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Dienstag, 07 Oktober 2014 03:47

Dieses Stück Land wird Gaza genannt (6)

Dieses Stück Land wird Gaza genannt (6)
Wir werfen einen zusammenfassenden Blick auf die Wirtschaftslage in Gaza und auf die Bestrebungen des zionistischen Regimes, die Wirtschaft in Gaza zum Zusammenbruch zu bringen.

Allen ist klar, dass das Leben und die Erwerbsmöglichkeiten der Bevölkerung von Gaza schwer durch die Gaza-Blockade beeinträchtigt wurden und diese der Landwirtschaft und Viehzucht, dem Obstanbau und der Fischerei von Gaza ernsthaft geschadet hat.  Auch die Industrie im Gazastreifen ist Opfer der Kollektivstrafe Israels.                    

Der Mangel an Investitionskapital und vor allen Dingen die fehlende Investitionssicherheit in Gaza verhindern die industrielle Weiterentwicklung dieses Palästinensergebietes. Nachdem 2007 die Hamas in Gaza zur Regierung gewählt wurde und Tel Aviv die Blockade verhängte, haben 2500 Industrieeinheiten schließen müssen oder können nur mit einer minimalen Kapazität arbeiten.

Die Lieferung von benötigten Rohstoffen wird in der Mehrheit  von den Israelis an den Übergängen zum Gazastreifen gestoppt.  Bei Maschinenersatzteilen passiert dasselbe. Umgekehrt können die Industrieerzeugnisse aus Gaza in der Mehrheit nicht die Hürden überwinden, welche die Zionisten aufgestell haben und finden daher keinen Zugang zu den regionalen oder internationalen Märkten.

Die laufenden Angriffe Israels behindern ohnehin den Ausbau und sogar den Fortbestand des Industrielebens im Gazastreifen. Diese Angriffe erschweren es nicht nur jemanden für Investionen in die Wirtschaft in Gaza zu gewinnen, sondern vernichten auch das bereits investierte Kapital.

Laut Ali Al Hayek , dem Leiter der palästinensischen Industrieföderation PFI sind bei den Angriffen des zionistischen Regimes im Sommer des laufenden Jahres (2014) im Gazastreifen 450 Industrieeinheiten völlig zerstört und 500 Einheiten ernsthaft beschädigt worden. 

Die größte private Industrieeinheit in Gaza  ist Alawda. Dieses Werk stellt Kuchen und Biskuits her. Aber es fiel den Angriffen in diesem Jahr zum Opfer und 400 Arbeiter verloren ihren Arbeitsplatz.  Das gesamte Industriegebiet in Bait Hanun wurde bei der diesjährigen Gaza-Offensive zerstört. 

Der Leiter der Föderation der Nahrungsmittelindustrie in Gaza  gab bekannt, dass durch Zerstörung der Industrieeinheiten bei der letzten Gaza-Offensive des zionistischen Regimes 5000 feste Arbeitsplätze  in diesem Wirtschaftsbereich verlorengingen.

Ein weiterer Zweig der Palästinenserindustrie ist das Kunsthandwerk. Es ist auf internationalen Märkten beliebt. Drechslerarbeiten und  Gravurarbeiten auf Stein, verzierte Stoffe und Töpfereigegenstände aus dem Westjordanland  haben diesem Palästinensergebiet zu Deviseneinnahmen verholfen. Für einige Dörfer dieses Gebietes  bildet der Export von Kunsthandwerk eine wichtige Einkommensquelle.  Aber im Gazastreifen sieht die Situation anders aus.

Wegen der Gazablockade kommt kaum ein Tourist in dieses Gebiet, der  eventuell von dort Kunsthandwerk als Andenken kaufen würde und kein Kunsthandwerk aus Gaza kann die Barrieren, die die Israelis aufgestellt haben überwinden um ausgeführt zu werden.

Die Fremdverkehrsindustrie im  Westjordanland  ergeht es bedeutend besser als der in Gaza. Seit 2007 lässt Israel keine Touristen in den Gazastreifen rein, während gemäß Angaben des US-Innenministeriums im gleichen Zeitraum 3 Millionen Ausländer Israel und das Westjordanland besucht haben. 

Aber ausländische Touristen können auch nur über Israel  ins Westjordanland gelangen. Also hängt die Fremdverkehrsindustrie im Westjordanland eng von  der des zionistischen Regimes ab.

Aber in Gaza hat das zionistische Regime den Flughafen zerstört und verhindert auch den Ausbau des einzigen Seehafens  in dieser Region, so dass kaum noch ein Fremdenverkehr möglich ist.

 

Den größten Wirtschaftssektor des Gazastreifens bilden die Dienstleistungen. Sie machten 2011 mehr als 81 Prozent des Bruttoinlandsproduktes dieses Palästinensergebietes aus .Durch den schweren Rückgang in der Industrie und Landwirtschaft konnten diese in keiner Weise mit dem Dienstleistungssektor konkurrieren. Ein aktiver Dienstleistungsbereich ist der Kommunikationsbereich.

Im Westjordanland und im Gazastreifen gibt es insgesamt 406 tausend feste Telefonanschlüsse und 3 Millionen Mobilverbindungen. Eine Millionen 370 Tausend sind Internet-Anwender.    

