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Sonntag, 11 Februar 2007 00:00

11. Februar 2007

Bismillah-ir-rahman-ir-rahim

 Selten hat der Hörerbriefkasten vor dem Eingang zum Auslandsrundfunkgebäude von IRIB so laut und heftig geklappert wie in dieser zweiten Februarwoche. Ein stürmischer kalter Wind, der aus den verschneiten Hochtälern des Elburs in unsere Stadt heruntergebraust kommt, hat es offensichtlich auf ihn abgesehen und zerrt wüst an den Klappen in ihren schon immer ein bißchen ausgeleierten Scharnieren. Wenn die stilisierte Taube, die auf iranischen Postkästen das Posthorn ersetzt, richtige Flügel hätte, so hätte sie sich bei diesem Gerüttel schon längst aufgeschwungen und davongemacht! Sogar dem Kater, der sich wieder einmal – wie immer, wenn es kalt ist – am Redaktionsfenster entlangdrückt, um sich an der austretenden Heizungsluft zu wärmen, sträuben sich bei diesem Wind die Haare seines Pelzes; groß erschüttern kann ihn der Aufruhr des himmlischen Elements aber nicht, denn die Sonne schickt aus blauer Höhe schräg ihre Strahlen, und das Spiel der weißen Wolkenbällchen, wie sie sich über den Himmel jagen, vom Wind zerfetzten und sogleich wieder zu neuen Knäueln zusammentreiben lassen, erinnert ihn an die eigenen Tollheiten in seiner Katzenjugend vor noch einem Jahr. Aber auch drinnen im Briefkasten rumort es. Die Briefkouverts und Postkarten, die Zeischriften, Versandstücke und QSL-Postsendungen haben das enge Verlies satt und wollen endlich heraus! Sicher haben sie damit auch recht. Maunzt nicht der Kater, wenn er vorüberspaziert, jedesmal, als wollte er sie grüßen? Blinzelt die Februarsonne nicht von Zeit zu Zeit durch die flatternden Briefkastenschlitze herein, als wollte sie sie ins Freie locken? Da kommt der Briefträger heute nicht mehr umhin, bei diesem stürmischen Wetter, ungeachtet der Kälte, die ihm vom Wind ins Gesicht gepustet wird, mit Sack und Schlüssel los zu ziehen und den Kasten draußen wieder einmal zu leeren. *** Nun gibt es also wieder genug Gesprächsstoff für „Uns und unsere Hörer“. Danke dem Publikun, das uns so fleißig geschrieben hat! Danke dem Freundeskreis, der uns auch in der dunklen Jahreszeit mit freundlichen Zuschriften, aufmerksamen Frequenzbeobachtungen und kleinen Kommentaren zum einen oder anderen Sendebeitrag die Stange hält und mit uns Freude und Sorgen teilt! Der eine muntert uns mit Gedichten auf – so wie Helmut Lesser. Der andere bombardiert uns mit Bush-Witzen – so wie Rudolf Walbröl. Ein dritter versucht es auf die spirituelle Art und läßt König David, Jeremia und den Schreiber des ersten Briefs an die Korinther für sich sprechen – so wie Heinz-Günter Hessenbruch. Wenn Matthias Claudius seine Stimme erhebt und sagt: „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand“, dann denkt der Remscheider an seinen eigenen Schrebergarten draußen vor der Stadt, an die leergeernteten Beete und die kahlen Obststäucher und sagt mehr zu sich selbst: „Ja, das Frühjahr zu Aussäen ist noch weit etnfernt ... Aber auch die ‚Saat’, die wir heute auslegen, wird zu ‚Ernte’ führen. Wir werden für unsere Taten zur Verantwortung gezogen werden“ und wischt dann ganz in Gedanken den Hauch seines Atems von der Fensterscheibe. – Frank Bresonik aber sorgt mit Spruchkarten für gute Laune, und die bunten Karten motive mit den zahllosen Lebensweisheiten aus der Grafikwerkstatt Bielefeld schmücken bereits die Wände der ganzen Radioredaktion. „Laß dir den Himmel von heute nicht verdunkeln durch die Wolken von morgen. Die meisten von ihnen lösen sich von selber auf, bevor sie dich überhaupt erreichen. Und die restlichen löst du, wenn sie da sind.