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Mittwoch, 15 Oktober 2014 09:04

Hörerpostsendung am 12. Oktober 2014

Hörerpostsendung am 12. Oktober 2014
Bismillaher rahmaner rahim -  Einen schönen Sonntagabend und herzlich Willkommen beim Hörerpost-Kaleidoskop! Sie kennen doch sicher alle ein Kaleidoskop liebe Hörerfreunde!? Allerdings sind Kaleidoskope ja optische Geräte, die uns einen bunten Augenschmaus bescheren. Unsere heutige Sendung soll aber ein bunter Ohrenschmaus werden, zu dem Sie liebe Hörerfreunde – ob alt oder neu – Ihren Beitrag geleistet haben. Freuen wir uns also gemeinsam auf eine buntgemischte und abwechslungsreiche halbe Stunde mit der Hörerpost.

 

Beginnen wir mit den Mails der einzigen Dame unter den Einsendern der heutigen Post. Wie könnte es anders sein!? Es ist Frau Martina Pohl, deren Empfangsberichte hier ja mit schöner Regelmäßigkeit eingehen. Wenn Frau Pohl auch den modernen Weg für die Zusendung ihrer Empfangsberichte und Mitteilungen nutzt, so hört sie unsere Sendungen aber doch über die gute alte Kurzwelle. Ihren Empfangsberichten vom 20. und 21.September fügte sie dann noch folgende Zeilen bei:

"Liebe Redaktion von IRIB,
vor ein paar Wochen wurde ich zufällig auf ein Programm aufmerksam, dessen Beitrag sich um Hafiz und Goethe drehte. Unter anderem wurde erwähnt, dass Hafiz auch heute noch eine große Beliebtheit beim iranischen Volk genießt. Der Dichter selbst steht für die Bewahrung des Korans. Er kannte den Koran komplett auswendig, war gläubig und hochgebildet. Seine Kunst war es, viele Dinge in der Schwebe zu halten. Betont wurde auch, dass über ihn so gut wie nichts bekannt ist, weshalb das größte Rätsel Hafiz selbst bleibt. Er ist zum Klassiker der Weltliteratur geworden. Der iranische Dichter besang den Wein, trotz strikten Alkoholverbotes. Goethe, ein Weinliebhaber, war von seinen Versen angetan. Er sah in Hafiz einen Seelenverwandten. Goethes Bewunderung für seinen „Bruder im Geiste“ wurde in diesem Beitrag immer wieder hervorgehoben. Hafiz regte ihn zu seinem „Westöstlichen Diwan“ an, nachdem der Oesterreicher Joseph von Hammer-Purgstall den gesamten Diwan des Hafiz ins Deutsche übersetzt hatte. Er war bekannt als Übersetzer orientalischer Literatur und beherrschte 10 Sprachen. Der Name Joseph von Hammer-Purgstall fand ja auch schon bei IRIB Erwähnung. Mit seinem „Westöstlichen Diwan“ hatte Goethe keinen Erfolg. Exemplare der Erstausgabe waren sogar nach 100 Jahren noch zu erwerben. Soweit meine verkürzte Zusammenfassung eines kurzweiligen Radiobeitrages.
Viele Grüße von Eurer Hörerfreundin
Martina"

Vielen Dank Frau Pohl für diesen Beitrag. Ob und wie erfolgreich der Westöstliche Diwan von Goethe war oder ist, darüber kann man streiten, aber im Jahr 2011 wurde Goethes Reinschrift des Werkes ein Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes, und das ist doch schon ganz bemerkenswert.

Wenn Sie sich vielleicht erinnern liebe Frau Pohl, gab es beim IRIB-Funk in Deutsch schon einmal die Sendereihe von Weimar bis Schiraz, die sich mit der Verbindung der beiden großen Dichter aus so unterschiedlichem Kulturkreis beschäftigte.

Johann Wolfgang von Goethe hatte schon damals erkannt:
Wer sich selbst und andere kennt,

Wird auch hier erkennen:

Orient und Okzident

Sind nicht mehr zu trennen.

 

Diese Wahrheit schafft auch klare Tatsachen wenn man auf die weltpolitische Lage blickt. Die derzeit im Focus stehenden Kämpfe des sogenannten "Islamischen Staates" in der Region sind Beispiel dafür. Zum einen kämpfen europäische Freiwillige mit dieser Terrormilliz in Ländern wie Syrien und Irak, und zum anderen gehen z.B. auf Deutschlands Straßen Kurden und Salafisten, Jesiden und Muslime gegeneinander an.

