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Sonntag, 24 März 2013 05:01

24.März 2013

24.März 2013
- Bismillah-ir-rahman-ir-rahim- - Aus Teheran wünschen Ihnen Schahrzad Tschupankareh und Ahmad Radschabi einen schönen Sonntag und ein gesegnetes Neues Jahr! Nein, wir haben uns nicht im Datum vertan, und Sie haben sich auch nicht verhört.
Heute ist Sonntag, der 24. März 2013 oder - nach dem persischen Kalender - der 4. Farvardin 1392 und Sie hören, wie immer um diese Zeit, die Sendung "Wir und unsere Hörer". Herzlich willkommen!   Wenn Sie zu unseren Stammhörern gehören, wissen sie ja schon, dass im Iran der Jahreswechsel nicht zwischen dem 31. Dezember und 1. Januar stattfindet, sondern mit dem Frühlingsanfang zusammenfällt. Nach dem iranischen Kalender ist heute also der vierte Tag des neuen Jahres, und damit genau die passende Zeit, auch Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, für die kommenden zwölf Monate alles Gute, vor allem natürlich Gesundheit, zu wünschen.    

Vorige Woche haben wir Ihnen ja schon einiges über unsere Neujahrsbräuche erzählt. Etwas ganz Wichtiges haben wir dabei allerdings noch nicht erwähnt: Das in keinem iranischen Haus fehlende speziell für die Norouz-Feierlichkeiten dekorierte Tischtuch "Sofreh Haft Sien". "Sofreh" heißt das Tuch, meistens aus Seide oder Damast, verziert mit Stickereien und Borten. Darauf werden sieben - das heißt: "haft" - Dinge mit einer symbolischen Bedeutung angeordnet, die mit einem "S" - "sien" - beginnen. Je nach Region und Familientradition gibt es dabei kleine Abweichungen, doch meistens handelt es sich um -   Sabsih  - ausgekeimte Weizen- oder Linsensprossen in einer Schale, was grünem Gras ähnlich sieht, -   Sir  - eine Knoblauchknolle -   Sendsched  - getrocknete Früchte der Ölweide -   Sumach  -  ein Gewürz -   Sib  - ein Apfel als Frucht des Himmels -   Samanu  - ein süßer Pudding aus Weizenkeimen, der Wohlstand symbolisiert -   Sonbol  - eine blühende Hyazinthe -   Serkeh  -  ein Schälchen Essig -   Sekkeh  -  eine Münze (oder mehrere) -   Sa'at  -  eine Uhr Sieben Elemente aus dieser Liste werden ergänzt durch einen Spiegel als Glückssymbol, durch eine Lampe oder Kerzen und durch bunt bemalte Eier.

Oft gehört auch ein Band mit Gedichten von Hafez dazu, und in muslimischen Familien erhält der Koran einen Ehrenplatz. Ach, das Glasgefäß, in dem ein Goldfisch schwimmt, hätten wir beinahe vergessen! Der Fisch hat in der persischen Kultur eine uralte, in die vorislamische Zeit zurückreichende heilige Bedeutung und gibt dem gesamten Arrangement etwas Lebendiges. All diese Gegenstände werden schön arrangiert und bilden über die Neujahrstage in jeder Wohnung einen Blickfang.

Nicht nur die Kinder erwarten die Jahreswende mit Spannung und Vorfreude. Währen das neue Jahr nach dem christlichen Kalender stets am 1. Januar um Mitternacht beginnt, wechselt nach dem persischen Sonnenkalender jedes Jahr die exakte Uhrzeit. Schon einige Zeit vorher versammeln sich die Familien in neuer festlicher Kleidung um den Haft-Sien-Tisch. Man unterhält sich, trifft letzte Vorbereitungen und schaut immer wieder auf die Uhr ... Ähnlich wie in Deutschland am Silvesterabend, sendet auch das iranische Fernsehsehen an diesem Tag spezielle Unterhaltungsprogramme mit dem Datumswechsel als Höhepunkt. Sobald das neue Jahr begonnen hat, beglückwünschen und umarmen sich die Familienmitglieder, und die Älteren beschenken die Jüngeren, besonders die Kinder. Ein Gabentisch wie in Deutschland zu Weihnachten ist dabei nicht üblich. Stattdessen wird Geld geschenkt, und zwar in frisch gedruckten Scheinen.

