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Samstag, 18 August 2012 04:17

19. August 2012

19. August 2012
Bismillah-ir-Rahman-ir-Rahim - T- Im Nahmen des BarmherzigenLieber Hörerfreunde,Wir, Schahrzad Tschupankareh, und Ahmad Radschabi, begrüßen Sie allererst ganz herzlich zu unserer heutigen Ausgabe "Wir und unsere Hörer" und freuen uns, in der nächsten knappen halben Stunde mit Ihnen am Radio zusammen zu sein.

 

Wir hoffen – wie immer - dass Sie bis zum Ende der Sendung daran beleiben, denn auch dieses Mal haben wir für Sie, liebe Hörerfreunde, ein buntes Programm aus Reisebericht, Leserbriefen und Interview zusammengestellt. Also, es geht nach einem Musikstück los.

R-Liebe Hörer... - Gewiss haben Sie von dem schrecklichen Erdbeben gehört, das geht auch aus E-Mails vieler unserer Hörerfreunde hervor, das kürzlich die iranische Provinz West-Aserbaidschan erschüttert hat.
Mehr als dreihundert Tote waren zu beklagen, Tausende wurden verletzt. Ganze Dörfer liegen in Trümmern, und die Aufräumungsarbeiten werden noch lange andauern. Die iranischen Hilfsorganisationen sind jedenfalls in vollem Einsatz, um die Überlebenden mit allem Nötigen zu versorgen. Und wir wollen heute neben dem Gedenken an die Opfer des Erdbebens ein wenig über "Land und Leute" der Region berichten, in der sich das Unglück ereignete, und den deutschen Rucksackreisenden Kurt Faber von Khoy in West-Aserbaidschan nach Täbris, der Provinzhauptstadt von Ost-Aserbaidschan begleiten.

T- Erinnern Sie sich wie in unserer vorletzten Sendung der Reiseschriftsteller Faber 1926 bei seiner Ankunft in Khoy feststellen musste, dass es dort kein Hotel gab, in dem er hätte absteigen können? Stattdessen wurde er vom Chef der Geheimpolizei eingeladen, bei ihm zu übernachten.
"Er war ein sehr gebildeter Herr, der über europäische Verhältnisse erstaunlich gut Bescheid wusste und auch perfekt Französisch und Englisch sprach, obwohl er niemals über die Provinz Aserbeidschan, geschweige denn über Persien hinausgekommen war", notierte Faber in sein Tagebuch. "Wir ritten durch den Bazar, in dem die neugierige Menge respektvoll zurückwich beim Anblick des Polizeigewaltigen und waren bald wieder in den stillen Gassen mit den hohen Lehmmauern, zwischen denen man das Fürchten lernen kann. Vor einer dieser Mauern, die fast noch höher und düsterer war als die anderen, blieben wir stehen. Der Efendi klopfte an die Tür, die sich öffnete; ein Diener erschien.

R- Das also war eines der Geheimnisse, die diese hohen Mauern einschlossen! Persische Gärten sind berühmt. Das Paradies hat von ihnen seinen Namen empfangen. Und dieser war in der Tat ein kleines Paradies. Aus dem grellen Grau und Gelb der Gassen kam man hier unvermittelt in eine Umwelt von tropischer Üppigkeit. Büsche mit breiten, fleischigen Blättern spiegelten sich in einem großen Wasserbecken. An den Mauern standen blühende Oleander. Der süße Duft des Jasmin lag schwer und berauschend in der Luft. Der Boden war getäfelt mit bunten Mosaikplatten, mit denen auch das Wasserbecken ausgemauert war. Ein Papagei saß schimpfend auf einer Stange. Ehe wir in das Haus gingen, zogen wir unsere Schuhe aus. Ein Diener wusch uns die Füße, ob wir wollten oder nicht. Dann zogen wir die Pantoffeln an und gingen in die Wohnung, die eine neue Offenbarung war. Eigentlich bestand sie nur aus einem einzigen großen Teppich, der unter Brüdern – doch ich wage es nicht auszudenken, wieviel er unter Brüdern wert gewesen sein mochte in Deutschland. Außer diesem stand weit und breit nichts im Zimmer, außer den Wasserpfeifen, die ein Diener herbeibrachte."

T- Zunächst wurde Tee serviert, dann ein üppiges Abendessen. Anschließend spielte Faber mit seinem Gastgeber Schach und schließlich begab man sich zur Ruhe.
"Auch in jener Nacht", erinnert sich Faber, "schlief ich auf dem Teppich und zwar so gut, wie man nur auf einem Perserteppich schlafen kann. Am anderen Morgen ging die Reise dann weiter in der Postkutsche." Diese auf den ersten Blick pompös anmutende Postkutsche mit runden Fenstern und roten Plüschsesseln erwies sich aus der Nähe allerdings als ziemlich heruntergekommen und muffig. Deshalb war Faber froh, dass ihm ein Platz auf dem Kutschbock zugewiesen wurde.

