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Samstag, 06 Januar 2007 00:00

06. Januar 2007

Die Feiertage sind schon wieder fast vorüber, und für die meisten von unseren Hörern ist der Dreikönigstag der letzte davon. An diesem von manchen Christengemeinden in der Welt als Geburtstag Jesu Christi gefeierten Tag flackert die besinnliche Feststimmung noch ein letztes Mal auf. Die Obst- und Gebäckteller und die Nußschalen werden nachgefüllt; noch einmal versammelt sich Jung und Alt um den Baum mit seinen brennenden Lichtern auf den Zweigen, von denen schon leise die Nadeln rieseln, und man läßt die Kerzen dieses Mal herunterbrennen bis auf den Docht. Denn in Bälde wird abgeschmückt. Die Kerzenständer werden vom Wachs gereinigt, poliert und mit Christbaumkugeln, Lametta und dem übrigen Schmuck sorgfältig in ihre Pappschachtel zurückgelegt und bis zu nächsten Jahr verstaut.
Und was wird aus den Baäumen? Es tut einem richtig leid, diese nun dürr und kahl gewordenen Relikte im Frost draußen auf die Müllabfuhr warten zu sehen! Wenn der Berufsverkehr sich wieder durch die Straßen wälzt, schmutziger Matsch aus Schnee und Wasser von der Fahrbahn gegen ihre Strünke spritzt, und kein Auge sie mehr eines Blickes würdigt, bieten sie wahrlich ein Bild des Jammers - so prächtig ihr Glanz auch gewesen sein mag.

Aber beim alten, einsam gewordenen „Waldmeister" in seiner winzigen Stadtwohnung in Schneeberg, da brummen die Trafos noch ein Weilchen, und die Lichter auf seinem Weihnachtsberg im Wohnzimmer verlöschen auch nach „Dreikönig" nicht. Denn hier, an der deutsch-tschechischen Grenze im rauhen Erzgebirge, dauert der Winter lange. Schnee, Frost, Sturm und Eis verbannen so manchen auf Wochen in die Stube, so daß die warmen Lichterchen auf Schwibbögen und Pyramiden und der tanzende Schein des Talglichts im Fenster schier unentbehrlich sind.
Bei den Hobbyfreunden in Zwickau, Planitz, Aue, Schlema, Lauter, Lößnitz und Zschorlau und an der Talsperre Eibenstock beim Eichhorn-Alfred, da drehen sich die Pyramiden natürlich auch weiter, während die Figürchen auf dem Weihnachtsberg zum Ruch der Räuchermännel rhythmisch tanzen und so manch ein Nußknacker grimmig vom Kaminsims schaut. Und überall darf IRIB mit seinem Programm am Abend und morgens, bevor es richtig hell wird, mit dabei sein, als fester Bestandteil des Alltags der „älteren
erzgebirgischen Zunft."

An vielen anderen Orten in Deutschland wartete Knecht Ruprecht aber dieses Jahr vergeblich auf Schnee. Zu warm war es, und anstatt zu schneien, regnete es vielerorts, so daß Helmut Lesser in Gebesee es nicht unterlassen konnte, über den Weihnachtsbam, der schon im November in Erfurt aufgestellt wurde, zu frotzeln, indem er sagte: „Der große Weihnachtsbaum, also die Tanne, auf dem Erfurter Domplatz steht da wie im falschen Film: „Eskimo an der Südsee"! Die Weihnachtsgänse leben länger, und die Hühner fangen wieder an Eier zu legen! Eine verkehrte Welt, und die Heizkosten für Gas, Öl, Holz und Kohle steigen trotzdem, wo keiner heizt!"
Auch in Stralsund ist es um Weihnachten nichts mit dem Schlittschuhlaufen gewesen; bei 10 Grad über Null fühlte sich Peter Vägler oben an der Ostsee eher wie an der Adria, wobei er sich gut daran erinnern kann, daß das früher nicht so war. „In meiner Kindheit gehörte zum Weihnachtsfest Schnee. Wir sind Schlitten oder Ski gelaufen und sind auch auf dem Eis gelaufen. Seit einigen Jahren ist dies aber nicht mehr richtig möglich. Selten liegt zu dieser Zeit Schnee. Im Augenblick regnet es hier bei fast zehn Grad."