Das Neujahrsfestessen findet dann gewöhnlich im Haus der Eltern oder Großeltern statt, wobei es traditionell gebratenen frischen oder geräucherten Fisch mit Dillreis und einem dicken Kräuteromelett namens Kuku gibt.  

Mit dem neuen Jahr beginnt ein tagelanges Ritual gegenseitiger Besuche von Verwandten und Freunden, das mit den engsten und ältesten Verwandten - z.B. dem Besuch der Großeltern - beginnt und dann immer weitere Kreise zieht. Je größer die Familie, umso mehr Besuche und Gegenbesuche sind zu absolvieren, wobei sich manchmal richtige "Autokarawanen" formieren, die vom Nachmittag bis in die Abendstunden durch die Stadt unterwegs sind. Überall werden die Besucher mit Tee, Obst, "Adschil", einer Mischung aus gerösteten Pistazien, Melonenkernen und Nüssen, sowie verschiedenen Süßigkeiten bewirtet.  

In Dörfern und Kleinstädten haben einige der alten Neujahrsbräuche überlebt, während sie in Großstädten wie Teheran längst in Vergessenheit geraten sind. Dazu gehörte beispielsweise der Brauch des "Neujahrskönigs" - "Mir-e Norouzi" - wonach  während der Neujahrszeit Bürger aus der Arbeiterschicht für einige Tage die lokale Regierungsmacht übernahmen. Einer von ihnen wurde zum König gewählt und ein Hofstaat ernannt. Dieser "König auf Zeit" durfte Mitbürger, die gegen Regeln der Gemeinschaft verstoßen hatten, bestrafen und andere, die sich durch gute Taten hervorgetan hatten, belohnen. 

Nach einem anderen Brauch waren es die Frauen, die während einiger Neujahrtage als Königinnen die Macht in ihren Dörfern übernahmen. Die Männer mussten während dieser Zeit die Dörfer verlassen, um vom Gebirge Schnee zu holen, der als Wasservorrat für den Sommer eingegraben wurde. Und in einem Dorf in der Provinz Khorasan durfte während der letzten vier Neujahrstage kein Mann ohne Erlaubnis seiner Ehefrau das Haus verlassen. Während die Frauen sich an diesen Tagen mit ihren Müttern, Schwestern und Freundinnen vergnügten, mussten die Männer alle Haushalts- und Familienarbeiten verrichten. Die Feiertage enden mit dem "Sizdah bedar" am 13. Tag nach Neujahr.

Diesen Tag soll man nach der Tradition im Freien verbringen, und so pilgern alljährlich Millionen Iraner in die Wälder und Grünanlagen, bepackt mit Decken und Zelten, Kochtöpfen, Teekannen und Geschirr. Meistens ist das Wetter schön genug für stundenlange Picknicks im Freien. Bei dieser Gelegenheit werden dann auch die grünen Weizen- oder Linsensprossen vom Haft-Sien-Tisch in einen Bach oder Fluss geworfen und der Goldfisch freigelassen. Und am nächsten Tag beginnt dann das Alltagsleben des neuen Jahres.   Soviel zu den iranischen Neujahrstraditionen. Doch jetzt warten Sie, liebe Hörer, gewiss schon auf Antwort auf Ihre Briefe, über die wir uns - wie immer - sehr gefreut haben. Da wir gerade bei traditionellen Feierlichkeiten wegen des iranischen Neujahr sind, ist es - glaube ich – angebracht, dass wir Ihnen einen Brief vorlesen, der in der Weihnachtszeit in Deutschland verschickt, der aber uns erst vor einigen Tagen erreicht hat. Und das ist von unserem lieben Hörerfreund, Michael Lindner geschrieben worden ist. Michael schickte uns auch noch weitere Briefe und ein CD, wofür wir ihm ganz herzlich danken. Doch aber zu seinem Schreiben über Weihnachten.

