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Donnerstag, 19 Juni 2014 08:33

Fußball, Kultur und Gesellschaft (1)

Fußball, Kultur und Gesellschaft (1)
In diesem Programm geht es um die kulturelle soziale und wirtschaftliche Bedeutung insbesondere des Fußballsportes in der heutigen Welt.

 

Der Sport gewinnt heute zusehends an Bedeutung. Sport erwidert wichtige körperliche und seelische Bedürfnisse des Menschen, ist ein Mittel für Freizeitbeschäftigung, Freundschaften,  Verständigung und Teamarbeit. Sport fördert Gesundheit, Fertigkeiten und die geistig-seelische Ruhe. Er ist zu einer wichtigen  weltweiten Erscheinung geworden. Ob es sich um den Ringersport in Iran handelt oder den Fußball von Brasilien. Cricket in England und Indien oder Skisport in Norwegen.

Aber der Sport ist nicht nur Freizeitgestaltung. Er erzeugt auch Industrie, wirft Geld ab, verändert die Beziehungen in der Gesellschaft und führt zu Ansehen.  Das zunehmende Sportinteresse hat Probleme und neue Erscheinungen mit gesellschaftlichem Aspekt aufkommen lassen. Es scheint daher eine Betrachtung der Bedeutung und Wirkung dieses Phänomens auf die Gesellschaft noch notwendiger geworden zu sein.

Der Sport ist ein gesellschaftliches Phänomen, welches fest mit den gesellschaftlichen Einrichtungen und Strukturen verknüpft ist, in dem Sinne, dass man sogar anhand des Niveaus des Sportes ein Urteil über den sozialen Fortschritt einer Gesellschaft  fällt und  die Weiterenwicklung auf dem Gebiet des Sportes  von anderen sozialen Faktoren abhängig macht.  Seitdem der Sport in andere gesellschaftliche Bereiche  Einlass fand und gesellschaftlich von Bedeutung wurde, werden die sportlichen Leistungen und Erfolge auch im Rahmen der gesellschaftlichen und kulturellen Werte und der Überzeugungen definiert.  Sport wird mit anderen Dingen in einen Zusammenhang gebracht und so unterscheidet man zum Beispiel nach:   Sport als Freizeitbeschäftigung,  Sport zur Förderung der Gesundheit, Sport für Kriegs- und Verteidigungsbereitschaft, Sport als Bestandteil der Kultur usw. All dies hat die Wissenschaftler zu zahlreichen Untersuchungen über den Sport als ein gesellschaftliches Phänomen veranlasst.

Die 20. Fußballweltmeisterschaften haben am 12.  Juni begonnen. Dieses wichtige Sportereignis dauert bis zum 13. Juli 2014  in Brasilien an. Brasilien ist zum zweiten Mal Gastgeber des FIFA-Weltpokals. An der diesjährigen Runde nehmen 32 Mannschaften teil, darunter auch das Fußballteam der Islamischen Republik Iran. Das Motto der diesjährigen Fußballweltmeisterschaften lautet „All in One Rythm „-  alle mit dem gleichen Rythmus. Die Spiele finden im Rahmen  von 64 Wettkämpfen in 12 verschiedenen Städten  statt. Dieses größte Fußballereignis fand 1930  zum ersten Mal statt. Die Weltmeisterschaften wurden bisher, mit Ausnahme der Jahre  1942 und 1946  während des Zweiten Weltkrieges,  alle vier Jahre abgehalten. Die Nationalmannschaften Brasiliens, Italiens und Deutschlands haben der Reihe nach fünf-, vier- bzw. dreimal den Weltmeistertitel für sich bestimmt.

Dies ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite bedeutet der Weltpokal auch Einkommen für das Gastgeberland und Investoren.

Gemäß dem Wirtschaftsprüfungsnetzwerk BDO,  führt schon die  Vergabe von Ausstrahlungsrechte an Fernsehsender  zu einem steigenden Gewinneinkommen für die  FIFA. BDO gab bekannt, dass die Weltpokal-Spiele in Brasilien eine einmalige Einnahme von 5 Milliarden Dollar für die FIFA bedeutet. Das sind 36 Prozent mehr Gewinn als die 3 Milliarden 55 Millionen Dollar, die diese Organisation  2010 bei den Spielen in Südafrika verdiente und 110 Prozent mehr als ihre Einnahmen während des Weltpokals 2006 in Deutschland.  Die leitenden Stellen  für den    Fremdenverkehr Brasiliens sehen voraus, dass die Gastgeberschaft des Fifa-Weltpokals dem Land fast 11 Milliarden Dollar aus dem Touristengeschäft bescheren wird.  Das brasilianische Fremdenverkehrszentrum rechnet damit, dass 600 Tausend ausländische Zuschauer während der Spiele in Brasilien sein werden und Devisen im Werte von 3 Milliarden Dollar in das Land eingeführt werden.

Ganz abgesehen von den Fußballweltmeisterschaften ist auch sonst der Fußball der einträglichste Sport von allen. 30 Fußballspieler stehen auf der internationalen Liste der Sportler mit dem höchsten Einkommen. Sie erhalten hohe Gehälter,  Prämien und Geldpreise, und verdienen auch an der Erteilung von Genehmigungen und deren Erneuerungen.  Im Fußball gibt es immer Sponsoren, die an dem Interesse der  Fußballfans verdienen. Die finanziellen Unterstützer des Fußballs helfen den Teams bei finanziellen Engpässen und die Teams betreiben im Gegenzug Reklame für sie.