Zu dem Vorrücken des sogenannten "Islamischen Staates" hatte unser Hörerfreund Joachim Thiel noch eine Frage, die er seinem 636. Empfangsbericht vom 25. September anfügte:

"Da die Terrorgruppe IS inzwischen auch in der Nähe der Grenzen des Iran ihr Unwesen treibt, frage ich mich, ob das im Iran auch ein Thema ist, also ob man nicht befürchtet, daß sich diese Typen auch den Iran ins Visir genommen haben. Es wäre interessant zu wissen, was die iranische Bevölkerung zu diesem Thema denkt.
Bester Gruß Joachim Thiel Wuppertal"

Lieber Herr Thiel vielen Dank für ihre Mail. Als Antwort dazu verlesen wir eine IRIB-Nachricht vom 6. Oktober:

Teheran (Al-Alam) – Nach der Vereinbarung zwischen Iran und dem Irak wird jede mögliche Drohung der Terrorgruppe IS gegen iranische Grenzgebiete sowie gegen schiitische Heiligtümer innerhalb des Iraks von iranischen Streitkräften entschieden zurückgeschlagen, sagt Irans Vize-Verteidigungsminister, Reza Talai-Nik. „Die Sicherheit unseres Landes ist sehr eng mit der Sicherheit der Region verbunden“, fügte er bei einem Gespräch mit dem Nachrichtenseder al-Alam hinzu. Er hob hervor: „Wir beobachten alle Entwicklungen in der Region sehr genau, seien es Drohungen der extremistischen Terrorgruppen, Militäreingriffe ausländischer Staaten oder aber auch Drohungen des zionistischen Regimes, denn diese führen zur Instabilität und Unsicherheit in der Region.“ Er bekräftigte im Zusammenhang mit einer möglichen Konfrontation mit extremistischen Terrorgruppen, dass jede Maßnahme Irans gegen die Terroristen gewiss im Rahmen vorheriger Vereinbarung mit der irakischen und syrischen Regierung sein werde.  

In Iran ist man gegenüber der internationalen Allianz zur Bekämpfung der IS-Terroristen skeptisch. Dies brachte auch der Sprecher des letzten Freitagsgebetes in Teheran zum Ausdruck, indem er sagte, dass es der US-geführten Allianz in erster Linie darum gehe, die Armee des Irak und Syriens zu schwächen. Darauf ziele auch die geplante Pufferzone in Nordsyrien ab.

Ansonsten vertraut die iranische Bevölkerung zunächst erst einmal auf ihre Armee und die Wachsamkeit der Verantwortlichen des Landes.

Ein anderes Thema ist Anlass der Mail von Hörerfreund Pawelczyk in Mannheim gewesen, wie Sie gleich hören können:

"Das Thema USA ist ja bei Radio IRIB desöfteren ein Thema. Nun lese ich gerade ein Buch, in dem Wiliam Blum mit seinem Buch zitiert wird. Es heißt : Die Zerstörung der Hoffnung. Interventionen der USA und des CIA seit dem 2. Weltkrieg.
Da wird bei der USA von einem fortbestehenden Militarismus und einer manifesten wie unbeachteten Macht der "Massenvernichtung" gesprochen. Die Tötungsleistung des US-Militärs und der CIA wird zwischen 1945 und 2010 auf 13 bis 14 Millionen Menschenleben beziffert. Bei diesen Zahlen kann man nur noch den Kopf schütteln, wenn man den Iran als Land dazu vergleicht."

In seinem Empfangsbericht den Herr Pawelczyk mitschickte hieß es weiter:
"Dann ging es um den irakisch-iranischen Krieg - 2. Teil. Da meinten Sie, dass hier ein neues Kräftegleichgewicht entstanden sei. Wider-
stand sei dementsprechend eine strategische Politik des Iran. Der Bericht war vom Niveau hervorragend konzipiert. Er war gut zu empfgangen, da die Stimme dieser Dame, die ihn sprach besser rüberkam.
Zu diesem Thema muß man Sie besonders loben, weil sie die iranische Seite darstellten und man diesen Bericht auf Ihrer Internetseite auch herunterladen und ausdrucken kann.

Mit lieben Grüssen von
Andreas Pawelczyk"

"Aber jetzt mal zu einer positiven Sache."