Er schreibt darin: Liebe Freunde! Soeben komme ich mit meiner Frau "Ute" vom Leipziger Weihnachtsmarkt zurück. Um Euch einen kleinen Eindruck zu vermitteln, lege ich diesen Zeilen ein kleines Prospekt bei. Natürlich war die Innenstadt von Leipzig am heutigen Sonntag Menschenüberflutet. Viele Familien mit Kindern und Enkelkindern nutzten das schöne Wetter, um durch das weihnachtlich herausgeputzte Zentrum zu bummeln. Überall ertönten Weihnachtslieder, es roch nach Glühwein und diversen Süßigkeiten. Aber auch handwerkliche Gegenstände, vor allem aus dem Erzgebirge, wurden zum Kauf angeboten. Ja, es war ein schönes Erlebnis, so kurz vor dem Heiligen Abend. Nun sind wir aber wieder zu Haus und haben soeben die Hörerpost von IRIB in aller Ruhe genossen. So geht wieder ein Sonntag mit vielen schönen Eindrücken zu Ende. Eine wundervolle Zeit wünschen Euch allen in Teheran, Eure treuen Hörerfreunde, Ute und Michael Linder. Liebe Ute, lieber Michael, mit Ihrem Brief haben Sie uns in die Vorweihnachtszeit zurückversetzt. Das ist aber aus meiner Sicht sehr schön, denn, man denkt gerne an solche traditionelle Anlässe. Nun zum zweiten Brief von Michael, der einige wichtige Informationen enthält.

In diesem mit dem 21.01.2013 datierten Brief schreibt er: Liebe Freunde in der deutschen Redaktion! Mit neuer Energie geht es in das Jahr 2013, natürlich in der Hoffnung, dass die Menschen ein weiteres Jahr des Weltfriedens erleben können. Mit meinem wundervollen DX-Hobby möchte ich persönlich einen winzigen Beitrag dazu leisten, dass die Völker dieser Erde sich nicht feindlich gegenüberstehen, sondern friedlich miteinander und nebeneinander unsere Erde zu einem blühenden Planeten gestalten. Nun aber leider zu einem traurigen Thema: Vor einigen Tagen bekam ich einen Anruf von OM- und IRIB-Stammhörer "Karl-Heinz Probst (Langebrück) aus dem Krankenhaus. Er teilte mir mit, dass er einen Schlaganfall erlitten hat, sich aber zum Glück auf dem Weg der Besserung befindet. Inzwischen wurde Karl-Heinz in eine Rehaklinik in Dresden verlegt, wo er hoffentlich wieder gesund gepflegt wird. OM Karl-Heinz hat mich dringend gebeten, alle Mitarbeiter der deutschen Redaktion von IRIB ganz herzlich zu grüßen. Er vermisst Ihre Sendungen momentan sehr.

