Grundausbildung im Nordwesten der DDR musste ich zu einem Flugzeughallenbau an die polnisch-deutsche Grenze. Dort ging es uns eigentlich ganz gut - und ich hörte am Abend des 09. November 1989, dass Menschen ausreisen durften. Am 10. November 1989 durften wir überraschenderweise die Kaserne verlassen. Ich erinnere mich noch: die Dorfgaststätte war leer, wir waren die einzigen Gäste. Danach wurde das Leben in den Kasernen auch etwas lockerer - ich durfte aber erst zu Weihnachten im Jahr 1989 nach Hause - das war das 2. Mal seit Mai. Da ich keinen Personalausweis hatte (den musste man vor dem Wehrdienst abgeben), konnte ich nicht in den Westen fahren. Und: ich wollte meine Zeit nicht damit verbringen, auf der Autobahn in den Westen im Stau zu stehen. Da war mir meine Familie wichtiger. So bin ich wohl einer der wenigen DDR Bürger, die keine 100 DM Begrüßungsgeld bekommen haben. Unvorstellbar ist mir heute, dass damals die gesamte Kommunikation über Postbriefe abgewickelt wurde - Telefon gab es ja nicht. Ein Gutes hatte aber die Wende für mich: mein Wehrdienst wurde von 18 auf 12 Monate verkürzt und im Mai 1990 sah die Welt, die ich im Mai 1989 verlassen hatte, ganz anders aus.

Danach kamen eher unruhige Zeiten - der Arbeitsplatz wurde unsicher - alte Führungskader wurden Geschäftsführer und entdeckten die Vorzüge der Marktwirtschaft. Alles wurde anders: das Geld, die Versicherung, die Krankenkassen, die Rentenkassen. Viel Betrüger kamen, einiges Lehrgeld haben auch wir gezahlt. Ich wechselte dann im Dezember 1990 unter vielen Diskussionen mit der Familie in den Westen - und begann bei einem Tochterunternehmen von BMW. Meine Frau und meine Kinder folgten dann im März 1991 - und wir bauten uns in Bayern eine eigene Existenz auf. 5 Jahre später erfolgte durch einen beruflichen Wechsel der Umzug in den Taunus.

Ja - und seitdem sind wir weder in den alten Bundesländern - noch in den neuen Bundesländern zu Hause. Hier werden wir immer noch mit Argwohn angeschaut - die Leute, die so komische Erfahrungen haben - und: die viele Dinge auch sehr kritisch sehen. Da kommt es schon mal zu verletzenden Bemerkungen zur Herkunft.

Und wenn wir zu Besuch zu den Schwiegereltern in die neuen Bundesländer fahren: dann sind wir immer noch die, die in der Heimat keine Zukunft gesehen haben. Und wenn ich ehrlich bin: je älter ich werde, umso beliebter werden mir die Landschaften in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Viele Kindheitserinnerungen hängen an den Orten in diesen Ländern. Ich freue mich bei jedem Besuch in den Städten, Kultureinrichtungen und Dörfern in den neuen Bundesländern, welche Leistung in den letzten 25 Jahren dort erreicht wurde. Und ich wüsste wirklich nicht, was ich tun soll - wenn ich eine gleichwertige Arbeitsstelle in Leipzig oder Dresden bekommen würde: Würde ich schwach werden und wieder dorthin ziehen? - Soweit meine Gedanken zu den deutsch-deutschen Ereignissen im Monat November - aus meiner persönlichen Sicht.

Nun möchte ich schließen - ich wünsche Ihnen in der deutschen Redaktion von IRIB einen nicht so trüben November und verbleibe

mit freundlichen Grüßen aus Deutschland !

Ihr Hörer Lutz Winkler"

 

Vielen Dank Herr Winkler für den überaus interessanten Bericht, es ist der erste Bericht, der uns das Schicksal von Menschen aus einem ehemals getrennten Deutschland so persönlich näher gebracht hat.

