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Mittwoch, 16 Dezember 2015 05:55

UN-Klimakonferenz in Paris

UN-Klimakonferenz in Paris
  Am 30. November 2015  begann in Paris die internationale UN-Klimakonferenz kurz Cop 21 . Sie sollte 11 Tage dauern und es nahmen Vertreter und Staatsoberhäupter von 195 Ländern teil.  Am 12. Tag nach ihrem Beginn wurde ein neues Klimaabkommen unterzeichnet. 

10 tausend Delegierte und 4 Tausend Gäste nahmen an dieser Konferenz teil. Die Klimakonferenz  war nach Unterzeichnung der Menschenrechterklärung in Paris im Jahre 1948 die größte Konferenz, die bislang in dieser Stadt stattfand.

Diese Sitzung sollte zu einem neuen internationalen Abkommen für die Reduzierung von Kohlendioxid  führen  und zur Unterstützung der armen Länder bei der  Bekämpfung der Auswirkungen der weltweiten Erderwärmung.

Die erste internationale Reaktion auf die Klimaveränderungen war der Erdgipfel 1992 in Rio. Die Konferenz von Rio verabschiedete die Konvention der UN über die Klimaveränderungen -  UNFCCC. Diese Konvention  bildete den Handlungsrahmen für die Reduzierung der gefährlichen menschlichen Tätigkeiten die zur  Entstehung des Treibhausgaseffektes führen. Die jährliche Vertragsstaatenkonferenz, kurz COP genannt,  sollten der Überprüfung der Umsetzung dieser Konvention.

COP 1  fand 1995 in Berlin statt.

Auf den Vertragsstaatenkonferenzen konnten mittlerweile diverse Resultate erzielt werden.  Auf der COP 3 wurde das Kiyoto-Protokoll unterzeichnet und auf der

 COP 11 der Arbeitsplan von Montreal  verabschiedet.

Auf der COP 15 in Kopenhagen wurde bekannt gegeben, dass das Kiyoto-Protokoll nicht umgesetzt wurde und auf der COP 17 in südafrikanischen Durban, wurde der grüne Klimafonds gegründet.

Die Konferenz die 2014 in Lima stattfand  bereitete schließlich einen Entwurf  für ein neues Klimaabkommen vor und das Ziel der COP 21 in Paris in diesem Jahr  sollte nach 20 Jahren Verhandlungen der Vertragsstaaten  ein verbindliches Abkommen für die Verhinderung der Erderwärmung um mehr als 2 Grad  sein.

Viele sehen in einem solchen Abkommen die letzte Chance in diesem Jahrhundert. US-Generalsekretär Ban Ki Moon  sagte auf der Eröffnungsrede in Paris, die Verpflichtung, die über 180 Länder zur Reduzierung der Treibhausgase eingegangen sind, sei ein guter Anfang, aber man müssen schneller vorgehen, um die Erderwärmung auf weniger als auf 2 Grad zu reduzieren.

Er forderte dass die wohlhabenden Staaten  den Entwicklungsländern  Hilfen in Höhe von 100 Milliarden Dollar leisten müssen, damit in die Umwelt investiert und die zunehmende Erderwärmung verhindert wird. Er hob hervor, dass die Industrieländer die Pflicht haben, den weniger entwickelten Ländern zum Wachstum zu verhelfen. Es müsse in saubere und erneuerbare Energien investiert werden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon machte die Staaten der G20 für die Entstehung von mehr als drei Viertel der Treibhausgase verantwortlich. Er  warnte, die Erdtemperatur sei bereits um 1,5 Grad angestiegen, und forderte  Sofortmaßnahmen damit sich  der Temperaturanstieg  nicht weiter auf 2 Grad erhöht.

180 der  195 Länder, die an der Pariser Klimakonferenz teilnahmen, legten unabhängig voneinander  ihren offiziellen Plan zur Reduzierung des produzierten Kohlendioxyds und anderer Gase, die den Treibhauseffekt verursachen, vor.  Indirekt ist die Vorlage dieses so genannten INDC-Berichtes  Intended Nationally Determined Contribution  – eine Art Verpflichtung, die diese Länder zur Eindämmung der Erderwärmung auf weniger als 2 Grad übernommen haben.  Aber die Vorschläge die diesbezüglich in diesen Berichten gemacht wurden, reichen nach Ansicht vieler bekannter Nichtregierungsorganisationen, die für den Umweltschutz aktiv sind, nicht aus.

Neue Industrieländer,  insbesondere China und lateinamerikanische Staaten mit Brasilien an der Spitze  legten Klimaschutz-Pläne  vor, die von denen der  europäischen Länder verschieden waren. Das traf ebenso  – wenn auch in geringerem Umfang für den geplanten Klimaschutz-Beitrag Indiens zu. In Wahrheit haben die meisten dieser neuen Industrieländer dem Wirtschaftswachstum den Vorrang gegeben und die Umweltziele in diesem Zusammenhang definiert. Mit anderen Worten: Sie wünschen  einen längeren Prozess, um von den fossilen Energie auf saubere Energie umzuwechseln, damit ihr Wirtschaftswachstum nicht nachlässt.

