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Samstag, 21 März 2015 10:22

Noruz festigt die Familien und ist jeder Iranerin wichtig

Noruz festigt die Familien und ist jeder Iranerin wichtig
Das größte traditionelle Fest der Iraner ist das Neujahrsfest Noruz zu Beginn des Frühlings. Feste und Traditionen sind  überall auf der Welt eine gute Gelegenheiten, die Verbindungen zwischen den Menschen zu vertiefen.  Das gilt auch für das traditionelle Noruzfest. Es festigt besonders die Familien.

                                   

Noruz ist eines der fröhlichsten Feste in der iranischen Kultur und nicht nur Wahrzeichen für die Wiederbelebung der Natur sondern auch Wahrzeichen der Freundschaft. 

Erfreulicherweise nimmt die Familie in der iranischen Kultur einen hohen Platz ein und ist ein gutes Beispiel für den Zusammenhalt zwischen Menschen. Die Frau des Hauses spielt als Ehefrau und Mutter natürlich eine besondere Rolle bei der Herstellung von Liebe und Verbundenheit unter den Familienmitgliedern.

Dafür liefert ihr Beitrag zum Noruzfest ein gutes Beispiel.

 Die Rolle der Frau bei den Feiern zu Noruz ist nicht zu übersehen.

Sie beginnt schon bei den Vorbereitung auf das schöne Fest und bei den Vorbereitungen für die Neujahrsreisen. Die Frau organisiert den Empfang von Verwandten und Bekannten und die Gegenbesuche bei ihnen,  die Besorgung von Neujahrsgeschenken und das Schmücken der traditionellen Neujahrstafel.

                                        

In jedem iranischen Haus bereiten Frauenhände das schöne Sofreh Noruzi aus. Diese Neujahrstafel wird mit den 7 Sin geschmückt, d.h sieben Dinge, deren Anfangsbuchstabe ein „sin“ – ein persisches S –ist wie:  Sir, Sabzeh, Sendsched, Samanu, Samaq und sekeh , sib – nämlich Knoblauch, grüne Sprossen, Mehlbeeren, eine Speise aus Weizensprossen, Essig und Äpfel. Hinzu kommen bunte Hühnereier und Kerzenhalter, Blumen, Süßigkeiten, Nüsse und eine Schale mit einem Goldfisch, Obst und ein Spiegel, und natürlich der Koran.

 

Geschmackvoll ordnen die weiblichen Familienmitglieder die Haft Sin auf dem Festtuch an. Und wenn dann der Jahresübergang kurz bevorsteht, ruft die Frau des Hauses alle  herbei damit sie sich um das Festtuch versammeln. Das neue Jahr 1394  wird diesmal ( 2015) um circa viertel nach 2 Uhr am Samstagmorgen beginnen. Gemeinsam mit der Mutter beten die Kinder das Gebet zum neuen Jahresbeginn oder lesen einen Abschnitt aus dem Koran.

                                    

Ein wichtiger segensreicher Brauch zum Neujahrsfest ist die Pflege der Beziehungen zu den Verwandten und die Besuche und Gegenbesuche innerhalb der Verwandtschaft. Es ist ein Brauch, der  die iranische und islamische Kultur eng miteinander verknüpft. Die Pflege der Verwandtschaftsbeziehungen ist eine der wichtigen Gebote im Islam und unter Silahi Rahim (Farsi: Selehe-Rahem)  bekannt.

Die Neujahrsbesuch, die bei den Familienältesten beginnen, werden auch weitgehend von der Frau des Hauses organisiert.

                     

Eine Gesellschaft, in der die Menschen freundliche Verwandtschaftsbeziehungen pflegen gilt soziologisch gesehen als lebendiger und fröhlicher, was sich sowohl auf das wirtschaftliche als auch auf das kulturelle Wachstum positiv auswirkt.

Die iranische Muslimin wirkt effektiv bei dem Erhalt der Verwandtschaftsbeziehungen mit, denn sie weiß, welchen Segen diese gute Sitte für sie und ihre Familie mit sich bringt. Sie weiß, dass diese Verwandtschaftspflege ein wichtiges Bedürfnis ihrer Lieben deckt, nämlich das Bedürfnis danach, Liebe zu geben und Liebe zu erfahren.

 

Durch die hilfreichen und freundlichen Beziehungen unter Verwandten kehrt Zuversicht und Fröhlichkeit in die Familien ein:  das beste Mittel gegen viele seelische Beschwerden und damit verbundene körperliche Leiden. Durch die Freundschaft innerhalb der Verwandten  entsteht eine gesunde Atmosphäre, in der der Mensch durch gedanklichen Austausch mit anderen und Nutzung deren Erfahrungen Stress abbauen und verhüten kann.

In vielen Überlieferungen wird daher versprochen, dass sich guten Verwandtschaftsbeziehungen positiv auf die Lebenserwartung des Menschen auswirken.                               

