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Sonntag, 12 August 2012 08:36

05. August 2012

05. August 2012
T- Heute ist es wieder Sonntag und ich Schahrzad Tschupankareh und Ahmad Radschabi, willkommen Sie ganz herzlich zu unserer Sendung "Wir und unsere Hörer.

 

" Wie in den vorangegangenen Sendungen haben wir auch für heute ein buntes Programm zusammengestellt. Wir hoffen, dass Sie bis Ende der Sendung dran bleiben.

R-Liebe Hörer...
Hatten Sie schöne Ferien? Waren Sie verreist? Oder liegt der Sommerurlaub vielleicht noch vor Ihnen?
Heutzutage ist es normal, ein paar Wochen im Jahr zu verreisen.
Unzählige Agenturen bieten Pauschalreisen nach Nah und Fern an, bei denen man sich selbst weder um Flug- oder Bahntickets noch um die Unterkunft und das Besichtigungsprogramm kümmern braucht. Aber auch "Abenteuerreisende" finden in Büchern und im Internet so viele Informationen über die Fahrtroute, Land und Leute, Klima und Kultur, dass von "Abenteuer" oft kaum noch die Rede sein kann.

T-In früheren Jahrhunderten und bis weit ins 20. Jahrhundert hätten sich Reisende in den Orient diese Sicherheit und Bequemlichkeit nicht einmal vorstellen können. Wer beispielsweise heute in den Iran reisen möchte, erwirbt im Reisebüro oder im Internet ein Flugticket oder bucht eine Pauschalreise, während damals umfangreiche Vorbereitungen erforderlich waren und sowohl die Anreise wie auch der Aufenthalt oft beschwerlich und gefährlich, aber auch voller freudiger und bewegender Erlebnisse verliefen. An einige dieser Reiseabenteuer wollen wir in den kommenden Wochen in lockerer Folge erinnern.
R- Beginnen möchten wir mit den Aufzeichnungen des Politologen und Reiseschriftstellers Kurt Faber. Im Jahre 1926 brach er aus der Pfalz zu einer "Rucksacktour" nach Indien auf. Zunächst mit der Eisenbahn, dann mit Karawanen und zu Fuß durchquerte er den Balkan,

weiter die Türkei und erreichte schließlich Persien. Begleiten wir ihn, wie er nach einem langen Ritt zu Pferd durch die kurdische Provinz die im äußersten Nordwesten Irans gelegene Stadt Khoy erreichte. Heute hat Khoy etwa 200.000 Einwohner. Es ist eine moderne Stadt mit einem Flughafen und einer Universität und allem, was zum "zivilisierten Leben" gehört. Zugleich ist die Stadt ein Wallfahrtsort für Verehrer des großen mittelalterlichen Dichters und Mystikers Rumi (Molana Jalal ad-Din Mohmannad Balki), dessen spiritueller Meister und Gefährte Schams-i-Tabrisi hier begraben ist. Das Gedenken an Rumi und Schams-i-Tabrisi bestimmt mit Literaturfestivals, Konzerten und wissenschaftlichen Kongressen auch das kulturelle Leben der Stadt.

T- Jetzt aber zu den Reiseindrücken Kurt Fabers: Nach wochenlanger Reise durch Steppen und kahles Gebirge erfreute er sich besonders an der Landschaft und Natur Aserbaidschans. Dazu zitierte er einen Vers des berühmten persischen Dichters Sadi:

R- »Am grünbelaubten Baume
ist für den Blick des Weisen
Ein jedes Blatt ein Buch,
des Schöpfers Macht zu preisen«

T- "Und diese Liebe zu allem Grünen und Bunten", so Faber, "ist seinen Landsleuten bis heute erhalten geblieben. An den unmöglichsten Stellen kann man Blumenbeete beobachten in jenem Lande... Die Nähe eines Dorfes wird stets durch ein frischgrünes Wäldchen, das sich seltsam üppig abhebt aus der sonst so kahlen Landschaft. Ehe man ins Dorf kommt, reitet man durch das Wäldchen, wo der Sonnenschein auf den weißen Stämmen und den hellgrünen Blättern tanzt.