Um "Entzugserscheinungen" bei Karl-Heinz vorzubeugen, spielte ich die letzte Hörerpostsendung "Wir und unsere Hörer" via Internet herunter und übertrug die Sendung per Telefon direkt an Krankenbett. Sie können sich vorstellen, wie dankbar und glücklich unser lieber Hörerfreund war. Bleibt also nur zu hoffen, dass er in wenigen Wochen die Klinik verlassen kann. Drücken wir ihm gemeinsam die Daumen! Nun habe ich wieder eine Frage. In einem Flugplan der Iran Air stelle ich fest, dass es keinerlei Direktverbindungen von Teheran nach Afrika, Australien und Südamerika gibt. Wie ist das zu erklären? Beiliegend schicke ich Ihnen zwei Zeitungsartikel aus der Lokalzeitung "OTZ" mit Beiträgen über Thüringener Sehenswürdigkeiten. In den nächsten Briefen folgen weitere Beiträge, die Ihnen Thüringen näher bringen. Nun beende ich meinen ersten Brief im neuen Jahr und freue mich auf Ihre nächste Post. Alles Gute aus Gera, Ihr Hörerfreund. Michael Lindner. Lieber Michael, wir haben von hier aus nur die Möglichkeit, Ihnen „Danke schön“ vollen Respekt auszudrücken. Ihre Zuschriften sind so interessant und informativ, dass man sie immer bis zum Ende lesen möchte. Zuerst möchte ich mich bei Ihnen ganz herzlich bedanken, dass Sie sich um unseren Stammhörer, Karl-Heinz Probst gekümmert haben.

Das ist wirklich ein sehr wichtiges Zeichen der Menschlichkeit und der nächsten Liebe. Auch wir hoffen und beten bei Gott dafür, dass er wieder gesund gepflegt wird. Bitte richten Sie unsere herzlichen Grüße an ihn aus. Nun zu Ihrer Frage. Wie Sie vielleicht wissen, werden Maschinen der iranische Fluggesellschaft "Iran Air" nicht überall aufgetankt, so müssen sie irgendwo zwischenlanden, wo sie auch auftanken können. Den ersten Satz, den Sie in Ihrem Brief geschrieben haben, möchte ich hier unterstreichen. Frieden ist das kostbarste Gut überhaupt, was es auf dieser Welt gibt. Sie als Deutsche und wir als Iraner wissen den Frieden gut zu schätzen. Also, geben wir die Hoffnung nicht auf, leisten wir gemeinsam unseren Beitrag, wenn er auch winzig ist, damit es zu keinem weiteren Krieg kommt.

Lieber Michael, wir haben auch noch weitere Briefe von Ihnen, aber erlauben Sie mir, dass die in der übernächsten Sendung lesen, damit andere Hörerfreunde auch auf ihre Kosten kommen. Wir wollen in der nächsten Sendung Ihnen Auszüge aus den vergangenen Hörerpostsendungen präsentieren. Also, alles Gute, und viele Grüße auch an Ihre Frau. Redaktionsteam von "Wir und unsere Hörer" Das nächste Schreiben ist von unserem lieben Freund, Lutz Winkler aus 61389 Schmitten im Taunus. Er schreibt darin: Lieber Freunde in Teheran, zuerst herzlichen Dank für die Zusendung des schönen Kalenders für das Jahr 2013 und der DVD. Ich weiß diesen Service sehr zu schätzen.

Der Empfang der Morgensendung macht keine Probleme- auch die Frequenz 21500 kHz ist hörbar – manchmal liegt aber ein störendes Geräusch auf dem Signal, was die grundsätzliche Verständlichkeit aber nicht einschränkt. Es macht Spaß den informativen Programmen zu lauschen. Im Januar hatten wir hier im Taunus einen heftigen Wintereinbruch mit Schnee und Temperaturen um die -10 Grad Celsius. Mittlerweile hat sich aber das Wetter umgestellt und der Schnee ist wieder in Regen übergegangen. Ich freue mich auf weitere Sendungen aus dem Iran. Viele Grüße aus Deutschland! Lutz Winkler Lieber Lutz, schön, dass Sie uns aus Schmitten im Taunus hören können. Bitte teilen Sie uns umgehend mit, falls Sie mit dem Empfang unserer Sendungen Probleme haben sollten. Vielen Dank, vielen Dank auch für das schöne Bild vom Rathaus in Leipzig. Architekt, der diesen Bauplan erstellt hat, ist wirklich zu bewundern. und alles erdenkliche Gute für Sie und Ihre Angehörigen. Von unserem lieben Bruder im Islam, "Torsten Mustafa Schackert", aus Köthen haben wir gleich zwei Briefe erhalten, von denen wir Ihnen einen vorlesen möchten.