Als das Fernsehen zum ersten Mal im Jahre 1960 über die  Olympischen Spiele in Rom berichtete,  konnten Millionen von Menschen in über 21 Ländern der Welt diese Wettbewerbe auf dem Bildschirm verfolgen. Es kam zu einem Wendepunkt im Sport und insbesondere beim Fußball und die Zahl der Fussballfans wuchs rasch.

Die gestiegene Popularität des Fußballs hat besonders mit zwei Faktoren zu  tun. Erstens die Weiterentwicklung des Fussballs in allen Ländern, ob Industrie- oder Entwicklungsländer und zweitens seine Verknüpfung mit den Werbe- und Mediensystemen  und damit in Wirklichkeit die Beachtung der wirtschaftlichen Aspekte des Fußballs.

Der Fußball kann als Sinnbild für  die Welt des Wettbewerbes betrachtet werden. Fußball demonstriert in kleinerem Format ein vitales Geschehen, das alle Teilnehmer, ob Spieler oder Trainer oder Zuschauer mit einschließt.  In einer Welt, die immer mehr zum Individualismus neigt, ist der Fußball eine kleine Bühne, auf der Teamwork demonstriert und gezeigt wird,  dass man sich innerhalb einer Gemeinschaft   kollektiv verhalten und  zugleich selber einen Vorteil aus diesem Einsatz für die Gemeinschaft ziehen kann.

Theoretiker sagen, dass Fußball drei wichtige nützliche Aspekte hat:  Erstens können Spannungen entladen werden, zweitens erfährt die Gesellschaft eine Bestätigung als politische Einheit  und drittens wird die  nationale Zusammenarbeit gestärkt.  Beim Fußball verspüren die Einzelnen eine Art Einmütigkeit auf nationaler und auf internationaler Ebene  und die entstehende Spannung und  der Wettkampf rufen gemeinsame Gefühle zwischen  den Menschen hervor.

Viele gesellschaftliche Erscheinungen und Ereignissen sind trotz ihre guten Seiten auch mit Mängeln behaften und können der Gesellschaft schaden. Auch der Fußball ist nicht von dieser Regel ausgeschlossen.

Allerdings sind die negativen Begleiterscheinungen des Fußballs oft nicht direkt diesem Sport sondern anderen sozialen Missständen zuzuschreiben, auf die Zuschauer  dann während der Anspannung und Aufregung eines  Fußballspiels mit Ausbruch aggressiver Gefühle  reagieren.

Laut Untersuchungsergebnissen über die Faktoren, die bei gewaltsamen und aggressiven Verhalten zwischen den Spielern und besonders zwischen den Zuschauern und Fußballfans mitspielen, kommt es  bei diesem Sport am meisten zu solchen unerwünschten Vorfällen.  Eigentlich ist es schon seit Beginn der Verbreitung dieser Sportart öfters zu Gewalt gekommen. Die Geschichte des Fußballs ist schon sehr alt , aber erst in den 60iger Jahren haben sich die Soziologen mit dem Phänomen der Gewalt bei diesem Sport auseinandergesetzt  und herausgefunden, dass Misserfolge beim Spiel nur einer der Gründe für die Entstehung von Gefühlsausbrüchen und Aggressivität unter den Fussballfans ist. Viele Gewaltausbrüche und Aggressionen  stehen in keinem direkten Zusammenhang mit dem Fussballspiel  und rühren von anderen Missständen in der Gesellschaft her, wie zum Beispiel die Missachtung der Bedürfnisse der Jugend, Armut und Arbeitslosigkeit, zunehmendes städtisches Leben, Änderung in dem Modell der Freizeitgestaltung und die zunehmende Bedeutung des Fußballs. Der Fußball verleiht den Fans eines Teams eine gewisse Identität und das spielt genauso  wie die übertriebene Aufmerksamkeit der Medien für diese Sportart eine Rolle  für das Entstehen von gewalttätigem und aggressivem Verhalten unter dem Fußballpublikum.

Die Versammlung von vielen Menschen an einer Stelle auf begrenzten Raum  steigert ebenso das Risiko für Spannungen und Zusammenstöße. Da wirken  die Aufregung und die gegensätzlichen Gefühle bei einem Sportwettbwerb wie Zündstoff für Wutausbrüche und Zusammenstöße.  Der Umstand, dass die Zuschauer meist  aus verschiedenen Gegenden und Städten kommen macht die  Verhaltenskontrolle noch schwieriger. Aber einer der wichtigsten Faktoren, welcher die Masse der Fans eines Teams in eine erregte Stimmung versetzt und zu Rachenaktionen an den anderen Zuschauern oder zur Zerstörung von öffentlichen Plätzen oder Eigentümern führt,   ist natürlich der Misserfolg ihres Teams bei einem Spiel.

Aber man muss  akzeptieren, dass  der soziale Aspekt des Fußballs damit nicht zu Ende ist, sondern auch die Medien eine große Rolle in dieser Beziehung spielen. Im 2. Teil werden wir weiter über den Fußball und seinen Zusammenhang mit Gesellschaft und Kultur sprechen.

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