„Regenmüde glitzern Straßen
gelblich im Laternenlicht.
In dem naß verschneiten Rasen
fahler Schein sich nüchtern bricht.

Tropfen im Gezweige schimmern
hin zu einer klammen Nacht.
In den dunklen Pfützen flimmern
Spiegelbilder - windgebracht.

Und ich fröstle in den Abend
und ich träume in den Wind -
Schattenbilder, seltsam labend,
die mir rauh im Herzen sind."

So ist dieses Jahr zu Ende gegangen, und wieder einmal war es der begnadete Dichter Manfred Matzke aus dem Erzgebirge, der das Bild sprachlich einfangen konnte, bevor es - die letzte Erinnerung an 2006 - im Frühnebel des neuen Jahres verschwand. Heute ist es schon eine Woche alt, und IRIB, die „Stimme der Islamischen Republik Iran", begleitet es Schritt für Schritt mit Nachrichten und Berichten zum Tagesgeschehen durch die Zeit.

„Gegenwärtig muß ich erst am Nachmittag arbeiten; da hatte ich in den letzten Tagen Zeit, wieder einmal Ihren Sender einzuschalten," schreibt Peter Vägler. „Anbei finden Sie auch wieder einige Empfangsberichte. Es werden zwar nie so viel wie von Helmut Matt werden, der ist ja schon bei über 500!, aber ich werde mich auch im neuen Jahr bemühen, mich regelmäßig zu melden. - Herrn Matt habe ich übrigens auf einem Hobbytreffen persönlich kennen gelernt. Er ist ja auch bei anderen Stationen aktiver Hörer und hat sogar schon mehrere Preise gewonnen.
Durch Ihre Sendungen ist es mir möglich, den Islam besser zu verstehen. Ich bin nicht christlich erzogen worden. Aber trotzdem feiere ich mit meiner Familie das Weihnachtsfest. Das hat bei uns nichts mit Glauben oder Religion, sondern mit Tradition zu tun und bietet die Möglichkeit, die Familie mal wieder in aller Ruhe um sich zu versammeln."

Ganz anders als bei Peter in Stralsund steht bei Bernd in Seeheim an Heiligabend und Weihnachten primär die Religion im Vordergrund, und auch die Wochen vor dem Christfest gehören schon zu einem großen Teil der Kirchengemeinde, für die sich unser Hörer an der Bergstraße mit Hingabe engagiert.
„Heute ist Montag, ein kühler regnerischer Tag. Der Regen klopft gegen die Fensterscheibe, und neben mir steht ein Glas heißer Tee. Endlich habe ich einmal die Gelegenheit, Ihnen zu schreiben. Im Oktober war ich fast jeden Tag voll ausgebucht; entweder Arbeiten, dann etliche Termine beim Zahnarzt, und dann meine Kirchengemeinde, wo die Vorbereitungen für das Fest im November und Dezember auf Hochtouren liefen.
Im November denken wir Christen an das Ende unseres irdischen Daseins, an die, die uns vorangegangen sind zu Gott, und an diejenigen, die wohl noch einige Zeit auf Erden gehabt hätten, aber von gewissenlosen Leuten in den Krieg und den Tod gejagt wurden. An Allerheiligen wird der Menschen gedacht, die ihren Glauben in vorbildlicher Weise lebten. Am 22.November 1918 endete der Erste Weltkrieg, und am vorletzten Sonntag im Kirchenjahr wird der im Krieg und an dessen Folgen heimgegangenen Menschen gedacht. Am Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt, gedenkt man schließlich all derer, die im Veraluf des Jahres gestorben sind.
Im November haben wir in vielen Gemeinden, so auch hier, die „Friedensdekade". Das sind Andachten an zehn Abenden, wo für den Frieden gebetet wird. Für alle diese Aktivitäten sind Vorbereitungen zu treffen, Texte zu verfassen und so weiter. Ich habe für den Gemeindebrief eine Andacht geschrieben, und auch bei der Freidensdekade habe ich mitgewirkt. Am Heiligabend wird wieder ein Krippenspiel aufgeführt, mit Musik. Normalerweise hat man es sehr schwer, am Heiligabend einen Platz in der Kirche zu finden. Ich werde dieses Jahr den besten Platz haben, jedes Wort genau verstehen und das Stück gut kennen. Denn ich tue es Ludwig XIV gleich, der in vier verschiedenen Balletten selbst mittanzte, jeweils in seiner Lieblingsrolle „Apoll, der Sonnengott". Daher kommt auch sein Spitzname „Sonnenkönig". Ich spiele also im Krippenspiel selbst mit, denn die Kinder haben auch mich mit einer Rolle bedacht."