R- Von den nahen Bergen kommt in unzähligen kleinen Kanälen das murmelnde Wasser, das auf den Terrassen kleine Teiche bildet, denn hier muss jeder Baum besonders bewässert werden...
Fünf oder sechs Tage waren wir so schon durch das persische Land geritten, als endlich das Gebirge

zurücktrat und der Weg steil bergab führte zu einer weiten, ganz in Grün gebetteten Ebene. In einer größeren Karawanserei tranken wir noch einmal Tee, und dann ging es weiter zwischen Reis- und Maisfeldern und über grüne Wiesen, auf denen die Kühe mit bockbeinigen Sprüngen davon jagten.
T- Immer breiter und immer belebter wurde die Straße. Zwischen zahlreichen Fußgängern, die mit Bündeln auf dem Rücken in der heißen Sonne gingen, trippelten Esel mit vornehmen Herren, deren lange blaue Rockschöße fast bis zum Boden herunterhingen. Gerade voraus sah man eine mächtige, mittelalterlich anmutende Stadtmauer, die reich mit Türmen und Zinnen versehen war.

R- Vor der Mauer war ein Festungsgraben, und eine Zugbrücke führte ganz wie in einer alten Burg durch das Festungstor. Ich musste mir die Augen reiben, um mich zu vergewissern, dass ich nicht träumte. – Waren wir hier wirklich im zwanzigsten Jahrhundert, im Zeitalter

der Eisenbahnen und Automobile, der Maschinengewehre und der schwerkalibrigen Geschütze? Oder hatte ein Zaubermantel uns hinweggeführt in längst vergangene Jahrhunderte? Möglich war ja alles hierzulande.

T- Persisches Rothenburg. – Ja, aber hier war das weniger Kulisse, Museum, Überbleibsel für die Fremden. Es hatte alles noch Wesen und Inhalt, und die Menschen passten zu den Dingen. Hier stand man in der Tat ein halbes Jahrtausend zurück in der Weltgeschichte. Das wurde mir gleich klar, als ich durch die engen Gassen ritt, gefolgt von einer Herde Neugieriger, die mich wie ein Neuntagewunder anstarrten.
So wie hier – sagte ich mir – muss es bei uns auch einmal ausgesehen haben vor vielen hundert Jahren.

R- Hier gab es noch Zünfte und Gilden, wie zu Ururgroßvaters Zeiten. Hier hallten die Gassen noch wider von dem Hämmern des Handwerks. Hier sah man Menschen, die noch mit den Händen die Wolle klöppelten, die noch mit der Hand spannen und webten.

Man kam durch Gassen, wo sie Nägel schmiedeten für die Hufschmiede und nagelneue handgemachte Kupferpfannen in der Sonne leuchteten. Und vor allem war zu bemerken, dass jedermann viel Zeit übrig hatte.

T- Ich kam über einen Holzhof, wo die Bretter noch mit der Hand gesägt wurden und einige hornbebrillte, halb europäisch gekleidete Herren in einer Gruppe zusammenstanden und von Geschäften sprachen. Als sie meiner ansichtig wurden, kamen sie auf mich zu und begrüßten mich feierlich. Denn ein Fremdling aus Frankistan war auch hier ein seltener Anblick und ein Gesprächsthema für die ganze Stadt. Der Besitzer des Handsägewerkes, der sehr gut Französisch sprach, fragte mich, wo ich hingehen wollte.
»Nach dem Hotel«, antwortete ich.

