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Mittwoch, 28 Mai 2014 07:45

Rasmin Banedj-Schafii

Rasmin Banedj-Schafii
Der Iran ein unbekanntes Land im geopolitischen Zentrum - eine Analyse



Der Iran, wörtlich übersetzt „Land der Arier“ (Arier bedeutet die „Edlen“), in dem über 3000 Jahre lang die Religion Zarathustras wirkt, ein Land mit 7000 Jahren Kultur, Heimstätte der Djinn und der Magie.
Seit über 200 Jahren führte der Iran keine Angriffskriege mehr und doch droht er zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit angegriffen zu werden.
Welches Bild vermittelt uns die westliche Medienlandschaft? Das eines Schurkenstaates?
Wer das Land kennt und schon mal bereiste, dürfte einen sehr differenzierten Eindruck gewonnen haben.

Seit nunmehr 7000 Jahren existieren die persischen Stämme und erstrecken sich über den Raum zwischen dem Persischen Golf und dem Kaspischen Meer, sowie dem Zagros-Gebirge der Türkei und den großen Wüsten bis hin nach Pakistan. Seitdem entstanden und versanken ganze Weltreiche, Hochkulturen erblühten und gingen unter. Die Perser hingegen setzten sich gegen Griechen, Römer, Araber und Mongolen zur Wehr und konnten sich somit in der Geschichte behaupten und auf diese Art und Weise die Identität Ihres Reiches wahren.
 


Kennst Du den Iran?
Iran oder Persien?
Worin liegt der Unterschied? 

Der Perser ist dem Stamme der Parsen (ethymologisch verwandt mit den Aasen) entlehnt. Parsi, die Sprache der Parsen, ist erst durch die Araber, (die kein „P“ aussprechen können) zum Farsi geworden.
Persien ist das alte Stammland der Perser - das Kernland des Iran.
IRAN – so wird das Land seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Anlehnung an die alten, arischen Könige, den „shah an shah he ariyaiyan“, genannt.
Seit der Revolution im Jahre 1979 lautet die genaue Bezeichnung des Landes „Islamische Republik Iran – IRI“.
Das erste Weltreich der verschriftlichten Geschichte, reichte im Jahre 550 vor unserer Zeitrechnung, unter dem Herrscher mit dem Titel „Großkönig Darius König der Arier und Nicht-Arier“, vom Nil bis zum Ganges und von Griechenland bis nach China. Die Dynastie der Königsherrschaften hielt seitdem bis zum 11.02.1979, dem Tag der islamischen Revolution, an dem der König Mohammad Reza Pahlavi Erbe der alten Königsdynastien stürzte, an.

So ist „Iran“ die moderne Bezeichnung des Landes und „Perser“ die spezifische Bezeichnung des Volkes der Parsen. Im Iran leben über neunzig Prozent Perser, doch gibt es in dem Vielvölkerstaat auch Kurden, Azeris, Armenier, Nomadenvölker (Luren und Bachtiaren), Balutschen und Araber – Sie alle fühlen sich jedoch als Iraner. Auch haben alle Ethnien ihre eigene Sprachen, die Amtssprache jedoch ist Hochpersisch, die Umgangssprache der Teheraner Dialekt.
Die eigenständige Sprache (Farsi), die vom Altpersisch abstammt und noch in Keilschrift verfasst wurde, leitet sich über das Mittelpersisch (Pahlavi), einer Zwillingssprache zum Sanskrit, bis zum erhaltenen Neupersisch ab und bildet die Grundlage der indo-arischen Sprachfamilie, aus der alle europäischen Sprachen (außer finnisch, ungarisch und baskisch), auch das Slavische und das Sanskrit hervorgehen.
Erstaunlicherweise entwickelten die Perser nie eine eigene Schrift, sondern bedienten sich stets der bereits vorhandenen Schriftsysteme. Aus den vielen Schriften der Perser ging die Grundlage der modernen Wissenschaften der Chemie, der Mathematik, der Astronomie und Astrologie hervor. Das Land der Dichter und Denker fand in vielen Werken Einzug in europäisches Gedankengut

Erst die Übersetzungen der griechischen Lehren eines Aristoteles, Platon, Pythagoras oder Sokrates ins Persische, die dann später über das arabische Andalusien ihren Weg nach Europa gefunden haben führten zu der Renaissance, die die Grundfesten der modernen europäischen Kultur und deren Gesellschaftsnormen bildete.

Um den Iran wirklich zu kennen, muss man sich mit der Geschichte und der Kultur des Landes gezielt auseinandersetzen.
Die vielen anscheinend widersprüchlichen Eigenschaften des Landes wie die kluge Außenpolitik und die umstrittene Innenpolitik und das komplexe Staatsgebilde, scheinen  das Land in einen Schleier zu verhüllen.
Unterdessen ist die angebotene Hypnosepropaganda der Massenmedien, die auf Menschenrechte, Kopftuch, Atomanlagen und vielleicht noch Teppiche und Pistazien reduziert ist, dazu ausgelegt, Vorurteile und dumpfes Gedankengut in die Köpfe der Menschen einzuflößen, um darin Feindbilder aufzubauen und friedliebende Mitmenschen in kriegslüsterne, grausame Zombies zu verwandeln.
Dies reicht aber  nicht aus, um die Zusammenhänge der gegenwärtigen Situation zu verstehen und um die kommenden Ereignisse in einem größeren Rahmen korrekt einordnen zu können.

Uns wird der  Iran seit 34 Jahren unter der Bezeichnung Mullah-Staat (einzige Theokratie der Welt), vorgestellt,  welcher in der Religion und Regierung, Gesetz und Glauben, in einem einzigartigen Konstrukt der „velayate faghih - Regierung der Rechtsgelehrten“ entstand und aufgrund seiner Außenpolitik zum Prestigefeind des Neokolonialismus und der Anglo-Amerikanischen Interessen im Nahen Osten geworden ist.