Während man den Mauerfall in Deutschland groß feierte, sind einer Nachricht aus der Tageszeitung zufolge zeitgleich mit den 8000 leuchtenden Ballons in Berlin auch im Westjordanland weisse Ballons in die Luft gestiegen. Die 6.000 Einwohner des palästinensischen Dorfes Battir protestierten damit gegen den geplanten Weiterbau der von Israel vorangetriebenen Trennanlagen, den sogenannten Schutzwall, mit dem sich die Israelis vor den Palästinensern schützen wollen.

Beten wir gemeinsam, dass alle Mauern schon bevor sie gebaut werden eingerissen werden, nämlich da wo sie zuerst entstehen, in den Köpfen von uns Menschen.

Nach Jahr und Tag – wie man so schön sagt – haben wir mal wieder eine Mail von Hans-Jürgen Tausend bekommen, da haben wir uns natürlich besonders gefreut.

"Sehr geehrte Damen und Herren,

ich erlaube mir, Ihnen wieder einmal einen Empfangsbericht zukommen zu lassen. Über eine Bestätigung, falls er korrekt ist, würde ich mich sehr freuen.

Ihren Beitrag zur Lage in Afghanistan mit der Bilanz einer amerikanisch-britischen Besatzung kann ich in weiten Teilen nur zustimmen. Leider ist es mit dem außenpolitischen Engagement der Amerikaner schon seit Jahrzehnten nicht weit her. Ich würde sogar so weit gehen, daß der einzige Erfolg die berechtigte Invasion in Deutschland war. Eine traurige Bilanz. Es zeigt sich immer wieder, daß Panzer, Flugzeuge oder Drohnen kein taugliches Mittel zur Außenpolitik sind.

Herzliche Grüße aus dem herbstlichen München sendet Ihnen

Ihr Hans Jürgen Tausend"

 

Sein Empfangsbericht vom 10.11.2014, für den wir uns bedanken, bestätigt den Empfang über die 7425 kHz mit SINPO-Werten von 3-4-3-4-3. Da hoffen wir, dass es nicht wieder ein Jahr dauert, bis "wir und unsere Hörer" mal wieder von Herrn Tausend etwas hören.

Ganz und gar neu war ein Hörer aus Österreich, der uns am 11. November über die Abendfrequenz 6205 in Wien empfangen konnte.

"Sehr geehrte Damen und Herren!
Mit einem Grundig Satelit 3000 habe ich am 11.11.2014 um 18:53 Uhr ihren Sender gehört.
Auf der Skala von 1-5 war die Feldstärke bei 1,5-2,5 schwankend - schlecht verständlich, mit Störungen.
Mit freundlichen Grüßen - Friedrich Albrecht Wien"


Schade, dass Herr Albrecht uns auf dieser Frequenz nicht besonders gut empfangen konnte. Vielleicht versucht er es ja nochmal auf einer anderen Frequenz. Wir würden uns freuen ihn öfter in unserer Hörerrunde begrüßen zu können.

Herr Albrecht aus Wien steht mit seinem 1. Empfangsbericht hoffentlich am Anfang einer langen Hörer-Sender-Freundschaft. Ob er sich wohl einst mit Herrn Hessenbruch aus Remscheid messen kann, der sich nun schon stark seinem 5000. Bericht nähert?

Dieser Tage kamen die neuen Empfangsberichte von Herrn Hessenbruch für Oktober. Vielen Dank. Dazu schrieb er:

"Hallo und einen guten Tag nach Teheran zu den Mitarbeitern von IRIB.

Heute ist ein wunderschöner Herbsttag, die Temperaturen sollen bis über 20 Grad ansteigen.
Die Zugvögel sind schon seit Tagen unterwegs in den Süden, ich finde es immer ergreifend, wenn die großen Formationen schreiend und krächzend über uns hinweg ziehen.
Gibt es im Iran auch diese Zugvögel? Wenn ja, um welche Vögel handelt es sich? Wo kommen sie her, und wohin fliegen sie?