“ – Gladbeck, im Dezember 2006. Diese Spruchkarte gilt aber bestimmt nicht nur der Aufmunterung der Freunde im Redaktionsbetrieb, sondern auch der der eigenen Person. Denn Frank Bresonik ist es im Herbst und Winter ständig schlechter gegangen. Zu den gesundheitlichen und finanziellen Problemen hatte sich die Sorge um eine neue Mietswohnung gesellt, und das Ausbleiben der sehnlichst erwarteten Post von seinem Brieffreund im Südiran hat seine Stimmung so gedrückt, daß der gute alte Vater einschreiten mußte und dem Sohn eine kleine Reise nach Bayern spendierte. Am 9.Dezember schrieb Frank dem Team in Teheran eine Ansichtskarte zum Zeichen, daß er sich wieder im Griff hatte. Sie zeigt den Landgasthof Scheubel, wo man den Westfalen mit bayrischen Köstlichkeiten aufzupäppeln versuchte, und wo er sich offenbar auch recht wohl gefühlt hat. „Herzliche Grüße aus dem fränkischen Gremsdorf. In dieser Region nehme ich an einem mehrtägigen Kongreß teil. Die Gegend ist sehr schön. Ich genieße die Gastfreundschaft der Bayern und das gute und schmackhafte Essen.“ Zurück in Gladbeck meldet sich Frank recht bald wieder und schreibt: „In den heutigen Morgenstunden bin ich von meiner Bayernkurzreise zurückgekehrt. Trotz meiner großen Gesundheitsprobleme konnte ich angenehme Tage im Frankenland verbringen. Die Luftveränderung tat mir gut, und ich danke meinem Vater, daß er mir dieses verlängerte Wochenende finanziert hat. Ich besuchte Nürnberg und Höchstadt, und in Gremsdorf nächtige ich. Leider mußte ich auch dort sehr starke Medikamente einnehmen. Aus diesem Grund war ich immer sehr müde, und manchmal bekam ich deswegen Kreislaufstörungen, Magenschmerzen, und öfters machte sich auch ein Übelkeitsgefühl bemerkbar. Ich bin froh, wieder daheim in Gladbeck zu sein, denn die Reise hat Spuren interlassen, und das gibt mir zu verstehen, daß ich die Tour vielleicht doch besser nicht gemacht hätte, denn mir geht es jetzt noch schlechter als zuvor, und trotz der verschiedenen Medikamente gehen die Schmerzen nie ganz weg.“ Ob es dem Kollegen inzwischen wieder etwas besser geht? Ob er eine Wohnung gefunden hat und – wie geplant – zum Jahresende umgezogen ist? Nun, bald werden „Wir und unsere Hörer“ sicher Näheres erfahren. Gott weiß, wie das mit Frank, seinem Darmkrebs und seiner Arbeitslosigkeit noch wird... Wie sagt man, wenn man so allmählich aufs Zahnfleisch kommt: „Jetzt kann es nur noch besser werden.“ So sehen „Wir und unsere Hörer“ das auch bei Frank. Ein Umzug steht auch Hörerkollege Thomas Schönfeld bevor. „Zugegeben, es wird nur ein kleiner Umzug innerhalb der Stadt Erfurt; aber ich informiere Sie über meine neue Adresse, damit die Zuschriften von Ihrem Sender auch in Zukunft bei mir ankommen. Der große Vorteil für mich besteht darin, daß ich nun ein eigenes Mehrfamilienhaus gekauft habe. Nun brauche ich niemanden mehr zu fragen, ob ich mir eine Antenne oder Satellitenschüssel auf das Dach montieren darf. Mein Radio wird mich dafür bestimmt mit guten Signalen belohnen. Da macht das Hören natürlich viel mehr Freude, was sich auch auf die Zahl der gehörten Sendungen und gleichzeitig auf die Zahl der Empfangsberichte auswirken wird. Mit freundlichem Gruß aus Thüringen, Thomas Schönfeld.“ Mit Satellitenempfang ist es bei Josef Kastner in Ingolstadt noch nichts. Nach wie vor besteht für ihn „nur die Möglichkeit des Radioempfangs über die Kurzwelle“, mit der er aber beim Vormittagsprogramm „guten und schönen Empfang“ hat. Ganz umgekehrt hat sich die Sache bei Gerhard Schreier entwickelt. Seit er von Marl nach Kirchhundem umgezogen ist – alle ziehen um! – hört er unser Programm nur noch über Satellit. „Nach drei Jahren höre ich wieder IRIB“, teilt er „Uns und unseren Hörern“ glücklich mit. „Das digitale Satellitenradio hat es möglich gemacht. Leider ging es bisher nicht, weil wir hauptsächlich den Astra benutzen. Mit der Mehrfachantenne ist diese Problem erledigt. Kurzwelle höre ich kaum noch. Mit freundlichem Gruß aus Kirchhundem, Gerhard Schreier.