Religion und Geistesgeschichte
Die tief verwurzelte Geistesgeschichte, die Kultur und die spirituellen Grundlagen der Gesellschaft, sind gemeinsam mit der Vielfalt an Ethnien, Sprachen und einem Konglomerat aus dem wahren Wissen des alten Ägyptens und Griechenlands auf der einen Seite und dem Wissen Indiens ,Tibets und Chinas auf der anderen Seite, entstanden.






Ein wichtiger Faktor im geistig-kulturellen Erbe, ist vor dem Islam  die Lichtlehre Zarathustras, dem persischen Propheten und Religionsstifters, der eine über 1000 Jahre lange Staatsreligion des Landes, den Zoroastrismus, begründete.
Auch der spätere Manichäismus des Religionsbegründers Mani, der gnostische Vorstellungen aus dem Indischen, Christlichen und Zoroastrischen miteinander verband, hat die Grundstrukturen unser aller Spiritualität geprägt.
Die Religion Zarathustras gibt es immer noch, bekannte Gläubige waren zum Beispiel Feroz Ghandi, der Mann von Indira Ghandi, oder Freddy Mercury von der englischen Musikgruppe QUEEN.
Die Sekte der Bahai ging ebenso vom Iran aus.  Sie wurde  von der englischen Kolonialmacht begrüßt, . Aktivitäten dieser Sekte im Inland werden von  der Islamischen Republik nicht geduldet, da es
eine Abspaltung vom Islam bedeutet.
 
 
Die Islamisierung des Irans fand ab dem Jahre 640 nach unserer Zeitrechnung statt und prägt das Glaubensbild des modernen Irans mit 98% der Bevölkerung. Dabei sind 89% Schiiten und 8% Sunniten. Somit wird der Iran von der islamischen Minderheit der Schiiten dominiert.
Die Schiiten sind für ihre Opferbereitschaft bekannt, setzten sich stets inbrünstig für ihre Ziele ein, dies reichte sogar bis hin zum Einsetzen des eigenen Lebens. Religiöse und spirituelle Denkstrukturen sind tief in den Herzen und im Geist der Iraner verankert.


Geopolitische Tragweite
Möchte man die heutige geopolitische Situation verstehen, so kommt man nicht umhin, noch einmal in die Geschichte zu blicken.



Das alte Persien, mit der Staatsreligion des Zoroastrismus, hat von jeher das Römische Reich, das Imperium Romanum, mit dem es sehr lange und ständig im Krieg lag, als die Vertreter des Ahriman, dem bösen Gott der Lüge gesehen.
Das Imperium Romanum, mit all seinen Legionen (Söldnern) und Vasallenstaaten und dem römischen Adler als Symbol, hatte versucht über die Grundlagen der Eroberung und der Etablierung des Handel -und Seerechtes ein Sklavensystem einzuführen und somit ein Imperium zu erschaffen.
Die Parallelen zu heute sind frappierend.
Auch heute gelten die Handels und - Seebestimmungen der alten Römer und über das Versklavungssystem der juristischen Person und dem Imperialismus (Globalisierung) mit Hilfe großer Armeen (Privatsöldner) und dem Zentralbankensystem wird weiterhin versucht ein Imperium der Neuen Weltordnung zu etablieren.
Die Einteilung der Welt nach dem 11.September 2001 in die Achse des Bösen und die Allianz der Willigen, zeigt dieses Schema deutlich, wie die Welt in Gut und Böse einzuteilen ist.
Nun, es ist sicherlich nicht so einfach und es gibt überall konstruktive und destruktive Kräfte, jedoch ist es offensichtlich, dass die Aggression, die Gewalt und der Trug sehr einseitig vorgenommen wird und der Iran der große Gegenspieler im Nahen Osten ist.
Vor allem die jüngsten Ereignisse der Geschichte im Iran, der CIA-Putsch im Jahre 1952, der ständige Versuch, das iranische Öl und Gas unter Kontrolle zu bekommen, die nicht von der Weltbank kontrollierte Zentralbank des Landes, sowie der auferlegte Krieg mit dem Irak unter Saddam Hussein (1981-1988) mit einer Millionen Toten, hat die Iraner wachsam gemacht.
Das Volk ist nicht bereit als ein Vasallen Staat zu fungieren und duldet keine Marionetten-Regierung.
Im Westen wird eine zivilisatorische, technologische und kulturelle Dominanz medial verbreitet. Doch wenn man bedenkt dass in den Hintergründen völlig andere, für uns noch futuristische Standards gelten und die Masse der Menschen weltweit in einer völligen Illusion steckt, die tatsächlichen Möglichkeiten und Dimensionen des Seins betreffend, so kann man nur erahnen, welche Kräfte die Enden der Fäden ziehen..
Es bleibt spannend, wie der Weg der Erkenntnis seinen Lauf nimmt.
Die verschiedensten Interessen von Wirtschaft, Geheimgesellschaften, Apokalyptikern und anderer Kräfte müssen sich alle den Zyklen der Raum-Zeit-Qualitäten beugen.
Die Bereitschaft des Einzelnen, Interessen mit Gewalt durchzusetzen, ist die Grundlage von Kriegen. Gewaltlose Kommunikation ist ein wichtiger Grundstein für Frieden.
Manipulation und Programmierung durch die Medien zeigen lediglich auf, dass andere Wahrheiten auf ihre Entdeckung warten.
 
 Auf meinen Reisen in den Iran konnte ich diese Wahrheiten kennenlernen. Neugierde und ein offener, vorurteilsfreier Geist lohnen in jedem Fall.
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