Dieser Meinung ist unser langjähriger Hörerfreund Ralf Urbanczyk und in seiner letzten Mail, die wir schon in einer früheren Sendung vorgelesen haben, fügte er hinzu:

"Die Sammlung von iranischen Rezepten auf Ihrer Internetseite ist ja in den letzten Wochen ganz stark gewachsen. Schon beim Durchblättern fällt auf, wie bunt und abwechslungsreich die iranische Küche ist. Bei den schönen Bildern bekomme ich ja schon beim Anschauen Appetit. Und die Zutaten sind gar nicht mal so exotisch, sondern ganz leicht und schnell überall in Deutschland zu beschaffen. Schön, dass Sie gleich eine Schaltfläche zum Ausdrucken der Rezepte mit reingebaut haben, um die Texte und Bilder auch im anständigen Format gedruckt auf dem Küchentisch zu haben. Viele dieser iranischen Gerichte werden in den nächsten Wochen garantiert meinen Speiseplan bereichern. Vielen Dank für diese praktische Einführung in die iranische Kochkunst."

Lieber Herr Urbanczyk wir hoffen Sie haben schon die ersten Erfahrungen mit den persischen Rezepten hinter sich und freuen uns über Praxisberichte aus Ihrer Küche!
Mit kulinarischen Grüßen hatte sich auch Hörerfreund Paul Gager schon vor einiger Zeit gemeldet und zur Zubereitung eines traditionellen iranischen Gerichtes, nämlich "Fesendschun" – der Walnuß-Granatapfelsirup-Soße mit Geflügel oder Hackfleischbällchen geschrieben:

Zubereitung: Zuerst Walnüsse und Granatapfelsaft zu einem sehr feinen Brei zerstoßen. Am besten geht das mit dem Pürierstab. Dann den im Mörser zerstoßenen Zimt hinzufügen. Für das Fleisch die Zwiebeln kleinschneiden, kurz andünsten und dann das in Stücke gewürfelte Fleisch hinzufügen......
Dazu wird Chelo-Reis serviert. Im Original ist es gedünsteter Reis, der halbgar in einem Topf mit etwas Fett so fertig gestellt wird, dass er unten eine Kruste bekommt. Wir haben etwas abgekürzt und einfach Basmati-Reis normal gekocht und anschließend mit Butter in einen Topf angeröstet. Jeder Perser würde sich wahrscheinlich peinlich abwenden, uns hat es aber geschmeckt
Was meint die fachkundige Redaktion dazu? Mit kulinarischen Grüßen - Paul Gager"

Die mehr oder weniger fachkundige Redaktion meint, dass es verschiedene Zubereitungsarten gibt und jede Hausfrau da so ihre kleinen Geheimnisse hat. Auf jeden Fall ist das Gericht sehr schmackhaft, das garantieren alleine schon die Zutaten. Also jetzt ist die Zeit der Granatäpfel und der Walnüsse, nicht nur bei uns in Iran. Wir wünschen viel Spaß und Guten Appetit beim Ausprobieren.

 

Wir haben es ja zu Anfang schon gesagt, die heutige Sendung ist ein buntes Kaleidoskop. Die nächste Mail enthält eine Information für alle Hobbyfreunde.

Christoph der Dxer meldete am 5. Oktober:

"Der lokale Sender von Radio HCJB –die Andenstimme - am Berg Pichincha bei Quito ist nach einigen Wochen Ausfall wieder in Betrieb. Das Signal ist nachts gegen 02/04 Uhr UT auf 6050 kHz zu hören. Neben religiösen Programmen ist auch viel Musik aus dem fernen Andenland zu hören."

Herr Radschabi, bei der nächsten Mail handelt es sich anscheinend nicht um einen Hobbyfreund. Es ist ein Professer von der Northeast Normal University in ChangChun in China. Die gibt es wirklich, wir haben nachgesehen. Lesen bitte was der Herr geschrieben hat:

 

"Sehr geehrte Damen und Herren,

können Sie mir bitte die Postadresse das Büros des ehemaligen Präsidenten der Islamischen Republik Iran, Herrn Dr. Ahmadinedschad mitteilen? Oder eine andere verlässliche und sichere Kontaktadresse? 

Ich möchte Herrn Ahmadinedschad gerne einen persönlichen Brief zukommen lassen.

