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Freitag, 20 Juli 2007 14:38

Jugend und Lebensfreude (Teil 16)

Letzte Woche befassten wir uns mit der Jugend und ihrem Umgang. Heute möchten wir dieses Thema behandeln: Wenn sollte man zum Freund wählen?

Der Saal war vollbesetzt. Als der Name Said genannt wurde, gab es einen stürmischen Applaus. Said, ein 26 Jahre alter, junger, würdevoller lächelnder Mann ging auf das Podium und nahm seinen Preis anlässlich seines Erfolges bei einem wissenschaftlichen Projekt entgegen. Er bedankte sich und sagte: „Ich möchte hier diesen Preis meinem besten Freund überreichen, denn er war es, der den Gang meines Lebens änderte.

Aber ein anderer junger Mann, müde und hoffnungslos, hatte den Blick gen Himmel gerichtet. Er hatte heimlich aus der Tasche seiner Schwester Geld genommen, um Drogen zu kaufen und für einige Stunden seinen Kummer vergessen zu können. Demut erfüllte sein ganzes Wesen. Er erinnerte sich daran, dass er auf Festabenden waghalsig Drogen gebrauchte, aggressive und obszöne Filme ansah. Aber nun haben seine Freunde ihn verlassen. Er seufzte und sagte: „Ach hätte ich mich mit ihnen doch nicht angefreundet!"

Dr. Akbarian, Soziologe, sagt: „Heute haben unvernünftige Erwartungen der Jugend, Familienzwiste, individuelle und gesellschaftliche Enttäuschungen, Scheinreife, Zugang zum Internet und Satelliten in verschiedenen Gebieten der Welt die Grundlagevieler Schädigungen für die Jugend geschaffen. Obwohl die Jugendlichen sich als unabhängig betrachten, sind sie bestrebt, auch mit ihren jungen Altersgruppen Verbindung aufzunehmen und das Zusammensein mit denen bringt ihnen Freunde. Wenn sie jedoch bei der Wahl der Altersgruppen nicht aufmerksam vorgehen, können ernsthafte Schäden entstehen.

Dr. Mohammad Hossein Fardschad, Dozent an der Universität Teheran sagte in seiner Rede: „Laut Statistiken wurden die meisten Süchtigen durch charakterlose Freunde zur Drogensucht verleitet. Aufgrund einer Nachforschung bei 150 festgenommenen Süchtigen sagte 88 Prozent von ihnen, sie hätten neben dem Problem der Arbeitslosigkeit auch süchtige Freunde gehabt.

Aufgrund der Bedeutsamkeit der Freunde im Leben der Jugendlichen haben die großen Männer der Religion mit ihren wertvollen Anweisungen gute und schlechte Freunde vorgestellt. Imam Sadegh, Friede sei mit ihm sagte: „Es gibt drei Arten der engsten Freunde, die einem wie sein Bruder Nahe stehen. Erstens: Der Freund, der wie das Essen zu den Notwendigkeiten des Lebens zählt und den man in allen Situationen des Lebens braucht. Das ist der vernünftige Freund. Zweitens: Einer, dessen Dasein wie eine Krankheit lästig ist. Das ist der unwissende Freund. Drittens: Der überaus kluge und talentierte Freund, der sich bei der Beilegung von Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten einsetzt und sein Dasein wie eine heilende Arznei zur Beruhigung beiträgt."

Diese Überlieferung stellt einen Hinweis für die Jugendlichen dar, dass sie mit denjenigen den Umgang pflegen sollten, die über Vernunft und Weisheit verfügen. Vernunft und Verstand stellen die größten Gaben im Wesen des Menschen dar und vernünftige Freunde regen den Menschen zu Fortschritt und Aneignung von Weisheit an. Aus diesem Grunde lenkt man seine Aufmerksamkeit bei der Bewertung der Persönlichkeit einer Person auf seinen Freund, um herauszufinden, wie der Charakter von ihm selbst ist.

Ein überaus schädlicher Umgang besteht im Kontakt der Jugendlichen mit unwissenden und weniger vernünftigen Menschen. Manchmal sind die Gefahr und Schäden, die seitens eines unwissenden Freundes zugefügt werden, größer als die Gefahr eines Feindens. Denn der Jugendliche lässt sich wegen seines maßlosen Vertrauens auf seinen Freund sehr leicht täuschen und betrügen, während man gegenüber dem Feinde sich abwehrt und seine Handlungsweise genau betrachtet.