Wir konnten nicht erfahren, in welcher Rolle Bernd bei diesem Krippenspiel aufgetreten ist. Aber sicher konnte er einen Beitrag dazu leisten, daß den Kirchenbesuchern an diesem Abend die Weihnachtsgeschichte noch einmal anschaulich gemacht wurde, so daß jedem der biblische Gehalt des Christfestes wieder neu zu Bewußstsein kam. Denn es ist ja oft so - nicht allein im christlichen, sondern ganz genauso auch in unserem Kulturkreis hier im islamischen Iran - daß Tradition und Bräuche im Laufe der zeit zum Selbstzweck werden, ist man nicht darauf bedacht, die historischen Hintergründe dazu vor dem Verblassen zu bewahren.
Auch dem islamischen „Qadir-Fest", das am 18.Tag des Hadjj-Monats und dieses Jahr am 7.Januar auf dem Kalender steht, wäre sicher kein anderes Schicksal beschieden, und es würde sich wohl erschöpfen in Feiern, Besuchen und geselligem Beisammensein. Dabei war der Anlaß, nämlich die historische Ansprache, die Prophet Mohammad bei der Rückkehr von seiner letzten Pilgerreise nach Mekka an einem Ort namens Qadir-e Khom vor seinen versammelten Begleitern hielt, für den Islam und namentlich für das Fortbestehen dieser Religion nach dem Ableben ihres Stifters von fundamentaler Bedeutung, und der Koran spricht sogar davon, daß ohne dieses Vermächtnis an die späteren Generationen die prophetische Mission dieses letzten göttlichen Botschafters grundsätzlich unvollendet geblieben wäre.
Viele sunnitische und schiitische Gelehrte haben über „Qadir" berichtet, wobei das mehrbändige Werk, an dem der iranische Gelehrte Allameh Amini über 40 Jahre lang schrieb, vielleicht das bedeutendste und umfangreichste davon ist. Wichtig ist, daß Prophet Mohammad an jenem Tag und an jenem Ort die Frage seines Nachfolgers klärte, damit das göttliche Vermächtnis an die Menschheit später nicht veruntreut würde und in falsche Hände oder in Vergessenheit geriet. Als Treuhänder und Beschützer dieses Kleinods wurde Ali vorgestellt. Ali war der Sohn seines Onkels Abu Talib und hatte sich als allererster zur Religion des Propheten bekannt; zudem war er der Mann seiner Tochter Fatimah. Nach „Qadir" bestand kein Zweifel mehr über die Person und die Befugnisse des Nachfolgers: Ali war die Verantwortung der Führung übertragen worden. Er übernahm sie, und damit lag es zukünftig bei ihm, und später bei seinen Nachkommen, den Islam durch die Wirren der Zeit und durch die Jahrhunderte zu retten.