Im Voraus vielen Dank!

Freundliche Grüße

Ralf Sensel

College of Humanities and Sciences"

 

Also wir haben eine Mailadresse von Dr. Ahmadinedschad, die wir weiterleiten und hoffen, sie ist für Herrn Sensel brauchbar.

Erwähnen können wir auch, dass Herr Dieter Buchholz aus Klein-Oschersleben uns einen Empfangsbericht für den 28. September zugeschickt hat, für den wir danken.

Das er nun nicht mehr der einzige Herr Buchholz unter unseren Hörerfreunden ist, liegt daran, dass sich sein Namensvetter am 6. Oktober zum ersten Mal bei uns gemeldet hat:

"Hallo liebes IRIB Team

Tja, wo soll ich anfangen? Ich sitze zur Zeit im heimischen Garten und höre Sie mit einem tragbaren Weltempfänger und notiere mir ein paar Programmdaten Ihres heutigen Programms.

Als erstes hoffe ich, dass Sie diese Email bekommen. Denn heutzutage ist es schwer Kritik an der Politik oder den Medien zu üben. Meist wird man wegzensiert oder gesperrt.

Immer öfter wird in den Medien der ARD und ZDF usw. die Wahrheit einfach verdreht. Ja, die Menschen werden einfach falsch informiert um sie auf ihre Seite der Machenschaften zu bekommen. Ich bekomme ja mit, wie die USA versuchen das Land Iran als "den Bösen" darzustellen. Wegen der angeblichen Atomsachen. Auch dort wird nicht die Wahrheit gesprochen oder gesendet. Wie so oft.

Ich habe mir angewöhnt die deutschen Nachrichten Ihres Senders auf der Kurzwelle zu hören. Das machen übrigens sehr viele Menschen. Meist vermutet man es nicht, aber immer öfter bekomme ich das in Gesprächen mit. Internet-Stream oder Satellit wird nicht so viel gehört.

Schön wäre, wenn es mehr Sendezeit geben würde. Denn es gibt sicher viel zu berichten. Z.B. die Interviews mit Christoph Hörstel oder Willy Wimmer auf IRIB Teheran, diese sind sehr gut und entsprechen doch viel eher der Wahrheit."

Die Internetseite "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de"  ist übrigens meine deutsche Hauptnachrichtenquelle. Dem Mainstream ... naja, ich wills hier nicht schreiben, aber sie geben nicht die Wahrheit wieder.

Schicke ihnen im Anschluß den Empfangsbericht mit der Bitte um Zusendung einer QSL Karte."

Der Empfangsbericht dieses neuen Hörers stammt vom 5. Oktober und ihm fügte er an:

"Wie immer ist Ihr Programm sehr, sehr interessant und hörenswert. Hoffe das deutsche Programm wird noch ewig lange bestehen und eventuell sogar ausgeweitet.

Bitte schicken Sie mir die aktuelle QSL-Karte ihres Senders, damit ich sie in meiner Kurzwellen Hobby-Ecke an die Wand hängen kann.

Vielen vielen Dank im Vorraus

Ihr Jürgen Buchholz aus Wipperfürth"

Bevor wir hier den Namen von Herrn Buchholz veröffentlicht haben, haben wir uns bei ihm natürlich erst die Erlaubnis eingeholt. Auf unsere Mail antwortete er:

"Hallo Frau Sheikholeslami

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort auf mein Schreiben. Bin schon wieder positiv überrascht, denn nicht überall wird man ernst genommen. Oftmals antworten die deutschen Medien wenn überhaupt nur noch mit fertigen unpersönlichen Textphrasen.
Danke das Sie mich fragen ob und wie Sie mein Schreiben veröffentlichen dürfen. 
Sie dürfen in der Hörerpostsendung wie auch im Internet ruhig meinen Namen und Adresse ( aber ohne Straße bitte, obwohl die NSA das eh sicher schon weiß) nennen. Stehe schließlich zu dem was ich sage.
Dann werde ich mich am Sonntag an den Kurzwellen-Empfänger setzen und mal lauschen wie es sich anhört wenn der eigene Name von einem entfernt liegendem Land genannt wird. Macht einen ein wenig stolz. Sorry dafür.
Freue mich auf die Empfangsbestätigung und QSL-Karte Ihres Senders
Machen Sie bitte weiter so.
Viele Grüße aus Wipperfürth Ihr Jürgen Buchholz"

Da wir gerade beim Hörerdank sind, schließen wir gleich noch eine Mail an:

"Hallo liebe Redaktion, ich habe gerade die Hörerpostsendung auf 7410 kHz mit SINPO 43444 empfangen können.