Die Menschen in Gaza haben einen Weg gefunden, um die Einschränkungen die ihnen Tel Aviv auferlegt haben und die ihr Leben erschweren, zu umgehen. Sie haben tausende  unterirdische Tunnelgänge angelegt. Dank dieser Verbindung zur Außenwelt können sich die Einwohner trotz der Blockade  über Wasser halten. Täglich gelangen Tausende Tonnen Waren durch diese Tunnelgänge ins Gazagebiet. Die Einwohner bringen manchmal ihre Kranken über diese Tunnel in den ägyptischen Teil von Rafah, oder unternehmen über diese Tunnel sogar Ausflüge  in dieses Gebiet.

Das Anlegen von Tunneln und der Waren- und Personenverkehr durch diese unterirdischen Gänge ist zu einer wichtigen einträglichen Tätigkeit in Gaza geworden. Tausende Arbeiter bestreiten  von den Grabungsarbeiten ihr Familieneinkommen. Der Tunnelbau ist außerdem  zu einer Investionsmöglichkeit geworden. Bedenkt man das Investionskapital und die Beschäftigten beim Tunnelbau sowie den Umfang des Warenaustauschs und der Dienstleistungen , lässt sich sagen, dass sich ein Drittel des Wirtschaftslebens von Gaza unterhalb der Erde in diesen Tunnel abspielt.

Die Tunnel sind aufgrund der israelischen Gaza-Blockade zustande gekommen. Einerseits ermöglichen sie der Bevölkerung im Gazastreifen sich die notwendigen Dinge zu besorgen und auf der anderen Seite konnten diejenigen, die diese Tunnel anlegten oder die sie verwalten, rasch an ein ansehnliches Vermögen gelangen.

 

Bei Handelsgeschäften in Gaza und im Westjordanland  wird mit dem israelischen Schekel verrechnet.  Es ist geplant, dass das palästinensische Pfund mit der Zeit in den beiden Palästinensergebieten  anstelle des Schekels tritt. Bis dahin werden wohl neben der israelischen Währung auch die Bezahlung mit dem  jordanischen Dinar oder US-Dollar weitergelten. 

Die Bankpolitik des zionistischen Regimes übt Einfluss auf die Wirtschaft der Palästinenser aus.   Gemäß den Verträgen zwischen dem zionistischen Regime und der palästinensischen Autonomiebehörde  wird der Zinssatz der Banken in Gaza und Westjordanland monatlich von der israelischen Zentralbank festgelegt. 

 

Auch muss berücksichtigt werden,  dass das Handelsaustauschvolumen zwischen Gaza und Israel eindeutig zugunsten Israels ist. Zum Beispiel betrug es 2011 4 Milliarden 300 Millionen Dollar, aber nur  816 Millionen Dollar  davon entfielen auf Waren aus Gaza, die auf die  israelischen Märkte gelangten.  

Das Bruttoinlandsprodukt in den Palästinensergebieten   belief sich 2012 auf 10 Milliarden Dollar. Aber der Pro-Kopf-Anteil im Westjordanland betrug 1924 Dollar  und im Gazastreifen nur 876 Dollar.  Ein Jahr vorher, d.h. 2011, hatten internationale Gremien  die Zahl der Menschen, die in Palästina unter der Armutsgrenze leben mit 26  Prozent angegeben, wobei natürlich die Zahl der Armen in Gaza größer war als im Westjordanland.

 

 Die internationalen Hilfen sind die wichtigste Quelle für das Budget der palästinensischen Regierung, ohne diese könnten die Palästinenser nicht weiterexistieren.  Gerade das nutzen die Stellen, die das Budgetdefizit Palästinas abdecken, als Druckhebel auf die palästinensische Bevölkerung aus.  Zum Beispiel haben 2010 viele arabische Staaten ihre Hilfen an die Regierung von Palästinas  eingestellt , so dass diese Regierung in diesem Jahr nur 600 Millionen Dollar als Hilfen erhielt.

2011 hat John Kerry, der US-Außenminister  die Budget-Hilfen an die Palästinenser davon abhängig gemacht,  dass sie den  US- Friedensentwurf akzeptieren, der Israel begünstigt.

Infolge der mehrseitigen Sanktionen der westlichen Regierungen gegen die Regierung von Palästina nahmen die internationalen Hilfen an die Palästinenser mehr denn je zuvor ab. Eine dieser Sanktionsmaßnahmen besteht darin, dass die Banken keine  Spendensammlungen an die Palästinenser überweisen können.  Außerdem haben einige Institute in Besorgnis darüber, dass  ihnen Unterstützung von Terrorismus vorgeworfen wird,  weitere Hilfen an Gaza   eingestellt, wie zum Beispiel die Islamic Relief , eines der größten muslimischen Wohltätigkeitsinstitute in England. 

Die Abnahme der Hilfe von außen, musste zwangsläufig durch höhere Steuern  in Gaza und im Westjordanland kompensiert werden.  Ein Teil der Besteuerung durch die palästinensische Regierung in beiden Gebieten gilt für Waren, welche ein- oder ausgeführt werden. Diese Steuern treibt  gemäß den Gesetzen Israel  ein. Tel Aviv verzögert hin und wieder unter irgendeinem  Vorwand die Ablieferung dieser Steuer oder suspendiert sie.  Für die Hamas ist es schwieriger, Steuern einzuziehen.

Die Tunnel von Gaza sind eine wichtige Steuerressource für die Hamas. Da aber Ägypten viele von ihnen zerstört hat, gingen  die Steuereinnahmen der Hamas  stark zurück.  

Angesichts der Zustände, die wir schilderten,  lässt sich also sagen, dass Geduld, Standhaftigkeit und Zukunftshoffnung, das einzige ist,  was den Menschen in Gaza noch übrig bleibt.

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