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Sonntag, 14 Oktober 2012 14:38

14. Oktober 2012

14. Oktober 2012
Bismillah-ir-Rhman-ir-Rahim – Salam und Guten Tag, liebe IRIB-Hörerinnen und -Hörer in aller Welt!Da sind wir wieder - wir:Scharzad Tuschupankareh und Ahmad Radschabi - mit der Sendung "Wir und unsere Hörer".

Auch in den letzten Tagen haben wir Post aus Deutschland von Ihnen erhalten und uns - wie immer - über über Ihre Grüße, Anfragen und Kommentare gefreut. Vielen Dank allen, die uns geschrieben haben!
Bevor wir zu den Antworten auf Ihre Briefe kommen, möchten wir jedoch an ein Ereignis erinnern, das vor ziemlich genau zehn Jahren in Teheran stattgefunden hat - nämlich die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Al-Zahra Frauenuniversität an die große deutsche Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel.

Wahrscheinlich sagt Ihnen der Name Annemarie Schimmel etwas. Vielleicht haben Sie schon etwas von ihr gelesen oder sind sogar ein Schimmel-Verehrer? In unvergleichlicher Weise hat sie über viele Jahre durch Übersetzungen und zahlreiche eigene Veröffentlichungen zur Verbreitung eines Islambildes in Deutschland beigetragen, das dessen spirituelle Dimension, die Mystik, die Tiefe des Glaubens und Denkens und seine Poesie ins Zentrum stellt. Wir erinnern in diesem Zusammenhang besonders an ihre von Muslimen wie westlichen Experten gleichermaßen bewunderten Übersetzungen und Interpretationen des großen mittelalterlichen persischen Mystikers und Poeten Jalal ad-Din Rumi (auch Molana genannt).
Annemarie Schimmel hat viele Jahre an der berühmten Harvard-Universität geforscht und gelehrt. Nach ihrer Pensionierung kehrte sie nach Deutschland zurück, unternahm von dort aus jedoch viele Reisen, um Vorträge zu halten und Ehrungen entgegenzunehmen. Leider endete ihr dem Islam gewidmetes, so viele Menschen bereicherndes und inspirierendes Leben ganz plötzlich im Januar 2003. Im Iran wie in Pakistan, der Türkei und vielen weiteren Regionen der islamischen Welt bleibt sie unvergessen.

Nur wenige Monate vor ihrem Tode kam Annemarie Schimmel nach Tehran, um von der Frauenuniversität Al-Zahra die Ehrendoktorwürde entgegenzunehmen. Anschließend fand an der Teheraner Universität ihr zu Ehren ein Symposium statt.
Wer diese Veranstaltungen im Oktober 2002 miterlebt hat, wird sich noch heute bewegt und mit Freude daran erinnern. Mehr als zweitausend Gäste aus aller Welt - vor allem Wissenschaftler, Repräsentanten aus Kultur und Politik und Vertreter ausländischer Botschaften - nahmen an der Verleihungszeremonie der Ehrendoktorwürde teil. Umrahmt wurde die Veranstaltung von musikalischen Darbietungen des Frauenorchesters der Al-Zahra-Universität. Deren Vortrag iranischer Volksmusik und eines Stückes von Johann Sebastian Bach fand beim Publikum stürmischen Beifall. Den Höhepunkt bildete jedoch die Dankesrede von Professorin Schimmel, in der sie besonders auf ihre schon in jungen Jahren begonnene Verehrung Rumis, die Bedeutung der Kalligraphie im Islam und die hervorragende Rolle der Frau in der islamischen Literatur und Kultur einging.

Schon einen ihrer ersten Artikel, berichtete Schimmel, habe sie über Frauen in der islamischen Mystik geschrieben. Und dieses Thema habe sie ihr Leben lang nicht losgelassen. Demnächst wolle sie eine Anthologie islamischer Dichterinnen herausgeben - wozu es dann aber leider nicht mehr gekommen ist. An diesem Ehrentag war Annemarie Schimmel aber noch voller Ideen und Pläne. Ihren iranischen Gastgebern und Verleihern der Ehrendoktorwürde dankte sie mit einem ihrer Lieblingszitate von Rumi: "Ergreife den Augenblick der Gnade Gottes!" (begir damane lotf khodaie) Sie selbst habe Seine Gnade und Liebe gerade an diesem Tag erfahren.

An dieser Stelle eine kurze Anmerkung zur Al-Zahra-Universität: Eine Vorläuferin wurde in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts gegründet. Nach der Islamischen Revolution wurde der Lehrbetrieb dann erweitert und umfasst seitdem 5000 Studienplätze in acht Fakultäten, unter anderem für Geistes- und Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften, Theologie, Sport, Ingenieurwissenschaften und Kunst. Studienabschlüsse sind als Bachelor, Master und Dissertation möglich.