Er schreibt:
Im Namen Allas, des gnädigen, der Barmherzigen!
Sehr geehrte Freunde Irans, ich möchte Ihnen noch etwas von meiner Reise nach Rotterdam, in die Niederlande, mitteilen. Ich fragte Muslima und Muslime, ob sie in den Niederlanden gut leben könnten! Drei junge Muslime sagten mir, dass Muslime in den Niederlanden gut leben könnten. Ein arabischer Muslim meinte aber, dass ich mich beim Loben der Niederlande etwas zurückhalten sollte. Andererseits sah ich eine Lehrerin an einer Grundschule mit Kopftuch, was in Deutschland verboten ist! Von Wirtschaft und Sozial her sind die Niederlande wohl noch so wie Deutschland in den 90-er Jahren. Dann war ich in einem Modegeschäft von Muslima, wo man ständig den ganzen Heiligen Koran hören konnte. Muslime können sich richtig islamische anziehen und doch sehr bunt und farbenfroh! Und dann sah ich islamische Bücher der Sunniten über den Islam, die sehr gut zu sein schienen. Auch der Heilige Koran in Niederländisch war vorhanden. Hier konnten die Niederländer, die kein arabisch können, sehr richtig über den sunnitischen Islam informieren.

Für die Verbreitung des sunnitischen Islams in Europa scheinen fast nur die Araber aktiv zu sein. Bei den Türken ist es eine kleine Minderheit – die Nurschulak-Bewegung-, mit ihrem Said Mursi und einige Sufi-Orden. Der schiitische Islam scheint fast nur vom Iran zu kommen!? Mustafa hat in Rotterdam etwas erlebt, das für ihn sehr merkwürdig gewesen sein soll, und zwar, als er dort das Gebäude von Jugendamt betrat. Er schreibt: Das Jugendamt in Rotterdam war ein Kulturschock, weil zweidrittel der Menschen Ausländer waren. Natürlich sind für mich alle Menschen, Menschen. Aber ich kam mir vor, wie im richtigen Ausland, dabei sind die Niederlande doch ein halbdeutsches Land. Im Heiligen Römischen Reich gehörte die deutsche Nation einmal zu uns und dann sind die Niederlande von Deutschland abgefallen.

Das ist die Wahrheit der Geschichte und auch Nordbelgien ist wie die Niederlande, denn dort wird auch Niederländisch gesprochen. Ich habe niederländisches und nordbelgisches Fernsehen geguckt. Sonst alles ist relativ gut, wenn man davon absieht, dass es dort auch Verlierer gibt, die für wenig Geld lang und hart arbeiten müssen. Damit möchte ich enden. Im Namen Allas wünsche ich Ihnen allen das Beste. Bruder Torsten Mustafa Schackert Lieber Bruder, man darf sich überhaupt nicht wundern, wenn Ämter in Rotterdam und sonstwo mit Bürgern unterschiedlicher Herkunft besetzt werden. Der bekannte deutsche Philosoph, Jürgen Habermas, verwendet an verschiedenen Stellen nur noch den Begriff "Weltbürger", denn in der Zeit der Globalisierung werden Grenzen nach und nach wegfallen. Das heißt, Staatsbürger werden zu Weltbürgern.

Lassen Sie mich an dieser Stelle den Standpunkt des bekannten Philosophen "Rafael Kappuro" wiedergeben, der dazu folgendes sagt: Die Konturen einer vernetzten Weltgesellschaft zeichnen sich allmählich ab. Der Ausdruck "Glokalisierung" deutet auf einen Zustand der Durchdringung zwischen dem Globalen und dem Lokalen hin. Die Netzmetapher hat heute vorwiegend positive Konnotationen. Sie löst als Leitmetapher für die Deutung des Menschseins die moderne Metapher des Motors ab. Wie sich menschliches Leben in einer vernetzten Welt gestaltet, haben Sie etwa in Rotterdam gesehen. Also, seien Sie nicht besorgt darüber.