Darin wurde meine Anfrage zum iranischen Hörfunk- und Fernsehsystem sehr ausführlich beantwortet. Dafür möchte ich mich recht herzlich bei Ihnen bedanken!

Danke auch, dass Sie mir die Informationen noch schriftlich zusenden, da es wirklich sehr ausführlich war. Ich konnte mir nicht so viele Notizen machen.

Alles Gute und beste Grüsse,

Ihr Radiofreund
Antonio Mateo, Grevenbroich"

Jetzt ist es aber Zeit für unser Musikstück. 

So – nun geht es weiter im Hörerpost-Kaleidoskop. Da haben wir zwei Hörerfreunde, die uns zum Opferfest in der vorigen Woche gratuliert haben. Gleich erfahren Sie, wer da so nett war an uns zu denken.

"Sehr geehrte Redaktion, liebe Freunde,
zum heute zu Ende gehenden muslimischen Opferfest Id al-Adha (oder Kurban Bayramı) sende ich Ihnen (bedingt durch eine Auslandsreise leider etwas verspätet) meine herzlichsten Grüße und Glückwünsche, die ich mit der Hoffnung verbinde, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschsprachigen Redaktion des I.R.I.B. World Service die hohen Festtage mit ihren Familien in angenehmen Stunden verbringen konnten. 

Mit großer Sorge verfolge ich die aktuellen Ereignisse im Nahen und Mittleren Osten. Gut zehn Jahre nach dem Golfkrieg und mehr als drei Jahre nach Beginn des "arabischen Frühlings" hat sich die erwähnte Region, nicht zuletzt durch das Erstarken der IS, grundlegend verändert. Mir fällt dabei auf, dass das Wort "Gebiete" inzwischen zum gängisten Begriff bei der Beschreibung der Entwicklungen avanciert ist: es gibt Kurdengebiete, Palästinenser-Gebiete, Sunniten-Gebiete, "befreite Gebiete", "besetzte Gebiete" und schließlich "umkämpfte Gebiete". Die Bedeutung von Staaten schwindet und Staatsgrenzen spielen, wie im Fall des Iraks und Syriens, eine immer geringere Rolle.  

Einhundert Jahre nach Beginn des 1. Weltkrieges zerbricht unter Blut und Tränen, und begleitet von Massakern und Millionen von Flüchtlingen, jene maßgeblich von den Engländern und Franzosen entworfene Landkarte mit ihren künstlichen Grenzen, wobei die Islamische Republik Iran glücklicherweise eine Ausnahme bildet. Durch den IS-Terror wird zudem der Islam im Westen mitunter als Ganzes diskreditiert, was einer gemeinsamen Antwort aller islamischen Staaten bedürfte, die ich jedoch nur in vagen Umrissen zu erkennen vermag. 

Mit den besten Wünschen und herzlichen Grüßen, 
Ihr Hörer Stephan Lipsius –Kassel"

Herr Lipsius hat mit dem, was er geschrieben hat, Recht. Die Entwicklungen in der Region sind kollosal und ihre Auswirkungen betreffen nicht nur die Gebiete wo sie stattfinden, sondern wirken sich weithin bis nach Europa aus, was alleine die Flüchtlingsströme und –probleme zeigen. Wobei wir wieder bei Goethe und Hafiz angekommen sind: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.

Auch unser lieber Hörerfreund Bernd Seiser hat daran gedacht uns zu gratulieren, wofür wir ihm danken. Seine Mail ist aber ein Kaleidoskop mit einer bunten Mischung von Anliegen:

"Liebe Mitarbeiter von IRIB,

gerne sende ich freundliche Grüße zum Opferfest.

Bei meinem Freund und Hörerklubmitglied Fritz Andorf möchte ich mich auch für die lobenden Worte vom 5. Oktober im Programm von "Wir und Unsere Hörer" freundlich bedanken. Ebenso möchte ich auch Helmut Dieterle und Eduard Alex in einer Sendung von "Wir und Unsere Hörer" freundlich grüßen.

Ein besonderes Anliegen ist es mir, die neuen Winterfrequenzen von IRIB frühzeitig zu erfahren, um unsere Hörerklubmitglieder rechtzeitig vor dem Frequenzwechsel informieren zu können.