Dabei fällt mir eine Meldung ein, die kürzlich durch deutschen Medien ging: Die iranische Regierung wolle Frauen aus den Universitäten vertreiben, hiess es darin. Aus 77 Fächern würden künftigt die Studentinnen verbannt, um ihren männlichen Kommilitonen Platz zu machen. Von "Rückfall in die Steinzeit" und "Patriarchalisierung der Wissenschaft" war in diesem Zusammenhang die Rede. Liebe Hörerinnen und Hörer, wir versichern ihnen, das die iranischen Universitäten auch in Zukunft nicht "frauenfrei" sein werden. Deren Anteil liegt übrigens gegenwärtig bei insgesamt ca. 65 Prozent. Tatsächlich wurde deshalb von einigen Universitäten in einigen wenigen Studiengängen - besonders in solchen, wo Frauen geringere Berufschancen haben, z.B. im Bergbau - eine Quotierung zugunsten männlicher Studenten beschlossen. Insgesamt betreffen die Einschränkungen nach einer Stellungname des Wissenschaftsministeriums 77 von insgesamt 27000 Lehrveranstaltungen, also 0,29%. Dem gegenüber stehen 5% Lehrveranstaltungen, die ausschließlich Frauen vorbehalten sind. Also lassen Sie sich bitte durch derartige Alarm-Meldungen in westlichen Medien, deren Absichten leicht zu durchschauen sind, bitte nicht beeindrucken, liebe Hörerinnen und Hörer.

Doch jetzt zu Ihren Briefen:
Beginnen wollen wir die heutige Postsendung mit dem Brief von unserem lieben Hörerfreund „Wolfgang Piorek“ aus 38304 Wolfenbüttel, der in seinem Schreiben auf einige Unterschiede zwischen dem Christentum und Islam hinweist.

Lieber Wolfgang, wäre es nicht besser, oder trägt es nicht zum besseren Verständnis bei, wenn wir Gemeinsamkeiten der drei abrahamschen Religionen, also Christentum, Judentum und Islam, unterstreichen. Diese drei Weltreligionen haben doch die eine und dieselbe Wurzel.
Es gibt auf dieser Erde genug Kriege und Konflikte, wir dürfen nicht durch unser Verhalten auch noch einen Religionskrieg verursachen. Das wäre verhängnisvoll. Also, soviel zu unserer Aufgabe. Aber wir müssen betonen, dass der größte Teil dessen, was durch Medien über den Islam verbreitet wird, pure Lüge ist. Zum Beispiel, es stimmt nicht, dass die Frau aus der Sicht des Islams zuhause gehöre, oder dass der Mann die Frau schlagen darf.
Wir möchten Sie daran erinnern, dass Hazrat-e „Khadidsche„die Frau vom geehrten Propheten des Islams, Hazrate Mohammad, Friede sei mit ihm, zu den erfolgreichsten Frauen ihrer Zeit gehörte. Sie war eine sehr erfolgreiche Kauffrau. Es gibt unzählige Beispiele dieser Art. Also, glauben Sie nicht alldem, was in den westlichen Medien über den Islam verbreitet wird.

Vielleicht noch ein aktuelles Beispiel hierfür: Über 65 Prozent der Universitätseingänge im Iran sind Frauen. Frauen im Iran sind in vielen gesellschaftlichen Bereichen überrepräsentiert.
Lieber Wolfgang, selbstverständlich können Sie wie viele andere vor Ihnen auch, Urlaub im Iran machen. Wir würden Ihnen sogar eine Reise in den Iran empfehlen.
Auch Glaubensfreiheit gibt es im Iran. Dafür spricht die Existenz vieler Kirchen im Iran. Sie haben sogar Vertreter im iranischen Parlament.

Viele liebe Grüße von Teheran Gisela Herrmann aus 999310 Arnstadt schreibt uns:

Liebe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Radio Teheran!
Nach langer Zeit möchte ich Euch Lieben einen Brief schreiben. Ich hoffe, im Iran ist alles Okey? Auch mit dieser Naturkatastrophe tut mir sehr leid.
Eigentlich hätte ich eine kleine Bitte. Wie kann ich die arabische Sprache lernen? Dies ist ein Wunsch von mir, ob er in Erfüllung geht, weiß ich nicht.
Ich habe ja schon viele Geschenke erhalten und möchte mich noch einmal dafür bedanken. Ihr seid immer so nett gewesen, ich bin Euch dafür auch dankbar.
Leider muss ich mir ein neues Radio kaufen mit Kurzwelle, damit ich euer Programm wieder hören kann.
In der Hoffnung, von Euch wieder Post zu bekommen, würde mich sehr freuen.
Ich grüße Euch ganz herzlich.

