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Donnerstag, 25 September 2014 04:08

Modewahn und die privaten Finanzen

Symbolbild Symbolbild
Die finanzielle Verwaltung der Privathaushalte ist  in jeder Gesellschaft ein wichtiger Punkt. 

Durch sie muss ein Gleichgewicht zwischen dem begrenzten Verdienst und den Ausgaben hergestellt werden.  Die finanzielle Lage eines Privathaushaltes hängt von verschiedenen Dingen ab, wie Einkommen, geografische Lage des Wohnortes, Kultur und gesellschaftliche Position. Ein zielloses  bedingungsloses und zwanghaftes Befolgen der Mode hat natürlich negative Folgen für die Privatfinanzen.   

Es lässt sicht sagen: Wenn in einem Privathaushalt die Finanzen nicht richtig verwaltet werden, kann es zu familiären Auseinandersetzungen kommen.  Eine schlechte finanzielle Lage kann  zur Familienzerrüttung führen. Sie hat oftmals weniger  mit dem Einkommen zu tun, als  mit dem falschen Wirtschaften im Haushalt. Denn einige Familien haben ein gutes Einkommen, aber sie neigen zur Konsumsucht und deswegen snd sie immer mit dem was sie haben, unzufrieden, machen unnötige Ausgaben  und schlittern  dadurch schnell  in finanzielle Engpässe hinein.

In Familien, in denen Konsumsucht herrscht,  muss der Vater Überstunden machen, um die unangemessenen  Wünsche der Familienglieder erfüllen zu können. Das ist eine unnötige Belastung. Leider färbt die Konsumliebe  sogar von einer Generation auf die nächste ab.

 

Eine Form der Konsum- und Luxussucht ist der Modewahn. Modewahn schadet nicht nur den Einzelhaushalten sondern in einigen Gesellschaften auch der Gesamtwirtschaft. Durch die fixe Idee, immer neuen Modetrends gehorchen zu müssen, wächst dort nämlich die  Nachfrage nach Importartikeln aus dem Westen und dadurch wird ein Land  verstärkt von Importen abhängig, was der Inlandsproduktion schadet.  Auf diese Weise behindert Modewahn die Verwirklichung ein gesunden Konsummodell und das Streben nach wahrer bodenständiger Wirtschaftsentwicklung.  

 

 Die Mode ist aber auch zu einem kulturellen Problem für viele Gesellschaften  geworden.  Die verschiedenen Modeerscheinungen in konsumausgerichteten nicht-westlichen Ländern stammen  in der Mehrzahl aus den westlichen Industriestaaten. Besonders die junge Generation ist sehr empfänglich für neue Modetrends.  Dies kann soweit gehen, dass  die Mode nicht Kleiderfarbe und Frisur diktiert, sondern sogar  die Alltagssprache und den Lebensstil beeinflusst. Wenn die Befolgung der Mode aus der Kontrolle gerät, verwandelt sie sich zu einem großen  Feind der einheimischen Kultur .

 

Mode  demonstriert ebenso  soziale Unterschiede. Sie macht  die Kluft zwischen den Gesellschafsschichten spürbarer. Denn Wohlhabende versuchen durch Befolgung der Mode den anderen ihre finanziell gute Lage vor Augen zu führen,  beschaffen sich die teure Bekleidigung nach dem neuesten Modetrend und wechseln öfters die Wohnungseinrichtung oder  Automarke , die Frisur oder den Lebenstil.

 Wenn die wohlhabende Schicht mit ihrem Luxusleben ständig den üblichen Standard verlässt und durch eine neue Mode die anderen auf sich aufmerksam macht, regt sie damit die breite Masse zur Nachahmung an.   Diese versucht daraufhin  durch ihr Äußeres der wohlhabenden Schicht näherzukommen. Sie eifert nach der neuen Mode und  schließlich ist diese dann bald allgemein verbreitet, was bedeutet dass sie bald nicht mehr „in“ sein wird. Denn  die wohlhabende Schicht wird sich wieder durch das  Extravagante von der Masse  abzuheben versuchen.  Sie kann sich ja die Befolgung neuer Mode leisten. Während die breite Masse noch damit beschäftigt ist, sich die vorherige Mode anzuschaffen, wird eine neue Mode attraktiv. Das Rad dreht sich von neuem:  Die Durchschnittsbürger richten sich wieder nach dem neuen  Geschmack der Reichen. In  vielen nicht-westlichen Ländern   ahmen die Reichen aber in Wahrheit den Geschmack des Westens nach, weil das eben schick sein soll.

Einige Soziologen sagen, dass heutzutage viele Waren nicht mehr zur Deckung eines notwendigen Bedürfnisses dienen, sondern ein  kulturelles und gesellschaftliches Markenzeichen für die verschiedenen Gesellschaftsschichten bilden. Die Art der Wohnung, der Möbel und der Dekoration, und die Musik, sowie die Kleidung, und  die Verkehrsmittel,  kurz sämtlich Konsummittel  können als Mittel  zur Differenzierung von gesellschaftlichen Gruppen  dienen.

