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Sonntag, 27 September 2015 04:26

Die Pilgerstätte "Imamzadeh Davud"

Die Pilgerstätte "Imamzadeh Davud"
Das Imamzadeh Davud liegt nordwestlich von Teheran und nördlich der Stadt-Bezirke Farahzad und Cann sowie Sulqan auf 3000 m Höhe zwischen dem Tochal und einem anderen hohen Berggipfel des Elburs-Gebirges.

Ein Weg voller Biegungen führt zwischen den grünen Berghängen zu einem Tal mit vielen Bäumen hinauf. Von diesem Tal aus leuchtet die goldenfarbene Kuppel der Pilgerstätte den Herbeikommenden entgegen.


Der genaue Name des Imamzadeh Davud war 'Scharafeddin Davud Ibn Imadeddin Yahya' und wie Historiker und Gelehrte bekunden, ist er ein Nachkomme des geehrten Propheten des Islams. Die Pilger zu seiner Grabstätte kommen aus ganz Iran. 

Imamzadeh Davud wurde etwa um 440 nach der Hidschra und dem Mondkalender geboren, d.h. ca. 1048 n. Chr. Er führte eine Gruppe von Anhängern Imam Alis an, die gegen die unterdrückerischen Abbasidenkalifen kämpften. Er hatte sich auf den Weg gemacht um sich den Nachkommen und Freunden Alis, die im Nordiran eine bedeutende Bewegung gegründet hatten, anzuschließen. Auf dem Weg durch das Elburs-Gebirge wurde er an der Stelle wo er nun begraben liegt, von den Handlangern der Abbasiden getötet. Es war ca. 480 nach der Hidschra als er den Märtyrertod, fand, d.h. ca. 1087 n. Chr. (erwurde also etwa 39 Jahre alt).

Gemäß den Inschriften auf dem Grabstein aus der Zeit des Qadscharenkönigs Nassereddin Schah, entstand der Grabkeller für die Ruhestätte schon vor den Safawiden und wahrscheinlich ist er über 900 Jahre alt. Die Grabstätte wurde zum Teil von den Qadscharen restauriert und erweitert.

Über der Gruft wurde die Pilgerstätte für Imamzadeh Davud errichtet. Das Grabgitter umschließt ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 6 Metern und ist mit versilberten und vergoldeten Stahlfenstern versehen. Nach allen vier Seiten öffnen sich schwere Türen aus Walnussholz, die mit Intarsien kunstvoll verziert sind, zu größeren Gebetsräumen hin. Die gesamte Decke ist mit Spiegelmosaiken und Malereien wunderschön verziert. Unterhalb der Mosaike schließen sich Kachelmosaike mit den Namen der Nachkommen des Propheten des Islams an. 



Es finden sich immer viele Pilger am Grabe des Imamzadeh Davud ein, und zwar besonders im Sommer und im Frühjahr. Sie ziehen über den geschlungenen Weg zur Pilgerstätte hinauf, heutzutage zumeist mit Fahrzeugen. Es gibt auch noch einen anderen Weg durch die Berge, der nur zu Fuß zurückgelegt werden kann. 
Einige Pilger haben ein Gelöbnis zu erfüllen. Sie verteilen Opferfleisch, Essen, Getränke oder Süßigkeiten unter den Pilgern. Dies ist besonders zu religiösen Trauer- oder Feiertagen Sitte.

In der Nähe des Imamzadeh Davud liegen die Dörfer Kiga, Randan-Sangan und die Ortschaft Sulqan an einem Fluss namens Cann. Im Winter wird es hier sehr kalt und die Sommer sind angenehm kühl. Die Bevölkerung betreibt Viehzucht und Plantagenbau. Es gibt viele Gärten mit Kirsch- und Haselnussbäumen und natürlich Sauerkirschbäumen. Diese Obstgärten bieten einen schönen Anblick. Die Bewohner der Siedlung die am Imamzadeh Davud entstand, bestreiten ihr Einkommen auch aus dem Verkauf von Waren an die Pilger. Besonders die Einwohner von Kiga, welches am nächsten zum Imamzadeh liegt, leben von der Vermietung von Pilgerunterkünften und dem Warenverkauf an die Pilger.

Die Siedlung beim Imamzadeh Davud lässt sich in die Pilgeranlage in der Mitte und das umliegende Wohn- und Geschäftsgebiet gliedern. Die Pilgerstätte umfasst eine Fläche von zweitausend Quadratmetern und der eigentliche Friedhof liegt auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern. Unterhalb des Moscheenhofes fließt ein Fluss entlang. 
Im Geschäfts- und Wohngebiet dienen Läden, Restaurants und Unterkünfte dem Wohl der Pilger. Einige Pilger bleiben gerne im Sommer länger an diesem Ort. Sie können in dieser Zeit auch die Bibliothek des Imamzadehs besuchen. In dieser werden auch Gemälde und wertvolle historische Gegenstände aufbewahrt, die Freunde des Imamzadehs gespendet haben. Die Pilgerstätte des Imamzadehs ist Tag und Nacht geöffnet. Zu der Pilgeranlage gehört auch eine kleine Klinik.

6 Monate im Jahr wird es sehr kalt in diesem Gebiet, denn das Imamzadeh liegt ja hoch in den Bergen, aber die Natur revanchiert sich in den anderen 6 Monaten mit einer bezaubernden Landschaft. Wer will, kann sich hier vom Lärm und Trubel der Großstadt Teheran zurückziehen und einige ruhige Stunden oder Tage in Gebet und Besinnung verbringen.

 Quelle:IRIB

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