Gisela Herrmann, 04. 09. 2012

Liebe Gisela, hiermit möchten wir Ihnen unseren Dank aussprechen, dass Sie an uns gedacht und uns wieder geschrieben haben.
Gott sei Dank, dass Ihr Brief nicht sehr lange unterwegs war.
In Deutschland Arabisch lernen ist gar nicht schwierig. Es gibt jede Menge an Möglichkeiten. Es gibt zum Beispiel an vielen Universitäten in Deutschland diese Möglichkeit, genauer gesagt, im Fachbereich „Orientalistik“. Sie müssen nicht unbedingt immatrikuliert sein, um von dort vorhandenen Möglichkeiten Gebrauch machen zu können. Es gibt dort Fachbibliothek für Orientalistik, und da finden Sie mit Sicherheit Bücher und Hefte für Arabisch-Lernen.
Daneben gibt es auch in den Stadtbibliotheken entsprechende Bücher und CDs. Wenn Sie aber Persisch lernen wollen, dann können wir Ihnen dafür Bücher und CDs schicken. Im Übrigens, Sie haben auch die Möglichkeit, Persisch über unsere Homepage zu lernen.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!
Alles Liebe für Sie!

Redaktion des deutschen Programms von IRIB
Nun gucken wir, was uns unser lieber Hörer „Peter-Erich Boeck“ aus 63069 Offenbach am Main schreibt:
Liebe Freunde, zum Abschluss meines diesjährigen Sommerurlaubs möchte ich nochmals einen Bericht senden.
Es ist mir aufgefallen, dass nach dem Einstellen der deutschsprachigen Programme der Deutschen Welle auf der Kurzwelle kaum noch deutschsprachige Nachrichten auf der Kurzwelle zu hören sind. Nur noch „Radio Österreich International(1) hat am frühen Morgen um 8:Uhr Weltzeit täglich Programm für Südostasien, Australien. Ansonsten muss man sich auf Radio Taiwan, KBS World Radio, China Radio oder Voice auf Vietnam verlassen, deren Nachrichten sind aber mehr auf politische Aspekte des eigenen Landes ausgerichtet.

Das Internet liefert aber nur unzureichenden Ersatz, zumal dass die Verfügbarkeit eines Internetanschlusses nicht immer gegeben ist.
Der deutsche Dienst der Deutschen Welle lieferte ein 2-stündiges Programm, das laufend wiederholt und dreimal täglich aktualisiert wird. Dagegen liefert Deutschlandfunk ein Programm mit laufender Aktualisierung. Dann zieht Herr Boeck das Fazit und sagt: Man muss sich auf diese Umstände einlassen.
Lieber Peter hat uns auch noch eine schöne Postkarte geschickt, auf der er uns viele Grüße übermittelt hat.
Vielen herzlichen Dank, Sie haben uns nicht aber verraten, was Sie von unserem Sender halten?

Corinna und Karsten Pfotenbauer aus 01279 Dresden-Laubegast bedanken sich bei unserer lieben Mitarbeiterin, Frau Darwisch, für die Übersendung eines Umschlags mit unter anderem QSL-Karte.
Liebe Corinna und Karsten zu Ihrer Information, Frau Darwisch befindet sich zurzeit in Mutterschaftsurlaub.
Wir werden natürlich Ihre Grüße an Sie weiterleiten.
Alles Gute bis bald.
Unser werter „Paul Gager“ aus 117301 Deutschkreuz in Österreich hat uns folgendes geschrieben:
Werte Redaktion!
Mein außerpolitisches Iran-Radar hat mal wieder heftigst angeschlagen: Vielleicht von Interesse und noch unbekannt.