 

Der häufige und freundschaftliche Kontakt mit den Verwandten wirkt sich auch vorteilhaft auf die soziale Intelligenz aus. Soziale Intelligenz ist  die erlernbare Fähigkeit, andere zu verstehen sowie sich ihnen gegenüber situationsangemessen und klug zu verhalten. Die soziale Intelligenz lässt sich durch größeren Kontakt mit anderen steigern.                                          

 

Im Islam wird der Dienst am Nächsten insbesondere an den Familienangehörigen und Verwandten ausdrücklich hervorgehoben.

 

Wenn davon die Rede ist jemanden zu helfen, ist nicht nur finanzielle Hilfe gemeint, sondern es ist auch damit gemeint, Familienstreit beizulegen, guten Rat zu geben und jungen heiratsfähigen Familienmitgliedern bei der Familiengründung zu helfen.

Durch den nahen Kontakt mit den Verwandten erfährt der Mensch mehr über ihre Probleme  und kann ihnen eventuell helfen. Natürlich ist die Unterstützung zur Beseitigung von finanziellen Problemen ein wichtiges Beispiel für Hilfen an Verwandte und sie ist umso wertvoller, je näher das Verwandtschaftsverhältnis ist. Die guten Beziehungen zu bedürftigen Verwandten haben den Vorrang.

            

Die Iranerinnen wissen wie positiv sich die Pflege der Verwandtschaftsbeziehungen auswirkt, zum Beispiel in Form von  Beseitigung  materieller Armut, Erhöhung der Lebenserwartung, Lösung von Problemen und vor allen Dingen in Form von  Schaffung einer Atmosphäre des Mitgefühls und der Freundschaft und gegenseitigen Hilfsbereitschaft. Eine gläubige Frau fühlt sich also verpflichtet, sich

 Noruz  für diesen guten Zweck einzusetzen.     
Die Silahi rahim wirkt sich eindeutig auf die Festigung der Familienbeziehungen aus.

                                        

Eine Iranerin spielt immer eine wichtige Rolle bei Versöhnung zwischen Verwandten. Noruz ist eine gute Gelegenheit um Streit in der Familie und Verwandtschaft beizulegen.

Beim Beginn des Neuen Jahres, wenn das spezielle Gebet zu diesem Anlass gesprochen wird, macht die Frau oft den ersten Schritt um eventuellen Ärger zu vergessen.

Beim Gebet zum Neuen Jahr bitten die Iraner um den besten  Wandel in ihren Herzen und in ihrem Leben.

Ärgernisse und Unmut zu vergessen ist auch eine Art Wandel.

Und um den besten Wandel in uns zu erreichen, müssen wir als erstes Gefühle wie Groll und Verärgerung beiseitelassen und stattdessen die Freundschaft vermehren.

Negative Gefühle lassen sich zu Neujahrsbeginn zum Beispiel gut durch ein kleines Geschenk oder durch einen Besuch beseitigen.

In den islamischen Überlieferungen steht, dass ein versöhnlicher Händedruck die Sünden des Menschen wie Blätter von ihm abfallen lässt.

Gegenseitige freundliche Behandlung und Beilegung von  Streit  fördern körperliche und seelische Gesundheit des Einzelnen und der Gesellschaft.  Dies ist schon durch ein wenig Nachsicht und Milde und einen kleinen Hausputz in der Seele zu erreichen.

                  

Eine weitere  Aufgabe, die die iranische Frau übernimmt, ist  die Besorgung von  Neujahrsgeschenken für die Familie und Verwandte. Geschenke vertreiben Groll und vertiefen die Freundschaft.

Ein zu einem besonderen Anlass überreichtes Geschenk bleibt besonders gut in der Erinnerung.

Über das Beschenken sagt Imam Ali (a): „Ich gebe  meinem muslimischen Bruder lieber ein nützliches Geschenk als eine Geldspende.“

                   

Die Geschenke zum Neujahr werden beim Jahresübergang von der Frau des Hauses verteilt und bei Besuchen 
überreichen sie den jüngeren in der Familie ein Geschenk. Außerdem erinnert sie ihren Ehemann  daran, den Kindern  und den älteren Verwandten ein Neujahrsgeld zuzustecken. Die Iranerinnen wissen, wie sehr sich die Kinder und Heranwachsenden über ein solches Eydi freuen.

Es ist nicht nur Sitte, in der Familie ein Neujahrsgeld zu geben sondern  Neujahr ist auch ein Anlass, Bedürftigen in der Gesellschaft eine Hilfe zukommen zu lassen.

Mit Frühlingsbeginn beginnt auch die Noruz-Reisesaison. Bei der Planung für eine solche Reise und Ausflüge in die Natur übernimmt wieder die Frau eine zentrale Rolle.  Die Neujahrsreise  festigt natürlich auch wieder die Beziehungen in der Familie, stimmt alle Mitglieder  fröhlich und lässt sie in der schönen frischen Frühlingsnatur neue Energie auftanken.

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