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Sonntag, 21 September 2014 21:17

Dieses Stück Land wird Gaza genannt (5)

Dieses Stück Land wird Gaza genannt (5)
   Wir möchten nun ein wenig mit dem Alltagsleben in diesem Palästinensergebiet vertraut machen. Für die Bevölkerung in Gaza bedeutet der Alltag ein ständiger Überlebungskampf.

  Bei unserem Einblick in dieses schwierige Leben sind wir bei der Wirtschaft von Gaza angelangt. Zunächst Teil betrachten wir die Landwirtschaft im Gazastreifen.

                           

Die Landwirtschaft im Gazastreifen wird wie die anderen Lebensbereiche in diesem Gebiet von der Politik  der Israelis überschattet. Das zionistische Regime hat im Osloer Vertrag die besten und fruchtbarsten Gebiete des Gazastreifens für sich bestimmt.  Gemäß dem Osloer Vertrag wird die Wasserzufuhr, welche der zweitwichtigste Faktor für die Landwirtschaft ist von dem Besatzerregime verwaltet.  Die Bevölkerung von Gaza haben nur wenig von dem Fluss, der in den von den Zionisten  besetzten Gebieten kommt.  Hin und wieder reduziert Tel Aviv  die Wasserzuflussmenge für den Gazastreifen. Außerdem hat das aggressive Regime die Klärungsanlagen in Gaza angegriffen und zudem verhindert, dass notwendige Ersatzteile und Material für die Wiederherstellung der Anlagen in den Gazastreifen gelangen. Deshalb sind die Wasserressourcen in Gaza vom Grundwasser bis zum Flusswasser sehr mit Abwässern verschmutzt.  Dies hat auch zu quantitaven und qualitativen Einbußen in der landwirtschaftlichen Produktion geführt.  Durch den Rückgang der Landwirtschaft von Gaza sehen sich 44 Tausend in diesem Bereich tätige Palästinenser und 11 Prozent der Arbeitskräfte in diesem Gebiet, noch mehr Schwierigkeiten bei der Bestreitung ihres Lebensunterhaltes gegenüber.

Auch der Obstanbau blieb nicht von den Angriffen der  Zionisten verschont. Eine der Racheaktionen des illegalen israelischen Staates an den Palästinensern besteht darin, ihre Bäume zu vernichten.  Laut Bericht von Oxfam Israel  sind bis 2013 in den Palästinensergebieten Westjordanland und Gazastreifen 800 Tausend!! Olivenbäume entwurzelt worden. Die zahlreichen Hektar von Olivenplantagen, die das Besatzerregime in Gaza vernichtet hat, führten zu einem 60-prozentigen Rückgang der Olivengewinnung im Gazastreifen.

Die Landwirtschaft von Gaza erleidet natürlich auch immer bei den Gazaoffensiven Schäden. Bei den jüngsten Angriffen des zionistischen Regimes auf dieses Palästinensergebiet  wurden 3 Tausend Hektar Anbauflächen für Gemüse und 736 Hektar der Obstgärten sowie 13 Tausend 200 Treibhäuser vernichtet oder schwer beschädigt. Nach Einschätzung des Landwirtschaftsministeriums Palästinas beträgt die  Höhe der landwirtschaftlichen Schäden aufgrund dieser Angriffe 450 Millionen Dollar. Außerdem hat der Mauerbau des zionistischen Regimes samt den angelegten so genannten Sicherheitszonen der Landwirtschaft von Gaza geschadet.

  Die FAO  (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen)   hat bekannt gegeben, dass die Israelis bei einem Projekt namens cast lead , welches dieses Regime  2009 unter dem Deckmantel der Herstellung von Sicherheitszonen in Gang setzte, den Bauern von Gaza 46 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen weggenommen haben. Die gleiche Organisation berichtete davon, dass der Schaden für die Landwirschaft im Gazastreifen in den betreffenden Gebieten zur Folge hatte, dass 73 Prozent deren Einwohner unter die Armutsgrenze gerieten.

 

Die Israelis bürden der Landwirtschaft im Gaza-Streifen noch weitere Probleme auf. Einige Teile der Agrarerzeugnisse von Gaza dienen dem Export, mit anderen Worten: Sie bringen nützliche Devisen ein. Aber Israel hat zu verschiedenen Zeiten die Übergänge gesperrt und verhindert, dass diese Produkte ausgeführt werden können.

Ende der 90iger Jahre wurden 80 Millionen Blumenzweige aus Gaza nach Europa ausgeführt. Aber seit die Hamas 2006 von den Palästinenesern gewählt wurde, hat Israel den Blumenanbau und –verkauf erschwert. 2007 konnten die Blumenzüchter im Gazastreifen nur noch 5,5 Millionen Blumenzweige ausführen. Im Jahre 2004 waren es noch 44 Millionen gewesen.  Schließlich hat Tel Aviv die Blumenausfuhr aus Gaza im Jahre 2009 fast auf den Nullpunkt  gebracht. In diesem Jahr mussten 7000 Menschen, die in der Blumenzucht von Gaza tätig waren wegen Abbruch der Ausfuhr nicht wieder gut zu machende Schäden hinnehmen. Es können kaum noch Blumen aus Gaza ausgeführt werden und viele Blumen dienen als Viehfutter.