R- Da schüttelte er verwundert den Kopf. Und die anderen schüttelten ebenfalls den Kopf, als sie von meinem seltsamen Vorhaben gehört hatten.
»Ein Hotel«, meinte er, »das gibt es hier nicht.«

Und wo man dann als Fremder wohl wohnen sollte? fragte ich.
»Allah ist groß und barmherzig«, fuhr er gemessen fort, »die Häuser der Gläubigen sind besser als ein Hotel.«

T- Soviel für heute aus dem Reisebericht Kurt Fabers. Demnächst werden wir ihn weiter nach Täbris, nach Teheran und von dort aus nach Isfahan und Schiraz und weiter bis zum Abschied von Persien in Bandar Abbas begleiten.
Doch jetzt erst einmal zu den Briefen, die uns von Ihnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und sonstwo erreicht haben:

R- Michael Lidner, unser Freund aus Gera, schreibt in einem am 26. Juni verschickten Brief unter anderem: "Ich frage mich manchmal, ob ich noch ein Deutscher bin oder bereits iranisches Blut in mir fließt, infiziert von der Stimme der Islamischen Republik Iran"!

T- Zunächst möchten wir uns bei Ihnen aus dem tiefen Herzen bei bedanken. Zum zweiten sagen wir ganz ehrlich, dass Ihre Ausführungen uns Energie für weiteren Dienst Ihnen gegenüber geben. Man wird sprachlos, wenn man so etwas hört.
Michael schreibt uns in einem weiteren Brief mit dem Datum von 30.Juli 2012":

R-Liebe Freunde der deutschen Redaktion:
Heute erreicht Euch ein Kurzbrief mit einigen weiteren aktuellen Empfangsberichten der letzten vier Wochen mit Nummer so und so.
Wenn Ihr diesen Brief in den Händen haltet, werde ich meinen Krankenhausaufenthalt hoffentlich schon überstanden haben. Leider muss ich am 30. Juli mein gemütliches Hobbyzimmer mit einem Krakenhausbett eintauschen. Aber es ist dringend notwendig und ich hoffe, dass ich nach einer Woche wieder bei meiner lieben Frau zu Hause bin. Ob ich im Krankenhaus die Sendungen aus Teheran hören kann, steht auch in den Sternen. Naja, ich werde Euch darüber schreiben.

T- Lieber Michael, wir hoffen, dass Sie inzwischen schon zu Ihrer lieben Frau und in Ihr gemütliches Hobbyzimmer zurückgekehrt sind. Wir wünschen Ihnen vorerst gute Genesung und warten auf Ihren nächsten Brief und bis dahin alles, alles Gute nach Gera.

R- Unser sehr lieber Freund und treuer Hörer, Frank Bresonik, aus Gladebeck, hat uns folgenden Brief geschickt:

T- Bismillah-ir- rahman-ir-rahim
Meine Lieben Geschwister in Teheran
Eigentlich war meine Antwort auf den überaus netten und sehr aufschlussreichen Brief vom 07. April 2012 der lieben und nach wie vor geschätzten Frau Zangeneh für Anfang Juni vorgesehen, aber die Neuigkeiten, die ich heute am 21. 05. 2012 aus der Hörerbriefkastensendung erfuhr, lassen mich zu dem Entschluss kommen, ja drängen mich förmlich dazu, meinen Brief jetzt zu schreiben.
Natürlich hat es mir wie immer gefallen, an der Stammtischrunde von Radio Teheran per Äther teilzunehmen, aber es war schon mehr als schmerzlich für mich, als ich hören müsste, dass die liebe Ursula Zangeneh für eine unbestimmte Zeit den geselligen Radiorunden fern bleiben wird. Das ist für mich wie ein Stich ins Herz und ich vergleiche diese Situation in Eurem Sender einmal mit einem Buch, das sehr interessant und aufschlussreich ist und das man unbedingt lesen möchte, ja man bekommt gar nicht genug davon und dann stellt man plötzlich fest, dass die Hälfte des Seiten des Buches fehlen.

R- Ich glaube, keiner von uns würde dann glücklich sein und so geht es mir gerade, denn Frau Zangeneh ist wie Ihr ein Teil von Radio Teheran, meinem über alles geliebten Radiosender in der Islamischen Republik Iran.
Ihr seid meine Freunde und ich zähle Euch seit vielen Jahren zu meiner Familie.