R- "Mit lustigem Schellengeläute ging es vierspännig hinaus in das weite Land, das sich weithin ausbreitete wie ein bunter Perserteppich in den lachenden, leuchtenden Farben des Frühlings. Die Sonne schien hell, die Lerchen jubilierten in der Luft, und alles in allem war es ganz so, wie es in den Gedichten steht.

Aber in Persien ist die Natur zumeist nur Kunst. Überall dort, wo der Mensch nicht hinkommen kann mit seinen Bewässerungsgräben, sieht man tote Steppe und kahle Berghänge, die in der Sonne flimmern."

T- Endlich tauchte dann in der Hitze des frühen Nachmittags Täbris in der Ferne auf. "Zwischen Schneebergen, die den Horizont begrenzen, erstreckt sich die einige dreihunderttausend Einwohner zählende Stadt weithin in die Ebene. Lange sieht man sie vor sich liegen, aber man muss dicht herankommen, um zu wissen, dass man eine Großstadt vor sich habe. Denn es gibt hier keine Türme, keine Minarette, keine Schornsteine, nichts Himmelstürmendes, was das Herannahen einer Stadt verrät. Die Mauern sind höher als die Häuser, man sieht nur graubraune Lehmwände zu beiden Seiten der Straße... Die alten Stadtmauern sind gefallen, aber die Gassen haben sich darum nicht verbreitert.

R- In vollem Galopp, als ob wir noch in der offenen Steppe wären, rasten wir durch den Irrgarten von Gassen und Gässchen. Die vier nebeneinander gespannten Pferde füllten die Straße aus und trieben eine buntgewürfelte Schar von verschleierten Frauen, bärtigen Geistlichen und fliehenden Eseltreibern vor sich her.... alles in allem war es so, wie wenn Ali Baba mit den vierzig Räubern seinen Einzug hielte. Durch ein breites Tor ging es, immer noch in ansehnlichem Tempo, hinein in eine weite, geräumige Karawanserei, wo wir mit einem Ruck zum Stillstand kamen und sogleich auch Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit waren.
T- Eine ganze Schar von würdigen Kaufleuten, die recht erhaben ausschauten in ihren langen, schwarzen Abbas, die sie lose wie Advokatenroben über die Schulter trugen, begrüßte mich feierlich, jeder mit einer tiefen Verbeugung. »Salem Aleikum.«
»Aleikum Salaam«, antwortete ich.

Dann erkundigten sie sich ausgiebig nach dem Woher und Wohin, und ich gab ihnen Auskunft in meinem unmöglichen Türkisch. Bald kam ein sporenklirrender Offizier, der so stramm und wichtig salutierte, als ob er mir die Grüße des Schahs von Persien zu übermitteln hätte. Da er Persisch sprach, verstand ich kein Wort, ließ es mir aber ruhig gefallen, dass er mich in eine recht elegante, weiß gepolsterte Kutsche packte und mit mir und meinem Rucksack davon fuhr durch das Gewühl der lärmenden Straßen.... Vor dem Tor eines wappengeschmückten Gebäudes, das aussah wie eine Kaserne, kamen wir zum Stillstand. Durch eine Hecke von salutierenden Soldaten kamen wir in einen großen Hof, der eigentlich mehr ein Garten war.
Der Offizier verabschiedete sich mit viel Grandezza, nicht ohne vorher den Dienern seine Weisungen erteilt zu haben, die nun in ihren langen blauen Röcken geschäftig umherliefen. In der Halle, die zum Hause führte, breiteten sie einen Teppich aus, der tausend Toman wert gewesen sein mochte und stellten darauf die Wasserpfeife, mit der ich nichts anzufangen wusste. Dann zogen sie mir die Schuhe aus und reichten mir ein Tässchen Kaffee, so süß und würzig, wie man ihn nur im Schatten der Moscheen trinken kann. Es war wie ein Märchen."
Soviel für heute über die Reiseerlebnisse Kurt Fabers auf der Fahrt von Khoy nach Täbris. In einer unserer nächsten Sendungen werden wir ihnen über Fabers Eindrücke von der Stadt Täbris berichten. Doch jetzt ist es Zeit für die Post, die wir in letzter Zeit von Ihnen erhalten haben.