Die Viehzüchter und Viehhalter im Gazastreifen sehen sich ähnlichen  Schwierigkeiten wie die Landwirte gegenüber. Es gibt in Gaza nicht genug Futter und Wasser für ihre Tiere. Wegen der  Blockade können die Züchter von Geflügel und Vieh  nicht die tierärztlichen Normen einhalten, und zum  Beispiel nicht die benötigten Impfstoffe rechtzeitig und im ausreichenden Umfange besorgen. Es gibt auch nicht genug Kühlhäuser für Schlachtfleisch und wegen dem häufigen Abbruch der Stromversorgung sind sie nicht zuverlässig.

 

Doch die Geschichte der Fischerei in Gaza ist noch trauriger. Der Gazastrafen hat eine 40 km Meeresküste.  Durch den Zugang zum Mittelmeer könnte Fisch der Bevölkerung von Gaza  die beste proteinreiche Nahrung liefern und könnte die Fischverarbeitungsindustrie  einen wichtigen Bestandteil der Wirtschaft dieses Gebietes bilden. Ende der 90iger Jahre  hatte die 10 Millionen-Dollar Fischereiindustrie machte einen Anteil von 4 Prozent an der Wirtschaft von Gaza aus, und Fische waren ein Exportgut. Aber Israel hat durch die verschiedenen Einschränkungen diese Industrie lahmgelegt.

 

Gemäß den internationalen Bestimmungen  dürfen Fischer bis zu einer Entfernung von 200 Meilen entlang der Küste ihres Landes auf Fischfang gehen. Aber gemäß dem Osloer Vertrag wurde dieser Abstand für die Fischer aus Gaza auf 20 Meilen reduziert.  Aber auch in dieser Zone behindern die Boote der israelischen Armee den Fischfang.  Zur Zeit dürfen die Fischer aus Gaza nur bis zu 3 Meilen, d.h. weniger als 4 km entfernt von ihren Küsten Fische fangen,  denn ansonsten müssen sie damit rechnen von den zionistischen Armeekräften beschossen zu werden.  Tel Aviv hat also 60 Prozent des Fischfangsraumes  welcher für die Palästinenser in Gaza bestimmt worden ist, gesperrt.  Diese Einschränkungen haben natürlich zu einem starken Rückgang des Fischfangs in Gaza geführt. Gemäß  Statistik des UN- Amtes für die Koordinierunghumanitärer Angelegenheiten betrug der Fischfang 1999 noch 3651 Tonnen, im Jahre 2006 war er um mehr als die Hälfte auf 1604 t zurückgegangen. Laut der UNO betrug  2012 das Fischfangvolumen des Gazastreifens ein Zehntel von der Fischfangmenge, die 10 Jahre zuvor erreicht wurde.  

Die Zionisten bestimmen außerdem darüber, wie oft die Fischer von Gaza mit ihren Booten auf See gehen dürfen.  Mit Hinblick auf den Bedarf der Bevölkerung in Gaza müsste jedes Boot mindestes 80 Mal im Monat auf Fischfang gehen, aber Israel erlaubt dies nur 10 Mal im Monat.  Die Gaza-Blockade hat auch die Lieferung von Betriebsstoff für die Boote und Ersatzteile und Fischerausrüstung erschwert.  Dadurch sind auch die Preise für Fisch auf den Märkten in Gaza enorm angestiegen.

Das Besatzerregime verursacht damit also,  dass ein großer Teil der  Bevölkerung auf eine wichtige proteinreiche Nahrung verzichten muss.  Durch den Rückgang in der Fischerei sind die Fischerfamlien verarmt. Laut dem Internatonalen Roten Kreuz  müssen 90 Prozent von ihnen mit monatlich 100 bis 150 Dollar auskommen und sind daher arm. Aber einige verdienen noch weniger als 100 Dollar und gelten als extrem arm. Die UNO hat 95 Prozent dieser Haushalte  auf die Liste der Personen, die kontinuierliche Nahrungshilfen benötigen,  gestellt.  Diese Hilfen  erreichen die bedürftigen Familien wegen der Blockade jedoch nur ab und zu einmal.

Durch die schlechte Lage in der Landwirtschaft, bei der Viehzucht und Fischerei, hat natürlich die Armut in Gaza zugenommen.  2011 meldete die FAO, dass 44 Prozent der Bevölkerung in diesem Palästinensergebiet auf Nahrungshilfen angewiesen ist. Zwei Jahre später teilte  Oxfam mit, dass 57 Prozent der Haushalte keine Nahrungssicherheit haben und 80 Prozent der Familien im Gazastreifen nur mit internationaler Unterstützung leben können.  

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