Herzliche Grüße aus Ottenau,

Bernd"

Lieber Bernd Seiser, wir bemühen uns darum, das wir die neuen Frequenzen rechtzeitig mitteilen können – versprochen!

So – jetzt haben wir die wichtigste Post für heute geschafft und wir haben noch Zeit der Bitte unseres Aufnahmeleiters – Herr Mahbod – nachzukommen, denn ...

Ja, denn morgen haben wir in Iran ein großes Fest und über dessen Anlaß wollen wir noch ein wenig berichten, bevor wir uns heute von Ihnen verabschieden.

Also das Fest heißt "Eyd-e Ghadir", dass wissen sicher schon viele von unseren Hörerfreunden. Aber die Geschichte dieses Festes ist wichtig für das Verständnis dafür, warum es bei den Muslimen Sunniten und Schiiten gibt.

Wie die aufmerksamen Hörer unserer Sendungen ja bemerkt haben, befinden sich derzeit Millionen Muslime auf dem Hadsch - der großen Wallfahrt nach Mekka, die nun zu Ende geht.

Damals, als der Prophet des Islam noch lebte, ereignete sich das, was zu dem Festtag "Eyd-e Ghadir" der Schiiten in Iran und in aller Welt führte. Damals waren der Prophet und die vielen Muslime auf dem Rückweg von der Wallfahrt in Mekka. An einer Wasserstelle, die gleichzeitig auch eine Weggabelung in verschiedene Richtungen war, und die auf halber Strecke zwischen Mekka und Medina lag, machten die Muslime Rast. Diese Wasserstelle – arabisch "Ghadir" trägt den Namen Khum, ebenso wie das Tal in dem sie sich befindet. Hier ereignete sich also folgendes:

Der Prophet des Islam, dessen letzte Wallfahrt nach Mekka es war, und der sein nahendes Ende spürte, wollte die Gelegenheit dieses Tages nutzen, um möglichst vielen Muslimen sein Herzensanliegen mitzuteilen. Deshalb ließ er schon vorauseilende Muslime zurückrufen und wartete bis noch viele weitere aus Mekka an diesem Ort zu ihnen stießen. Dann ließ er sich aus Ästen oder Sätteln, wie es in anderen Überlieferungen heißt, einen erhöhten Platz herrichten, damit er besser zu den tausenden Muslimen sprechen konnte.

Auf dem Höhepunkt seiner langen Ansprache an die Muslime fragte er diese, ob er die höchste Autorität über sie hätte, und die Versammelten antworteten: "So ist es, oh Gesandter Allahs".

Da nahm Prophet Mohammad –s.a.- die Hand seines treuesten Begleiters Ali, dem ersten, der den Islam angenommen hatte, und verkündete: "Derjenige, dessen Herr (Maula) ich bin, dessen Herr (Maula) ist auch Ali. Oh Allah, sei der Freund dessen, der ihn zum Freund hat und sei der Feind dessen, der ihn zum Feind hat."

Dies war also der entscheidende Moment, an dem der Prophet seinen Nachfolger bekannt gab.

Aber warum gibt es dann heute Schiiten und Sunniten?

Obwohl dieses Ereignis auch von vielen sunnitischen Gelehrten bestätigt wird, und die Zahl der sunnitischen Quellen, die dieses Ereignis überliefern sehr groß ist, gibt es eben doch Meinungsverschiedenheiten. Und diese gründen in der Bedeutung des Begriffs "Maula" bzw. "Wali", denn viele sunnitische Gelehrte behaupten, dass Prophet Mohammad –s.a.- bei dem Geschehen in Ghadir-e Khum Ali lediglich als Freund und Helfer der Muslime also "Wali" und nicht als "Maula" (Herr) vorstellen wollte.

Aber wenn man die lange Rede des Propheten an die Muslime in "Ghadir-e Khum" liest, dann geht ganz deutlich daraus hervor, dass er Ali als seinen Nachfolger vorgestellt hat.

Und daran glauben die Schiiten und deshalb feiern Sie an diesem Tag ihr bedeutendes Fest, das Eyd-e Ghadir, wozu wir allen nun ganz herzlich gratulieren.

Alles Gute, eine gute und gesunde Woche und Choda hafez

– Gott schütze Sie.

 

 

 

 

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