R- Lassen Sie uns mit einer E-Mail von unserem lieben Hörer "Wolfgang Conzelmann" beginnen, der uns um Unterstützung und Weiterverbreitung des folgenden Appells gebeten hat.
Er schreibt:

Ich habe im März 2012, unter anderem der Berliner Ärztekammer, E-Mail zum Krieg in Syrien geschickt und telefonisch Antwort erbeten. Diese wurde zugesagt, fand aber nie statt. Im Juli 2012 bekam ich dann deshalb Besuch von zwei Personen, die meinten, sie wären vom Gesundheitsamt, ohne sich namentlich und mit Funktion vorzustellen. Sie fragten dann, warum ich denn diese E-Mails geschickt hätte, es wäre doch besser gewesen, diese an das Außenministerium zu schicken, die wären ja auch zuständig.
Als ich dann nach Namen und Funktion fragte und ankündigte, mitzuschreiben, gingen sie, nachdem ich deren Nahen noch erfuhr.
Eine Frau Dr. Fichtel vom Soziologisch-Psychologischen Dienst und ein Herr Schenkel von der Hygieneabteilung.
Vor einigen Tagen bekam ich dann einen Brief des Inhalts, dass diese Frau Dr. Fichtel behauptet, psychopathologische Auffälligkeiten bei mir festgestellt zu haben, diese zu benenn, verweigerte sie, unter

Bezugnahme auf die Schweigepflicht. Eine fachärztliche Untersuchung soll angeordnet werden, um mir die Approbation zu entziehen.
Ich brauche dringend eine breite politische und fachliche Unterstützung.
Wir hoffen, Herr Conzelmann, dass das Vorlesen Ihrer E-Mail die gewünschte Reaktion auslöst.
Alles Bestens für Sie!

Unser treuer Hörer Andreas Mücklich aus Berlin, schreibt uns,
Liebes Team von IRIB, es ist schon wirklich lange her, dass ich Ihnen geschrieben habe. Die Zeit vergeht wirklich schnell. Schuld daran war aber nicht die Faulheit oder Unlust, sondern ein Mangel an Zeit. Vor kurzem hatte ich Urlaub und den konnte ich dazu nutzen, mal wieder das Radio einzuschalten.

Er schreibt dann, dass er momentan Umschulung macht und dass sie bis zum Januar nächsten Jahres dauern wird. Wir wünschen ihm viel Erfolg und bedanken uns, dass er trotz soviel Arbeit noch Zeit findet, bei uns einzuschalten und dass er uns dazu auch noch schreibt.
Lieber Andreas, wie Sie schreiben, gab es im Iran, genau gesagt, im Nordwesten Irans um die Provinz Ostaserbaidschans herum, ein relativ starkes Erdbeben mit vielen Toten, Verletzten aber auch Zerstörungen. Menschen und Freiwillige vor Ort haben wirklich geholfen und helfen noch immer und es gibt Hilfen aus dem Ausland, unter anderem auch aus Deutschland. Ja, Sie haben recht, es wird immer wieder solche Naturkatastrophen mit Opfern und Zerstörung geben, man kann allerdings die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Zerstörung reduzieren, indem man Bauten widerstandsfähiger gegenüber Naturkatastrophen macht.

Da wir gerade beim Erdbebenthema sind, bringen wir auch Mitgefühle einiger unserer sehr lieben Hörer.
Herr Wolfrath Optiz aus Berlin, schreibt:
Sehr geehrte Frau Zangeneh,
wir haben von dem Erdbeben im Nordwesten des Iran gehört. Unser Mitgefühl gilt dem iranischen Volk.
Mit Beileid-E-Mails geht es nach unserem Interview mit Herrn Matt und einem Musikstück weiter.

Wir danken Herrn Christoph Preutenborbeck aus Odenthal dreimal für seine Anteilnahme, eben so Paul Gager aus Deutschkreutz Österreich aber auch für seine zugesandten Empfangsberichte.

Herr Stephan Lipsius aus Kassel formuliert seine Mitleid folgendermaßen:

Sehr geehrte Redaktion, liebe Freunde,
mit großer Bestürzung habe ich von dem verheerenden Erdbeben im Nordwesten der Islamischen Republik Iran erfahren.
Es sind wirklich schreckliche Bilder des Leides und der Verzweifelung, die über die Medien ausgestrahlt werden. Ich möchte Ihnen daher auf diesem Weg meine Anteilnahme übermitteln, die ich mit der Hoffnung verbinde, dass den Betroffenen schnell und umfassend geholfen werden kann und auch der Wiederaufbau der zerstörten Region zügig in Griff genommen wird.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt- und daher ist es wichtig, den Menschen schnell eine Perspektive für ihr Weiterleben aufzuzeigen, ehe sich die Hoffnungslosigkeit ausbreitet. Meist ist es ja auch so, dass von Naturkatastrophen leider immer die Ärmsten besonders betroffen sind, die dann, das Wenige, was sie haben, auch nahezu vollständig verlieren.
Mit Freundschaftlichen Grüssen aus Kassel.

Ihr Hörer Stephan Lipsius
Nochmals vielen herzlichen Dank
Damit sind wir am ende des heutigen Programms angelangt. Wir wünschen allen schöne und angenehme Zeit und unseren muslimischen Hörerfreunden ein gesegnetes Fitr-Fest. Alles Gute und ade bis zum nächsten Sonntag zur gewohnten Zeit.

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