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Montag, 23 Juni 2014 02:12

Fussball, Kultur und Gesellschaft (2)

Fussball, Kultur und Gesellschaft (2)
Wir möchten in diesem Teil vor allen Dinge  einen Blick auf die Art  der Beziehung zwischen Fussball und den Medien werfen.

Keiner kennt genau die Zahl der Fussballfans auf der Welt. Aber eines ist klar: Fußball ist der beliebteste Sport.  Die Brasilianer sagen, ihre kleinsten Dörfer haben einen Fußballplatz und eine Kirche und sollten sie kein Kirche haben, einen Fussballplatz haben sie bestimmt.

Es gibt kein öffentliches Ereignis welches  so sehr begrüßt wird wie ein Fußballspiel. Wenn ein solcher Wettkampf dann auch noch für mehrere Milliarden Menschen von Bedeutung ist, kann es sich eigentlich nicht mehr um ein harmloses Spiel handeln.  Nicht ohne Grund werfen sogar die Mafia und Diktatoren  ein Auge auf diesen Sport.

In diesen Tagen,in denen die FIFA-Weltmeisterschaften in Brasilien im Gange sind,  ist überall in den Medien vom Fußball die Rede – Im Fernsehen und Radio, in den Zeitungen und in Internetportalen und in Sozialnetzerken.  Automatisch fragt man sich nach den Gründen  für diese rege Interesse am Spielen und Zuschauen, und auch für  die Verbreitung von Fußball weltweit.  Nachdem Fußballspiele in den 60iger Jahre zum ersten Mal von den Medien  ausgestrahlt wurden, gelangte der dieser Sport auch auf die Szene der Politik und Wirtschaft.  Die Medien machten den Fußball allen zugänglich , vermarkteten ihn  und verliehen ihm sogar politisch gesehen eine Bedeutung.

Medien bilden nicht nur Tendenzen in der Gesellschaft heran, sondern stellen auch eine Art Werteordnung auf. Der Fußball ist durch drei wichtige Faktoren zu einer großen Handelsware geworden, nämlich durch die  kapitalistische Wirtschaftsstruktur, die Fußballclubs und die Medien. Das kapitalistische System hat durch Festigung der materiellen und wirtschaftlichen Seite des Fußballs, die Struktur  des professionalen Fussballs und der Fußballclubs geprägt.  Unterdessen haben die  Medien den Fußball in einen gesellschaftlichen Wert umgewandelt und damit nicht nur ihre Macht, alle Lebensbereichen zu beeinflußen, demonstriert, sondern auch wegen der großen Anziehungskraft des Fußballs selber erhebliche Vorteile durch ihn gehabt und ihr Publikum erheblich vergrößeren können.

Die Medien brauchen das  Publikum und versuchen es anzuziehen.  Ohne Publikum kann kein Medium weiterexistieren und je größer das  Publikum eines Medium ist, desto erfolgreicher und mächtiger wird es. Milliarden Zuschauer verfolgen die Fußballspiele. Das bedeutet: Die Medien haben es dem Fußball zu verdanken, dass sie ihr Publikum um Hundertmillionen vergrößern konnen. Der Fußball  besitzt für die Medien, insbesondere die Bildmedien solche  Vorzüge. Wegen dieser Vorzüge haben sie großes Interesse an dieser Sportart entwickelt.

Insgesamt lassen sich die  vorgegebenen Ziele der  Medien damit definieren, dass sie für Unterhaltung sorgen, auf die Politik aufmerksam machen, etwas beibringen,  Informationen übermitteln und zur Sozialisation beitragen.  Die Übertragung von Fußball im Fernsehen dient dabei allen diesen Funktionen. David Rowe hat in seinem Buch „Sport, Kultur und Medien"  unterstrichen, dass der Fußball mehrfach eng  in einer Wechselbeziehung mit den Medien steht. Er meint, dass  eine Art Tauziehen um politische und wirtschaftliche Interessen zwischen dem Bereich Sport und Medien im Gange ist.  Beide sind  in seinen Augen füreinander  auf vielfältige Art wirtschaftlich und politisch  attraktiv.