Auch die Vorschläge der Erdölstaaten, an der Spitze von ihnen Saudi Arabien, entsprachen nicht den gesteckten Zielen , denn diese Staaten befürchten einen starken Rückgang ihres Erdöleinkommens.  

 

 

 

Daher machten  einige der alten  Industriestaaten wie die USA und Kanada  eigene verstärkte Bemühungen davon abhängig, dass die neuen Industriestaaten zu mehr Anstrengungen bereit sind. Unterdessen erwarten die Entwicklungsländer, denen die Erderwärmung die größten Schäden zufügen, finanzielle Hilfen von den reichen und entwickelten Staaten, damit sie sich technisch weiterentwickeln und ihre Wirtschaftsbedingungen  der Bekämpfung der Erderwärmung anpassen können. 

Die UN-Klimakonferenz in Paris war  also Zeuge verschiedener Standpunkte und das erschwerte die Erzielung einer internationalen Übereinstimmung erheblich.

          

Frau Masumeh Ebtekar, Vizepräsidentin Irans und Leiterin der Organisation für Umweltschutz  nahm in Vertretung von Präsident Dr.Rohani an der COP 21 in Paris teil.  Sie unterstrich, dass eine Übereinkunft getroffen werden müsse, die praktikabel ist und der sich alle Länder anschließen. Daher müssten sowohl die am meisten gefährdeten kleinen Inselstaaten und weniger entwickelten Länder als auch die wohlhabenden Staaten berücksichtigt werden. Sie fügte hinzu, man müsse die Zuversicht erzielen, dass diese Übereinkunft die im INDC von den  Entwicklungsländern angekündigte freiwillige Mitbeteiligung fördere. Das INDC – die Klimaschutzzusagen der Länder - bezeichnete Frau Ebtekar als das größte Kapital für eine Übereinkunft. Sie forderte, dass das Pariser Umweltabkommen die notwendigen Möglichkeiten für eine rasche Umstellung auf  eine Wirtschaft, in der wenig Kohlenstoff verbraucht wird, bereitstellt, und insbesondere die Wirtschaft der Entwicklungsländer vor starken Klimaänderungen schützt. Sie forderte auch Anregungen für den Privatsektor.

Die Leiterin der iranischen Umweltschutzbehörde unterstrich, dass Iran an seinen 17 Zielen für eine kontinuierliche Entwicklung festhalte und sagte, das 15 Punkte- Paket für die Umwelt-Generalstrategien, welches vom  Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei angeordnet wurde, unterstreiche  die gesetzlichen Pflichten bezüglich der Umwelt  in der Islamischen Republik Iran.

Vize-Präsidentin Ebtekar  sagte auch, nachdem sie auf die Maßnahmen Irans vor 2020 hinwies, ihr Land werde nach einer  Senkung der Treibhausgas-Emission um jährlich 100 Millionen Tonnen im Zeitraum 2021 bis 2030 streben um schließlich die Grenze von 200 Millionen Tonnen zu erreichen.

 

Nach 11 Tagen Meinungsaustausch zwischen den Staatsoberhäuptern und Experten der verschiedenen Länder  einigte man sich auf der COP 21 in Paris auf ein neues Klimaabkommen.  Diese Klimaschutz-Vereinbarung  sieht eine Begrenzung der globalen Erwärmung  auf unter 2 Grad bis zum Jahre 2050 vor. Der französische Außenminister Laurent Fabius, der den Vorsitz der COP 21 innehatte, forderte, dass die Länder um eine Begrenzung auf weniger als 1,5 Grad bemüht sein sollen.

Aufgrund dieses Abkommens  sind die Industrieländer verpflichtet, den weniger finanzstarken Ländern bis 2020  jährlich 100 Milliarden Hilfen  zur Bekämpfung der Klimaveränderungen zur Verfügung zu stellen.

                           

Das neue Klimaabkommen, welches ab 2020 verbindlich wird, wurde von einigen als  historische Errungenschaft auf diesem Gebiet bezeichnet.  Der französische Staatspräsident Francois Hollande  nannte es realistisch.  Das Abkommen beziehe die Interessen aller Parteien ein und berücksichtige die Situation der Entwicklungsländern und ihrer Bedürfnisse, sagte er.

 

 Der Exekutivdirektor von Green Peace, Kumi Naidoo aber meinte, dass dieses Abkommen die Welt nicht aus der Misere befreie und sagte: Wir befinden uns weiterhin am Boden eines tiefen Brunnes. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Brunnen nicht mehr so tief ist wie bisher und es Kletterhaken gibt, um aus ihm herauszukommen.  Nun können wir eine zunehmende Volksbewegung auf der Welt schaffen.“

                     

Der Erfolg der Klimakonferenz in Paris hängt natürlich davon ab, inwiefern die Staaten, insbesondere die Wirtschaftsmächte in Zukunft ihren Verpflichtungen nachkommen. Die Menschen auf der Welt hoffen, dass die Industriestaaten diesmal ihre Zusagen einhalten und wirksamere Schritte für die Rettung der Erde und Menschheit unternehmen werden.

 

 

 

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