Ich habe natürlich Verständnis, dass Frau Zangeneh eine Auszeit braucht, die brauchen wir alle einmal, aber sie soll bitte unbedingt recht bald wieder an das Mikrophon zurückkehren.
Wir brauchen sie und ihre nette menschliche Art umso mehr. Also, Liebe Ursula Zangeneh, verlassen Sie uns nicht und kehren Sie so schnell wie Sie nur können nach Radio Teheran zurück. Soweit Auszüge aus dem Brief vom lieben Freund Frank Bersonik. Wir werden, liebe Hörerfreunde, Ihnen in der nächsten Sendung weitere Teile des Briefs vorlesen.

T- Lieber Frank, sicherlich hat Frau Zangeneh Ihr gefühlvolles Schreiben mitgehört. Ich kann Ihnen und auch allen unseren Hörern versichern, dass auch Frau Zangeneh Sie sehr vermisst. Sie erzählte mehrmals in der Redaktion, sie würde mit der Hörerpostsendung erst dann aufhören, wenn sie nicht mehr am Leben ist. Wir wünschen, dass sie noch hundert weitere Jahre lebt. Sie ist, Gott sei dank, bei voller Gesundheit. Wir hoffen, dass sie bald wieder ans Sendermikrophon zurückkehrt.

R- Nach diesen zwei relativ langen Briefen geht es nun weiter mit einem Interview mit Herrn Heiko Mandel, aus Österreich. Lassen Sie sich überraschen, was er über unser Programm sagt: Interview

T- Nach diesem Gespräch mit Herrn Mandel hören Wir, was unser Lieber Peter, Peter Blättler, aus der Schweiz schreibt:

R- Sehr geehrte Damen und Herren,
des Öfteren höre ich ihre wertvollen Sendungen. Ihre Nachrichten stellen etwas ganz anderes dar als die mainstreamverseuchten Medien im Westen. Ich frage mich, ob nicht Sie im Iran Pressefreiheit haben im Gegensatz zum Westen.
Zum Thema "Glauben" (Sendung vom 28. Juni 2012): Als Christ(römisch-katholisch, traditionell, das 2. vatikanische Konzil ablehnend, weil glaubenszerstörend)

stimme ich voll und ganz zu, was Sie zum Thema "Glauben sagen. Übertragen im katholischen Sinn bedeutet die nämlich genau das, was Sie sagen, dass die innere Glaubensüberzeugung im äußeren Handeln, was Gotte alles- auch im Verborgenen – sieht, widerspiegeln muss. Dies ist dadurch gekennzeichnet, dass sich dies im Firmsakrament bestätigt, denn der heilige Geist sollte uns antreiben, was ich glaube, auch durch Mund-(Sprache) wiedergebe und das Gesagte durch das Werk der Hände – oder Körper, wie Sie s sagen, ausführe.

R- Unser lieber Peter schreibt dann weiter:
Ich habe vor etwa 10 Tagen einen Reisebericht von einem deutschen Journalisten gehört, dass im Iran nicht nur vom Glauben gesprochen wird, sondern, dass das der Glaube tatsächlich – im Gegensatz zum abendländlichen Christentum – gelegt wird.
Ich denke, dass ein iranischer Schiit und ein praktizierender Katholik(Traditionalist)- was die Umsetzung des Glaubens betrifft- sehr ähnlich sind und sich gegenseitig bestärken könnten. Durch das Leben im Glauben und gegenseitigen Respekt dürfte sich sehr schnell eine echte Freundschaft entwickeln und es ergeben sich durchaus Gespräche in der Religion.

T- Wir meinen auch, dass die Religionen unter anderem dazu da sind, um Menschen aneinader näher zu bringen und nicht umgekehrt. Wir hoffen, dass sich die Menschen auf dieses wortvolle Wort Gottes besinnen. In diesem Sinne verabschieden wir uns von Ihnen und wünschen Ihnen gesegnete Zeit. Alles Gute bis zum nächsten Sonntag zur gewohnten Zeit.

Ade

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