 

Jugendliche gehen normalerweise ihren Gefühlen nach und sie sind auf Grund ihrer Anspannung und ihrem Stolz den Altersgleichen gegenüber flexibel. Diese Flexibilität veranlasst sie, gegenüber den unvernünftigen und devianten Forderungen von unwürdigen Freunden gefügig zu sein. So wird ein Jugendlicher, der sich weigert, Drogen zu gebrauchen bzw. der sich nach den gesellschaftlichen Normen verhält, von solchen Freunden ausgelacht oder gar ausgestoßen. Aus diesem Grunde bleibt manchen Jugendlichen nichts anderes übrig, als sich ihren Altersgleichen anzupassen. Deshalb hat die Zunahme der Statistik von Verderbtheit und Delikten unter den Jugendlichen, insbesondere den westlichen, die Soziologen und Psychologen in Besorgnis versetzt. Sie sind bestrebt, die Jugend auf die Kreativität und das Nutzenziehen von den Substanzen der Jugendzeit aufmerksam zu machen. William James, Dozent an der Universität Harvard sagte in einer Rede: „Im Vergleich mit dem, was wir sein sollten, sind wir nur halbwach. Wir setzen lediglich einen kleinen Teil unserer geistigen und körperlichen Reserven ein. Mit anderen Worten sind die menschlichen Kräfte viel größer als man es sich vorstellen kann. Der Mensch ist in der Lage, viel weiter fortzuschreiten. Er besitzt verschiedene Talente, die ihn in die Lage versetzen, von der besten Zeit seines Lebens, das heißt seiner Jugend, Nutzen zu ziehen.

Zweifelsohne verfügen diejenigen, die würdevolle Freunde haben über einen starken Rückhalt.

Saadi, der namhafte iranische Dichter hat die Wirkung von Freunden auf einander in einem schönen Gleichnis beschrieben.

Das große Geheimnis bei der Findung von Freunden besteht in Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit. Man sollte aber diejenigen zum Freunde wählen, die ein gesundes Gemüt, einen festen Glauben und gute Manieren haben.

 

Aufgrund der großen Rolle der Freunde im Leben des Menschen empfiehlt Imam Ali, Friede sei mit ihm, man solle die Zahl der Freunde anheben. Dann stellt er diejenigen, die zu einer Freundschaft untauglich sind, vor und sagt: „Schließe mit denjenigen, die den weltlichen Vergnügen zugetan sind, keine Freundschaft, denn wenn du an Reichtum verlierst, erniedrigen sie dich und wenn du reich wirst,so werden sie neidisch. Pflege mit dem, der nur deine Fehler sieht und deine guten Seiten vergisst keinen Kontakt. Wähle nicht den Schmeichler zum Freund, denn er gibt seine ungebührlichen Taten als angenehm aus und möchte, dass auch du so handelst."

Dr. Mohammad Resa Scharafi, Psychologe, bringt auf dem Gebiet der Findung von Freunden für Jugendliche einige Kriterien zur Sprache und sagt: „Eine der guten Eigenschaften eines guten Freundes besteht in der Verlässlichkeit. Eine weitere Eigenheit ist die Aufrichtigkeit, das heißt Menschen die äußerlich und innerlich gleich sind und eine gesunde und starke Persönlichkeit haben. Deshalb ist die Schließung von Freundschaft mit ihnen wertvoll. Eine weitere Eigenschaft des guten Freundes ist Standhaftigkeit bei harten Gelegenheiten und Auftritt von Problemen. Denn die Freundschaft mit ihnen ist stärkend und vertrauensvoll. Darüber hinaus trägt die Freundschaft mit denjenigen, die Spiritualität und gute moralische Eigenschaften besitzen zur Entwicklung und Erhöhung der Persönlichkeit der Jugendlichen bei."

Dr. Scharafi zitiert zum Schluss unter Berufung auf Jesus Christus, Friede sei mit ihm die Worte des Propheten des Islam S... und sagt: „Schließt mit denjenigen Freundschaft, bei deren Ansehen ihr euch an Gott erinnert, ihre Worte euer Wissen vermehren und ihre Handlung euch nach Jenseits verlangen lässt."

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