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Mittwoch, 01 April 2015 16:51

Tag der Freundschaft mit der Natur

Tag der Freundschaft mit der Natur
    Der 13. Farwardin, der normalerweise dem 2. April entspricht, ist der letzte Tag der Neujahrsfeiern im Iran. Er ist traditionell als der „sizdahbedar“ bekannt – was so viel bedeutet wie „am Dreizehnten ins Freie“. 

An diesem Tag ist es überall im Iran seit jeher üblich, sich in der Natur zu versammeln. Die Bevölkerung liebt diese Sitte. Laut historischen Quellen galt der 13. Farwardin d.h. der13. im neuen Jahr als Beginn des zweiten landwirtschaftlichen Halbjahres und die Iraner der Antike zogen zur Ehrung ihres Regengottes auf ihre Felder hinaus und feierten den Tag mit Liedern und Tanz in der ergrünten Natur, pflückten wilde Blumen und Kräuter und bereitete besondere Speisen vor.  In Wahrheit ist der Noruzbrauch zum 13. des neuen Jahres ein Tag der Ehrung der Natur und der Gaben, die Gott in sie hineingelegt hat. Es ist der Tag des Einklangs mit der Natur.  Die Iraner der Antike haben die ersten 12 Tage des neuen Jahres zu Ehren der 12 Monate gefeiert und dann das Neujahrs-Frühlingsfest  am 13. in ihren Gärten oder in der freien Natur fröhlich abgeschlossen, um am 14.  dann wieder ihre alltägliche Arbeit aufzunehmen.  Während der Vorabend zum letzten Mittwoch – Tschaharschanbeh Suri –  der Begrüßung des Noruzfestes dient, so nehmen wir am 13. wieder Abschied von diesem Fest.  Das Noruzfest, welches im engeren Kreis der Familie und Verwandtschaft gefeiert wird, wird am 13. zu einem allgemeinen Fest, an dem sich alle in der Natur versammeln.

Zum 13. Farwardin gehören besondere Bräuche. Es ist üblich, die Nüsse, das Obst und die Süßigkeiten, die nach dem Empfang der Neujahrsgäste noch verblieben sind,  zum gemeinsamen Picknick mit Freunden oder Verwandten  mitzubringen. An diesem Tag gibt es ein fröhliches und nettes Beisammensein. Das Mittagessen wird entweder schon zuhause vorbereitet oder  alle notwendigen Kochgegenstände werden mit in die Natur geholt und es wird im Freien gekocht. Im Westen Irans ist es bei einigen Leuten eine feste Sitte zum Mittagessen am 13. Farwardin Kufteh zu kochen. Das sind Klöße aus Hackfleisch, Reis und Kräutern.  Ein beliebtes Gericht ist Kräuterreis mit Fisch oder mit gegrillten Fleisch.  In einigen Gegenden Irans ist es fester Brauch, am 13. wilde Kräuter zu sammeln und mit ihnen eine Speise zuzubereiten.  In einigen Gebieten der nordostiranischen Provinz Chorassan kocht man mit diesen Kräutern einen Eintopf (Aasch). Eine  der populären Eintopfgerichte zum sizdahbedar ist die Aasch Bolghur oder Aasche Reschteh, die mit Getreideflocken bzw. speziellen Nudeln zubereitet wird. Auf das Esstuch am 13. Farwardin kommen oft auch Samanu oder auch Halwa zu stehen. Beides sind kräftigende Mehlspeisen. Samanu kennen Sie schon vom Haft-Sin-Festtuch.  In Süd-Chorassan und im zentralgelegenen Yazd wird eine besondere Brotsorte mit Mehl, Fett und Sesam gebacken und im Norden Irans werden verschiedene Halwas zubereitet.  Am Nachmittag isst man gerne nach einem Tee Salatblätter mit Sekandschabin-Syrup. Dieser Syrup wird mit Zucker, ein wenig Essig oder Pomeranzensaft, Wasser und Pfefferminze zubereitet.

Eine andere Sitte besteht darin, dass man die grünen Sprossen, die das Haft-Sin-Tuch geschmückt haben, mit ins Freie nimmt und sie dem Fluss oder Bach preisgibt, bevor man nach Hause zurückkehrt.

Der 13. ist ein Tag der Freundschaft. Es wird viel gelacht und gescherzt. Diese Atmosphäre herrscht überall, wo du an diesem Tag hinkommst.  