Die Welt sieht sicherlich in ein paar Jahrhundert ganz anders aus. Davon muss man ausgehen. In diesem Sinne alles Gute, bis bald, Inschuallah!
Der nächste Brief von unserem lieben Hörerfreund "Helmut Schagheitle" aus 78224 Singen. Er schreibt:
Grüß Gott!
Gerne möchte ich mich als Hörer bei Ihnen melden. Zuletzt war es leider so, dass ich von verschiedenen Krankheiten geplagt worden bin. Zusätzlich kommt hinzu, in einer schlechten Gegend zu wohnen, die uns zuvor als gutes Wohnumfeld angepriesen und vorgegaukelt wurde. Da ist also vieles zusätzlich krankmachend geworden. Man kann es sich kaum wirklich vorstellen, wenn man nicht selbst davon betroffen ist. In der zeitgenössischen Welt haben wir es nun mit vielen Unruhen zu tun, und das ist wirklich sehr schlimm, z.B. auch in Syrien.

Ich kann das nicht verstehen. In der Geschichte gab es doch schon genug schlimme Kriege, und mir bleibt unklar, weshalb sich daraus keine entscheidende Lernfähigkeit entwickeln kann. Normalerweise will man doch nicht das Böse haben in der Welt, sondern das Gute überall, wenn es geht. Vielleicht kann auch die Türkei eine Vermittlung übernehmen zwischen dem Iran und der westlichen Hemisphäre. Das wäre zumindest sehr zu begrüßen. Es gibt global viele Ungerechtigkeiten, die auch den Frieden bedrohen. In der Welt, so scheint es, ist genug Geld wie Dreck vorhanden, nur befindet es sich in den falschen Händen. Man denke dabei nur einmal an Großbanken, die sich aus übertriebener Profitgier auf superfaule US-Kredite eingelassen haben, und die Zeche dafür sollen nun die mittleren und unteren Einkommensschichten tragen, die ohnehin schon durch Abgaben und Steuern stark belastet sind sowie durch laufende Teuerungen. Bei der Energetik ist es ähnlich.

Die großen Konzerne sind dabei bevorzugt, während für viele Familien sich die Energie versteuert. Das kann doch wohl kaum gerecht sein. Bei uns redet in Europa, nun in Brüssel in alles hinein, wovon die Souveränität einzelner Länder tangiert wird. Es müsste doch auch bei gutem Willen allerseits möglich sein, dass man sich verständigt zwischen Christentum und dem Islam. Das kann doch nicht so schwierig sein. Ich würde es mir sehr wünschen, dass eben auch in den gegenseitigen Beziehungen wirkliche Fortschritte erreicht werden können. Daran müssten doch alle Länder ein berechtigtes Interesse haben. In diesem Sinne alles Gute für Ihr Land. Auch weiterhin wünsche ich Ihnen viele gute Sendungen und verbleibe!
Mit besten Grüßen Helmut Schafheitle!
Lieber Helmut, wie es scheint, geht es Ihnen wieder besser. Wir hoffen, dass Sie Ihre volle Gesundheit wieder bekommen haben.

