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Dienstag, 25 März 2014 06:02

Nouruzgeschenke und Eydi als Symbol der Freundschaft

Nouruzgeschenke und Eydi  als Symbol der Freundschaft
  In diesem Beitrag geht es um die Sitte sich zum Nouruz-Fest zu beschenken.Es ist wirdklich einerder schönsten Bräuche sich zu beschenken.  Geschenke stärken die Beziehungen zwischen den Menschen und vertiefen die Freundschaft .

Mit Geschenken lassen sich positive  Gefühle ausdrücken  und negative vertreiben. Es macht Freude etwas zu schenken und ein Geschenk zu erhalten. Überall auf der Welt ist es Sitte sich zu besonderen Anlässen wie Geburtstag, besonderen Feste, Hochzeit usw. Geschenke zu machen.  Im Iran wird diese Sitte auch gerne gepflegt und geschätzt.  Sie gehört zum Neujahrsfest. 

 

Das Neujahrsfest im Iran , welches am 21. März beginnt, ist ein großes nationales Fest. Die Geschenke zu Eyd nennen sich Eydi.. Das Nouruzfest wird  auch allgemein als Eyd – als Fest bezeichnet wird. Ein Eydi kann auch ein Geldgeschenk sein

Im antiken Iran gab es verschiedene Bräuche, die heute nicht mehr üblich sind. Zum Beispiel war es Sitte, dass man sich am Morgen des ersten Tages im neuen Jahr gegenseitig mit Wasser bespritzte um so symbolisch das neue Leben im neuen Jahr willkommen zu heißen.  Aber es war auch Brauch, sich  gegenseitig zu beschenken, um Friede und Freundschaft zu erhalten.  Viele alte Bräuche der Iraner haben sich natürlich mit der Zeit geändert oder blieben nicht erhalten, aber  die schönsten Sitten sind geblieben und zu diesen schönsten Bräuchen gehörte und gehört das Geschenk zum Neujahrsfest.

Diese wertvolle Sitte  ist nicht nur mit der Zeit verloren gegangen, sondern sie wurde sogar weiterentwickelt,  zum Beispiel in der Form von den heutigem landesweiten Wohltätigkeitsfest  , das anlässlich  des herannahenden Neuen Jahres für die  Bedürftigen begangen wird.

             

 

Den Brauch  zum Nouruzfest andere zu beschenken,  hat es mindestens schon in der Zeit der Achämeniden gegeben. Also mindestens ab dem 6. Jahrhundert vor Christus.  Die Vertreter der Sapratien,  der einzelnen Provinzen des Persischen Großreiches, überbrachten feierlich zum Nouruzfest dem König Geschenke.

Dareios der Zweite  ließ 416 vor Christus Goldmünzen für die Geldgeschenke zum  Nouruzfest prägen. Auf einer Seite dieser Münze war ein Soldat mit Pfeil und Bogen abgebildet.  

Die Bauern und Nomaden  verschenkten zu Nouruz von ihren Ernteerzeugnissen und das war noch bis in die nahe Vergangenheit bei ihnen Sitte.                                                                                                                                                                           


Heute ist es allgemein in den iranischen Familien üblich,  im letzten Monat des alten Jahres entsprechend dem Haushaltsbudget Geschenke füreinander zu kaufen und sie sich zum Jahreswechsel überreichen.  Es ist oft ein Geldgeschenk.  In vielen Familien ist es Sitte, dass  zu Nouruz  erst ein paar neue Geldscheine in den Koran gelegt werden, damit sie Segen bringen. Wenn dann die Familie zu Besuch kommt, werden diese Geldscheine  als Eydi verschenkt. Daher halten die Banken im Iran  am Jahresende  immer genug neue Geldscheine für ihre Kunden bereit.

 

Die Iraner beschenken auch gerne ihre Freunde und Bekannten zum Nouruz. Die Geschenke werden normalerweise bei den Besuchen und Gegenbesuchen ausgetauscht.  In der Familie ist es üblich, dass die Familienältesten  den Jüngeren mit einem Geschenk oder mit einem Eydi in Form von einem Geldschein  eine Freude bereiten.

Die Iraner sind davon überzeugt, dass diese Aufmerksamkeit seitens der Familienältesten und Freunden und Bekannten einen besonderen Segen mit sich bringt und deshalb geht der Wert eines Geschenkes zum Nouruz-fest  weit über seinen matierellen Wert hinaus. 

Besonders für die Kinder in der Familie ist es ein glücklicher Moment, wenn sie von den Erwachsenen, den Großeltern, Eltern , dem Onkel oder der Tante ein Geldgeschenk erhalten.  So werden auch die  guten Beziehungen zwischen den Erwachsenen und der heranwachsenden Jugend gestärkt.

