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Dienstag, 01 Dezember 2015 13:02

Zum Welt-Aids-Tag 2015

Zum Welt-Aids-Tag 2015
Der 1. Dezember wurde 1988 symbolisch zum Tag der Bekämpfung gegen Aids ernannt, dieser Infektionskrankheit, der täglich Tausende Menschen auf der Welt zum Opfer fallen.

 

Inzwischen hat die Medizin wichtige Fortschritte für die Behandlung von Aids erzielt und es sind gesetzliche Bestimmungen zum Schutz der Kranken eingeführt worden. Außerdem sind die Menschen besser über diese Krankheit aufgeklärt. Dennoch gibt es noch viele, die nicht richtig darüber informiert sind wie sie sich und andere vor dieser Krankheit schützen können. Die Ernennung eines Tages zum Welt-Aids-Tag ist eine gute Gelegenheit um die Allgemeinheit auf diese schreckliche Krankheit aufmerksam zu machen, damit alle gemeinsam sowohl die HIV-Infizierten unterstützen als auch gegen Aids vorgehen.

Aids steht für „acquired immune deficiency Syndrome“  nämlich „erworbenes Immundefektsyndrom“ und wird durch den HIV-Virus verursacht. Dieser Virus zerstört das   Immunsystem des Körpers.   Es dauert 10 bis 15 Jahre bis ein HIV-Infizierter aids-krank wird.   Die Krankheit ist nicht heilbar und Aids-Medikamente können nur den Krankheitsverlauf verlangsamen. Dem HIV-Infizierten drohen 20 Arten von tödlich ausgehenden Infektionserkrankungen und Krebs.   Bislang sind circa 39 Millionen Menschen an Aids gestorben. Die meisten HIV-Infizierten leben in den Ländern mit geringem Einkommen. Die Zahl der Aids-Erkrankten ist aber in den letzten 30 Jahren auf der Welt zurückgegangen und dank neuer Behandlungsmethoden kann ihre Lebensdauer fast einer natürlichen Lebenserwartung angenähert werden.  Nicht alle Länder hatten den gleichen Erfolg bei der Kontrolle von Aids verzeichnen können. Der Erfolg war in den Nahostländern, in Nordafrika, Osteuropa  und Mittelasien geringer. In einigen Ländern hat sich das Übertragungsschema von Aids geändert.

Die Weltgesundheitsorganisation  hatte vor, im Zeitraum 2011 bis 2015  die Neu-Infizierungen mit HIV auf der Welt auf den Nullpunkt zu bringen und dies zu ihrer Devise gemacht. Aber Ende 2015 sind wir leider mit einer Zunahme der Aids-Erkrankten in einigen Teilen der Welt konfrontiert. Die Welt sieht sich großen Herausforderungen gegenüber – wie soziale Probleme, unterschiedliche Behandlungskosten,  Schwächen in den Dienstleistungssystemen und zu geringes Budget ebenso wie eine Aids-Epidemie unter Kindern und  Heranwachsenden.  Deshalb hat die WHO für die kommenden 15 Jahre zwecks Kontrolle von Aids ab 2015 in einigen Ländern, so auch in Iran, ein neues Projekt gestartet.  Laut diesem Projekt müssen sich die Verantwortlichen aller Länder gemeinsam dafür einsetzen, dass 2030 die Aids-Epidemie  zu Ende ist.  Dieses Projekt soll in zwei Phasen stattfinden. Die erste Phase umfasst eine  Zeitspanne von 5 Jahren – bis 2020 - und die zweite dauert 10 Jahre und endet 2030.

In den ersten 5 Jahren  sollen die Aidskranken identifiziert werden, damit daraufhin die notwendigen Kontroll- und Verhütungsmethoden in Angriff genommen werden.  Das Ziel dieses Projektes ist die  mindestens 90-prozentige Erreichung der Aids-Krankenbetreuung, Reduzierung  der Vermehrung des HIV-Virus und Bereitstellung neuer zuverlässiger Arzneimittel für die Kranken.