“ So ändern sich die Zeiten. Aber „Gute Freunde, gemeinsame Stunden und alte Lieder bleiben für immer“ – auch wenn aus der Anton-Günther-Gitarre eine Elektoklampfe wird und aus dem Kurzwellenkofferradio mit Langdrahtantenne ein Digitalempfänger mit Anschluß an die Schüssel. Die QSL-Post unseres finnischen Stammhörers Hannu Kiiski liegt schon seit Weihnachten da. Über die Briefmarken aus seinem Land Suomi haben wir uns gefreut, und gern revanchieren wir uns mit QSL, einem Kalender für 2007 und ein paar Freimarken. Dirk Pranke hat bei IRIB etwas von einer Hörerzeitschrift gehört und hätte sie gern einmal kennengelernt. Warum auch nicht? Bald hat Dirk die Gelegenheit dazu, dann nämlich, wenn der Filderstädter Postzusteller ihm Post aus Teheran überreicht mit der noch ausstehenden QSL-Karte für seine drei Novemberberichte. Dann landet auch eine „Brieftaube“ bei ihm. In Tharandt hat IRIBs Deutsches Programm schon seit Jahren einen treuen Hörer namens Uwe Haferkorn. Monatlich einmal kommt auch per Postkarte ein Empfangsbericht – sowohl Lebenszeichen als auch Gruß – und darüber freut sich unser Personal dann jedes Mal. Wenn Uwe Haferkorn dieses Jahr zum ersten Mal eine Antwort aus Teheran bekommt, werden am Rand der Glückswiese in Tharandt schon die Schneeglöckchen blühen und die Forsythien erste Blattknospen treiben. Bei uns ist es schon jetzt bald soweit. Neue Empfangsberichte aus Malschwitz liegen heute auch wieder einmal vor. Bei Wolf-Lutz Kabisch ist das alte Jahr mit guten Empfangsergebnissen zu Ende gegangen. Hoffen wir, daß dies vorhält bis zum Schluß der Wintersendeperiode Ende März! Und auch, daß sich seine guten Wünsche für „ein Jahr in Frieden und bei guter Gesundheit“ bei jedem einzelnen von „Uns und unseren Hörern“erfüllen! Was wär`das doch schön... „Ich freue mich sehr, Euch auch im neuen Jahr wieder zu hören!“ schreibt unser Berliner Hörer und Dxer Günter Kleinke. Wie immer sorgt er sich um die Ankunft seiner QSL-Post: „Habt Ihr meine Berichte vom 4.September, 19.November und 2.Dezember 2006 nicht bekommen? Früher habt Ihr immer mehrere Berichte auf einer QSL-Karte bestätigt.“ Auf einer QSL-Karte oder auf mehreren – seien Sie unbesorgt: bestätigt werden bei uns nach und nach alle Berichte, es sei denn, sie kämen bei IRIB gar nicht an, so wie das mit den 600 Berichten von Bernd Seiser aus Ottenau war. Das Verschwinden von Bernds elektronischer Post ist uns übrigens bis heute mysteriös geblieben. Wären Helmut Matt in Herbolzheim und Josef Rieger in Gaggenau nicht hilfreich eingesprungen, so hätten sich die Mißverständnisse zwischen der Sendestation und dem enttäuschten Profi-Dxer, der im Kreis Murgtal alljährlich auch das Hörertreffen organisiert, vielleicht nie mehr aufgeklärt. 16 Sendetermine hat Bernd Seiser notiert, vier verschiedene IRIB-E-Mail-Adressen hat er ausprobiert – und dennoch hat es kein einziges Mal gefruchtet. „Bitte, lassen Sie mich doch meinen Freunden Helmut Matt und Josef Rieger für die Unterstützung danken, weil durch deren Hilfe der Kontakt zu Euch doch nicht ganz abgerissen ist,“ schreibt er nun froh, und – oh Wunder! – diese Message kam tatsächlich durch; so können wir sie heute über den Äther schicken, doch nicht ohne ein Dankeschön auch von uns, versteht sich, und nicht ohne ein Stoßgebet zum Himmel, daß solch ein Malheur bloß nicht noch einmal passiert! So. Jetzt kommen wir zu Jürgen Zerm in Hornbach, Karl Schneider in