Hafes-Der persische Nationaldichter Von Bettina Weiz
Er hat seine Geschichte vor fast 700 Jahren geschrieben- und ist doch heute in Iran und anderen persisch-sprachigen Gegenden hochaktuell.
Er lebte in einer Zeit von Kriegen, Gewalt und Umstürzen- und verfasste feinsinnigste Poesie. Seine Liebeslyrik wird von Mystik-Fans und Freigeistlern gleichermaßen verehrt. Seine vieldeutige, kunstvoll gedrechselte Sprache ist praktisch unübersetzbar- und doch ist Hafes aus Schiraz einer der Großen der Weltliteratur, sogar der stolze Goethe verbeugte sich tief vor ihm und ließ sich von Hafes Gedichtsammlung „Diwan“ zu seinem „West-östlichen Diwan“ inspirieren.
Diese Sätze passen genau in diese Zeit rein, denn am Donnerstag, dem 11. Oktober, war der Tag der Ehrung von Hafes. Vielen Dank dafür, dass Sie mit voller Aufmerksamkeit die Dinge, die in irgendeiner Weise mit dem Iran zutun haben, verfolgen.
Weiter so, bis bald
Das nächste Schreiben ist von unserem treuen Hörerfreund, Helmut Dieterle, der uns einen Artikel über den Stand von Euro geschickt hat, verfasst von Wilfried Walz
Unter dem Titel „Der Euro ist tot“ schreibt der Autor:
Doch nur wenige wagen es, diese Wahrheit offen auszusprechen. Dabei ist selbst den Euro-Fans klar, dass durch ESM, Fiskalpaket und Co nur Zeit gewonnen und das Problem nicht gelöst wird.
Die immer wieder vorgetragene Phrase, „fällt der Euro, fällt Europa“ ist nicht nur dümmlich, sondern auch gefährlich. Suggeriert sie doch einen Zusammenhang, der so aber nicht besteht. Umgekehrt trifft es schon eher zu, bleibt der Euro, zerfällt der Traum von einem Europa der Nationen.
Fakt ist ebenfalls, ohne den Euro hätten wir diese Probleme nicht. Und vor genau diesen Problemen haben zahlreiche Kläger 1997/98 beim Bundesverfassungsgericht gewarnt.

Dabei gab es in Europa schon zwei gescheiterete Versuche einer Währungsunion: Von 1865 bis 1914 die „lateinische Münzunion“ zwischen Frankreich, Belgien, Italien, der Schweiz und Italien.
Und die skandinavische Währungsunion, die zwischen 1872 bis 1924 bestand.
In beiden Exprimenten entwickelten sich die Volkswirtschaften so unterschiedlich, dass schließlich diese Währungsgemeinschaften zerbrachen.
Ein ähnliches Experiment ist aus der jüngsten Vergangenheit bekannt: Die Wiedervereinigung. Seit dem Fall der Mauer sind hunderte von Milliarden Euro in die neuen Bundesländer geflossen und trotz gemeinsamer Sprache und Kultur, ist eine Angleichung an die wirtschaftlichen Verhältnisse zu den alten Hundesländern bis heute nicht gelungen.
Daraus zieht der Verfasser das folgende Fazit:

Eine Währung, die gerettet werden muss, ist in sich marode und von daher unrettbar.
Weiter geht es mit einer Mitteilung über den Start eines neuen Online-Dienstes unter www.deutsch-weltweit-de, die uns Herr Sascha Ropertz aus Düsseldorf schickte.
In dieser Mitteilung heißt es unter anderem:
Deutsch-weltweit.de ist ein neuartiges Portal für Deutsche und Deutschsprachige, die sich im Ausland aufhalten und Kontakt zu Landsleuten vor Ort suchen. Über die einfache Landkarte ermöglicht die kostenlose Community, andere Deutsche in der direkten Umgebung zu finden. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an:
Dynamo Deutschland Medien GmbH Herr Sascha Ropertz unter Telefon-Nr. 0049-211-5654520
Die Redaktion des deutschen Programms von IRIB wüscht Ihnen viel Erfolg bei der Arbeit!

Bevor wir auf den nächsten Brief eingehen, legen wir eine kurze Musik-Pause ein.

Alles Gute und Ade bis zum nächsten Mal.
Der nächste Brief kommt aus „Alingsas“ in Schweden von zwar von Herrn „Christer Askne“, der uns viel Info-Material über die Einstellung von Kurzwellenempfängern geschickt hat. Vielen Dank!
Zum Schluss wie immer Empfangsberichte, die wir von Ihnen in den vergangenen Tagen erhalten haben, das sind:
Familie Fuhs aus 1180 Wien
Peter Möller aus 47057 Duisburg
Peter-Erich Boeck aus 63069 Offenbach am Main
Heinz –Günter Hessenbruch aus 42853 Ramscheid von August und September
Martina Pohl aus 88662 Überlingen
Michael Lindner Empfagnsberichte Nr. 710 bis 728
Dieter Buchholz und
Paul Gager gleich drei Empfangsberichte.
Damit sind wir am Ende unserer Sendung angekommen. Wir wünschen Ihnen allen schöne Zeit bis zum nächsten Sonntag zur gewohnten Zeit.
Ade! Team der Redaktion Wir und unsere Hörer

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