Je früher die Aids-Erkrankung festgestellt werden kann, desto besser lässt sich der Betroffene behandeln,  desto größer ist auch  seine Lebenserwartung und desto mehr nimmt die Gefahr der Ansteckung der Menschen in seiner Umgebung ab.  Der wichtigste Weg  zur Kontrolle und Bekämpfung von Aids sind  die Aufklärung der Allgemeinheit und nach Ansicht der Sachverständigen die rechtzeitige Diagnose, genaue, billige und leicht zugängliche Labortests, rechtzeitige Behandlung mit preisgünstigen oral einnehmbaren Arzneimitteln, allumfassende Unterstützung für Aidsbetroffene und deren Angehörige sowie allgemeine Aufklärung und Vorbeugung.   Da Aids eine der größten Infektionskrankheiten weltweit ist, muss die Allgemeinheit genügend Informationen über diese Krankheit erhalten. Also stellt die zunehmende  Informierung der Öffentlichkeit der wichtigste Weg zur Aids-Bekämpfung dar.

 

Die wichtigsten Übertragungswege des HIV-Krankheitserregers sind ungeschützter Geschlechtsverkehr, HIV-kontaminierte Bluttransfusionen, gemeinsame Benutzung von kontaminierten Spritzen, Virus-Übertragung aids-kranker Mütter bei der Schwangerschaft oder  Geburt oder beim Stillen.  Man kann sich unter anderem vor einer HIV-Infizierung schützen, indem man sich an die moralischen Grundsätze hält, keine Drogen verwendet, sich vor Drogeninjektionen hütet, Gegenstände wie Rasierklingen nicht gemeinsam verwendet und  keine  Tätowierungsnadeln  und Injektionsmittel benutzt.

Weltweite Untersuchungen zeigen, dass der HIV-Virus bis zu 28 Mal mehr unter Personen, die Drogen spritzen verbreitet ist. Homosexuelle erkranken 19 Mal mehr als normale Bürger an Aids und die HIV-Infizierung beträgt unter den Prostituierten das Zwölffache im Vergleich zu der Allgemeinheit.  Zur erfolgreichen weltweiten Bekämpfung von Aids muss die Allgemeinheit nicht nur in den Medien über größere Sicherheit bei Geschlechtsverkehr und Injektionen aufgeklärt werden, sondern es muss endlich durch finanzielle und medizinische Hilfen ein Schlussstrich unter die Benachteiligungen bei der Behandlung  für die HIV-Infizierten gemacht werden.  Gemäß der neuen Statistik  der WHO  ist die Zahl der HIV-Infizierten, die  Anti-Virus-Medikamente erhalten müssen, von 28 Millionen auf 37 Millionen gestiegen.  Aber nur 15 Millionen erhalten Medikamente. Es geht nun darum, dass alle Erkrankten Zugang zu diesen Arzneimitteln finden. Gemäß dem neuen WHO-Programm muss die  medizinische Behandlung sofort am ersten Tag nach Feststellung der Infizierung mit HIV beginnen.  Wenn diese neuen Maßnahmen ergriffen und alle Aids-Kranken Zugang zu den nötigen Medikamenten haben, können, bis zum Jahre 2030, 21 Millionen Todesfälle infolge von Aids vermieden werden. Außerdem ließen sich  bis dahin  28 Millionen neue Infizierungen mit HIV verhindern.

Aids ist in Wahrheit nicht nur ein medizinisches Problem sondern hat auch soziale, wirtschaftliche  und kulturelle Aspekte. Die Infizierung mit HIV hängt auch mit dem Verhalten des Menschen zusammen und geht auf mehrere  schädliche Faktoren in der Gesellschaft  zurück.  Deshalb muss dieses Phänomen vorrangig aus einer soziologischen und psychologischen Sicht betrachtet werden.  Der Aids-Welttag ist eine gute Gelegenheit, über HIV zu erfahren und  dieses Wissen umzusetzen.

Wenn jemand die Übertragung des HIV-Virus und die Verhütung einer Infizierung  und die aktuelle Situation von Aids-kranken kennt, kann er diese Kenntnisse einsetzen; sowohl zum eigenen Schutz als auch zum Schutz der anderen und er kann hinsichtlich  HIV-Infizierter umdenken und sie gerecht und verständnisvoll behandeln. Wir sollten durch Unterstützung der Aids-Opfer gegen ihre soziale Schmähung angehen und nicht zulassen, dass die Angst vor  Gesichtsverlust dazu führt, dass diese Krankheit verschwiegen  und dadurch verhindert wird, dass sich jemand hinsichtlich einer  HIV-Infizierung  untersuchen bzw. behandeln lässt.

Die erfolgreiche Bekämpfung von Aids erfordert einen internationalen Willen. Wir dürfen die weltweite Bedrohung durch Aids nicht auf die leichte Schulter nehmen und bei ihrer Bekämpfung nicht resignieren. Je mehr wir diesen Kampf verzögern, desto größer wird der Schaden sein. 

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