In Ihrem Schreiben haben Sie viele interessante Fragen aufgeworfen und ebenso wichtige Punkte angeschnitten. Wie Sie zurecht schreiben, gab es in der Geschichte genug schlimme Kriege und man hat nichts, aber wirklich nichts, daraus gelernt. So erleben wir in vielen verschiedenen Orten der Welt, Kriege und Unruhen. Das gilt vor allem für die Region des Nahen und Mittleren Ostens. Das gibt wiederum Grund zu bedenken, weshalb ausgerechnet hier in dieser Region. Sie schreiben, vielleicht kann die Türkei eine Vermittlung übernehmen zwischen dem Iran und der westlichen Hemisphäre. Das wäre zumindest sehr zu begrüßen. Lieber Helmut, wer will Krieg? Die Iraner ganz bestimmt nicht. Sie haben acht Jahre Krieg erlebt, das Land hat sich davon noch nicht erholt. Bei uns sagt man "bei Konflikten werden keine Süßigkeiten verteilt!" Man meint damit, dass Konflikte und Kriege nur Unheil bringen, sonst nichts. Keiner kann aus einem Krieg als Sieger hervorgehen. Alle Kriegsbeteiligten sind im Endeffekt Verlierer. Ich glaube, bei dem gegenwärtigen Streit zwischen den westlichen Ländern und dem Iran geht es nicht etwa um die öffentlich angesprochenen Probleme, sondern dahinter verbergen sich andere Dinge.

Ich kann mich daran erinnern, als drei EU-Außenminister, Joschka Fischer, Jack Straw und Dominique de Villpin, am 21. Oktober 2003 wegen des Atomstreits in den Iran reisten. Damals konnten die drei europäischen Außenminister Tatsächlich gemeinsam mit dem damaligen iranischen Vorsitzenden des Obersten Nationalen Sicherheitsrates, Hassan Rohani, ein Dokument unterzeichnen, das einerseits Iran die entsprechenden Anreize in Aussicht stellte. Andererseits erklärte sich Teheran zu einer einseitigen, freiwilligen und zeitweiligen Einstellung aller seiner Urananreicherungsaktivitäten bereit. Also, es gab damals um die Unterzeichnung des NPT-Zusatzprotokolls. Daran anschließend führte ich mit Herrn Fischer ein Interview.

Ich brachte dabei die Befürchtung zum Ausdruck, dass die westlichen Forderungen an Iran möglicherweise nicht dabei bleiben, sondern immer erweitert werden, wie im Falle Iraks. Das hat Herr Fischer mir gegenüber verneint. Lieber Helmut, man kann stundenlang darüber reden und schreiben. Ich bin der Auffassung, dass man die Öffentlichkeit im Westen ernst nehmen soll, denn wenn es gelingt, Menschen im Westen davon zu überzeugen, dass es bei allen diesen Gesprächsrunden zwischen dem Iran und der westlichen Hemisphäre nicht um technische Fragen, sondern um politische Fragen gegangen ist und weiter geht, dann ist man auf einem guten Weg, dann kann man hoffen, dass es zu keiner militärischen Auseinandersetzung kommt. Also, das Problem ist sehr komplett und kompliziert.

Dennoch wünschen wir das Beste. Nun kommen wir zum letzten Teil unserer heutigen Sendung, nämlich zu Empfangsberichten. Das sind von:
- Christoph Paustian aus 79837 Häusern
- Günter Kasten aus 5020 Salzburg

- Lutz Winkler aus 61389 Schmitten im Taunus, Herr Winkler hat uns auch einen Brief geschickt, den wir in der übernächsten Sendung lesen werden.
- Franz Mulzer - Johann Zmaritz aus 9500 Villach in Österreich, gleich drei Empfangsberichte
- Dieter Feltes
- Christer Brunström aus 30246 Halmstad in Schweden. Lieber Christer, wir gehen sicherlich auf Ihren Wunsch ein!
- Bernd Neumann aus Berlin
- Günter Jacob Werner Schubert aus Grafing und
- Peter Thränert aus 01217 Dresden

Wir danken auch dem Herrn, Heinz Günter Hessenbruch, für die Zusendung eines Fotos von seinem Radio-Zimmer, sehr beeindruckend sowie dem sehr lieben Herrn Wilfried Hofmann aus Berlin für die Zusendung von Büchern. Damit verabschieden wir uns von Ihnen und sagen, alles Gute und Ade!  

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