Etschberg und Johann Ruff in Mühlheim. In der Gegend, in der diese drei Kollegen zu Hause sind, hat sich in den vergangenen drei Monaten die Morgensendung am besten auf 15085 kHz empfangen lassen. Volker Willschrei hat in Dillingen zusätzlich noch den Empfang der Abendsendung getestet. Allerdings sind hierzu die Nachrichten schlecht. „Leider ist der Empfang der Abendsendung auf Kuzwelle zur Zeit ziemlich schlecht, und man kann kaum einen Satz richtig verstehen. Ich habe auch etwas Probleme mit dem Hören über Internet, so daß ich ziemlich lange brauchte, um die beigefügten 10 Empfangsberichte zu erstellen. Ich bin aber sicher, daß Sie trotzdem nicht die Hoffnung aufgegeben haben, wieder von mir zu hören. – Ich sende Ihnen heute noch sechs Fotos von meiner Familie, die wir im August im Heimatland meiner Frau, auf den Seychellen, aufgenommen haben. Ich hoffe, daß die Weihnachtsfotos, die ich im Dezember sandte, auch gut angekommen sind.“ Nun, keine Sorge: alles ist hier angekommen, der Reisebericht, die Fotos vom August und von Weihnachten und auch die Berichte. Bei den aufgezeichneten SINPO-Werten ist es allerdings nicht verwunderlich, daß die Danksagungen, die bereits über den Äther erfolgt waren, in Dillingen nicht registriert werden konnten. Schade ist ach, daß der seit November bestehende und von Helmut Matt wiederholt bemängelte Defekt am IRIB-Online-Wochenarchiv immer noch nicht behoben worden ist. Sonst könnte Herr Willshrey wenigstens auf diese Möglichkeit ausweichen und Sendungen, die ihn wirklich interessiert hätten, im Nachhinein übers Internet „on demand“ abrufen. Der Fehler liegt im Informatikzentrum unseres Hauses und kann deshalb von den Kollegen der Internetredaktionen vom deutschen und den anderen Diensten nicht in Stand gesetzt werden. Natürlich hat der Redaktionsleiter „oben“ schon Alarm geschlagen; mal sehen, wann das Wochenarchiv wieder in Gang kommt und auf den aktuellen Stand gebracht werden kann. Es freut „Uns und unsere Hörer“ immer, auch „Neue“ im Hörerkreis kennenzulernen. Heute stelle ich Ihnen Harald Felisch aus Frankfurt an der Oder vor. Seine Worte: „An Radio Teheran! Übersenden Sie mir bitte kostenlose Infos über Ihren Sender!“ hören sich fast wie ein Funkspruch an! Zu bieten hat Harald Felisch auch etwas, und zwar ein Fotobuch zur „Doppelstadt Frankfurt/Oder – Slubice“, das er unter der Adresse www.HaraldFelisch.de ins Internet gestellt hat. Sicher lohnt sich das Reinschauen auch für Sie, liebe Hörer. Uns hat seine Ansichtskarte von der Heimatstadt schon einen Vorgeschmack darauf gegeben und neugierig gemacht. Zu danken haben wir jetzt noch Manfred Jung für seinen Empfangsbericht und die guten Wünsche zum neuen Jahr 2207(!). Ja, meinen Sie, daß dann noch einer von uns am Leben ist? Ha! Gelt... immer diese Dreckfuhler! Reiner Peuthert in Stendal, den kennen Sie schon; Kurt-Jürgen Przystupa in Duisburg-Fahrn, Dieter Feltes in Pyrbaum, Klaus Köhler in Oberloquitz (gehört jetzt zu Probstzella), Klaus Führlich in Radebeul, Joachim Thiel in Wuppertal, Dieter Buchholz in Oschersleben, all das sind Namen, die „Uns und unseren Hörern“ geläufig sind. Von allen gab es auch dieses Mal wieder Empfangsberichte für die Techniker, einen Gruß für die Mitarbeiter im Redaktionszimmer, Tips zur Verbesserung des Empfangs und des Programms oder einfach nur ein aufmunterndes: “Macht weiter so!“ – den heilsamen Balsam für jede müde Seele. Und ich glaube, es ist inzwischen überflüssig zu sagen, wie sehr wir uns über jede einzelne Kontaktaufnahme freuen. Unsere gemeinsame kleine Ecke, in der die Welt noch in Ordnung ist, kann und soll uns auch keiner nehmen. Ade!

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