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Doch jetzt wieder zurück zur Hörerpost, und genauer gesagt, zu Post von Hörern aus Österreich. Am 24. Dezember warf Heinrich Huemer einen Blick auf den Kalender und stellte mit Schrecken fest: „Das Jahr geht zu Ende ...!" Dabei hätte er vorher gern noch einmal einen Gruß nach Teheran geschickt. Aber noch war es nicht zu spät dazu: Der Wiener Klammeraffe griff mit an, und so brachten sie es gemeinsam auf die Reihe - Heinrich und er.
„Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren der Redaktion,
das Jahr geht zu Ende, und ich will mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken für Ihre Nachrichtensendungen über Rundfunk und Internet. Ich lebe hier in Wien in einer weitgehend pseudo-religiösen, pseudo-christlichen Welt, die ihren vorherigen Antisemitismus gegen einen primitiven und rassistischen Antiislamismus getauscht hat. Der jeweilige Bildungsstand des einzelnen ist dabei kaum ausschlaggebend. Ihr Land ist in meinen Augen die wirkliche Hoffnung vieler unterdrückter und erpreßter kleiner Länder. Ich wünsche Ihnen viel Glück und gute Zeiten im kommenden neuen Jahr. Mit vielen Grüßen, Heinrich Huemer, Wien,Austria."
Caspar, Melchior und Balthasar - so werden die drei Könige, von denen heute am Dreikönigstag überall die Rede ist, in der Legende genannt. Wie aber wohl die „Drei Philosophen" auf dem Ölgemälde von Meister Giorgione heißen, das in der Gemäldegalerie de Kunsthistorischen Museums in Wien von Heinrich Huemer entdeckt wurde, und das ihm so gut gefallen hat, als wären es die heiligen drei Könige selbst? Die Postkarte verrät es nicht, und weil der Meister auch schon 500 Jahre tot ist, wird das Rätsel wohl nicht mehr zu lösen sein. Aber ich finde, auch namenlose Philosophen können beeindruckend sein.

Johann Zmaritz in Wiener Neustadt ist einer von den Namhaften Hörern unserer Station und hat zehn neue Empfangsberichte vorgelegt. Auch Paul Gager in Deutschkreutz hat 24 und dann noch einmal 3 Empfangsberichtsaufzeichnungen beigesteuert, begleitet von zwei sehr schönen Postkarten mit Orchideen bzw. Kakteen aus dem Botanischen Garten der Universität Wien, der jetzt den Winter über aber geschlossen ist.
Vielleicht hätte Gereon Fuhs in Wien noch weitere Sehenswürdigkeiten für uns entdeckt, wenn er nicht ausnahmsweise über die Grenze nach Marienbad gegangen wäre. Aber er kann es ja nachholen, denn auf Dauer in Tschechien bleiben möchte der Wiener wahrscheinlich nicht, so gut es dort auch mit dem Dxen geklappt haben mag.
Was aber soll ich Euch aus Salzburg berichten? Es gibt dort einen IRIB-Hörer, der sucht seinesgleichen! Im Oktober und November hat er seine Empfangsberichte bei Radio Teheran wieder aufgestockt, und zwar um 35 Stück, die in acht Schüben herüber gekommen sind. Geht ihm dabei nicht die Puste aus? Gerät er dabei nicht ins Stolpern? Keineswegs .... Günter Kastner lebt mit Radio Teheran, das ist das ganze Geheimnis, und wer mit Radio Teheran lebt, dem fällt das Mitnotieren der gehörten Sendungen so leicht wie man ein Glas Waser trinkt.

So, meine Herrschaften. Das wär`s vorerst. Bei Robert Schumann in Zwickau sind wir heute losgezogen.und in der Mozartstadt Salzburg sind wir gelandet. Warten wir nun ab, wohin uns die Hörerpost beim nächsten Mal bringt! Bis dahin: Ade
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