Eben habe ich nochmals die Winterfrequenzen ausprobiert, habe hier auf 15250 und 17690 Khz einen sehr guten Empfang, hoffentlich bleibt das so.
Ich wünsche Ihnen allen eine zufriedene Zeit, mit schönen Herbsttagen.
Liebe Grüße, Ihr
Heinz Günter Hessenbruch Remscheid"

Nachdem Herr Hessenbruch uns im Oktober über Internet empfangen hat, sind wir froh, dass er jetzt mit den neuen Morgenfrequenzen sehr zufrieden ist.

Zum Abschluss unseres heutigen Programms wollen wir noch auf die  Frage von Herrn Hessenbruch zu den Zugvögeln in Iran einige Informationen geben:

In unserem Land Iran haben einst sehr viele Menschen als Nomaden gelebt, und auch heute gibt es hier noch nomadisch lebende Menschen. Für die Nomaden ist es kennzeichnend, dass sie sich den Jahreszeiten angepasst in verschiedenen Regionen aufhalten, um ihren Herden die Futtersuche bzw. die Bereitstellung des Futters zu ermöglich. Ähnlich aber ganz ohne menschliches Einwirken ist es bei den Vögeln.

Mit Einbruch der kalten Jahreszeit müssen viele Vogelarten ihren Lebensraum verlassen, weil die kalten bis eisigen Temperaturen eine Sicherstellung ihrer Ernährung nicht mehr zulassen. Viele Vogelarten wie Kuckuck, Schwarzstorch, Schwäne, Enten, Kraniche, Stare und andere Singvögel, Schwalben- und Raubvogelarten ziehen bis zu Tausende Kilometer in wärmere Regionen,  sogar bis nach Afrika.

Auch hier in Iran kommen viele Zugvögel auf ihrem Weg weiter nach Süden vorbei, andere überwintern ganz hier in Iran.

Sowohl in Nordiran am Kaspischen Meer, als auch im Süden am Persischen Golf können jedes Jahr viele Zugvögel beobachtet werden. Auch im Landesinneren, z.B. am Urumiasee in Nordwestiran – der ja leider aktuell von einer starken Austrocknung betroffen ist – oder in der südwestiranischen Provinz Fars,  an den Seen Ardschan und Parischan, die etwa 60 km westlich von der Provinzhauptstadt Schiraz entfernt liegen, können wir Zugvögel auf der Rast oder beim Überwintern beobachten.

In diesen Naturschutzgebieten finden sich Brutstätten sowie Überwinterungs- oder Rastplätze für sehr viele Vogelarten wie Krauskopfpelikan, Rosapelikan, Silberreiher, Marmelente, Weißkopf-Ente, Moorente, Flamingo, Purpurreiher, Gänse, Störche, Eisvogel, Weißscheitel-Kiebitz, Schnepfen, Adler u.a..

Im Jahr 1971 wurde in der nordiranischen Stadt Ramsar am Kaspischen Meer ein Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere für Wasser- und Wattvögel von internationaler Bedeutung, die sogenannte Ramsar-Konvention abgeschlossen. Im Rahmen dieser Konvention, die 1975 in Kraft trat, wurde auch das Gebiet um die beiden Seen Ardschan und Parischan wegen seiner großen Bedeutung als Brutstätte von Wasservögeln und als Aufenthalt von Zugvögeln, unter den Schutz dieser internationalen Konvention gestellt.

Auch die Inseln des Bachtegan-Sees in der Provinz Fars dienen vielen Zugvögeln und einheimischen Vogelarten als Brutplatz.

Zu den wichtigsten Vogelarten im Bachtegan-Nationalpark gehören Flamingos, Enten, Pelikane, Geier und andere.

Aber selbst auch in Teheran können Zugvögel wie die Nachtigall, auf ihrer Wanderung von oder nach Afrika beobachtet werden, ebenso wie Greifvögel, u.a. Sperber und Adler, und andere Zugvögel mehr.

Diese Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir bitten Sie dies im Rahmen unser beschränkten Möglichkeiten und gekürzten Sendezeit zu berücksichtigen und wünschen Ihnen eine angenehme Woche bis zum nächsten Mal.

Choda hafez – Gott schütze Sie.

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

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