 

Andere Soziologen denken, dass die westlichen Kapitalinhaber durch Aufteilung der Konsumenten nach verschiedenen Schichten, für jede Schicht bestimmte Waren produzieren  und  durch Hervorrufung von Pseudo-Bedürfnissen beim Konsumenten diesen zum Spielball ihrer  kapitalistischen Bestrebungen um größeren Profit zu  machen. Sie produzieren unter dem Vorwand einer neuen Mode bestimmte Waren und rufen ein Pseudo-Bedürfnis für die neuen Erzeugnisse hervor. Für dieses  Pseudobedürfnis zeugt der zunehmende Konsum von Luxus-  und Dekorationsgegenständen, die überflüssig sind.   Die Werbung spielt eine große Rolle bei der Hervorrufung dieser Pseudobedürfnisse. Durch raffinierte Werbung wird dem Bürger eingeflößt, dass er unbedingt die neuen Modeartikel anschaffen muss.

 

Somit führt die Befolgung der Mode zu einem weitgehenden Konsum von unnötigen Dingen. Es sind Erzeugnisse, die nur verwendet werden, um sich von den anderen sozialen Gruppen abzuheben und der reichen Gesellschaftschicht ähnlich zu werden.  Modewahn zeigt sich in dem Konsum von Lusxusartikeln,  ständigem Wechseln der Kleidung, übermäßiger Verbrauch von Kosmetik, zunehmenden Zahl der Schönheitsoperationen und kostspielige Reisen.  

 

Jemand der die Mode befolgt, glaubt immer auf dem letzten Stand sein zu müssen.  Eine neue Mode wird immer schnell alt und rasch wird die nächste geboren. Wer also denkt, dass er sich unbedingt nach der Mode richten muss, muss ständig tiefer in die Tasche greifen, um mithalten zu können.   Das wird immer problematischer,  wenn der Modesüchtige nicht das Geld hat, um bei der neuen Mode mitzumachen  und eventuell sogar Geld ausleihen muss, um seinen Modeswahn zu befriedigen.

 

Der Druck, der manchmal auf den durchschnittlich verdienenden Familienfürsorger  entsteht, wenn er versucht, die Konsumwünsche  der Familienmitglieder zu stillen, zieht seelische Belastung für ihn nach sich, begünstigt  aber  auch  Fehlentwicklungen in der Gesellschaft. Denn Konsumwahn hat nicht nur  auf die Finanzlage der Familie eine negative Wirkung, sondern lässt auch  echte kulturelle Werte in der Gesellschaft verkümmern.

Es ist aber die kleine gesellschaftliche Einheit der Familie,  in der  entschieden wird, wieviel  wir konsumieren, wer Geld verdienen soll und wieviel, in welchem Stadtviertel oder welcher Stadt wir leben wollen usw. Wie die Antworten auf diese Fragen ausfallen, hängt von der kulturellen  Einstellung ab, die über diese Familie bestimmt.

                   

Die  Religion Gottes rät zu einer  gesunden, ausgeglichenen Wirtschaft und will dass  der Mensch in keiner Sache übertreibt, auch nicht beim Konsum. Die Verwaltung  der Familie ist gemäß Islam Sache des Mannes, insbesondere in finanziellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten. Und diese Aufgabe des Vaters kann er nur mit dem Verständnis und der Zusammenarbeit der anderen Mitglieder richtig erfüllen.  Wenn die anderen Familienmitglieder nach Luxus streben, werden dem Haushalt sinnlos große Ausgaben aufgebürdet und werden die zur Verfügung stehenden Finanzmittel für falsche Zwecke verbraucht. Die Familie kann keine Rücklagen für knappere Zeiten und besondere Ausgaben machen und vom Vater wird erwartet, dass er durch Mehrarbeit das Familieneinkommen steigert. Eine solche Familie verschleudert in Wahrheit das Geld, was der Familienvater mit Mühe erworben hat.

 

Der Islam erwartet im  Rahmen eines angemessenen Konsums und um die Muslime vor Luxus zu schützen, von seinen Anhängern, dass sie nicht bei der Nutzung von göttlichen Gaben übertreiben und verschwenderisch sind.  Sie sollen sich nicht von   dem Reichtum der Aristrokaten und Raffgierigen blenden lassen damit sie nicht selber der Liebe zum Luxus verfallen.

 

Für die Befreiung der Gesellschaft  von dem Übel des Modewahns   und des Maßhaltens im Konsum muss man vor allen Dingen den Ursachen dieses Phänomens nachgehen. Einer der wichtigsten Gründe für Modewahn ist ein Mangel an Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Daher lässt sich durch Stärkung dieses Gefühls dem Modewahn  vorbeugen. Durch Behandlung des Modewahns an den Wurzeln können die negativen Wirkungen  dieses Phänomens auf das Finanzbudget einer Familie und in größerem Format auf die Wirtschaft eines Landes verhütet werden.

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