Man schenkt den Kindern und Jugendlichen nicht nur deshalb etwas, um eine  alte Sitte zu pflegen , sondern hierbei wird auch der islamische Glaube praktiziert.In den Islamischen  Überlieferungen wird hervorgehoben, dass man Kindern eine Freude machen soll. Zum Beispiel heißt es in einem überlieferten Wort von Imam Ridha (a.s.): „Verhaltet euch gut zu euren Kindern, beschenkt sie und  tut ihnen Gutes,  denn sie denken, dass ihr sie versorgt.“

Es ist auch Sitte, einer frischen Braut zu Nouruz etwas zu schenken.   Die Familie des Bräutigams schickt der Braut zusammen mit Blumen und Süßigkeiten ein Eydi in Form eines  Schmuckstückes aus Gold, eines schönen Stoffes oder  neuer Kleidung  .

Auch Freunde und Bekannte  besorgen häufig für den Besuch der frisch verheirateten Braut  ein Geschenk und überreichen es ihr bei ihrem Besuch.  Umgekehrt wird auch der Schwiegersohn von der Familie der Braut zum Neujahrsfest mit Geschenken bedacht.

Wir sollten erwähnen, das man nicht nur den anderen in der Familie etwas zum Neujahrsfest schenkt.  Es ist auch üblich  dem Hausmeister und dem Straßenkehrer des Viertels, dem Postboten und jemandem  mit niedrigem Einkommen und Arbeitern ein Eydi – generell in Form von Geld zu überreichen, um sich bei ihnen auf diese Weise für ihre Mühen zu bedanken.

Durch ein  richtiges Geschenk statt eines Geldgeschenkes hat man dem  Beschenkten gegenüber natürlich am besten seine Gefühle zum Ausdruck gebracht., Wer für jemandem ein Geschenk besorgt hat, der hat dafür Zeit aufgewendet und demonstriert damit, dass  er Wert auf den Beschenkten legt.  Auch ein selbstgemaltes Bild oder eine Bastelarbeit kann ein schönes Geschenk und für den Empfänger von besonderem Wert sein. 

Es ist auch üblich zum Nouruz  Glückwunschskarten mit fröhlichen Neujahrsmotiven zu verschicken.

Die gute Sitte des Verschenkens von Eydi  zum Neuen Jahr hat noch weitere positive Wirkungen.



Geschenke vertreiben eventuelle negative Gefühle wie Unmut und Verärgerung aus den Herzen . Geschenke  rufen Freundschaft hervor und festigen die Beziehungen. Vom Propheten des Islams (s) wurde folgende Empfehlung überliefert: „Beschenkt euch gegenseitig, denn ein Geschenk vertreibt  die Verärgerung und vernichtet alten Groll und Unmut.“  (Tabarsi)  

Ein Geschenk hat sowohl auf den Schenkenden als auch auf den Beschenkten eine gute Wirkung. Es macht beiden Seiten Freude.  Die Freude ist besonders groß , wenn das Geschenk persönlich überreicht wird, dabei freundliche Worte ausgetauscht werden und man sich zum Neujahrsfest gratuliert. Man versucht den Geschenkaustausch mit einem Besuch  zu verbinden und persönlich zum Neujahr zu gratulieren und begnügt sich nur im Notfall mit Nouruz-Glückwünschen  über Telefon oder Internet .

 

In den Islamischen Überlieferungen  wird hervorgehoben, wie eng die Sitte des  Beschenkens mit der  Freundschaft zusammenhängt..  Durch häufige Geschenke werden Menschen zu Freunden und bleiben  Freundschaftsbeziehungen erhalten. Imam Ali (a.s.) empfiehlt, dass die Erinnerung an eine Wohltat oder ein Geschenk, durch eine erneute Aufmerksamkeit in Form weiterer Wohltaten und Geschenke aufgefrischt werden muss, um nicht zu verblassen.

Mit einem Geschenk stärken wir unser  eigenes Selbstbewusstsein und das Vertrauen der anderen und geben den anderen das Gefühl, dass wir sie achten und sie gerne haben.

Zum Abschluss hoffen wir,  liebe Hörerfreunde, dass sie in diesen schönen Frühlingstagen eine gute Zeit mit ihrer Familie, Verwandten  und Freunden verbringen können.  

Gemäß dem Nouruzbrauch überreichen wir auch ihnen ein Geschenk. Unser Geschenk an einen jeden von Ihnen ist der Wunsch, dass Gott Ihnen Gesundheit, Freude und Wohl beschert.  Wir hoffen auf ein neues iranisches Sonnenjahr voller Frieden und Freundschaft.

 



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