Am dreizehnten und letzten Tag des Neujahrfestes hat der Iran bereits vieles in seiner Natur zu bieten. Wie überall zur Frühlingszeit kündigen bunte Obstblüten und frische junge Blätter auf Baumzweigen ein segensreiches Jahr an. Überall haben sich Blumenkelche erhoben und überall sehen wir Menschen, die gekommen sind, die Natur zu genießen. Wir sollten Sie, liebe Hörerfreunde, wenigsten in Gedanken mit in die iranische Frühlingsnatur am 13. Farwardin nehmen.

 

Sie wissen ja, dass der Iran verschiedene Klimazonen aufweist. Im Norden am Kaspischen Meer und im Süden am Persischen Golf ist das Land mit einem langen Küstensaum versehen. In den regenreichen Provinzen Gilan und Manzanderan und Golestan sind die Hänge des Elborsgebirges dichtbewaldet  und im Zentrum Irans liegen im Kontrast dazu steppenartige und manchmal völlig vegetationslose Wüstengebiete.  Jede Landschaft ist für sich ein Schatz der iranischen Natur. Die teils schneebedeckten Gipfel am Rande von Teheran, der Hauptstadt Irans und das angenehme frische Wetter zusammen mit der erblühten Natur sind Anziehungspunkt für Spaziergänger, Bergsteiger und Sportfreunde. Am 13. zieht es viele Familien an diese Orte am Rande des Elborsgebirges wie in Lawassanat, Uschun wa Fascham, Kann und Sulqan, Dar Band und Farahzad. Alle genießen den Ausflug in die Natur.

 

Das Gebirge ist ein beliebtes Ausflugsziel am letzten Neujahrstag. Die hohen schneebedeckten Gipfel und die tiefen Bergschluchten, Wasserfälle und Quellen und Eichenwälder bieten im westiranischen Zagrosgebirge einen schönen Anblick. Der Wasserfall „Ab-e Sefid“ (Weißes Wasser) in der westiranischen Provinz Lorestan ist nicht nur im Sommer sondern bereits im Frühling Gastgeber vieler Naturfreunde. Dieser Wasserfall liegt in 90 km Entfernung von dem Landkreis Ali Gudars mitten in einer schönen Gebirgslandschaft und zwischen Eichen- und Walnussbäumen.

Der Wasserfall „Ab-e Sefid“ mit einer Höhe von mehr als 60 m und ist einer der schönsten natürlichen Wasserfälle im Iran. Er erinnert an das weiße Kleid einer Braut. Es ist ein Genuss an diesem Wasserfall zu stehen und seinem Rauschen zuzuhören  und die Natur in seiner Umgebung zu bestaunen.  Dieser Anblick macht den Menschen erneut auf die Größe und Macht des Schöpfers aufmerksam.

Ein anderer beliebter Ausflugsort am 13. ist das schöne Golestankuh-Tal. Es liegt in der Provinz Esfahan und zwar in der Nähe der Stadt Chansar (die für ihren Honig berühmt ist). Dieses Tal wird durch seine schönen Blumenfelder zu einem einzigartigen Ort für die Gäste der Natur am 13. Farwardin – dem Tag der Natur.

 

Hier wächst im Frühling eine seltene Blumensorte in Gelb und Rot , genannt Lale Wadschgun. Es handelt sich um die Fritillaria Montana , aus der Familie der Liliengewächse. Diese wilden Blumen tragen Blütenstände mit mehreren nickenden großen Blütenkelchen.  

Auch in den nördlichen und südlichen Küstengebieten des Irans ist es im Frühling sehr schön. Die grünen Wälder im Nordiran sind zu jeder Jahreszeit Gastgeber von zahlreichen Touristen. Am 13. versammeln sich nicht nur die Einheimischen zum Tag der Natur sondern es gesellen sich  noch viele Reisende dazu, die die letzten Stunden des Neujahrsurlaub im Norden verbringen wollen.

 

Verschiedene Organisationen im Lande sind bemüht, dass der 13.Farwardin – der Tag der Natur für alle ein schöner Tag in der Natur vor der Stadt und in den Grünanlagen und Parks innerhalb der Stadt wird und sie neue Energie für den Arbeitsalltag nach dem Neujahrsfeiertagen auftanken können. Auch ihnen wünschen wir eine schöne und erfolgreiche Zeit. 

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