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Dienstag, 19 November 2013 10:08

Anlässlich der Woche des Buches im Iran

Anlässlich der Woche des Buches im Iran
In diesem Beitrag sprechen wir anlässlich der Woche des Buches über die Bedeutung des Buches in unserem Land.

Die Menschheit wollte zweifelsohne als sie Bücher zu drucken begann, Wissen und Kenntnisse verbreiten und wahrscheinlich lag auch schon vorher - bei der Anfertigung von handschriftlichen Exemplaren - dieses Motiv vor.  Das Buch dokumentiert in seiner langen Geschichte das geistige und kulturelle Wachstum der Menschen und der Gesellschaften.  Bücher sind in allen Gesellschaften ein wichtigstes Indiz für den Fortschritt.  Auch heute, wo moderne Technologien und die neuen Medien die kulturelle Szene von Ländern und Völkern betreten haben, gilt das Buch immer noch für viele Länder als eine kulturelle Priorität und hoffen  Buchfreunde und begeisterte Leser darauf,  ein neues Buch in die Hand nehmen zu können,  darin zu blättern und den Inhalt zu studieren. Denn indem, was die Menschen niederschrieben, wurden  ihre Errungenschaften festgehalten und im Geschriebenen  begegnen wir außerdem den göttlichen Lehren und Gottes Wissen, ohne dessen Kenntnis der Mensch nicht zum wahren Glück findet.  

Wer mit dieser vitalen Welt, nämlich der Welt des Buches keinen Kontakt hat, dem bleibt zweifelsohne die Kenntnis von den wertvollsten Errungenschaften des Menschen und das meiste himmlische Wissen verwehrt.

Die lange Zivilisationsgeschichte Irans ist eng mit der „Kitabat“ verbunden, nämlich der Niederschrift von Texten.  In der Antike fertigten die Iraner Inschriften auf Steinflächen an oder sie schrieben auf Tontafeln oder auf einer goldenden oder silbernen Schreibfläche. Auch gegerbtes Kuhleder diente ihnen zum Schreiben.  Unter dem Sassanidenherrscher Chosrau der Erste, auch Anuschirwan genannt (531-579 nach Christus),  wurde in Südiran die Jundi-Schapur-Universität gegründet. Dort wurden Bücher aus dem Sanskrit, dem Altsyrischen und dem Griechischen in die Pahlavi-Sprache übersetzt, wie zum Beispiel Kalila wa Dimna oder der Sindbadnama.

Die Islamische Ära begann und die Gottesreligion  regte die Muslime an, den Koran zu lesen und zu erlernen, sich mit den Überlieferungen (Hadith) zu beschäftigen und nach nützlichem Wissen zu streben. Auch die Muslime  im Iran strebten nach wissenschaftlichen Entdeckungen und Wissen und begannen Bücher zu verfassen. In Iran blühte bald in vielen Städten die Papierherstellung . Der Geschichtsschreiber Ibn Nadim (4. Jahrhundert nach der Hidschra und 10. Jahrhundert nach Christi Geburt) nennt die Bezeichnungen von 6 verschiedenen Papiersorten, die zu seiner Zeit bekannt waren. Meistens war eine Papiersorte nach der Stadt benannt, in der sie angefertigt wurde. Das Papier von Sarmakand (damals noch  Teil von Iran, heute Usbekistan) galt mehrere Jahrhunderte lang als das beste Papier im Lande.

Für das Interesse der Iraner an der Niederschrift von Texten und die Bedeutung, die sie Büchern beimaßen, zeugt auch die iranische Buchbinde - und Buchverzierungskunst und die Verbreitung der Kunst der Kalligrafie in allen Epochen der islamischen Zeitära. 

 

Die herausragende Bedeutung und die konstruktive Wirkung der Bücher auf dem Weg zur Vervollkommnung des Einzelnen und der iranischen Gesellschaft , und die lange Geschichte der Wertschätzung des Buches  in diesem Land haben zu der heutigen Bedeutung der schriftlichen Kultur der Iraner beigetragen.

Die Woche des Buches gehört seit 1993  zu den festen jährlchen Terminen zur Förderung des Buches und Lesens im Iran und findet im November statt. Ministerien, Institutionen, Moscheen und Berufsverbände  arbeiten bei  dem Veranstaltungsprogramm zusammen.

Mit der  Woche des Buches werden unter anderem folgende Ziele verfolgt:

 

Stärkung des kulturellen Fundamentes des Landes -  Anregung der Bürger zum Lesen und

Hervorrufung von festen Lesegewohnheiten - sowie

Lösung der Probleme beim Druck  und dem Vertrieb von Büchern und die Ausstattung von Büchereien.

Die diesjährige 21. Bücherwoche der Islamischen Republik Iran wurde unter das Motto „Das Buch als Spiegel der Kultur und der Gelehrsamkeit“ gestellt. Die Veranstaltungen aus diesem Anlass haben am 16. November begonnen.

Anlässlich  der diesjährigen Bücherwoche wurden außer im Iran auch in Ländern, in denen Farsi gesprochen wird, Schritte zur Förderung der Lesekultur und für die  Pflege der Farsi-Sprache unternommen. Ibna – Die iranischer Bücher-Nachrichtenagentur  meldete dass das Institut für Kulturausstellungen Irans in diesem Zusammenhang in Tadschikistan und Afghanistan  zwei Bücherausstellungen organisierte, um die Verbreitung der Farsi-Sprache in den regionalen Staaten, in denen Farsi gesprochen wird, zu unterstützen und die Werke iranischer Autoren vorzustellen. Auf dieser Ausstellung können sich die Besucher mit den neuesten Erscheinungen von iranischen Schriftstellern und Lyrikern  in der Farsi-Sprache vertraut machen.

Im Iran  finden  in der Woche des Buches mehrere Festivals  statt wie zum Beispiel das Festival „Bücher – das bessere Medium“. Außerdem wird  auf  Sitzungen die  Verlagssituation im Lande erörtert.  Ebenso werden in vielen großen Städten Bücherverkaufsausstellungen unter dem Motto  „An den freundlichen Helfer (das Buch) denken“ veranstaltet und Verleger können direkt mit dem Lesepublikum Kontakt aufnehmen. Es  gibt verschiedene Festivals und Schriftsteller-Wettbewerbe , bei denen auserwählte Bücher vorgestellt und erfolgreiche Autoren gewürdigt werden, zum Beispiel den Wettbewerb für den besten Studentenautoren.

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