In dieser Beziehung hat man bereits detaillierte Untersuchungen durchgeführt. Einige sagen außerdem, dass der Fußball wie viele andere  Dinge von den Medien anders dargestellt wird, als er in Wirklichkeit ist.

Viele politische,  gesellschaftliche und wirtschaftliche Werte , die heute mit dem Fußball verbunden sind, konnten nur dadurch entstehen, weil dieser Sport in den Medien gezeigt und besprochen wird. Daher ist die Ausstrahlung eines Fußballspiels vom Fernsehen nicht nur eine Wiedergabe, sondern auch  Verwandlung in ein anderes Phänomen. Wie die anderen Medien übermittelt das Fernsehen nicht nur Botschaften von der Wirklichkeit, sondern fügt neue Botschaften bei. Die Medien haben in den letzten Jahrzehnten zum Beispiel eine wichtige Rolle dabei übernommen mit  Fußball Geschäfte zu machen und ihn von der gewinnbringenden Seite her zu betrachten. Sie trugen erheblich zur Vermarktung von  Fußball bei.

Bei der Verwandlung von etwas in eine Ware werden Dinge  aus der Lebenskultur quotiert, d.h. es wird ein Preis für sie festgelegt.Der Fußball ist ein Beispiel. Man hat ihn in eine Ware umgewandelt. Nachdem sich die Reklame in den Sportclubs eingebürgert hat, ist die Bedeutung des Fußballs für die Vermarktung von Waren von großer Bedeutung geworden.  Dazu haben die Erfolge von bekannten Fußballvereinen und die Bedeutung von Fußballern für den Ausgang von Spielen erheblich beigetragen. Die Fußballer selber sind wie eine Ware zu einer Einkommensquelle für die Clubs  geworden.

Die Wiedergabe eines Fußballspiels kostet den Medien relativ wenig im Vergleich zu anderen Medienproduktionen,   aber das Einkommen aus der Werbung während der Ausstrahlung des Spiels  macht den Fußball für die Medien sehr einträglich, speziell für das Fernsehen.

Jeder weiß aus den Medien wieviel Geld für Fußballspieler in den verschiedenen Fußballclubs bezahlt wird, wie wichtig die Reklame ist, die mit Fußball gemacht wird und dass Sponsoren wegen der potentiellen Handelsgewinne durch Reklame  Milliarden in den Fußball investieren.  Dies sind Dinge welche die Bedeutung der lebenden Werbeträger nämlich der Fußballer, noch steigert und spürbar macht in welchem Umfang der Fußball für den Handel und die Wirtschaft  von Bedeutung ist.

Jede Gesellschaft hat heute mit Fußball zu tun aber die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Fußballs sind nicht in allen Gesellschaften die gleichen.

Um zu begreifen wie wichtig der Fußball geworden ist, muss man sowohl seine internationale als auch sein lokale Bedeutung sehen.  Der Fußball spricht eine universale Sprache, die auf den gleichen Wörtern und auf dem gleichen  System von Regeln  aufbaut und auf diese Weise  ist er zu einem wichtigen Bestandteil der Weltkultur geworden.

Fußball ist aber auch in kleinerem Format für jede Gesellschaft von Bedeutung und beeinflusst  ihre politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Mechanismen .

Der Fußball ist also ein Sport, der große Verbreitung fand. Er ist nicht nur Unterhaltung sondern beeinflusst auch die anderen Lebensbereiche.

Die Antwort  was nun der Fußball bei all den vielen kunterbunten wirtschaftlichen , kulturellen und politischen Aspekten eigentlich ist, fällt je nach unserer Einstellung unterschiedlich aus.  Aus der Sicht einen Revolutionärs wie Ernesto Che Guevara  ist Fußball nicht nur einfach ein Spiel sondern sogar eine Waffe für die Revolution und der Schriftsteller Albert Camus sagt, er habe alles, was er  über Moral und Pflichten weiß, vom Fußball gelernt

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